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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1971-09-01 · No. 30 (September 1971) · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1971
Issue
No. 30 (September 1971)
Date
1971-09-01
Page
Seite 10 (sequence 1974)
Language
German
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Felix Daniel Pinczower zum 7 0. Karl Heinz Kornfeld, Tel -Aviv zum 60. Es ist uns eine besondere Freude von dieser Stelle aus unsrem lieben Mitglied und Mitarbeiter Herrn Felix Daniel Pinczower, Tel Aviv, Sokolowstr. 83 zu seinem 70. Geburtstage zu gratulieren. Wer ihn kennt und mit ihm zusammenkommt, glaubt nicht, einen Siebziger vor sich zu haben. Geboren am 29. Mai 1901 als Sohn von Louis Pinczower und seiner Ehefrau Judith, geborene Freimann, Tochter des bekannten Rabbiners Dr. Israel Meir Freimann in Ostrowo (Provinz Posen), besuchte er das humanistische Gymnasium und die Religionsschule von Dr. Hildesheimer. Von frühester Jugend an genoss er Privatunterricht in jüdischen Disziplinen und erlernte nach Beendigung des Gymnasiums das Bankfach. Dann trat er in das väterliche Geschäft in Berlin ein (Metallhandlung Gebrüder Pinczower, Berlin), wo er später Mitinhaber wurde. Sein Wissen erweiterte er ständig durch Schiurim insbesondere bei seinem Onkel, dem Gemeinderabbiner von Berlin, Dr. Freimann, der aus Posen s.Zt. nach Berlin berufen worden ist. Im Jahre 1935 heiratete er Dr. Hilda Kamerling, die als Zahnärztin eine Praxis in Berlin und später in Tel Aviv ausübte. Seit frühester Jugend aktiver Sportler (Mittelstreckenläufer im Bar Kochba, Berlin) wurde sein Hobby Sportjournalist. Sonderberichterstatter des “Israelitischen Familienblattes, Hamburg”, zur 2. Makkabian 1935. Mitarbeiter am Beckmann Sport Lexikon, Wien 1932 und Verfasser des Buches “Der jüdische Läufer”, Berlin 1937. Im November 1938 beim Brand der Synagogen 6 Wochen im K.Z. Sachsenhausen, dann 1939 mit Frau und Tochter nach Palästina eingewandert. Als Buchhändler spezialisierte sich Pinczower zuerst auf Sport und während des 2. Weltkrieges auf Militär-Literatur, belieferte Haganah-Bibliothek und später Zahal (Das jüdische Militär). Seine Familienforschung erschien teilweise bereits in unserer Verbandszeitung und seiner Initiative ist es zu verdanken, dass der Bibliothek- Katalog seines Onkels Dr. Ephraim Pinczower, Berlin, Tempelhof, jetzt wieder in Deutschland neu erschienen ist, wozu Felix Pinczower eine Biographie seines önkels und eine grössere Einleitung geschrieben hat, auf die gesondert noch in einer der nächsten Nummern s.G.w. zurückgekommen werden wird. Die Buchhandlung von F. P. hat nach Beendigung des 2. Weltkrieges Beziehungen mit den grössten Bibliotheken des Auslandes angeknüpft. Zu seinen Kunden gehörte der kürzlich verstorbene bedeutende Militärhistoriker Professor Liddel Hart, der ihn vor einer Reihe von Jahren persönlich aufsuchte und in einem an ihn gerichtete Schreiben erklärte: “I congratulate you... on the ability to find rare military books. In my eperience it is outstanding in any country.” STATIONER — BOOKSELLER Josef Freyhan formerly Dr. Wilhelm Freyhan 63431 Tel-Aviv, Ben Jehudastr. 60 empfiehlt: Lehrbücher, Lehrmittel NEUESTE LANDKARTEN IN ALLEN MASSTAEBEN Special-Abteil.: Israel Reiseführer TEL. 24 0264 iU1ü fl J V Zahlreich waren die Gratulanten zu seinem 70. Geburtstage, den er nur im engsten Familienkreise gefeiert hat. Zu seiner besonderen Freude waren sein Bruder Jakob mit seiner Frau sowie seine Schwester Leni aus New York erschienen, die er lange Zeit nicht gesehen hat. Nicht nur die hiesigen Zeitungen, wie Haaretz, Davar, Maariw, Hazofeh, die deutsch und englische Presse brachten Berichte und Gratulationen. Auch in Deutschland nahm die Fachpresse “Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels” in einem Sonderartikel von dem Jubilar Kenntnis. All diesen Gratulationen schliessen wir uns mit herzlichsten Worten an und wünschen unserem lieben Felix Daniel Pinczower noch viele viele Jahre erfolgreichen Schaffens, Gesundheit und Freude mit seiner Gattin und der weiteren Familie. Ad mea weesrim E. L. Nachwort: Felix Daniel Pinczower ist der Enkel des bekannten Breslauer Talmid Chacham Elieser Pinczower, der in unserem Blatte vor vielen Jahren