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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1972-04-01 · No. 31 (März 1972) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1972
Issue
No. 31 (März 1972)
Date
1972-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Dr. JOMTOV BATO Wo sind die Schätze des Der verdiente Denkzettel Jerusalemer Tempels verschwunden In den letzten Jahren hat die israelische Erde eine fast ungeahnte, erstaunliche Fülle von archäologischen Schätzen preisgegeben. Diese reiche Ernte ergab u.a. die Briefe des jüdischen Feldherrn Bar-Kochba aus der Zeit des Aufstandes gegen die Römer, die Trümmern von Chazor, dieser einst grössten Stadt im Mittleren Osten. Spatenstische legten Caesarea frei, diese von Herodes erbaute römisch-griechische Metropole mit ihrem Amphitheater, in dem jetzt viele Künstler, darunter Pablo Casals und Igor Strawinsky Konzerte gaben, die unzugängliche jüdische Festung Massada, die nach dem Falle Jerusalems hinaus gegen die römischen Belagerer Widerstand leistete, nicht zu reden vom Elfenbeinpalast des Königs Usija, der vor 2700 Jahren regierte und noch viele andere, auch künstlerisch überaus wertvolle Funde. Die Ausgrabungen gehen an verschiedenen Punkten Israels weiter. Bei dieser erfolgreichen Arbeit der israelischen Archäologen, die ln ihren Bemühungen von ausländischen Kollegen mitunter tatkräftig unterstützt werden, ist nicht zu verwundern, dass immer wieder die Frage auf taucht: Wo befinden sich die Schätze des Jerusalemer Tempels? Im Laufe der Jahrhunderte hat das Volk das Verschwinden der Tempelgeräte mit allerhand phantastischen Legenden ausgeschmückt. So erzählt Rabbi David ibn Zimra im 16. Jahrhundert, dass ein Herrscher seinen Dienern befohlen habe, in den Höhlen am Fusse des Tempelberges d. Bundeslade nachzuforschen. Sie fanden aber allesamt den Tod, da plötzlich giftige Oase ausströmten, worauf der Fürst anordnete, die Höhlen mit Erde auszufüllen. Übrigens taucht auch heute noch von Zeit zu Zeit die Vermutung auf, dass in der Kirche San Marco von Venedig — nach anderen Gerüchten in der römischen Sankt Peter-Kirche — die herrlichen Kupfersäulen Boas und Jachin des Jerusalemer Tempels aufgestellt seien. ★ Als König Salomon vor etwa 2900 Jahren den Tempel in Jerusalem erbauen Hess, strömten selbst Fremde aus fernen Ländern herbei, um ihn zu bewundern, denn er stand einzig da unter allen Heiligtümern des Altertums. Abgesehen von seiner prachtvollen, imposanten Architektur, unterschied er sich in zwei Belangen v. allen anderen Tempeln seiner Zeit: er war die Stätte des Monotheismus, in der jegliches Bildwerk fehlte und in der Fremde, der noch viel später in der griechischen und römischen Welt als Feind galt, hier herzlich willkommen war. Etwa vier Jahrhunderte bestand Salomos Tempel. Nebukadnezar, König von Babel, zerstörte ihn im Jahre 597 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung und beraubte ihn aller seiner Schätze, auch der herrlichen kupfernen Säulen Boas und Jachin. Ob es ihm gelang aller seiner Schätze und Kostbarkeiten habhaft zu werden, wissen wir allerdings nicht. Im Talmud heisst es, dass König Josija während der Belagerung Jerusalems, die mit der Cherubim geschmückte Bundeslade samt den zwei Steintafeln der Zehn Gebote in einer Höhle unter dem Tempelberg vergraben liess. Aus dem Buche Daniel erhalten wir bald Nachricht von den geraubten Tempelgeräten. Wir sind Zeugen einer Orgie am Hofe von Babel, die der Sohn und Nachfolger Nebukadnezars, Belsazar, zu Ehren der Grossen des Reiches veranstaltet, wobei der Wein in Strömen fliesst. “In der Weinlaune befahl Belsazar—berichtet die Heilige Schrift—die goldenen und silbernen Gefässe, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel genommen hatte, herbeizubringen, damit der König und seine Grossen, seine Kebsen, und Buhlen daraus tränken”. Meisterhaft schildert Heine die nun folgende Szene: “Das gellende Lachen verstummte zumal; Es wurde leichenstill im Saal. Und sieh! und sieh! und sieh! an weisser Wand Da kam’s hervor, wie Menschenhand; Und schrieb, und schrieb an weisser Wand Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand”. Die Bibel löst das Rätsel der geheimnisvallen Schrift an der Wand, die das Ende Babels verkündet: “Mene, mene, tekel ufarsin!” Bald darauf eroberte der persische Herrscher Cyrus das Land Babel und erlaubte den Juden, in ihre Heimat zurückzukehren und den Tempel wieder aufzubauen. In seiner Güte gab er den Juden die von König Nebukadnezar geraubten Tempelschätze zurück. Allein die Schätze kamen noch immer nicht zur Ruhe. Denn der syrische König Antiochus unterjochte das Land um das Jahr 200 vor der gew. Zeitrechnung und nahm alle Schätze des Tempels mit. Vergebens besiegten ihn nachher die Makkabäer, die geraubte Beute vermochten sie nicht wieder in ihren Besitz zu bringen und so waren sie gezwungen, das Heiligtum mit neuen Geräten auszustatten. Der