Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1972
- Issue
- No. 32 (September 1972)
- Date
- 1972-09-01
- Page
- Seite 20 (sequence 2038)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Erinnerung an Aron Kober s.A. Aron Kober war der Juengste der Geschwister Kober. Aelteste war meine Grossmutter Helene Pinczower, dann waren die 3 Brueder, Josef, Wilhelm und Aron, die Inhaber der Metallfirma Josef Kober, und noch eine Schwester Amilie Ehrlich. Meine besten und wertvollsten Kindheits¬ und Jugenderinnerungen sind mit dem Haus Aron Kober verknuepft. Obwohl Aron Kober der Juengste war und selbst eine grosse Familie hatte, wohnte doch seine Mutter, meine ITrgrossmutter, bei ihm. Sie war eine wahrhaft fromme Frau, die frueh verwitwet ihr letztes hingab, um ihren Soehnen eine thoratreue Erziehung zu geben und sie in der damals beruehmten Thora-Lehranstalt in Halberstadt lernen liess. Von dort führte Aron Kober auch seine Lebensgefaehrtin, eine Tochter des Halberstadter Rabbiners heim. Sie gruendeten ein Haus, das vorbildlich war in jeder Beziehung u. in ganz Deutschland bekannt war. Bei Kobers sah man Flüchtlinge, wie ich mich selbst erinnere, die im russ. Japanischen Krieg gedient hatten und wegen der darauffolgenden Progrome eine neue Heimat suchten, und man sah Gelehrte von Ruf von überall her, die alle eine gastliche, freundliche Aufnahme fanden. Aron Kober sorgte dafür, dass die jüdischen Kriegsgefangenen und junge Menschen aus dem okkupierten Polen, die in den Gruben und Kriegswichtigen Betrieben arbeiteten, am Schabbat arbeitsfrei waren, und er leitete auch eine Sammelaktion für die berühmte Jeschiwa in Lomsa, die durch Krieg und Unruhen in schwere Bedraengnis geraten war. In seinem Haus war Jahr für Jahr an den Jamim Noraim ein herrlicher G”ttesdienst. Der Salon wurde zum Beth Haknesset mit weiss gedeckten Betpulten ausgestattet. Viele Jahre wurde auch am Schabbat eine Haschkama (Fruehgttesdienst) abgehaiten. An Simchat Thora und Purim gab es Hakafot (Umzuege mit den Thorarollen) und am Purim eine Festmahlzeit (Seuda) für eine grosse Kinderschar. Von dem grossen Balkon am Schlossplatz 10 konnten wir Kinder der glanzvollen Parade beiwohnen, die Kaiser Wilhelm II. anlässlich der Hundertjahresfeier der Befreingskriege abnahm. -Wir konnten vom Balkon aus auf den bunten landwirtschaftlichen Maschinenmarkt herabblicken. Als Dr. Moses Auerbach, der Begruender des modernen orthodoxen Schulwerkes in Petach- Tikwa vor den Tuerken von dort fluechten musste, fand er bei Kobers eine Unterkunft. Aron Kober und auch mein Vater s.A. und mein Grossvater s.A. gehörten zu den Gruendern der Agudat Jisrael in Kattowitz vor 60 Jahren- Aron Kober setzte sich mit der ganzen Kraft seiner Persoenlichkeit für ihre Bestrebung ein. Es war nur natuerlich, dass er mit seiner Kaempfernatur auf Widerstand stiess. Die aufregende Arbeit im Geschäft und ein Übermass an Gemeindearbeit zehrten an seiner Gesundheit und setzten seinem Schaffensreichen Leben ein jaehes Ende. Er verschied im Tischri 1921 und wurde in Halberstadt beigesetzt. Seine Frau