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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1995-01-01 · No. 59 (1995) · p. Seite 17

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1995
Issue
No. 59 (1995)
Date
1995-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Jüdische Gemeinde und Jüdische Schule in Breslau Durch eine Verfügung, der Kgl. Preussischen (Regierung, 2. Abteilung, vom 24. Juni 1826 war dem Magistrat der Haupt- und Residenzstadt Breslau eine Entscheidung des Ministeriums der Geistlichen und Unterrichtsangelegenheiten über „die der hiesigen jüdischen Wilhelmschule zu gebende anderweite Verfassung” mitgeteilt worden. In dem Beschluss des Ministeriums hiess es u. a.: „dass, da der völlige Uebergang dieser Anstalt an die Stadtgemeinde nicht ins Werk zu setzen ist, selbige unter die Behörde, welche über das übrig Schulwesen der Stadt die nächste Aussicht führt, unter die städtische Schuldeputation gestellt werden soll.” Diese Stelle wurde dem gemäss mit der völligen Reorganisation der Anstalt betraut. Wie sehr die Zustände an der Schule im Argen lagen, ergibt sich aus der im Folgenden mitgeteilten gutachtlichen Aeusserung des „Obervorsteher- Kollegiums der hiesigen Israeliten-Gemeinde" vom, 14. Dezember 1826, einer Denkschrift, deren Inhalt gewiss auch noch heute — also nach etwas über 100 Jahren — grösste Beachtung verdient. (Breslau, Stadtarchiv, Akten 33, 12, 1 vol. 2 fol. 65 ff.): .'In Ihrer geehrten Zuschrift de dato 20. September beliebten Sie uns aufzutragen, Ihnen die bei der 'Umbildung der Wilhelm-Schule etwa hegende Wünsche zukommen zu lassen. Und fast vor 169 Jahren (Mitgeteilt aus dem Breslauer Stadtarchiv von Studienassessor Dr. ERICH KLIBANSKY (1927) könnten wir durch diese bescheidene Selbstentsagung, durch dies gütige Zuvorkommen, verbunden mit dem Bewusstsein, diese Anstalt unter ihrer verdienstlichen Leitung gestellt zu sehen, versucht werden, Ihre wohlwollende Aufforderung mit ehrendem Stilllschweigen ganz zu übergehen, wäre nicht der Unterschied zwischen einer neu zu schaffenden und einer bereits bestehenden, aber der Abhilfe und Abstellung obwaltender M'issbräuche bedürfenden Schule so auffallend, das sich für uns hieraus, wenn auch nur ein einziger, aber doch sehr wesentlicher Wunsch ergibt. Wenn nämlich bei einer Schule erster Art, wie Ihre Weisheit zu erkennen belieben wolle, nur für Herbeischaffung der erforderlichen Elemente und für eine, nur natürliche Vorbereitung der zur Entgegennahme derselben vorfindigen Kräfte gesorgt zu werden braucht, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen, stellen bei letzterer sich Anlässe und Hindernisse entgegen, deren Beseitigung einen Zeitaufwand und Umsicht erheischen, wie sie nur in Ihrer väterlichen Unterziehurrg und anerkannten Intelligenz zu finden möglich waren. Bevor wir jedoch den eben besagten Wunsch angeben, wird eine hochwohllöbliche städtische Schulen-Oeputation uns erlauben, das geschichtliche Entstehen unserer Schule, ihre von dem allerhöchsten Stifter bezielte Wirksamkeit, ihre durch verschiedene Zeitabschnitte bald gesteigerte, bald abgestufte Leistungen herzuzählen, um Ihnen durch genaue Angabe ihrer einzelnen Vorzüge und 'Gebrechen ein so treues Bild zu geben, dass unser hierauf begründeter Wunsch gewiss Berücksichtigung finden wird. Ais nämlich im Jahre 1791 Seine Majestät, unser hochseliger König Friedrich Wilhelm II., die seines Namens gewürdigte Wilhelms-Schule ins Dasein rief, ward diese gnädige heilsame Anordnung nicht nur dadurch wertvoll, dass sie der damaligen staatsbürgerlichen Stellung der Israeliten eine dem Zeitgeiste angemessene Richtung geben und seine schroffen Begriffe und Beziehungen zu seiner christlichen Umgebung in ein milderes Verhältnis setzen sollten, sondern besonders schätzbar durch die schonende, zart, ja man muss sagen, ehrende Weise, mit welcher der allerhöchste Begründer die Unverletzlichkeit unserer Religion dabei berücksichtigt. Der da- (Fortsetzung auf Seite 21) Kaleidoskop Israel (DEUTSCHSPRACHIGE EINWANDERER IN ISRAEL ERZÄHLEN) Herausgegeben von SHLOMO EREL Vor uns liegt ein neues Buch von Shlomo Erel, welches sich mit der Immigration deutschsprachiger Juden in Israel beschäftigt. Es ist kein Buch, ln welchem' der Verfasser „über...“ schreibt, sondern eine Anthologie, in welcher die Einwanderer selbst über sich, ihre Zeit, ihre Einordnung in Ereztlsrael berichten. 