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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1972-04-01 · No. 31 (März 1972) · p. Seite 22

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1972
Issue
No. 31 (März 1972)
Date
1972-04-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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ERICH BERGER s.A. Am 18. November 1971 verschied in Miami Beach, Herr Erich Berger früher Breslau, — Vineland, N.Y. Geboren 1895 heiratete er 1922 und war 25 Jahre in der Tabakbranche in Breslau ein geachteter Kaufmann. Sein Detailgeschäft wurde 1938 durch die Gestapo zerstört und er war Zeuge des Synagogenbrandes und kam in das K.Z. Buchenwald. Ende 38 ging er mit seiner Frau und seinen Kindern nach Cuba und 1940 gelang es ihm nach Amerika einzuwandern. Es ist unvorstellbar, wie gross die Umstellung und die Schwierigkeiten waren. Er erwarb eine Geflügelfarm, wo er 18 Jahre mit seiner Frau Marie, die ihm in jeder Lebenslage Stütze und Helferin war und seinem Sohn sehr schwer arbeitete. Nach Einziehung des Sohnes in die Armee zogen Bergers nach Miami Beach, Florida, um in der Nähe ihrer Tochter zu sein. Erich Berger half seiner Tochter und ihrem Mann im Geschätft. Er hatte eine ungeheure Arbeitskraft und Lebensweisheit und verstand es, mit seiner Familie und allen Freunden im Gutem auszukommen. Er war ein ehrlicher, bescheidener, einfacher Mann, ruhig und doch redegewandt. Sein Humor half ihm über vieles Schwere im Leben hinweg. Er war zufrieden, mit dem, was er erreichen konnte. Viele alte Breslauer werden sich gerne an Erich Berger erinnern. Wir sprechen Frau Marie Berger, 1500 Bay Road, Apart. 1439, No. Miami Beach, Fla. 33139 und ihren Kindern unsere innigste Teilnahme aus. RABBINER DR. S. J. NEUFELD s.A. Heute müssen wir ihm, der im Laufe vieler Jahre unser Verbandsblatt mit seinen schönen, geistreichen und vielseitigen Artikeln bereicherte, einen Abschiedsgruss widmen. Wir brauchen unseren Lesern Rabbiner Dr. Neufeld nicht vorzustellen. In der jüdischen Presse der ganzen Welt, in Israel insbesondere wurden seine Aufsätze mit grösstem Interesse gelesen. Da ich ihn in den letzten Jahren aus allernächster Nähe kennen und schätzen lernte — er wohnte einige Minuten entfernt im Elternheim des Irgun Oley Merkas Europa in Ramat Chen — kann ich Ihnen verraten, dass noch eine grosse Anzahl Artikel und Aufsätze ungedruckt im Manuscript liegen. Er war eine lebendige Enzyklopädie. Seine historischen Kenntnisse überschritten bei weitem das Maas des Durchschnittlichen, er schrieb mit einer Schnellligkeit und fand und wusste immer die Quellen. Es ist tragisch, dass der stille aber hochgebildete Gelehrte Herr J. Raphael, der ihm zum 80. einen herrlichen Artikel schrieb, vor ihm heimging. Es verband beide ein inniges Freundschaftsverhältnis, ihre Gespräche waren geistreich und erfüllt von grossem Können. Wir sprechen der Witwe Frau Neufeld, den Kindern und Enkeln, die alle so zusammenhielten und die bewiesen und beweisen, was jüdisches Familienleben bedeutet, unsere aufrichtige Teilnahme aus. Rabbiner Dr. Neufeld gehört in die Geschichte des jüdischen Volkes, das aus Mitteleuropa viel zur Verständigung der einzelnen Volksteile und