Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1963
- Issue
- No. 8-9 (1963)
- Date
- 1963-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Söhne: Salomon Freyhan, 19 Jahr, Aaron Freyhan, 16 Jahr, Tochter: Frommet Freyhan, 22 Jahr; diese Frommet ist an den Samuel Wolff Noa verheiratet. Kinder aus dieser Ehe: Tochter: Maschesch, geh. den 15. Aug. 1803, Schwestern ausser Breslau: 1. Vögele, 44 Jahr, in Brieg, 2. Esther, 40 Jahr, in Festenberg, 3. Blume, 39 Jahr, in Festenberg. IV Im „Copia Buch”, d.h. in dem handschriftlichen Copiar, das die Abschriften der von dem Vorsteher der Breslauer jüdischen Gemeinde 1801—11 ausgestellten Urkunden enthält, ist unter Nr. 218 folgendes eingetragen: Dass der Moses Hirschei Aaron, welcher" zu Zduny in das (!) ehemalige Polen nunmehrige Südpreussen geboren, von Kindheit an aber, weil desselben Eltern wenig bemittelt gewesen, sein Vater aber auch schon längst verstorben, von seinem leiblichen Oncle, dem allhier privilegierten possessionierten Schutz- und Handelsjuden, Herrn Michael Salomon Freyhan als eine Waise am hiesigen Orte erzogen worden und sich vor beständig allhier bis vor ohngefähr 2'A Jahr aufgehalten, seit dieser Zeit aber in Bernstadt konditionieret, derselbe auch stets als ein sehr ordentlicher und rechtschaffener Mensch (sich) aufgeführet und betragen und einen völlig unbescholtenen Wandel jederzeit beobachtet hat: Ein solches wird dem eingangs gedachten Moses Hirschei Aaron auf das von ihm geschehene Ansuchen, um sich erforderlich ausweisen zu können, hierdurch der Wahrheit gemäss attestieret. Breslau, den 24. Septbr. 1804 (L. S.) Dohm pp. V Aws dem: „Testament des Michael Salomon Freyhan”, geb. den 27. Febr. 1752 gest. den 12. Dez. 1826 Breslau 1827) C. 3. „Ich bestimme nehmlich... 4) ein Capital von Zehn Tausend Reichsthaler Curant, in jede Stadt die Zinsen von 2000 Reichsthaler zu einer immerwährenden Stiftung, für die Städte Gross-Glogau, Zülz, Krotoszin, Lissa und Kempen. Die jährlichen Interessen dieses Capitals sollen in vorgedachten fünf Städten alljährilch an meinem Todes Tage vertheilt werden, und zwar so, dass in jeder dieser Städte zehn gelehrte Leute jeden drey Reichstheler, neun andern Personen zwei Reichsthaler, zwanzig Armen und bedürftigen jeder Ein Reichsthaler davon erhalten. Unter den 10 Gelehrten soll auch jedesmal der zeitige Rabbiner oder dessen Stellvertreter mit begriffen sein. Einem dieser Gelehrten mache ich besonders zur Pflicht, den Knaben und Mädchen die Hebräischen Gebote (Gebete), Cider (Siddur) und Pajutem (Pijutim) zu verdeutschen und sie gehörig darüber zu verständigen, damit die Kinder den Inhalt genau kennen lernen und wissen was sie beten. Für diesen Unterricht soll derselbe den Überrest von die 2000 Rthl. Zinsen im voraus erhalten. Auf den Fall, dass eine dieser benannten 5 Städte ganz oder zum grossen Theil abbrennen sollte, verordne ich, dass alsdenn die gesammten für alle fünf Städte bestimmten Interessen für ein Jahr nur an die jüdische Gemeinde dieses verunglückten Orts mit Ausschluss der übrigen beneficierten Städte vertheilt werden sollen. Auch mache ich den Ältesten der jüdischen Gemeinden dieser fünf Städte zur Pflicht, auf die Erfüllung meiner wohlmeinenden Absicht genau zu halten, wie sie denn auch das Recht haben, sich von der sichern Unterbringung und Verwaltung des Capitals zu überzeugen und Rechnungs-Legung zu fordern. 5) ein Capital von Zwei Tausend Reichsthaler zu einer immerwährenden Stiftung. Von diesem Capital sollen die Interessen jedes mal von zwei Jahren für zwei jüdische Knaben aus den sub No. 4. gedachten fünf Städten, welche eine Profession zu erlernen gesonnen sein, auf folgende Weise verwendet werden, dass nehmlich von diesen zweijährigen Interessen dieses Capitals : a. das Lehrgeld zur Hälfte bei der Aufnahme und zur Hälfte bei dem Lossagen und Freisprechen bestritten wird. b. 5 Rthlr. d.i. Fünf Reichsthaler dem Alt- Gesellen bei dem Lossagen des Lehrlings gegeben. c. die übrigen zur Aufnahme und zum Freisprechen erforderliche Kosten besorgt und d. den Ausgelernten ein neues Kleid, ein Paar Stiefeln und ein Paar Strümpfe angeschafft werden. Sollten mehrere Knaben auf einmal an dieser Wohlthat Theil nehmen wollen, muss das Loos unter ihnen entscheiden und diejenigen, welche es nicht trifft, müssen so lange warten, bis an sie die Reihe kommt. Verbleibt nach Abzug aller oben specificirten Ausgaben ein Interessen-Bestand, so wird derselbe so lange aufbewahrt, bis einer von den beneficirten Es war einmal — am Ende des 18. Jahrhunderts — ein einfacher russischer Jude, der von Don oder Dnjepr her nach Wilna kam. Da