Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1971
- Issue
- No. 30 (September 1971)
- Date
- 1971-09-01
- Page
- Seite 18 (sequence 1982)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Dr. Bruno (Baruch) Soberski s.A. Aron Schacher s. A. KEMPEN-BRESLAU-GUATEMALA Vor einigen Wochen ist unser lieber Dr. Soberski nach kurzer schwerer Krankheit heimgegangen. Wir haben ihm zu seinem 80. Geburtstag im Rahmen dieses Blattes (siehe No 27) April 1970 einen ausführlichen Artikel gewidmet und wollen heute nur nochmals betonen die grosse Beliebtheit, die ausserordentliche Menschlichkeit, die Hingabe an seinen ärztlichen Beruf, Eigenschaften, die nicht jedem gegeben sind. Dies kam durch eine ausserordentlich grosse Teilnahme an seiner Bestattung zum Ausdruck und auch in der “Schiwah” kamen Menschen aus allen Teilen des Landes, um ihre Teilnahme zu bekunden unter ihnen Bekannte, die ihn nur kurze Zeit vorher kennen lernten, aber von seinem Wesen eingenommen waren. Dass er — die letzten Jahre machten ihm viel an Schwäche zu schaffen — dieses Alter erreicht hat, haben wir neben der g”ttlichen Fügung seiner Gattin Elsa, geb. Vogel zu verdanken, die ihm jede Bürde abnahm und alles versuchte, die letzten Jahre zu verschönen. Aber neben seiner Tochter, deren Mann und den Enkeln waren alle Bekannten bereit, mit ihm in Verbindung zu bleiben; denn er war ein Mensch, der Liebe und Treue vergalt. Sein bester Freund der bekannte Dr. Kurt Epstein aus Breslau — ad mea weesrim — jetzt ln Tel Aviv war mit ihm trotz grossem Altersunterschied besonders verbunden. Worte der Dankbarkeit und Würdigung seiner Persönlichkeit wurden bei seiner Bestattung gesprochen von seinem Neffen Rabbiner Jakob (Lutz) Gluskinus und dem Sekretär des Verbandes ehemaliger Breslauer Erich Lewin, der dem Verstorbenen besonders dankte für die aufopfernde ärztliche Betreuung, die er seiner kranken Mutter während vieler Jahre in Breslau bei Tag und bei Nacht gewährte und der er immer wieder versuchte, Erleichterung in ihrem Leiden zu schaffen. In Mauritius, der Hölle im wahrsten Sinne des Wortes, hat er jahrelang bei Tag und Nacht, nie versagend, den Kranken zur Verfügung gestanden, was seine Assistentin Schwester Betty Sass — ad mea weesrim — immer wieder betont und nie vergessen kann. Seine Freundschaft kannte keine Grenzen und all die guten Taten werden Fürsprecher sein für ihn. In unserem heutigen Blatt finden wir einen beachtenswerten Artikel von unserem ständigen beliebten Mitarbeiter, Dr. William (Seew) Boss über den Verein der Kempner, der zum Ausdruck bringt, welch rührige jüdische Gemeinde einst Kempen in Posen gewesen ist. Heute müssen wir leider einem der bekanntesten Familien einen Nachruf schreiben. ARON SCHACHER ist am 3. September 1888 in Kempen geboren. Er lernte, wie fast alle in dieser Stadt im Cheder und hat sich ein grosses, jüdisches Wissen angeeignet. Mit diesem Wissen schlug ein gutes, jüdisches Herz. Er half über all, wo es galt, einzuspringen. Als er als Bräutigam seine spätere Frau kennenlernte, sang er ihr immer Lieder von den Feiertagen vor. Er hatte eine besonders schöne Stimme, und als er im Jahre 1920 nach Breslau übersiedelte, eröffnete er in seinem Haus ein Minjan ,wo täglich früh und abends, an Schabbatu. Festttagen gebetet wurde. Trotz seiner grossen Arbeit im Wirtschaftsleben — er hatte ein bekanntes Herren-Konfektionsgeschäft auf der Gartenstrasse — neben dem Hotel 4 Jahreszeiten, fand er immer Zeit, soziale Arbeit zu leisten, aber nicht schematisch vom Büro aus, sondern er lief weite Wege, um zu trösten, zu helfen und andere zu erfreuen. Im Dezember 1938 ging Aron Schacher mit seiner Familie nach Guatemala, wo schon ein Teil seiner Familie vor ca. 40 Jahren eingewandert war. Alle seine Sachen wurden im Freihafen Hamburg Wir wollen von dieser Stelle aus, unseren Mitgliedern in Israel und der ganzen Welt die traurige Mitteilung von dem Ableben unserer geschätzten Hedwig Hirschei, geb. Küchler, früher Glogau, Breslau, Shanghai und zuletzt San Francisco Kenntniss geben. Sie ist am 9. Februar 1971 im Beisein ihrer Tochter Eva Hirschei, die sie nach Hause bringen wollte, nach einem gemütlichen Dinner bei Freunden, von einem betrunkenen Chauffeur angefahren worden und hat nicht mehr das Bewusstsein erlangt. Frau Hirschei Küchler war unter dem Vorsitz ausgebombt. Es gelang ihm, die Sefer-Thora seines Vaters, die er mit sich führte, nach dem neuen Lande zu bringen. Auch in Guatemala