zur Verinnerlichung der jüdischen Tradition und Geschichte beigetragen hat. WIR KONDOLIEREN: Frau RIA KOPPE, 4204 Kenshaw Ave. Baltimore Md. 21215, zum Hinscheiden von Albert P. Koppe, fr. Breslau-Shanghai. Frau FREDA STANLEY geb. Feige, 939 N Parkman Ave., Los Angeles, Cal. zum Ableben von Erich Stanley (Erich Scheye). Der Heimgegangene hatte immer grosses Interesse für die Bestrebungen unseres Verbandes und standen wir mit ihm in reger Verbindung. Familie LESSMANN, Tel-Aviv, zum Ableben ihres Vaters, Herr Lessmann war viele Jahrzehnte der Inhaber des “Israelitischen Familienblattes” Hamburg. Wenn auch der Heimgegangene nicht gerade aus Breslau stammt, so interessiert das doch einen grossen Kreis unserer jüdischen Leser. Frau ERICA ROSEN 17 Rosslyn Street, Bellevue Hill 2023, NSW, Australien, zum Ableben ihres Gatten S. Rosen. Der Verstorbene war ein bekannter Holzhändler in Breslau, arbeitete bei der Fa. Länderer und stammte aus Königshütte O/S., Er hat seit frühester Jugend für Palästina gearbeitet und war in Sydney wegen seiner starken zionistischen Einstellung geachtet und geehrt. Seine Frau, Erica Rosen, geb. Ucko, stammt ebenfalls aus Oberschlesien. Wir haben immer das rege Interesse von Herrn S. Rosen für unseren Verband geschätzt; Familie MATUSCHEK, Tel-Aviv, Allenby 79, zum Hinscheiden von Benjamin Matuschek. Letzterer hatte in Breslau eine bekannte Zigarettenfabrik und ein grosses Zigarrengeschäft auf der Frankfurter Str. Unser Verbands-Sekretär Erich Lewin hat im Rahmen des Irgun Jozei Praschka in einer Gedenkfeier sein Bild entworfen. Familien STEINER 4601 Ellenita Ave., Tarzana, Calif. 91356 und Familien BÜCHLER, New- York zum Ableben von Frau Ruth Büchler geb. Colemann (fr. Nürnberg), Witwe von dem beliebten und bekannten Arzt Dr. Erich Büchler, fr. Breslau — New York, die ihrem Mann leider nach kurzer Zeit folgte. Wir erinnern an den Artikel von Dr. Erich Büchler in unserem Verbandsblatt “über die kleinen Synagogen in Breslau”. Frau HEDWIG WELEDA 7972 Isny Allgaeu, Schleger Str. 39 zum Ableben ihres Gatten Hans Weleda, der viele Jahre an der Breslauer Getreidebörse ein angesehener Kaufmann war und viele jüdische Freunde hatte. Er war an der Arbeit unseres Verbandes immer interessiert. Frau HETTIE FRAENKEL und Kindern, Frankfurt/M. Grosse Fischer Str. 23 zum Hinscheiden von Prof. Dr. Emst Fränkel, einer bekannten und beliebten Persönlichkeit. Familie MANNABERG 5134 No. Merrimac Ave., Chicago, 111. 60630 zum Ableben von Fred Siegfried Mannaberg. Frau LUCY LABAND und Kindern, Sydney, Ashfield, NSW 157 Northen Street, Australien, zum Ableben von Dr. Ludwig Laband, dessen hochinteressante und geistreiche Artikel in unserem Blatt den Lesern sicherlich noch in Erinnerung sind. Frau LISA MARKUS und Kindern, 63-10, 108 Street Forest Hills, N.Y. 11375 zum Hinscheiden von Josef Markus. Familien BADT und ILSAR, Tel-Aviv, Shd. Nordau 26, zum Ableben ihrer Mutter, Frau Mercedes Badt, Witwe des so früh verst. Ministerialdirektors Dr. Hermann Badt, Berlin. Dr. Hermann Badt der Sohn des in Breslau so bekannten und hochgeschätzten Oberlehrers am Johannes-Gymnasium Prof. Dr. Benno Badt, über dessen Minjan (Privatsynagoge) ein ausführlicher Artikel in unserem Verbandsblatt von unserem geschätzten Mitarbeiter Dr. William Seew Boss erschienen ist. Frau Mercedes Badt war eine ausserordentlich kluge, hilfsbereite und in ihrem Kreis äusserst beliebte Frau, die von ihren Kindern und einem grossen Freundeskreis tief betrauert wird. Herrn WILLY HECHT, Tel-Aviv, Pinskerstr. 