er Mosheh hiess und hohe Kosakenstiefel trug, nannte man ihn Reb Moshe Kosak. Seine Frau hiess Rachel. Moshe Kosak wurde bekannt durch seine besondere Frömmigkeit. Er zog mit dem grossen Gaon Elijahu von Wilna nach Kempen und zwar derart, dass er ein Lesepult auf dem Rücken trug, so dass der Gaon, „der Stolz Israels”, auch im Gehen beten und studieren konnte. Ich grüsse diesen frommen Vorfahr in seiner Ewigkeit. Er war ein „Diener am Geist”, wie man mich einmal vor 20 Jahren genannt hat: auch ich ging vor manchem Weisen einher, dienend, wenn auch nicht geradezu als wandelndes Lesepult. — Moshe Kosak und seine Rachel hatten fünf lebende Kinder: Schlomo, Bunam, Zirel, Bela und Debora. Reb Bunam ben Mosheh war von „hitzigem Temperament, immer aufgeregter Stimmung". Ich habe also von ihm offenhar noch mehr als bloss den Namen Benjamin. Er ist von Kempen nach Giersdorf im Namslauer Kreise gezogen und war — nach Angaben seines Sohnes Moritz — „Arendator daselbst”. Seine Frau hiess Gütel Riegner. Acht von den zehn Kindern dieses Paares blieben am Leben und zwar: Abraham, Hirschei (Heinrich I.), Julius, Moritz, Bertha (Wartenberger), Amalie, Dorothea und Ernestine (Friedländer). Das Paar zog später nach Wundschütz im Kreutzberger Kreise. Nebst seiner Arende hatte Reb Bunam auch einen Viehbestand. Daher meine Liebe zu meinen Kühen in Kiriath Bialik. Es wird Bunam leidlicher Wohlstand nachgesagt und ungemeine Liebe zu seinen Kindern. Von diesen seinen Kindern scheint Hirschel-Heinrich der gütigste gewesen zu sein: ein Segen seiner Geschwister, wie später mein sei. Vater Leo Goldstein. — Das berühmteste Kind, der Lehrlingen sich als Meister etablirt, der diesen Betrag alsdann zu seinem Etablissement erhalten soll. Jeder Lehrling, der dieser Wohlthat theilhaftig wird, muss sich aber verpflichten, alle auf ihn aus dieser Stiftung verwendeten Kosten wiederzuerstatten, wenn er die jüdische Religion verlassen und zu irgend einer andern übertreten sollte; da bei dieser Stiftung mein Zweck ist, dass mehrere aus der jüdischen Gemeinde sich mit andern Erwerbszweigen als blos dem Handel beschäftigen sollen. 6) a. ein Capital von Zwei Tausend Reichsthaler dem hiesigen jüdischen Kranken- Hospital und sollen die jährlichen Interessen davon zur bessern Verpflegung der armen Kranken verwendet werden. b. ein Capital von Ein Tausend Reichsthaler für die hiesigen jüdischen Breslauer Armen, wovon die Interessen immerwährend all jährig an meinem Sterbetage an dreissig Personen vertheilt werden sollen. 7) noch folgende Legate als a. Fünf Hundert Reichsthaler Curant nach Festenberg, welche zu gleiche Theile an die Armen Vertheilt werden soll, desgleichen fünf Hundert Reichsthaler Curant an die Armen nach Loslau, welche zu gleiche Theil Vertheilt weh ren. Stolz der Familie, war der kleine, verwachsene Dr. Moritz Goldstein, „weiland Prediger der Brüdergemeinde in Posen”. Seine ganze Jugend vertat er im ungarischen Cheder, mit 20 Jahren betrat er zum erstenmal ein deutsches Gymnasium. 1822 war er geboren, 1854 schon war er nicht mehr. Die „Geschichte meines Lebens”, die seinem Predigtenbande vorausgeht, ist erschütternd. Abraham Goldstein, mein Grossvater, war sein genaues Gegenteil: überaus kräftig, mehr körperlich als geistig strk; er blieb im Betrieb seines Vaters, „mit ihm vereint Zeit seines Lebens”. Seine Stärke hat er mir nicht vermacht, dagegen etwas anderes. „Er hatte es so mit der Wahrheit”, berichtete mir eine seiner Töchter, „und hat sich damit viele Feinde gemacht”. (!) Viele Freunde aber machte er sich durch eine Kunst, die er vielleicht beim Militär erlernt hat, denn er war aktiver preussischer Soldat gewesen: er war — ein grosser Zahnzieher vor dem Herrn. Abraham Goldstein zeugte mit drei Frauen sechs Söhne und sechs Töchter: Heinrich (II), Leopold, Georg, Max, Benno und Julius sowie Fanny, Sarah, Rosa, Henriette, Bertha und Dora. — Schon mein Grossvater war unter anderem auch Rohhäutehändler, aber ein unbedeutender. Er war ein echter Sohn seiner Väter: wirtschaftlich schwach und die Wahrheit suchend. Die letztere Eigenschaft vererbte er keinem, die erstere elf seiner Kinder. Nur einer seiner Söhne schlug völlig aus der Art: der zweite, Leo (Leopold), der so wie Heinrich (II.) von der ersten Frau Ernestine geb. Kreutzberger, stammte. Damit begannen die Kreuzungen dieser beiden Familien, die bis in meine Generation anhielten. Wir können Dr. Walter Goldstein nicht besser zum 70. Geburtstag, ehren als durch Veröffentlichung seiner Familien-Chronik. (Fortsetzung folgt. Die Red.) Zur Familienchronik der Familie Goldslein von WALTER BENJAMIN GOLDSTEIN 7