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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1994-01-01 · No. 58 (1994) · p. Seite 19

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1994
Issue
No. 58 (1994)
Date
1994-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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DIE ZWEI KÖNIGSKINDER WIE DAS ALPHABET NACH EUROPA KAM Von HEINZWERNER GOLDSTEIN In welcher Sprache wir uns auch unterhalten, Irgendwann fällt das Wort Europa. Man spricht von Europäern. 'Der Aufsatz wird in einer europäischen Sprache geschrieben. Europa ist das Abendland gegen den Orient, dem Morgenland. In der hebräischen Sprache ist der Abend Erew, und Ma’araw ist der Westen. * ’Es war einmal...’, so beginnen alle Legenden, auch die, der griechischen Sagenwelt, dass Zeus, der oberste Ihrer Götter, sozusagen der Göttervorstand, sich als Stier verkleidet, um die schöne Europa, Tochter des sagenhaften phönizischen Könige Agenor, zu rauben, was ihm in dieser Verkleidung gelingt. So haben sich in der guten alten Zeit die Götter ihre Frauen verschafft. Den 'alten Römern’ wird ja auch der Raub der Sabinerinnen angekreidet. Ein Problem, mit dem sich die Lehrer vieler'Generationen abquälen müssen, um den moralischen Forderungen ihrer Schüler gerecht zu werden... ■¥• Die Phönizier waren eine Gruppe semitischer Stämme, Nachbarn der israelischen, die im Küstengebiet des heutigen Libanon siedelten, ihre Sprache ähnelt dem Althebräischen. Die Sage berichtet weiter, dass König Agenor böse wird ob der Tat. Er befiehlt seinem Sohne, die Schwester zu befreien und zurückzubringen. Oer Sohn scheint die Aufgabe ernst zu nehmen. Nachdem er seinen Auftrag nicht erfüllen kann, wagt er nicht, zum Vater zurückzukehren. Nach den Histographen jener Tage lässt er sich in Bootien nieder, dem Stammland des alten Hellas, an der Strase von Korinth, und gründet die Burg Kadmaia, die seinen Namen enthält, von der aus ES WAR EINMAL... (Fortsetzung von Seite 5) Richard ßorchard 1905 gegründet, von seiner Witwe Lucy Borchard weitergeführt,schickte einen ihrer Söhne mit vier kleinen Frachtern nach Haifa, sie selbst ging nach London mit wenigen Schleppern. Im Lande wurde die ,,Atid Navigation“ gegründet, die bis 1968 bestand. Auf den Schiffen der ,,Atid“, die mit Küstenschifffahrt begann, erhielten viele! ihre erste Ausbildung, aus denen sich nach 1948 der Stamm der israelischen Seeleute zusammensetzte. Eine andere Gruppe, „Palestine Maritime Lloyd", bereederte zwei kleinere mixed carriers, Schiffe für Passagiere wie Frachten, die regelmäs- A sig zwischen Haifa, der Türkei und Constanta verkehrten. Die „Har Carmel“ brannte in Corrstanta aus, die „Har Zion“ wurde während des Krieges in einem Convoy durch ein feindliches U-Boot versenkt. In der Geschichte der jüdischen Seefahrt spielen diese Gruppen eine entscheidende 'Rolle, sie waren die nautischen Pioniere. Arnold Bernstein wurde zu Haft und hoher Geldstrafe verurteilt. Er musste seine „Red Star Linie“ an eine holländische Gesellschaft verkaufen, um sie zu bezahlen, dann konnte er noch emigrieren. Die Familie Borchard ist heute wieder in Hamburg, ohne das Londoner Kontor aufzugeben, die „Maritime Lloyd“ bereedert keine Schiffe mehr, — aber ohne diese Gruppen, die die Flagge Palästinas führten, gäbe es