von unserem verewigten Dr. Wilhelm Freyhan, gewürdigt wurde. Im allgemeinen ist es nicht üblich, zum 60. bereits eine Würdigung zu schreiben aber hier ist es angebracht, und wir halten es für unsere Pflicht, unserem lieben Heinz Kornfeld von dieser Stelle aus herzlichst Masal Tow zu sagen. Er ist in Beuthen O/S geboren, war eifriges Mitglied des Turnverein “Frischfrei” und später des jüdischen “Beuthener Spotklub”. Er war ein guter eifriger Spieler und hat durch seine Tüchtigkeit seiner Mannschaft oft zum Siege verholten. Aber seine menschlichen Eigenschaften überragen diese seine Fähigkeit. Er ist immer für die Allgemeinheit zur Stelle, wenn es gilt zu helfen und zu beraten. Bis zum Jahr? 1939 war er in Beuthen und ging dann nach Berlin, konnte aber nicht mehr Deutschland verlassen und kam als Krankenpfleger mit einem Transport Geisteskranker nach Theresienstadt, wo er dank seiner Spezialausbildung — man brauchte ihn — bis zur Befreiung aushielt. Nach Berlin zurückgekehrt — seine Frau lebte zur Kriegszeit in Berlin unter grund-stellte er sich sofort der neu zu gründendenen Gemeinde zur Verfügung und arbeitete ur.lter allerschwersten Bedingungen im “Jüdischen Krankenhause”. 1949 erwirkte er seine Alijah und ist jetzt in gleicher Tätigkeit am bekannten “Beilinsohn” Krankenhaus beschäftigt. Seinen Beruf fasst er als Berufung auf. Er ist Mitbegründer des Verbandes der Kattowitzer, der von unseren unvergesslichen Erich Schönguth s.A. ins Leben gerufen wurde und heute tätiges Vorstandsmitglied des Verbandes ehemaliger Oberschlesier der aus den “Kattowitzern” entstand. Eine Familienfeier mit Verwandten und Freunden vereinigte alle in schönen Stunden, wo seine Freunde ihm das sagten, was sie in dieser Stunde fühlten. Wir wünschen ihm, seiner Gattin Grete, seiner Tochter, dem Schwiegersohn und den zwei goldigen Enkeln, die ausserordentlich gelungen vortrugen und zur Stimmung des Abends beitrugen, viele viele Jahre in Gesundheit und Mut zur weiteren Arbeit für die ehemaligen Oberschlesier und alle, die ihn brauchen. Ad mea Weesrim. „Simrat" Liedersammlung von M, D. Levi Im Verlag Simrat, Tel-Aviv (Kibbutz Hadati), erschien soeben eine Sammlung von 40 Liedern, komponiert von Michael David Levi, darunter 16 dreistimmige Chöre liturgischer Art, dann für Schabbat einstimmige Gesänge aus dem Gebetbuch und Festtagslieder, speziell für Schulen geeignet. Die Texte sind teils dem Tenach entnommen, teils dem Gebetbuch und stammen ferner von heute lebenden hebräischen Dichtern. Ein Teil dieser Lieder ist schon viele Jahre in Schulen und Jugendbünden bekannt, sodass sich die Notwendigkeit ergab, diese Lieder gsammelt der Öffentlichkeit zu übergeben, damit ihre Echtheit erhalten bleibt. Die Sammlung ist der durch die Nazis zerstörten Gemeinde Breslau gewidmet, die eine der blühendsten in Deutschland war. Der Komponist, ebenfalls gebürtiger Breslauer, lebt seit über 35 Jahren in Israel und ist als Musikpädagoge an Schulen und Seminaren sehr bekannt. Die Melodien stellen z.Teil eine Synthese zwischen Alt und Neu dar, jedoch der grössere Teil lehnt sich an den heute in Israel üblichen Satzstil an. Besonderer Wert wurde auf die richtige Betonung der Worte und die Form des Satzbaues gelegt. Es ist zu begrüssen, dass diese Lieder religiösen Inhaltes nunmehr vorliegen, da auf diesem Gebiete zu wenig wertvolles musikalisches Gut vorhanden ist. Bezeichend ist, dass der Komponist einige Melodien aus dem Elternhaus hier miteinbezogen hat, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben. Milieuecht gelang die Musik zu den obengenannten Texten in ihrer Treffsicherheit und Empfindsamkeit. Dem Komponisten glückte es, Melodie und Text in idealer Weise zu vereinen. Die echte Substanz und eingängige Melodik dieser Auslese stellt eine beachtliche Schöpfung dar, die zur Bereicherung der einschlägigen Musikliteratur beitragen wird. Julius Sachs Nachwort der Redaktion: Michael David Levy bekannt in Breslau unter dem Namen Lulu Levy, ist der Sohn des bekannten Zahnarztes Dr. Georg Levy s_A. und seiner Frau Paula Levy, das bekannte Breslauer Zentrum der Zionisten, wo Studenten, junge Menschen auf dem Wege nach Erez Israel und viele andere Hilfe, Rat und Stärkung erhielten. 10

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