23 zum Ableben seines Bruders. Herrn ARNOLD FALK, Schechunat Beilinsohn bei Petach-Tikwah, zum Ableben seiner Ehefrau SOFIE geb. Schmerler. Die Heimgegangene hat ihrem Gatten in schwersten Einwanderungsjahren immer zur Seite gestanden und mit ihm ein warmes, jüd. Haus aufgebaut. Ihre Gastfreundschaft, ihr besonderes Verhältnis zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern, sowie der weiteren Familie waren ausser - gewöhnlich gut. Wer die grosse Beteiligung bei ihrer Lewaja und der Steinsetzung am Jom Schloschim gesehen hat, fühlte die Verbundenheit des Dorfes und aller, die sie kannten. Erich Lewin, der Vetter der Heimgegangenen hat am Jom Schloschim in Petach Tikwah an ihrem Grabe diese, ihre Vorzüge geschildert. Möge Arnold Falk und die Familie — der Onkel Herr Schreier, Vorsitzender der religiösen Angelegenheiten der Histadrut — der in Kfar Sirkin ein musterhaftes Beth Haknesset aufgebaut hat, getröstet sein in dem Gedanken, dass Sofie Falk nicht gelitten hat. Herrn FRITZ COHN und Kindern, Jokneam (Israel) zum Ableben von Frau Erna Cohn geb. Bergmann. BETTY GESUNDHEIT - NELKEN geb. ROSENTHHAL s.A. In unseren Verbandsblättern (29 und 30) sind Artikel über die Familie Rosenthal nach verschiedenen Gesichtspunkten erschienen. Es war der Verstorbenen eine Genugtuung, solche lobende Worte über ihren Vater, den Oberkantor Hermann Josef Rosenthal und über ihren Bruder, den Apotheker Willy Rosenthal, zu lesen. Die unzähligen Briefe, die die Redaktion des Blattes aus aller Welt auf diese Artikel erhielt, zeigten die grosse Ehrerbietung und Liebe, die der Familie entgegengebracht wurde. Leider müssen wir heute diese Zeilen der Heimgegangenen Betty Gesundheit-Nelken, geb. Rosenthal, widmen. Im Jahre 1913 heiratete sie den bekannten Breslauer Kaufmann Samuel Nelken. Die Ehe war kinderlos und so adoptierte die Familie Nelken einen Sohn Richard, der jetzt mit seiner Frau und einem Kind in Amerika lebt. Das Verhältnis der Verstorbenen zu ihrem adoptierten Sohn war besonders herzlich. Richard liebte und vereinte seine Mutter sehr. Auf einen telefonischen Anruf des Altersheimes an den Sohn nach USA, dass die Mutter ihr Ende fühlt, kam Richard innerhalb 2 Tagen nach Israel. Mit ihrem ersten Mann Samuel Nelken lebte sie nach ihrer Auswanderung aus Breslau in Süd-Afrika, wo sie ihn leider verlor. Nach ihrer Einwanderung heiratete sie in Israel ihren 2. Mann, den bekannten Importeur, Herrn Gesundheit. Frau Betty Gesundheit war von ganz besonderer Liebenswürdigkeit allen Menschen gegenüber. Ihr steter Humor und ihre geistreichen Unterhaltungen bis zum letzten Atemzuge waren für ihre Besucher stets eine Freude. Noch am letzten Chanukka wurde ein von ihr selbstverfasster Sketch im “Beth Jolles” aufgeführt. Sie hat die grosse Liebe zur Musik, das adlige Auftreten ihres grossen Vater geerbt. Wir werden sie nicht vergessen. 22

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