'Die Aiija der deutschsprachigen Juden, welche 1933, als die Nazis in Deutschland zur Macht gelangten (auch vor 1933 gab es Einwanderer aus Deutschland, wenn auch in beschrängter Zahl) hatte viele Probleme zu bewältigen. Sie wurden aus ihrer gewohnten Umgebung und ihren „gesicherten“ Positionen herausgerissen, und die Ärzte, Rechtsanwälte, Fabrikanten und Kaufleute mussten zum grössten Teil ganz neu anfangen. Sie verteilten Zeitungen, züchteten Geflügel (die „Eierjeckes” in i Ramot Haschawlm), arbeiteten beim Bau u.s.w. Man erzählte sich damals, dass ein angesehener 'Fabrikant, völlig mittellos nach Erez-Ilsrejel kam und sich mit Hilfe von Anleihen einen Esel mit einem Wägelchen für Petroleumverteilung kaufte. Als man ihn fragte, wie es ihm gebe und wie er sich ernähre, erwiderte er: „Oh, es geht mir ganz gut, in Deutschland habe ich 70 Esel ernährt und hier ernährt mich ein Esel“. Leichter hatten es diejenigen, welche als Chaluzim ins Land kamen, in Deutschland auf H.achschara waren und sich hier Kibbuzim oder Moschawim anschlossen. Das Buch ist nach bestimmten Themen eigeteilt. So z.B. schreibt Uri Toeplitz in dem Kapitel, welches der Musik, der Literatur und dem Theater gewidmet ist, über die Entstehung des philharmonischen Orchester, und Alfred Frankenstein über „Jeckes im Israelischen Theater und auf der Musikbühne". Es werden hier eine ganze Reihe von berühmten Namen genannt welche sich auch in Erez-ilsrael einen Namen machten. Mehrere Autoren schreiben über die Schwierigkeiten ihrer Einordnung im Kibbuz. ■Ein Artikel behandelt die Probleme des von Chaluzim aus Deutschland gegründeten Kibbuz Hasorea. Dem Kapitel über den Kibbuz folgen Darstellungen über die Jugendalija und ihre Problematik. Einer der Einwanderer aus Deutschland schon in den zwanziger Jahren ist der berühmte Forscher der Kabbalah Gerschom Scholem. Ergibt einen Überblick über die Anfänge der Hebräischen Universität in Jerusalem. Ein besonderer Abschnitt des Buches „Unsere Nachbarn” betitelt, ist dem jüdisch-arabischen Problem, vor und nach der Staatsgründung, gewidmet. Doch alle guten Vorsätze und Theorien scheitern an der Weigerung der Araber sich mit der Gründung des jüdischen Staates abzufinden. Was die Tatsachen anbetrifft lesen wir in den Tagebuchauszügen von Miriam Alkan über „Das belagerte Jerusalem im Unabhängigkeitskrieg” und dem Kapitel „Zur Erinnerung an die Opfer des Aufbaus und Kriege” (Opfer der Kwuzat Jawne in den ersten 25 Jahren ihres Bestehens). Das letzte Kapitel ist betitelt „Unternehmer Israel Stile". In diesem Kapitel kommen nicht die Unternehmer zu Wort sondern es wird über sie geschrieben. Oie zwei Industriellen, Stef Wertheimer und Dr. Reuben Hecht, sind charakteristisch für viele jüdische Kaufleute und Industrielle welche aus West- und Mitteleuropa kamen. Sie waren nicht nur erfolgreiche Kaufleute und Industrielle; sie beschränkten sich nicht nur auf ihre Arbeit, sondern interessierten sich auch für Kunst, Musik und Theater und ihre finanzielle Lage erlaubte es ihnen Förderer derselben zu sein. Menachem IRahat schreibt über Stef Wertheimer, welcher in Westgaliläa den Industriepark „Tefen" gründete. Dieser Park kombiniert aktuelle Technologie, modernste Industrie und Freilichtmuseum für Kunst inmitten der Natur. Heinzwemer Goldstein schreibt über Dr. Reuben Hecht, Träger des ilsraelpreises 1988. Er war der Erbauer des Getreidesilos in Haifa mit seinem 69 Meter hohem Turm. Er war ein Mäzen im wahren Sinne des Wortes, ein Förderer der Künste und Gründer von 2 Museen. Prof. Ernst Simon schreibt in seinem Artikel „Jugend und Religion in Israel” über verschiedene religiöse Probleme in Israel. Aber in dem Buch fehlt eine Darstellung der diversen Gemeinden welche den Neu-Einwanderern eine moralische Stütze waren, wenn sie mit ihren Schicksalsgenossen nach ihrem gewohnten „Nussach” beten konnten. So zjB. die ,/lchud Schiwat Zion" Gemeinde und die Gemeinde ehemaliger Wiener jHa’ßa’im Yaschresch”. Dieses interessante Buch erweckt in uns viele Erinnerungen, an die Zeit der Aiija aus Mitteleuropa und die Probleme mit welchen wir uns damals auseinanderzusetzen hatten. Aber die Generation dieser Zeit ist im Aussterben begriffen. Der eigentliche Sinn dieses Buches ist es den kommenden Generationen zu zeigen, was der Staat Israel der Aiija aus Mitteleuropa kulturell und materiell zu verdanken hat und daher wäre es wichtig dieses Buch ins Hebräische zu übersetzen. M. E. Awi-Achlja 17

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