verschied nach einem Leben voller Mizwot (guter Taten) im Hause ihrer grossen Familie in Jerusalem. Menko Menachem Berlinger SCHAWE ZION. DR. FRANZ MEYER s.A. Auch wir Breslauer nehmen innigen Anteil an dem grossen Verlust, den das Judentum aus Mittel-Europa durch den Heimgang von Dr. Franz Meyer erfahren hat. War er doch ein Kind unserer Stadt, der schon in seiner Jugend im “Blau-Weiss” Aufsehen e'rregte. Sein tiefgründiges Wissen, sein Studium der Philosophie in Heidelberg machten ihn zu einem hochbegabten, scharf kritisch eingestellten Menschen, der einem die Diskussion nicht leicht machte. Im väterlichen Geschäft tätig, im Vorstand der jüd. Gemeinde, im jüd. Arbeitsamt Berlin hinaufgestiegen über die Zion. Vereinigung zum Präsidium der Reichs-Vertretung hat er nach seiner Einwanderung in Israel im Jahre 1939 von neuem anfangen müssen. Schwere Jahre der Einwanderung — wie wir sie alle nicht vergessen können — haben ihn allmählich im Jahre 1948 bei Staatsgründung in den Staatsdienst gebracht. Seine grossen Fähigkeiten sind dem Staat, der Menorah-Loge, dem KJV, dem Irgun Oleh Merkas Europa und all den vielen Institutionen denen er angehörte, zu Gute gekommen. Die ausserordentlich grosse Beteiligung an seiner Lewaja, die würdige Gedenkfeier am Jom Schloschim (30. Tage nach seinem Todestage) legten Zeugnis ab von seiner grossen Beliebtheit. Wir ehemaligen Breslauer trauern mit seiner Gattin und den Kindern um diesen grossen Mann. FRIEDA MARCUS — FREIMANN s.A. Hier wollen wir einer Nicht Breslauerin einige Zeilen widmen, da sie immer an unsren Bestrebungen regsten Anteil hatte. Gebuertig in Hamburg, entstammend einer grossen Gelehrtenfamilie hat FRIEDA MARCUS — FREIMANN eine besondere Vornehmheit an den Tag gelegt. Ihre ausgezeichnete praezise Arbeit, ihre Beherrschung verschiedener Sprachen, ihr gutes Einfühlungsvermoegen hat sie in eine hoehere Stellung in der Bank Leumi berufen. Ueberall, wo sie auftrat, war sie beliebt. Ihre Gutmuetigkeit ihr warmes Herz fuer Nahe und Ferne sicherten ihr einen schoenen Kreis von Bekannten und Bewunderern in Israel und in allen Teilen der Welt. Ihre Stellungen hatte sie immer viele viele Jahre und wurde ihres Könnens u. ihrer Persönlichkeit wegen geschätzt. Mit ihren Geschwistern und der weiteren Familie lebte sie in inniger Liebe und vergass nie besondere Tage, die die Familie angingen. Sie war der ZENTRALPUNKT, an dem man sich orientierte. Uns Breslauern half sie bei der Vorbereitung fuer die Zeitung, besuchte unsere Veranstaltungen und wusste viel ueber Breslau durch ihre Mitarbeit. Wir sprechen nochmals von dieser Stelle den Geschwistern Dr. Hermann Freimann in Petach Tikwah, Lea Freimann in Ramat Gan, Frau Levy in Jad Elijahu und dem Bruder in Amerika unsere Innigste Teilnahme aus. Dies gilt auch der weiteren Familie. Frieda Marcus-Freiman lebt in urs fort. Verband ehemaliger Breslauer i. A. ERICH LEWIN WIR KONDOLIEREN: Frau Walter TelAviv sowie Familie Wollberger zum Hinscheiden von FRAU BERTA WALTER, die sowohl in Breslau bei der Fa. Paul I. Seidmann, als auch in Tel Aviv bei