nach 1948 keine israelische Seefahrt... Theben beherrscht wird. Die Legende erzählt weiter, dass er das semitische Alphabet nach Griechenland bringt. Die Erzählung macht Kadmos verantwortlich, dass die Schüler in aller Welt ein 'Alphabet' lernen müssen, die griechischen Alpha, Beta, Gamma, Delta..., während die israelischen ABC-Schützen ihr Aleph, Bet, Gimmel, Dalet... buchstabieren. Die in anderen Ländern benutzen ihr 'Alphabet', ohne sich oft wenig Gedanken über die Herkunft des Namens zu machen. * Die Königstochter Europa, steht mit ihrem Namen für das Abendland Pate, für Europa, dem Lande, in dem die Sonne untergeht, sich mit dem Meer vermischt — von der Küste Phöniziens wie von Israel aus gesehen, dem Westen. Auch der Name des Bruders, Kadmos, regt zum Nachdenken an: Kedem ist der Osten, der Orient, wo die Sonne aufgeht und vorwärtsschreitet, Kidma, Kadima. 'Nach der Erzählung jagt Kadmos, der Jüngling, der den Sonnenaufgang verkörpert, der älteren Schwester, Europa, nach, dem Sonnenuntergang, die er nicht erreichen kann, nicht zum Vater zurückzubringen. Zwei Königskinder, die zusammen nicht kommen konnten... * Die lateinischen Ausdrücke sind Übersetzungen der semitischen Begriffe, Orient, oriens, ist der Osten, das Morgenland, wo die Sonne am Morgen aufgeht, auch von Europa aus gesehen. Okzident, das Abendland, die Richtung des Sonnenunterganges, der Westen. Begriffe verständlich insbesonders für den Beobachter von den Küsten des östlichen Mittelmeers, der Welt der Alten, wo sich die Sonne mit dem Meer vermischt, l'arbew. Und so ist es vielleicht kein Wunder, dass die Vorfahren, das gleiche Stammwort, das den Sonnenuntergang bezeichnet, für die Abendstunden, aber auch für den Westen benutzen, wie für vermischen. Die griechische Legende versucht zu erklären, wie die semitischen Namen der sagenhaften Königskinder in ihre Vorstellungswelt gekommen sind. Zwei ewig ringende, gegensätzliche Begriffe oder symbolischer Sonnenaufgang kann die untergehende Sonne nicht erreichen, nicht einholen, nicht 'befreien'. Scheinbar beherrscht der Lauf der Sonne seit Anbeginn die Gedankenwelt der Völker, auch die der griechischen Stämme. Man sucht — vergeblich — eine Verbindung zwischen der jungen, aufsteigenden Sonne, und ihrem 'Untergang', ihrem Vermischen mit dem Meer, — von der Küste Israels und Phöniziens aus gesehen. Die Hellenen bemühen in ihrem Mythos den Obersten ihrer Götter, machen ihn zum Verantwortlichen, unterschieben ihm eine moralisch nicht einwandfreie Handlung, den Raub der Königstochter, was ihm aber verziehen wird, um dem 'Geheimnis' näher zu kommen, warum die aufgehende Sonne nicht die untergehende erreichen kann, bevor sie in das Meer untertaucht, aber auch, um eine Erklärung zu finden, wie das semitische Alphabet, die Buchstabenschrift, zu ihnen gekommen ist, in der die meisten der Buchstaben Namen haben, die nicht griechisch sind, sondern semitisch. Sie — oder besser, einer von ihnen — erfindet die Erzählung von den zwei Königskindern, die zusamen nicht kommen konnten... DIE BEDEUTUNG... (Fortsetzung von Seite 12) Beratungsstelle Deutschlands gründete August Homburger 1917 in Heidelberg. Und die Poliklinik in Heidelberg sowie die zum Teil in sie integrierte Organisation zur Beratung jugendlicher Psychopathen waren ausschliesslich sein Werk. Mit