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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1963-01-01 · No. 8-9 (1963) · p. Seite 6

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1963
Issue
No. 8-9 (1963)
Date
1963-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Fleischer, der Inhaber der bekannten Gross- Firma M. Berger Nachf. Die übrigen Vorstandsmitglieder, die, wie das Protokoll vom 27. Juni 1931 feststellt ebenfalls einstimmig gewählt wurden, waren: Walter Prausnitzer, Justizrat Behr, Dr. Wilhelm Freyhan, Ob. Reg. Med. Rat, Haupt, Rechtsanwalt Dr. Walter Lux und Regierungsarzt Dr. Preisner. Sie veranstaltete alljährlich klassische Konzerte, die bis auf den letzten Platz ausverkauft waren, — bis die jüdischen Mitglieder nach der „Gleichschaltung” unter dem Naziregime hinausgeworfen wurden. Dann vegetierte das Orchester noch 2 Monate und löste sich mangels Interesse auf. Das war sozusagen das Ende des von Theodor Freyhan im Jahre 1862 geschaffenen musikalischen Kulturwerkes. Auch der berühmte Geiger Alfred Wittenberg wurde von Theodor Freyhan entdeckt und gefördert. Theodor Freyhan widmete sich später nur noch der Kammermusik, auf welchem Gebiete er für Ausbreitung musikalischer Kultur in Breslau noch jahrzehntelang durch Heranziehung neuer Kräfte Ausserordentliches leistete. Seine Frau Julie (1845—1936) war die Tochter des aus Tost O/S stammenden Samuel Traube und der Täubchen geb. Orgler. Der Stammbaum der bekannten Familie Orgler geht auf den Gewürzkrämer und Gelehrten Jacob Orgler zurück, der in einer Liste der jüdischen Haushaltungsvorstände am 31. März 1751 unter No. 222 in Langendorf O/S erwähnt wird. Getreu der Tradition ihrer Familie widmete sich auch Julie Freyhan Zeit ihres Lebens der jüdischen Wohlfahrtspflege in der Gemeinde Breslau. Ihr ist die Umbildung und Erneuerung des „Verbandes zur Erziehung hilfsbedürftiger israelitischer Kinder” zu danken, der durch Bau eines eigenen Heims um die Jahrhundertwende zu einem massgebenden Faktor in der Breslauer jüdischen Wohlfahrtspflege wurde. (Rhediger-Verband). Aus der Ehe von Theodor Freyhan stammten 4 Kinder, von denen 3 die musikalischen Anlagen erbten und sich sowohl auf jüdischem als auch auf kulturellem Gebiet einen Namen machten, trotzdem sie alle hauptberuflich, wie ihre Vorfahren, Kaufleute waren. Der älteste Sohn, der am 1. April 1877 geborene Siegismund Samuel, war bereits in Breslau, wo er einen Weinhandel betrieb, als guter Porträtist bekannt und übte diesen Nebenberuf seit seiner Auswanderung nach England im Jahre 1938 dort als Hauptberuf aus. 1952 konnte er in London eine Ausstellung seiner Porträts und Landschaften veranstalten und damit einen Jugendtraum erfüllen. Der 2. Sohn Heinrich, der an den Folgen des ersten Weltkrieges erkrankte und 1919 starb, war ebenfalls neben seiner kaufmännischen Tätigkeit ein hervorragender Pianist. Der jüngste Sohn des Theodor Freyhan ist Dr. Wilhelm Se'ew Freyhan, geboren 11. Juli 1883 in Breslau. Dort war er in der Papierfabrikation und im Papierhandel tätig. Nach dem 1. Weltkrieg befasste er sich mit dem Studium der Geschichte und Geographie von Schlesien. Auch er vereinigte tiefe Religiosität mit seinen musischen Interessen. Er beschäftigte sich dabei stark mit jüdischen Fragen, gründete im Jahre 1920 die erste Klasse einer jüdischen Volksschule in Breslau und den Jüdischen Schulverein, aus dem das grosse Schulwerk der Rhediger-Schule hervorging. Er gehörte als Vertreter der konservativen Kreise dem Vorstand der jüdischen Gemeinde an. Nach seiner Inhaftierung im KZ Buchenwald ging er 1938 nach Palästina, wo er eine Buchhandlung in Tel-Aviv eröffnete. Dort vollendete er sein Buch „Der Weg zum Judentum”, das 1959 in Frankfurt erschien, inzwischen bereits ins englische , französische und hebräische übersetzt wurde. Dieses Buch behandelt die Probleme, die heute für die jüdische Religion speziell im Zusammenhang mit der Entstehung des Staates Israel bestehen. Auch heute noch ist sein Interesse an seiner früheren Heimatgemeinde Breslau, in der sich seine Vorfahren vor mehr als 200 Jahren niedergelassen hatten und aus der er &*VL*«*£ Twmmm,’ DEUTSCHE ÜBERSETZUNG DER INSCHRIFT i AUF DEM RECHTEN GRABSTEIN Es starb am Mittwoch, Rausch chaudesch Schwat 5545 1784 Frau H AD AS