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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1972-09-01 · No. 32 (September 1972) · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1972
Issue
No. 32 (September 1972)
Date
1972-09-01
Page
Seite 16 (sequence 2034)
Language
German
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Das letzte Gebet Interview: Auf der Frage... Antwortete uns Stapler Museum Im Waisenhaus, an dem wir Jungens Werner Tuch, Albert Jacob (beide nach dem Osten deportiert) und ich vorgebetet haben. Mein Schulfreund Hans Schulz, der regelmässig die letzte Gemeinde in der Wallstrasse als Kantor mit seinem klaren Kinder-Sopran erfreut hatte, ist auch im Osten umgekommen. Die zahllosen Beerdigungen in Cosel der Selbstmörder vor und während der Abtransporte. Die namenlosen Toten die in Papiertüten auf Lastwagen vom KZ Masselwitz bei Breslau der Jüdischen Gemeinde zur Beerdigung geliefert wurden. Der Rechtsanwalt Goetzel aus Görlitz war der Erste, der nicht mehr beerdigt wurde. Er ist neben mir auf dem Wege zum KZ Gross-Rosen tot umgefallen. Bei Gross- Bargen ist er auf die hartgefrorene Erde in den Strassengraben gelegt worden. Das Kaddischgebet wurde auf dem Wege gesagt. Hier in West-Australien, mehrere 1000 Kilometer von der nächsten Jüdischen Gemeinde, ist Temple David, eine neue liberale Gemeinde entstanden. Bei einem ihrer ersten Gottesdienste war der Rabbiner, Dr. Hermann Sänger (der Sohn des Rabbiner Sänger der Neuen Synagoge in Breslau), der Organist Dr. Hans Brinnitzer aus Breslau und ich habe als dritter Breslauer den kantoralen Gesang aus den photocopierten Noten aus der Breslauer Neuen Synagoge gesungen. Für die Gemeinde war es ein gewöhnlicher Australisch - Jüdischer Gottesdienst. Mich hat diese ungewöhnliche Kombination von drei ehemaligen Breslauern an das Gebet der Mahnung erinnert, dass bis zum Ende von) der Kanzel d. grossen Breslauer Neuen Synagoge an die Breslauer Juden ausgegangen ist: "Uns liegt es besonders ob, dem Herrn des Weltalls Ruhm und Ehre darzubringen. Er hat den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet. ER ist unser G”tt! Keiner sonst”. Nachbemerkung: Dieser Artikel ist wieder von Ken Arkwright (frueher Klaus Aufrichtig) 96 Holmfirth St. Mt. Lawley, Western Australien. (Siehe in No. 31 Das En'de der jüdischen Schule ebenfalls von ihm). Wir danken ihm von dieser Stelle aus, denn er hat uns als einziger in der Welt diese traurigen Ereignisse geschildert, die er selbst erlebt hat und die durch ihn der Nachwelt ueberliefert werden koennen. Die Redaktion Versöhnungstag Das Höchste, was es geben mag Wohl in des Juden Leben, Das fordert der Versöhnungtag: Bereuen und Vergeben. Vor G”tt man andachtsvoll dasteht, Bekennet seine Sünden Und sucht bei Fasten und Gebet Versöhnung dann zu finden. Doch schöner noch als alles Beten Ist jener Brauch ganz unbestritten, Vorher vor seinen Feind zu treten Und um Verzeihung ihn zu bitten. Wie schön wär’s, wenn des Schofars Tönen Doch allen Völkern kund würd, werden, Dass alle Menschen sich versöhnen Und steter Frieden sei auf Erden 1! — Dr. ARTHUR LOWENSTAM 1408, So Barry Ave. Apt. 203 Los Angeles, Cal. 90025 Schon als Kind fotografierte ich viel und wurde vor etwa 5 Jahren durch eine Intuition auf den Gedanken der Porträt-Fotografie gelenkt. Ich verschaffte mir sehr viel Literatur und porträtierte anfangs bekannte Persönlichkeiten wie: Theater- Schauspieler Channa Rowina, Finkei, Meskin, später Jehudi Menuchin, Jael Dajan, Richter in Israel etc. Im Kontakt mit Künstlern wurde es mir nahegelegt, eine Ausstellung zu veranstalten. Zum Thema wählte ich: Das Menschenantlitz. So konnte ich — nach sehr langer, mühevoller Arbeit — Ende Mai in die Uffentlichkeit treten und eröffnete die geplante Ausstellung mit 40 Porträts und weiteren 10 Landschaftsbildern. Um ein Bild kunstvoll darzustellen, muss der Maler oder Lichtbildner (Photograph) sich in sein Objekt hineinversetzen können, es scharf beobachten un,d ebenso stark lieben können. Man muss die Lebensüberblickt man die soziale und geistige Landschaft der in Deutschland vor der Hitlerherrschaft lebenden Judenheit, so wird man sie alles in allem als diejenige eines gehobenen bürgerlichen Mittelstandes, aufgeschlossen und , rege, aber fundamental gewohnheitsgebunden, zu bezeichnen haben. Hier und da gab es Menschen, die