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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1963-01-01 · No. 8-9 (1963) · p. Seite 4

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1963
Issue
No. 8-9 (1963)
Date
1963-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Josef Markus s.A. Josef Markus ruht bereits 2 Jahre — aber unvergessen ist die Arbeit, die er für seine alte Heimat — Breslau — wie für seine alt-neue Heimat, das heilige Land und den Staat Israel geleistet hat. In Breslau war er einer der höchsten Regierungsbeamten als Vertreter des Oberpräsidenten der Provinz Niederschlesien — wo er geachtet war und sich bewährt hat. ' Zu gleicher Zeit voller Pläne und Ideen für den Zionismus und seine Realisierung, dem sein ganzes Herz und seine ganze Liebe gehörte. Er hatte vollstes Verständnis für die Gründung des „Verbandes ehemaliger Breslauer”, dem er sich sofort bei seiner Gründung anschloss, weil er die Bedeutung des Zusammenschlusses eines bestimmten Kreises von Menschen erkannte, die durch gemeinsame Jugend- und Kulturerlebnisse verknüpft, auf dem Boden sozialer Arbeit zum Besten des Staates Israel und des heiligen Landes ihre Tradition fortzusetzen gedachten. Sein Andenken wird zum Segen bleiben! AN DIE LESER UNSERER „MITTEILUNGEN” Haben Sie schon Ihre Feiertags spende vergeben? Sonst senden Sie sie uns nachträglich. Jeder Betrag ist willkommen und wird in der nächsten Nummer ausgewiesen. Sämtliche eingehenden Beträge werden unserem „Altersheim- und Sozialfond” zugewiesen! Sind Sie schon Mitglied des Verbandes ehemaliger Breslauer? Wünschen Sie die regelmässige Zusendung unserer „Mitteilungen”? Dann senden Sie uns bitte eine Spende oder Ihren Jahresbeitrag für das laufende Vereinsjahr — falls noch nicht geschehen — in bar, Israelscheck oder ausländischem Scheck an die .Adresse des Verbandes ehemaliger Breslauer, Tel Aviv, Lord Byron St. 4 oder an die Bank Leumi, Tel Aviv, Ben Yehuda 17, Konto: Verband ehemaliger Breslauer (Dr. Wilhelm Freyhan). Mindestjahresbeitrag 10.— IL. für Israel oder 10.— Dollar oder deren Gegenwert für das Ausland. Wir erhalten die nachstehende Zuschrift: Zahlreiche Ansichtskarten-Sammler eines grossen Sammler-Clubs, jeden Alters und Berufsstandes, wünschen Korrespondenz und Ansichtskarten-Tausch mit Menschen aus Israel (möglichst in Deutsch). Wir würden uns sehr freuen, wenn sich hierfür Interessenten fänden. Auch Anschriften von deutschsprachigen Schulen und Clubs sehr angenehm. Herzliche Sammlergrüsse aus Westdeutschland. BAS, Bund der Ansichtskarten-Sammler Recklinghausen, Postfach 1210, Hermann Thiede. Ohne irgend welche Verantwortung zu übernehmen, da uns der Verband nicht bekannt ist, stellen wir Interessenten anheim, sich mit obigen Adresse direct in Verbindung zu setzen. Für die mit Namen gezeichneten Aufsätze übernehmen die Verfasser die Verantwortung, für alle übrigen Mitteilungen die Redaktions- Commission des Verbandes ehemaliger Breslauer. Ein Parteigenosse mit Gewissen Unser Vorstandmitglied Chanoch H. Cohn sendet uns den nachfolgenden Bericht, den wir mit Erlaubnis der Redaktion der in München erscheinenden Zeitschrift „Quick” wörtlich zum Abdruck bringen. AM RANDE EINES MORD-PROZESSES Er war ein Mann der Tat. Er hatte Mut und strafte alle Lügen, die heute ihre früheren Gemeinheiten mit dem Schlagwort „Befehlsnotstand” verharmlosen wollen. Er gehorchte, was damals selten war, seinem Gewissen. Sein Name: Robert Battel. In dem Prozess vor dem Flensburger Schwurgericht ging es eigentlich gar nicht um ihn. Es ging um Mord. Um die „Endlösung” an 39.330 jüdischen Männern, Frauen und Kindern. In Juli 1942, einige Tage lang, waren zwei Deutsche Gegner in einer lebensgefährlichen Auseinandersetzung: der SS-Sturmbannführer Fellenz und der Wehrmachts-Oberleutnant Battel, Parteigenosse seit 1933. Der eine ein Streber, der vorwärtskommen wollte — der andere ein Mensch, der helfen wollte — unter Gefährdung des eigenen Lebens. Hier das Protokoll dieser Tage: 22. Juli 1942: Auf einer Einsatzbesprechung im südpolnischen Ort Przemysl ordnet der SS- Sturmbannführer Fellenz die Aussiedlung der jüdischen Einwohner des Gettos für den 26. Juli an. „Aussiedlung” ist das Tarnwort für Tötung. Das weiss man auch auf der Wehrmachts-Ortskommandantur. 