SAH, Tochter des verstorbenen Rabbiners ISRAEL. Soll ich begraben den Glanz der Olive? Hier ist verborgen und begraben (wörtlich: versteckt) die kluge Frau. In ihren Taten war sie lieblich. In ihrem Innern barg sie die ganze Herrlichkeit einer Königstochter. Alle Tage ihres Erdenwandelns ging sie auf geraden Wegen. In den Geboten war sie sorgsam, obwohl in leichten wie in schweren. Das Licht der Gerechten hütete sie (Sie zündete nämlich Schabboskerzen an. Die Redaktion.). Den Armen war sie zur Hilfe. Ihr Gebet richtete sie in klarer Sprache auf Ihren Schöpfer. Ihre Gottesfurcht war lauter, sie, die keusche, fromme und treue Frau Hadassah, Tochter des Rabbiners Jisroel. Secher zaddik liwrocho aus... Wiellowisch jetzt Langendorf bei Tost, Oberschlesien. LINKER GRABSTEIN Er starb in Rothberg am 10. Adar des Vorjahres menuchas eden (das ist 5549 1789) der Kopf und thorakundige Führer, voll Gottesfurcht, Rabbiner Jakob Koppel, Sohn des verstorbenen Jechiel-Michael aus der Familie Orgler. Oh Schwert Gottes, wie lange wirst Du Dich nicht beruhigen; wenn Jakob gestorben ist, der in den Wegen der Gradheit wandelte, verhülle Dich. (Wer sonst) wenn nicht die Gerechtigkeit des Gerechten wird uns retten am Tage Deines Gerichts. Sammelt Euch, zerstreut Euch nicht wahrend der Tage der Welt. Deine Toten werden leben. Es werden jubeln die im Staub sich walzenden, und Dein Ohr neige. Möge Deine Seele eingeflochten werden in das Geflecht des ewigen Lebens. durch die Nationalsozialisten vertrieben wurde, sehr stark. Seiner Initiative ist die Gründung des „Verbandes ehemaliger Breslauer und Schlesier in Israel” zuzuschreiben, in deren Rahmen er sich grosse Verdienste erworben hat. Er ist der Herausgeber der „Mitteilungen” dieses Verbandes, die von den aus Schlesien stammenden Juden mit grossem Interesse gelesen werden, da sie darin die' Erinnerung an ihre Vergangenheit und die Namen von Bekannten und von Gemeinden wiederfinden, mit denen sie durch die Pietät und die Geschichte verbunden sind. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, auch weiterhin in Gesundheit und Rüstigkeit seine Aufgaben im Interesse des Judentums zu erfüllen und im Kreise seiner Familie in Frieden seinen Neigungen nachzugehen. ANHANG URKUNDEN AUS DEM EHEMALIGEN ARCHIV DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU I Aus dem Verzeichnis der Breslauer Juden vom September/Oktober 1776, S. 11 Zu den „Famulizjuden” (zum Dienst bei Juden zugelassenen jüdischen Einwohnern) des Generalprivilegierten Moses Heumann aus Barby (in Sachsen) gehörten : 5. Pincus Joseph, 36 J. alt, geb. zu Riebnick in Oberschlesien, dessen Frau Güttel Salomon, 30 J. alt, aus Schetzcke bey Prausnitz. Kinder : 1. Frommet, 8 J. alt. Gewerbe oder Verrichtung: Der Mann ist seit 4 Jahren abwesend in Polen. Die Frau wird zur Aufsicht der Kinder gebraucht. Zusammen 3 Personen. (Bemerkungen zu 5:) Der Mann ist nicht hier, allein die Frau ernährt sich von der Gar-Köcherey. 6. Hirschele, Aaron, 46 J. alt, geb. zu Prag, (1730) und dessen Frau Breundel Salomon, geb. zu Schetzke bey Prausnitz 34 J. alt. Kinder: 1. Salomon, 9 J. alt, 2. Moses, 6 J. alt, 3. Meyer, 3 J. alt, 4. Nasche, 14 J. alt, 5. Esther, 5 J. alt. Gewerbe oder Verrichtung: Marktzieher mit Cattunen und anderen Waaren auf Rechnung seines Brodherrn und bekommt vom Reichs-Thaler des Profito 4 ggr. pro Salario. Zusammen 7 Personen. (Bemerkung zu 6:) Kommt nicht aus der Stadt, sondern gehet herum Hausiren. II Aus dem Stammbuch der Breslauischen Judengemeinde (Verzeichnis der Breslauer Juden) vom Jahre 1791, Band 2, S. 330: In der „Designation derer Extraordinairen”, d.h. im Verzeichnis der nur mit besonderer Genehmigung auf Lebenszeit geduldeten Breslauer Juden, ist unter Familie Nr. 397 aufgeführt : Breindel, Hirschei, Aarons Wittwe, alt 56 Jahr Söhne : Salomon alt 23 Jahr Aaron alt 11 Jahr Töchter : Esther (ist gestorben) alt 16 Jahr Sohn: Moses alt 21 Jahr III Im Stammbuch der Breslauischen Judengemeinde (Verzeichnis der Breslauer Juden) vom Jahre 1791 Bd. 1, S. 440/41 wird als „Stamm-Nummerant” (d.h. zur Niederlassung in Breslau berechtigter Jude) Nr. 119 auf geführt: Michael Salomon Freyhan, alt 38 Jahre Ehegattin: Liebe Abraham, alt 38 Jahre Pflegekinder: 6

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