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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1971-04-01 · No. 29 (April 1971) · p. Seite 20

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1971
Issue
No. 29 (April 1971)
Date
1971-04-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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Manfred Falk s.A. Ein kalter, trüber Regentag. Unerbittlich giesst es, aber hunderte haben sich eingefunden, um Manfred Falk aus Breslau die letzte Ehre zu erweisen. Ja, er hat es sich verdient. Woher kamen die vielen Menschen, zumal keine Anzeige in der Presse mehr veröffentlicht werden konnte der kürzen Zeit wegen. Die Kunde drang von Mund zu Mund und auch im Lande erfuhr man von dem so tragischen Fall. Alle, die ihn begleiteten, aus Haifa, Jerusalem, Tel Aviv und aus den Kibbuzim, dass hier ein Leben voll Menschlichkeit zu Ende gegangen Ist. Wer den Worten des Abschieds vor dem Hause des Verstorbenen lauschte, die der Rabbiner Dr. Benedikt aus Haifa Achusa sagte, fand in ihnen einen Wiederhall des Lebens von Manfred Falk. Er hat verstanden "ein Wort aus einem Wort” di), er wusste in die Tiefe der Sache einzudringen, hatte bei seinem streng religiösen Lebenswandel nie den Blick für die Forderung der Stunde, der Umwelt und alles, was damit zusammenhing, verloren. Er stand als bekannter Geschäftsmann, Inhaber einer Lebensmittelgrosshandlung, mitten in diesem Leben. Gradheit und reeles Handeln waren seine Leitmotive. Dabei fand er Zeit zum Studium der Thora, war immer bereit zu helfen, seine Hand war immer offen. Sein Haus mit seiner Gattin Nora Falk, geb. Sandberger (lehawdil ben chajim lechajim) war Mittelpunkt von Freunden und Verwandten. Jeder wurde freundlichst und mit Herzenswärme aufgenommen. So hat er seine 5 Kinder erzogen, 3 Söhne und 2 Töchter, der eine Rechtsanwalt, der andere Chawer eines religiösen Kibbuzes, die eine Tochter in einer hohen Stellung im Erziehungsministerium, der 3. Sohn beim Wehrdienst und die eine Tochter noch im Gymnasium. Er hatte die Freude wenige Tage vorher, als er aus dem Krankenhaus kam, die Verlobung seiner Tochter zu erleben. Als wir am letzten Sukkoth in seiner Sukkah sassen und ihm erklärten, wir kämen aus Nahariah und müssten zum Abendbrot in die Pension zurück, half alles nichts. Wir mussten mit noch zwei befreundeten Damen ln der Sukkah mit der Familie zum Abendbrot bleiben. Dieser kleine Vorfall zeigt die Gastlichkeit dieses Hauses und die Atmosphäre, die dort herrschte. Manfred Falk war der Sohn von Joseph Falk und Grete Falk, geb. Levy. Die Familie Falk in Breslau durch Jahrhunderte bekannt verzweigt und angesehen geht auf den Dyhrenfurter Raw zurück, die Levys aus Stralkowo (Posen) auch eine ganz grosse vornehme Familie, die teilweise in Berlin jetzt in Israel bekannte Ärzte und andere geistige Persönlichkeiten hervorbrachte. Unsere tiefe Anteilnahme gilt der Gattin Nora Falk, den Kindern, der Schwester Edith Benda, geborene Falk und der ganzen Familie. Mit Manfred Falk geht ein Stück Breslauer Geschichte insbesondere des religiösen Judentums zu Ende. Am Grabe sprach der Sohn Jehuda tiefbewegte Abschieds- und Dankesworte an den Vater. Möge ihm die Erde unseres heiligen Landes leicht sein. Bei Drucklegung unserer