ins Un-Konventionelle ausgebrochen sind. Einige von Ihnen sind bekannt, wie Else Lasker- Schueler, andere sind Unverdientermassen vergessen. Eines von Ihnen soll hier gedacht werden. Sein Name war Rudolf Levy, kam aus einer in Pommern begüterten Familie traditionel lebender Juden. Er wurde Maler nach impressionistischer Schule, ohne zum Expressionismus hinüber zu wechseln, war Schueler, Freund und später Leiter des Meister-Ateliers von Matisse, dazu aber ein Geist und Witz spruehender Mittel punkt von Kuenstlerkreisen, in Berlin im Romanischen Cafe und in Paris im Cafe du Dome, welche zum Treffpunkt der Künstlerwelt geworden sind. Der Kunsthaendler Max Krell beschreibt ihn in seinem Buch: “Das alles gab es einmal”, wie er, damals noch jung etwa im Jahre 1913 im Romanischen Cafe erschien: Vor uns hatten sich hier die Maler angesiedelt, Slevogt, Orlik, Heinrich Haeuser, Rudolf Grossmann, -und der witzige Matisseschueler Rudolf Levy, auf den sich alle Pariser verliessen, wenn sie Berlin passierten. Die Symbiose von Literatur und Theater wollte noch nicht recht gelingen. Immerhin schlug Rudolf Levy eine Bruecke. Er war nicht nur Fachmann in Boxen und Pokern, er hatte Stendahl übersetzt und selber ein Stück geschrieben, das weder erscheinen noch aufgefuehrt werden konnte, weil die koenigl. preussischen Zensoren nicht zwischen Kunst und Schmutz hatten unterkämpfe “sehen” können, die der Auf genommene mitgemacht hat, verstehen die Falten seiner Haut, die sich als Schützengräben im Antlitz offenbaren, besonders zu beleuchten, sie ins richtige Licht stellen, um sie dem Beschauer deutlich zu erklären. Das ist die Kunst, die auch im fotografischen Bild geschaffen werden kann. Zu sehen und wiederzugeben, was andere nicht sehen. Ich arbeite lediglich um der Kunst willen ohne materielle Gewinne. Jeder Aufgenommene erhält einige Bilder Gratis, dagegen interessiert es mich überhaupt nicht, ob er mit der Aufnahme zufrieden ist, ob er sich darin ähnelt oder zu alt mit zu viel “Falten” und ähnlichem mehr ist. Ich arbeite ganz nach meinen eigenen Vorstellungen, oft sogar gegen die aufgestellten Regeln der Technik. Die Ausstellung war ein sehr grosser Erfolg, was aus den vielen, spontan geschriebenen Widmungen der Besucher zum Ausdruck kam. Auf Fragen, was ich jetzt machen werde, antworte ich: Ich will Porträt — Photographie lernen. — Ein Witzbold meinte: Das hättest Du vor Deiner Ausstellung lernen sollen*” Nachbemerkung der Redaktion: Vorstehender Artikel ist von unserem bereits bekannten Kurt Stapler, Ramat Gan, frueher, Hindenburg O/S, verfasst. In seiner Bescheidenheit wollte er nicht einmal genannt werden. Wir freuen uns, dass die Ausstellung seiner Photos, die ihm ausserordentlich gut gelang, eine grosse Anerkennung beim Publikum und bei der Presse gefunden hat. scheiden können. Aber gewisse Sentenzen dieses Stueckes wurden gefluegelt, sie hatten den Geist des Aristophanes und die unbekuemmerte Drastik des Rabelais. Rudolf Levy blieb auch, als er älter wurde, dieser Kuenstler und Mensch. 30 Jahre spaeter finden wir ihn in Florenz wieder, nachdem er vorher meist in Paris und Spanien gelebt hatte. Krell erzählt hierüber: — Es war schon während des Krieges, dass Rudolf Levy, der Meisterschueler von Matisse und grosse Spötter, in Florenz auftauchte.. Er hatte Freunde und Bewunderer in Florenz. Portraitauftraege flogen ihm zu, er arbeitete mit Lust. Und wenn der Abend hereinbrach, packte ihn die Liebe zum Pokern und zum launigen Erzählen. Und dann fand ihn dort die Gestapo, und er beendete sein Leben in Auschwitz. Sein Werk hat sich den Weg in die Schätzung der Kenner zurückgebahnt, der Mensch, Spross einer provinziellen Kleinstadtfamilie, ist bemerkenswert. Hier im Lande gibt es eine Anzahl seiner Gemälde. Seine engste Familie befindet sich vor allem in Israel, aber auch in Amerika und England. Rechtsanwalt Fritz Wolfsohn, Ramat-Gan, Tel Ganim, Gordonstr. 16 KOEHL — GESCHICHTE DER FESTUNG GLATZ Im Holzner-Verlag, Wühzburg, ist dieses hochinteressante Buch im Rahmen des Göttinger Arbeitskreises erschienen. Unserem Verband ist dieses Buch übersandt worden mit der Bitte, unseren Lesern davon Kenntnis zu geben. Interessenten wenden sich bitte an HOLZNER-Verlag 8700, Würzburg 1, Postfach 130. DAS ALLES GAB ES EINMAL I Von MAX KRELL I 16

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