Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1994
- Issue
- No. 58 (1994)
- Date
- 1994-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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SUCHANZEIGEN Wer weiss etwas über das Schicksal von Dr. Winkler und Dr. Freund? Zufälligerweise erhielt Ich ein Schreiben des Breslauer Metropolitankapitels über Dr. Konrad Winklers Hilfeleistungen für bedrohte Juden. Es würde mich freuen, wenn sich jemand finden würde, der die Angaben dieser Bescheinigung bestätigen könnte oder sogar nähere Einzelheiten, Namen usw. angeben möchte. Anbei noch eine Erklärung von Herrn Dr. med. Walter Freund, iReinerz, die als Bestätigung für Dr. Winklers Aktivitäten angesehen werden kann. Der Wortlaut in deutscher Fassung wäre etwa folgender: „In der Zeit der Einziehung und Vernichtung jüdischen Eigentums im November 1938, sowie der Festnahme der Juden und deren Einlieferung in Konzentrationslager leistete Herr Dr. Konrad Winkler als Leiter des St. Raphael-Vereins in Breslau vielen Juden Hilfe. Seine Hilfe für die Juden bestand in der Besorgung von Visen, nach deren Zustellung erst eine Entlassung aus dem Lager erfolgte. Sehr wichtig war sein unermüdliches Sorgen um die verzweifelten jüdischen Familienangehörigen. Dieses Einsetzen für die Verfolgten brachte Dr. Winkler In eine unmittelbare Berührung mit der Gestapo und gefährdete sowohl ihn wie seine Familie ernstlich. Da auch ich zu seinen Betreuten gehörte, freut es mich, ihm durch diese Bescheinigung meinen Dank aussprechen zu können“. Die weiteren Schicksale von Dr. Winkler ünd Dr. Freund sind mir leider nicht bekannt. Anschriften an: Prof. Dr. Alfred Koni.aczny PL — 53-501 Wroclaw, ul. Grabiszynska 31/10 -¥• VERWANDTE VON FRIEDERIKE KEMPNER UND DEREN NACHKOMMEN GESUCHT Zusammen mit einer Gruppe polnischer und deutscher Studenten bereite ich eine Ausstellung über Leben und Werk der Dichterirr und Philanthropin Friederike Kempner (1828—1904) vor, die nicht nur auf ihre bekannten, meist unfreiwillig komischen Gedichte, sondern vor allem ihr öffentiches Engagement in sozialen und politischen Fragen ihrer Zeit (nicht zuletzt gegen den aufkommenden Antisemitismus) sowie ihre humanistischen Ideale aufzeigen soll. Die Ausstellung wird im Historischen Rathaus der Stadt Wroclaw sowie voraussichtlich in Berlin und in Freiburg i.Br. gezeigt. Sehr schön wäre für uns, Kontakt mit Nachkommen aus dem Verwandtschaftskreis Friederike Kempners aufnehmen zu können. Nach unseren ersten Informationen sind folgende Nichten und Grossnichten nach Israel emigriert: 1. Doris Davidson, geb. Kempner (1859), Lehrerin und Mutter u.a. von Jacob van Hoddls, 1934, Tel Aviv, 2. Deren Tochter Marie Mayer, geb. Davidsohn (1888), mit ihrem Mann, emigr. nach Haifa, 3. Evtl. Marie Sonnenfeld, geb. Kempner und Rechtsanwalt Dr. Kurt Sonnenfeld, nach 1936. 4. Evtl. Mitglieder aus den Breslauer Familien Kempner, Selten, Perls, Davidsohn. Jan Merk, Berlinickerstr. 15 W — 1000 Berlin 41 Christoph Schwartz sucht: Rechtsanwalt Dr. Ernst Kaiser, Ehefrau Chalotte Kaiser und deren Sohn Jochen Christoph Kaiser, geb. etwa 1938. Laut Telefonbuch von Breslau von 1935: Praxis Neue Schweidnitzer Strasse 3 in Breslau 3, Postamt 1. Privat Auenstr. 15, Postamt 16 in Breslau. Laut Telefonbuch von Breslau 1940 keine Praxisangabe mehr, nur noch privat Dr. Ernst (Israel) Kaiser, Auenstr. 15. An näheren Angaben kann ich noch machen, dass Herr Dr. Kaiser eine Beinprotese trug, da er im 1. Weltkrieg schwer verwundet wurde. Anschriften an: Christoph Schwartz, Bad Godesberg, Deutschherrenstr. 