Tempel, der inzwischen ausgeschmückt und nachher vom prachtliebenden König Herodes vollständig umgebaut wurde, ist mit dem Sturze des zweiten jüdischen Staates (im Jahre 70 der gew. Zeitrechnung) von den Römern zerstört worden. Sie legten Hand auf alle Tempelschätze — freilich makkabäischen Ursprungs. ★ Zur Erinnerung an den Sieg über Judäa wurde in Rom der heute noch sichtbare Triumphbogen des Titus errichtet, dessen Relief den Einzug der Sieger in Rom darstellt und die erbeuteten Tempelschätze aufzeigt: den siebenarmigen Leuchter, den goldenen Tisch, die silbernen Posaunen und zwei vasenförmige Behälter. Es liegt aber die Vermutung nahe, dass während der Belagerung, als der Opferdienst im Tempel bereits eingestellt war, die Priester vieles von den Schätzen vergraben hatten. Aber auch in Rom fanden die Tempelschätze keine Ruhe. Der Vandalenkönig Genserich nahm sie — nach der Plünderung von Rom 455 — nach Karthago mit. Hier blieben sie 79 Jahre, als die siegreichen Byzantiner sie als Kriegsbeute nach Konstantinopel brachten. Aber Kaiser Justinian bekam es mit der Angst zu tun. Er fürchtete, dass ihm die Schätze Unglück bringen würden und ordnete an, dass die Geräte unverzüglich nach Jerusalem verbracht werden, gehörte doch damals die Heilige Stadt zum byzantinischen Reiche. Sie sind jedoch niemals in Jerusalem eingelangt. Verschiedene Historiker vermuten, dass die Schätze am Boden des Mittelländischen Meeres ruhen und dass die Bundeslade selbst unter dem Tempel vergraben sei. Unter Lenkung sachkudiger Archäologen sind jetzt viele emsige Hände an der Arbeit, das Rätsel der Tempelschätze zu lösen. Ob man sie je finden wird? Von Dr. ERNST WARSCHAUER ■¥■ Wenn man als armer Junge in Amerika den Ehrgeiz hat, Millionär zu werden, so fängt man seine Karriere üblicherweise als Zeitungsjunge oder Geschirr Wäscher an. Der jüdische Millionär aber, von dem ich diese wahre Geschichte berichte, hatte als kaufmännischer Angestellter seine Laufbahn in den U.S.A. begonnen. Er wohnte damals billig und gut bei den braven Eltern eines gleichaltrigen Barbiergehilfen, mit dem ihn eine herzliche Freundschaft verband. Diese Eltern hätten es gern gesehen, wenn er ihre Tochter geheiratet hätte, aber davor drückte sich der junge, ehrgeizige Kaufmann, denn er wollte von vornherein höher hinaus, was ihm auch gelungen ist. Das Leben führte beide Freunde auseinander. Der junge Kaufmann war sehr erfolgreich, der Barbier aber verlor nach längerer Zeit, wo es ihm gut ging, infolge langer schwerer Krankheit seiner Frau allen Besitz, verlor auch seine Frau und verarmte völlig. Er wusste sich schliesslich keinen anderen Rat als nach einer Trennung von mehr als einem Menschenalter zu seinem Jugendfreund zu gehen und ihn um Hilfe zu bitten. Der Barbier hatte zwar 3 verheiratete Töchter, aber keine von ihnen wollte sich mit dem inzwischen alt und leidend gewordenen Vater mittellos wie er war belasten. Der Jugendfreund war inzwischen zwar reich geworden, sogar Millionär, aber sehr wohltätig und war tief erschüttert, seinen Freund so heruntergekommen wiederzusehen. Er beschloss sofort, ihm zu helfen, aber gleichzeitig den Töchtern einen Denkzettel zu verabfolgen. Er liess ihn sofort neu einkleiden, schickte ihn zu einem Zahnarzt zur Anfertigung eines neuen Gebisses und setzte ihm eine monatliche Rente von 150 Dollar aus unter folgender Bedingung :Er soll seinen Töchtern sagen, dass er noch Ersparnisse gemacht hätte, die im Geschäft seines Jugendfreundes stecken. Er hätte sie bisher nicht angreifen wollen, aber sein Freund hätte ihm durch noble Verzinsung des Geldes wieder auf die Beine geholfen. Sobald die Töchter hörten und aus den monatlichen Schecks ersahen, dass der Vater vermögend war, rissen sie sich von da ab um ihn und wetteiferten, ihm im Hinblick auf die zu erwartende Erbschaft seine letzten Lebensjahre zu verbessern. Als nun der Vater das Zeitliche gesegnet hatte, da hatten die 3 Töchter nichts Eiligeres zu tun, als zu dem Freund ihres Vaters zu laufen, um die ersehnte Erbschaft anzutreten. Die Stunde war gekommen, die der inzwischen auch alt gewordene Wohltäter erwartet hatte, wo er den Töchtern die verdiente Lektion erteilen wollte. Mit diebischer Freude enthüllte er ihnen den wahren Sachverhalt, nämlich, dass alles Geld, das der Vater von ihm bekommen härte, ein Geschenk von ihm gewesen war. Eine Erbschaft wäre a’so überhaupt nicht vorhanden. Sehr geknickt und mit langen Gesichtem zogen die 3 Frauen ab, als sie diesen Verdiensten Denkzettel erhalten hatten. Sie waren darüber belehrt worden, dass Ehrfurcht, Liebe Hilfsbereitschaft der Kinder gegenüber alt und hilflos gewordenen Eltern nicht bloss bei Juden üblich, sondern eine allgemeine Menschenpflicht war. Redakteur: ERICH LEWIN Druck.: “OT”, Tel-Aviv, Wolfson Str. 48 Tel. 82 67 84 Mitgliedsbeiträge jährlich: 18.— IL in Israel 10 $ in Ausland 10

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