Zeitung erfahren wir zu unserem grossen Bedauern vom Hinscheiden unserer treuen Mitglieder ARTHUR BUECHLER, New York und J. BURGER (Juliusburger), Denver (U.S.A.) und sprechen den Familien auf diesem Wege unsere innigste Teilnahme aus. Die Heimgegangenen waren immer an den Bestrebungen unseres Verbandes interessiert und standen mit uns in ständigem Kontakt. Wir werden sie nicht vergessen. Gine Messer (geb. Schmulewifz) s.A. Nach langer, schwerer Krankheit ist Gine Messer in Tel Aviv heimgegangen, und wir wollen ihr zum Gedenken einige Zeilen widmen, da sie im Leben Breslaus durch ihre verschiedene Tätigkeit sehr bekannt war. Als Tochter des Adolf Schmulewitz und seiner Ehefrau Ottilie, geb. Lewin ist sie in Jutroschin (Provinz Posen) geboren und wanderte durch die Abtretung der Provinz Posen mit ihren Eltern nach Breslau aus. Hier hat sie sich bald durch ihre Tätigkeit bei der Firma Joseph Kober Metallgrosshandlung eine beachtliche Stellung geschaffen und war eigentlich direkt dem Prokuristen Max Ehrlich (bis 120), (der vor kurzem aus Chile in Israel einwanderte mit seiner Gattin und der weiteren Familie), unterstellt. Herr Max Ehrlich war dann der letzte Friedhofsinspektor der Synagogengemeinde Breslau. Später wurde sie leitende Kraft in der bekannten Porzellangrosshandlung Paul Seidmann, Breslau, mit deren Familie sie bis zum letzten Atemzuge hier in Israel in besonders freundschaftlichen Beziehungen stand. Im Jahre 1936 heiratete sie Walter Messer aus Berlin, mit dem sie bald nach Palästina auswanderte. Hier in Ramat Gan eröffnete die Firma Messer ein bekanntes Haus, Küchen und Geschenkartikelgeschäft, das angesehen und beliebt war durch seinen Reelität. Leider verlor sie bereits vor 20 Jahren ihren Gatten, führte das Geschäft bis vor wenigen Jahren weiter. Ihr Sohn Eli Messer ist leitender Beamter der bekannten Fluggesellschaft “Aua” (österreichische Fluglinie) und die Schwester der Heimgegangenen, Frau Klara Littwitz wohnt im Kibbutz Mayan Zwi bei Sichron Jakob. Der Mann von Frau Klara Littwitz war einer der ganz wenigen Juden im preussischen Justizwesen. Er war Justizoberinspektor. Gine Messer-Schmulewitz hatte es verstanden, durch ihre freundliche, aufrichtige Art, durch ihr nettes Wesen sich viele Freunde zu verschaffen und hat insbesondere die Bande der Verwandschaft stark gepflegt. Trotz ihres sehr schweren Leidens — sie wusste es — flog sie noch zu ihrer besten Freundin Frau Irene Friend — Freund nach London und hat dort einige schöne Wochen verlebt, alte Breslauer Freunde getroffen und ist dort mit grosser Liebe aufgenommen worden. Gine Messer wird uns allen fehlen. Wir werden sie nicht vergessen. Vor einigen Monaten starb in Haifa der allseits bekannte Baumeister Julius (Jehuda) Perl im Alter von 93 Jahren. Er war viele Jahre Baumeister der jüdischen Gemeinde in Breslau, geachtet und beliebt. E I f r i e d e In diesen Zeilen haben wir eine traurige Pflicht zu erfüllen, unserem hochverehrten Mitarbeiter Dr. Seew William Boss und seinen Kindern zum Hinscheiden der geliebten Frau und guten Mutter unser tiefgefühltes Beileid auszusprechen. Aber diese Zeilen sind nicht geschrieben, um einer Form zu genügen, wie dies oft im Leben so üblich ist. Sie kommen aus tiefstem Herzen. Wenn auch die Heimgegangene in