ihrem Schwager Pessach Wollberger eine tüchtige Kraft gewesen ist Ihre feine Art und ihre Liebenswürdigkeit vergessen wir nicht BUCHBESPRECHUNGEN DIE SCHLESISCHE JUDENSCHAFT IM JAHRE 1737 Die Broschuere von Dr.. BERNHARD BRIL- LING, akademischer Oberrat in Muenster i/Westfalen u. ständiger Mitarbeiter unseres Verbansblattes, entnommen dem “Jahrbuch der Schlesischen Friedrich Wilhelm Universitaet zu Breslau 1972 — Band XVH (Duncker u. Humblot, Berlin Muenchen)” stellt in seiner Art etwas BESON¬ DERES dar. Dr. Brilling hat — wie schon so oft bewiesen — IN RIESIGER KLEINARBEIT etwas fuer die Nachwelt geschaffen, was nicht einzuschaetzen ist. Er zeigt in seiner Broschuere das Recht der Juden in den verschiedensten Bezirken Schlesiens und Oberschlesiens zu wohnen, die Abgabe der Toleranzsteuer und belegt mit Zahlen (Anzahl der Juden, die diese Steuer zahlen bezw. die Höhe der Steuer). Er zeigt im einzelnen die verschiedensten Orte, wo Juden gewohnt haben, ihre Beschaeftigung und hunderte von Namen erscheinen geordnet alphabetisch. Wir stossen auf Namen von Staedten, Bezirken etc. wie z. B. Fischei Samuel aus Pinczow, daher dar.n der Name Pinczower, das kann beliebig erweitert werden. Hochinteressant ist es, dass gerade auf kleinsten Doerfern Juden wohnten. Wir danken ihm fuer diese grosse Muehe, die jedem von uns viel zu geben hat. Die Redaktion ★ ERZAELUNGEN VON FRAU Dr. ESTHER RABIN, Haifa erschienen im Verlag “Jawne” in Tel Aviv BETITELT “ECHAD CHACHAM WECHAD TAM” Diese Erzaehlungen sind in der Hauptsache aus Agadoth der Vorzeit, aus volkstuemlichen Dingen aus dem Mittelalter und aus chassidischen Reden. Die Hauptfiguren erscheinen als einfache Juden, die in ihrem Glauben verwurzelt sind z. B. ein armer Hausierer aber ein Thoragelehrter, ein Kutscher, der seinem G”tte mit ganzem Herzen dient, ein kluge treusorgende Frau, ein Jude, der reine Haende und ein warmes Herz hat. Die Gruntendenz ist: Heil dem Manne, der geraden Weges geht, er wird seinen Lohn erhalten, wehe dem Frevler, dessen Ende schlecht und bitter sein wird . Wie ein roter Faden zieht sich durch das Buch das grosse Geschehen in unserer Geschichte: Auszug aus Aegypten, die Helden der Geschichten sind in ihrer Seele und in ihren Gedanken, auszuziehen von Knechtschaft zu Freiheit und sie trauemen von der endgueltigen Erloesung der “Geulah Schlemah.” Die Verfasserin UNSERE uns allen bekannte Breslauerin Dr. Esther Rabin hat schon viel Kinderbuecher in Israel geschrieben u. a. “Bamaagal” “Zippor Haplaim”, “Tewath Noach”, “Hakol taluj Bemasal”. Es ist beabsichtigt, das Buch “Echad Chacham, Echad Tarn” auch, INS ENGLISCHE zu uebersetzen. Gerade unsere Kinder IN DER DIASPORA, in allen Teilen der Welt, wo unsere Zeitung hinkommt, sollen wissen, dass “Kinderbuecher” IN ISRAEL ERSCHIENEN, ihnen viel fuer ihre juedische Erziehung geben koennen. Die Redaktion KASSETTEN in gutem Zustand, leichte Musik, (Operetten, Opern, Chasanuth, chassidische Melodien) zu annehmbaren Preisen für ein ALTERS¬ HEIM gesucht. Zuschriften an Herrn Otto Bergmann, RECHOWOTH (ISRAEL), P.OB. 1099. 20