eröffnete er ein ständiges Minjan. Die letzte Zeit wurde nur noch zu den Jamim Noraim gebetet und dann, da er seinen einzigen Sohn verlor und das Minjan immer schwerer wurde, musste er es leider aufgeben. Für Israel stand er an erster Stelle, wenn es galt Geld aufzubringen. Er selbst begab sich zu Juden und Nichtjuden und hat immer durch seine feine Art ansehnliche Spenden für Israel erhalten. Seine Jüdischkeit war ihm über alles. Ein Sederabend im Hause Schacher war ein Erlebnis. Leider blieben ihm weitere Schicksalsschläge in der Familie nicht erspart. Eine besondere Verbindung war mit allen seinen Lieben vorhanden, Wer ein Einreise-Visum nach Guatemala, oder in andere Südamerikanische Staaten haben wollte, wandte sich an Aron Schacher. Er hat in seinem Testament einen ansehnlichen Betrag für unseren Verband hinterlassen, mit der Aufgabe, Kaddisch zu sagen und die Jahrzeit abzuhalten. Unsere innigste Teilnahme gilt seiner Gattin, seiner Tochter Alice Jaschkowitz, geb. Schacher und seinen Enkelkindern, die, wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, ganz in seinen Wegen wandeln. So bleibt Aron Schacher bei seiner Familie, bei uns ehemaligen Breslauern und bei den in der Welt verstreuten früheren Kempnem unvergessen! Ein Gerechter hat diese Welt verlassen! unseres Herrn Ernst Tauber, dem jetzigen Vorsitzenden unseres “Verbandes ehemaliger Breslauer” s.Zt. in Breslau ln der Synagogengemeinde im Rahmen des Wohlfahrtsamtes eine geschätzte, fleissige Beamtin, die neben ihren fachlichen Fähigkeiten mit Herz und Verstand die schwere Aufgabe zum Besten der von dieser Abteilung Betreuten zu meistern suchte. Wir sprechen ihrer Tochter Eva Hirschei, 2905 Van Ness Ave 404 San Francisco, Cali. 49109 unsere innigste Teilnahme aus. Möge sie im Gedenken an die guten Taten ihrer Mutter, die in schwersten Jahren den am Leben Verzweifelten Mut zusprach, Trost finden. Sie hatte sich verstanden überall, wo sie lebte, einen Freundeskreis zu schaffen, der mit uns um sie trauert. Ihnen, sehr geehrte Frau Eva Hirsche,! zu den schweren Verletzungen und dem grossen Schock baldige Genesung. Verband ehemaliger Breslauer in Israel Ernst Tauber, 1. Vorsitzender ' .. . I Die Society of friends from Breslau, N.Y. betrauert aufs Tiefste das Hinscheiden ihrer Mitglieder; R. A. Hugo Schutz, Georg Cohn, Frau Charlotte Fleischmann, geb. Zepler, d. letzte Inhaberin des bekannten Lederwaren-Geschäftes, Gebr. ZEPLER, Breslau, die nach langem, schweren Leiden verschieden ist, sowie HANS FINGERHUT, der in einer der letzten Ausgaben unseres Verbandsblattes über die Geschichte der Firma seines Vaters "Papier-Fingerhut” so plastisch berichtet hat und aus der wir alle ersahen, welche weltumspannende Verbindung diese Firma hatte. Wir sprechen von dieser Stelle aus den Leidtragenden Angehörigen und der Society of friends from Breslau, N.Y. unsere innigste Teilnahme aus. LESERBRIEF Eigentlich wollte ich Ihnen schreiben bald nach Erhalt der “Mitteilungen” des Breslauer Vereins. Ich wollte Sie wissen lassen, wie interessant gerade diese Nummer für mich war. Mir standen Jahre und Jahre in meinem Eitemhause lebendig vor Augen, insbesondere die Entstehung und das Wachsen der Jüdischen Schule. Schon ehe ich durch meine Heirat mit dem Leiter der Volksschule verwandt wurde, war ich durch meinen Vater sA. von Anbeginn mit dem Schulwerk verwachsen, abgesehen davon, dass ich als Sekretärin, Schulpflegerin und später als Leiterin des Schulgartens tätig war. Jetzt aber veranlasst mich ein Gespräch mit Hanna Mllner - Preuss Ihnen doch zu schreiben, sie meinte, es wird wenige Menschen geben, die Ihre Suchanzeige wegen der Namen des Vorstandes, Mitglieder des Jüdischen Schulvereins beantworten können. Soweit, wie ich mich erinnere, gehörten dem Vorstand an: Rabbiner Dr. Simonsohn, Dr. Wilhelm Freyhan, Professor Isaak Heineman, Rechtsanwalt Dr. Grzebinasch, Kurt Schneller, Ludlg Markowitz, Willy Gluskinos und Heymann Daniel (leider alle Vorgenannten nicht mehr am Leben .Anmerkung der Redaktion), mein Vater Heymann Daniel war vom Uranfang der Schule bis wenige Wochen vor seinem Tode unermüdlich als Schatzmeister tätig. Dr. Meyer Falk — ad mea weesrim, jetzt in Jerusalem lebend — war Schularzt. Vielleicht gehörte er auch dem Vorstand an. Soweit meine sicher unvollständigen Erinnerungen. Ihre Alice Feilchenfeld, geb. Daniel 1267 — 50 Str. Brooklyn, N.Y. 11219 Hedwig Hirschei (geb. Küchler) s.A. (San Francisco) 18