den letzten Jahren sehr schwer gelitten hat und hier der Tod eine gewisse Erlösung bedeutet, so können wir doch nicht umhin zu betonen, welch rührige, aufgeweckte, in ihrer Auffassungsgabe äusserst schnelle Frau Elfriede Boss gewesen ist. Ohne sie wäre das Haus “Dr. Boss” in Breslau nicht das geworden, was es eben war, bei Achtung all der Qualitäten unseres lieben Dr. William Boss lehawdil ben Chajim le- WIR KONDOLIEREN Frau Else BERGMANN, geb. KOPPENHEIM, Kirjath Bialik zum Ableben des Mannes. Herrn NATAN HEIMANN, Vorstandsmitglied des Verbandes, ehemaliger Breslauer und seinen Kindern zum Hinscheiden von seiner Frau und Mutter Charlotte Heimann, geb. Stern. Lotte JOLLES, Haifa zum Ableben von ihrem Gatten Max Jolles. Ruth LANG, Stanford zum Ableben von Mann und Vater Emil Lang. Frau Irene MILITSCHER, Frankfurt a/M. und ihren Kindern in Tel Aviv und Amerika zum Ableben von Rechtsanwalt Dr. Alfons Militscher. Familien SANDBERG, Ramat Gan, Wallach, Haifa und Ben Ari, Giwatajim zum Ableben des Mannes, Vaters und Grossvaters Sally Sandberg, Ramat Gan. Herrn David SENDOWSKY, Tel Aviv und seinen Kindern zum Hinscheiden von Frau Frumet Sendowsky. Frau Erika SEIDEMANN, Tel-Aviv, Frau Betü Ehrlich, Chofith, Familie Kurt Seidemann, New York zum Ableben des Mannes u. Bruders Hans Seidemann, Tel Aviv. Familien RINKEL und SCHLAMKA zum Ableben von Frau Malka Kinkel, geb. Schlamka, Ramat Gan, stammend aus Praschka, wohnhaft in Breslau, Kantstr. 16. Zum Andenken an meine Brüder Georg und Hans LIEBES, beide in Breslau geboren, von Liesel Glass, geb. Liebes, London NW 6/5 Tarranbrae Willesden Lane. Walter Schwenk s.A. Schweren Herzens schreibe ich unserem treuen und stets hilfsbereiten Freund einen Nachruf. Sportskameraden aus dem “BAR KOCHBA” BRESLAU, werden die frohen Jugendjahre, die wir gemeinsam verbringen durften, nicht vergessen haben. WALTER vertrat die blauweissen Farben und den Magen David bei Wettkämpfen im In- und Ausland, und war stets einer unserer Besten. Im Mai 1945, in USA-Uniform, war er einer der ersten, die in Deutschland einrückten und das braune Mordsystem vernichten halfen. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat den Dank des amerikanischen Volkes zum Ausdruck gebracht, indem er ihn mit dem Bronze-Star auszeichnete. Eine reine Seele nahm Abschied von dieser Welt. Möge die Erde ihm leicht sein. Dr. Heinz Z. Herz, New York Boss s. A. chajim. Das Haus war Mittelpunkt jüdischen Lebens, dort konnte man sich Rat holen, dort konnte man sich orientieren über alles, was man wollte. Bei der grossen Praxis des bekannten Arztes, des in vielen Gremien sitzenden Mannes, des. Mohel und vieler anderer Dinge hat diese Frau mit einer nie ermüdendem Kraft dieses Haus hochgehalten, hat genau gewusst was ihr Gatte sich zumuten durfte und was nicht — hat ohne Rücksicht nur auf seine Gesundheit geachtet, dass Dr. Boss in seiner Güte sich nicht übernimmt. Diesen festen Charakter hat sie ihren Kindern eingepflanzt und hat erlebt, die Früchte ihrer Arbeit hier im Lande an Kindern und besonders guten Enkeln zu sehen. Wer die hunderte von Besuchern in der "Schiwah” gesehen hat, der empfand so recht die Liebe und Zuneigung, die dem Hause Dr. Boss gezeigt wurde. 20

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