23. Juli: „Sie dürfen das nicht zulassen!” beschwört Oberleutnant Battel den unschlüssigen Ortskommandanten, Major Liedtke. Der Major zaudert. „Selbst wenn ich wollte, wie stellen Sie sich das vor?” Adjutant Battel, geschulter Jurist, Doktor der Rechte, entwickelt seinen Plan: einen gewagten Plan... 26 Juli: Die Lastwagen des SS fahren zum Getto. Auf der Brücke über den San, dem einzigen Verbindungsweg zum Getto, werden sie plötzlich gestoppt. „Halt! Die Brücke ist gesperrt!” ruft der Feldwebel einer Wehrmachtseinheit. „Wir sind SS, Kamerad. Müssen Juden holen!” Der Feldwebel ist kein „Kamerad”. Er hebt die Maschinenpistole und deutet neben sich auf ein MG. „Zurück — sonst knallt’s! Befehl vom Oberleutnant!” Das SS-Kommando kehrt um. „Wir kommen gleich wieder. Verlasst euch drauf.” Aber die erhoffte Verstärkung, der entsprechende Befehl bleiben aus. Die Wehrmacht verwehrt der SS den Weg zu ihren Opfern durch einen juristischen Kniff: Belagerungszustand für Przemysl! Und das bedeutet: Die vollziehende Gewalt geht von der Zivilverwaltung auf die Wehrmacht über. Oberleutnant Battel wagt noch mehr. Mit einem Lkw bringt er einige hundert Juden aus dem Getto in Sicherheit. Der Hof der Kommandantur wird vollgestopft mit Männern, Frauen und Kindern. 27./28. Juli: Die vorläufig geretteten Menschen weinen und beten. Oberleutnant Battel kann die Tragödie der Juden von Przemysl nur für ein paar Tage aufhalten — SS-Sturmbannführer Fellenz setzt sich durch. Doch von nun an beginnt das Kesseltreiben gegen den Oberleutnant, der es gewagt hat, mit einem Maschinengewehr die SS zu stoppen. 9 9. September: Der Polizeichef von Przemysl schreibt an seinen Vorgesetzten SS-PoIizeiführer Krüger: „Ich konnte entnehmen, dass der Oberleutnant Battel die Seele der ganzen Angelegenheit ist. Battel leistete mir jeden denkbaren Widerstand. Wie ich erfuhr, soll er als Judenfreund bekannt sein.” Krüger gibt den Bericht an Himmler weiter. ® 3. Oötober: Himmler schreibt an Reichsleiter Bormann: „Ich beabsichtige, Battel sofort nach dem Kriege verhaften zu lassen!” Noch besser wäre es natürlich, wenn der „Judenfreund” den „Heldentod” stirbt. Battel kommt an die Front. Aber er fällt nicht. Die SS verfolgt ihn bis in den Schützengraben. Battel, inzwischen Hauptmann, spricht mit seinem General. Der entscheidet: „Sie sind krank. Keine Widerrede! In den Lazaretten wird sich Ihre Spur verlieren.” Battel gehorcht — und rettet dadurch sein Leben. 1946 wurde der Breslauer Rechtsanwalt Dr. Albert Battel nach kurzer russischer Gefangenschaft ins Westfälische verschlagen. Ihm, der vielen half, half niemand. Man wusste: Er war Parteigenosse seit 1933. Das er Verfolgten half, glaubte niemand. Zu viele wollten damals „geholfen” haben. Schliesslich fand er eine bescheidene Anstellung in der Industrie. 1952 starb er. Erst heute in dem Flensburger Gerichtssaal, galten dem ehemaligen Wehrmachtsoffizier Battel, der für das Leben unschuldiger Menschen kämpfte einige lobende Sätze des Vorsitzenden. Der SS-Sturmbannführer Fellenz, der den Mordbefehl schliesslich doch durchführen liess, wurde zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Fellenz — ganz im Gegensatz zu Battel — nach dem Kriege zu achtbaren Ämterm aufgestiegen, wohlbestalter Ratsherr der Stadt Schleswig und gut verdienender Kaufmann verliess lächelnd den Gerichtssaal. Hierzu schreibt eine Leserin des „Quick”: „Ich war in Przemysl Dr. Battels Schreibkraft. Die jüdischen Familien sind nicht im Hof der Ortskomandantur 1/402 unter gebracht worden sondern im Keller. Es ist wahr, dass Dr. Battel sich mit ganzer Kraft für die Juden eingesetzt hat...” Luise Scharf-Münster 1 SCHNELLSTE ÜBERWEISUNG IHRER GELDER :X aus Deutschland und Österreich in direktem Verrechnungsverkehr KUPATH MILWE •HAOLEH* \ * ~ i trnuti COOPERATIVE SOCIETY LTO. y ir 1 i Mu. 4

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