seiner Arbeit „Psychologie des Kindesalters“ gab er diesem damals praktisch unbestellten Fon schungsgebiet die theoretischen Grundlagen. Ausserdem war er Mitherausgeber der vielbeachteten „Zeitschrift für Kinderforschung“. Auf sämtlichen Gebieten des Erzlehurrgs- und Bildungswesens, ob man dabei an ihre psychologischen, biologischen und soziologischen Voraussetzungen oder die Heil-, Sonder- und Fürsorgepädagogik denkt, haben jüdische Mitbürger vor allem seit ihrer Emanzipation hervorragenden Anteil. Sowohl als Wissenschaft und Lehrfach wie auch auf dem Gebiet der Erziehungs- und Bildurrgspraxis hat die Pädagogik in Deutschland durch die Leistungen namentlich der genannten jüdischen Theoretiker und Praktiker sicher nicht zuletzt ihren hohen 'Rang erreicht, der sie seitdem auszeichnet. 1) Das Motiv hierfür ist vor allem im Mangel an jüdischen Lehrern zu sehen. 2) Eine rühmliche Ausnahme stellt Heinrich Ferdinand Scherk aus Posen dar. Er war Universitätsprofessor in Kiel, wurde allerdings 1852 wegen seiner prodeutschen Gesinnung durch die dänische Regierung abgesetzt. Er fand daraufhin Aufnahme im Schuldienst Bremens. 3) 1933 musste Karsen Deutschland verlassen. Er wurde schliesslich amerikanischer Staatsbürger und Universitätslehrer. 1945 kehrte er nach Berlin zurück, wo er von der amerikanischen Besatzungsmacht mit der Nachkriegsbetreuung der deutschen Universitäten beauftragt wurde. Seit 1948 lehrte er wieder In den USA. Im Auftrag der UNESCO übernahm er die 'Reorganisation der Universität von Ecuador. Der am 11.11.1885 zu Breslau geborene Karsen starb am 25.08.1951 zu Ecuador. 4) Die Arbeiten erschienen 1919, 1927 und 1920. — Geboren war Jonas Cohn am 02.12.1869 zu Görlitz; er starb am 12.01.1947 zu Birmingham. 5) Richard Hönigswald wurde geboren zu Ungarisch-Altenburg am 18.07.1875 und starb am 11.06.1947 zu New Haven (USA). 6) Oer am 29.04.1871 zu Berlin geborene William Stern wurde 1907 Professor an der Universität Breslau. 1916 an der Universität Hamburg, wo er bis 1933 wirkte. Er starb am 27.03.1938 zu Durham (N. C.). 7) Max Wertheimer wurde am 15.04.1880 zu Prag geboren; seit 1922 war er Professor in Berlin, seit 1929 in Frankfurt/Main, seit 1933 an der New York School for Social Research in New York. Er starb am 12.10.1943 in New York. 8) Kurt Lewin stammte aus Mogilno (Posen), wo er am 09.09.1890 geboren wurde; er starb Im Februar 1947 zu Newton (Mass.). Zuletzt wirkte er am Massachusetts-Institute in New Haven. 9) Zu Krotoschin (Posen) am 23.11.1825 geboren, starb Henriette Goldschmidt am 30.01.1920 zu Leipzig. (Zu H. Goldschmidt vgl. J. Siebe/J. Prüfer, Henriette Goldschmidt (1922)). 10) Die am 25.11.1830 zu Breslau geborene und am 19.12.1909 zu Berlin gestorbene Lina Morgenstern entfaltete neben ihrer praktischen auch eine intensive schriftstellerische Tätigkeit. Sie ist u.a. Verf. der Arbeit „Frauenarbeit in Deutschland“ (2 Bde. 1893 und Herausgeberin der „Deutsche(n) Hausfrauenzeitung“ (1874—1904). 11) Am 30.12.1832 zu Halberstadt geboren, starb Max Hirsch am 26.03.1905 zu Bad Homburg v.d.H. Der Titel seiner Hauptschrift lautete „Die hauptsächlichen Streitfragen der Arbeiterbewegung““ (1886). 12) Bekannt geworden sind sie unter der Bezeichnung „Hirsch-Dunkersche Gewerkvereine“, 19

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