92, D 53177 Bonn, Germany * Herr Chtanan Hadar (Hans Hausdorff) war in den Jahren 1926—1935 im jüdischen Waisenhaus in Breslau, welches unter der Leitung von Herrn Kolodzinski stand. Wer etwas über das Schiksal der Kinder und der Leitung dieses Heimes weiss, wird gebeten, sich in Verbindung zu setzen mit: Chanan Hadar, Gane Omer 84965 ■¥■ Meine Eltern, Benno und Else Hartmann (geb. Marcus), wurden 1943 von Breslau deportiert. Mein einziger Bruder konnte zwar bei Ausbruch des 2. Weltkrieges nach Holland flüchten, wurde aber auch dort 1943 deportiert. Wer weiss etwas über ihr Schiksal? Anschriften an: GERDA NEUSTADT, P.O.Box 8, Tel: 972-4-721792 KIRYAT-HAIM, 26103, ISRAEL * Ernst A. Neuländer Heute Newland 9/261 Remirera Road Ackland 5 New Zealand bittet um Correspondenz mit Familien früher aus Rosenberg O/Schlesien. * Es werden Gesucht: Verwandte oder Bekannte von dem Gynäkologen Dr. Arnold Fuchs und dessen Ehefrau Eva Sara Fuchs (ihre Eltern waren Dr. Max Bloch und dessen Ehefrau Luise, geb. Sklarek). Dr. Arnold Fuchs hatte eine Klinik auf der Kaiser Wilhelmstrasse in Breslau. Seine Söhne waren Hans Erhardt (geb. 2. Mai 1922) und Franz Reinhardt (geb. 27. Juli 1925). Anschriften sind zu richten an die Tochter von Hans Erhardt Fuchs: Janine D. Freed, 34 Parside Drive. Edgware, Middx. HA8, JX. U. K. •¥• Welcher Überlebende kann mir über das Internierungslager, Kloster Gruessau Bericht geben, insbesonders ob er sich an meine Vater, Herrn Prof. Dr. Ing. Alfred Grotte u. Ehefrau Clara dort erinnern kann. Zuschriften erbeten an: Ing. Horst Grotte — Apartado 102-438 BOGOTA (Colombia) Südamerika. * ERIC BOWES SUCHT: 1) Margo Moskowitz, früher Freiburgerstrase, zuletzt Australien, 1939. 2) Ilse/Inge Brandt, früher Höfchenstrasse. Anschriften an: Mr. Eric Bowes, Palm Isles 9963, Seacrest Circle 202, FL 33437, USA. AUSSERORDENTLICHE VERSAMMLUNG DES V.E.B. AM 21.12.1993 Am 21.12. 1993 fand im Saale der „Ichud Schiwat Zion“ eine ausserordentliche Versammlung des V.E.B. statt. Es waren ca. 30 Menschen anwesend. Der Vorsitzende Herr Mosche Goldstein eröffnete dieses Treffen, und begrüsste insbesonders den ehemaligen langjährigen Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Richard Prager. Sodann unterbreitete Herr Goldstein vor den Anwesenden einen Vorschlag zur Änderung gewisser Statuten. Zu den schon bestehenden Statuten sei hinzuzufügen, dass Gelder und andere Werte des Verbandes nicht unter die Mitglieder verteilt werden können, und im Falle einer Auflösung des Verbandes nur an eine andere uneigennützige Institution überführt werden1 können. Diese Änderung der Statuten wurde ohne Widerspruch akzeptiert. Danach referierte Professor Sch. Talmon über den „Erneuten Bund in der Wüste Judäas“ auf Grund der Rollen vom Toten Meer, welche in 11 Höhlen neben Qmeran gefunden wurden. Ca. 800 Rollen wurden im Laufe von ca. 300 Jahren geschrieben. Sie 9ind eine wichtige Informationsquelle, ausser der Mischna, den christlichen und hellenistischen Quellen. So haben wir jetzt ein direktes Zeugnis aus jüdischen Quellen. Diese Rollen bestehen dem Inhalt nach aus drei Teilen: 1) Die ganze Bibel ausser Megilat Ester; 2) Hebräische und Aramäische Handschriften, welche nicht in die Bibel aufgenommen wurden (Apokryphen); 3) Hebräische Handschriften, welche bis 1946 unbekannt waren. Es waren besonders Versionen von Gebeten. Ausserdem hatte diese Gemeinde einen besonderen Kalender, welcher auf dem Sonnenjahr basierte, und 364 Tage hatte. Diese teilten sich in Vierteljahre und 13 Wochen. Der erste Nissan fiel immer auf einen Mittwoch. Der erste Nissan fiel immer auf einen Mittwoch im Jerusalemer Heiligtum opferten sie an besonderen Tagen. Deswegen waren sie vollkommen Abgesondert von den anderen Juden. Sie selbst behaupteten: ,,Wir haben uns von der Mehrheit des Volkes abgesondert“. Ihr Geistiges Oberhaupt war ein „More Zedek“, welcher die Thora auf Grund einer „prophetischen Inspiration“ erklärte. Sie behaupten, dass G"tt mit ihnen einen neuen 3und geschlossen hätte. Die Anhänger dieser Kaste zogen in die Wüste, um dort die Erlösung ::u erwarten, als aber diese nicht kam, begründeten sie es damit, dass ein Krieg zwischen den Mächten der Finsternis und des Lichtes besteht, d.h. zwischen dem falschen und dem wirklichen Messias. Sie glaubten, dass ein religiöses und ein weltliches Oberhaupt, Messias aus dem Hause Aharon und der Messias für Israel, zusammen die Gemeinde leiten werden. Die Rollen vom Toten Meer basieren nur auf einer „prophetischen Inspiration“, während unser normatives Judentum auf bestehenden Gesetzen, Gebote und Verbote, beruht. Nach diesem sehr interessanten Vortrag berichtete Herr Esra Hartmann über seine Reise nach Breslau. Als Leiter einer Touristengruppe, welche nach Polen fuhr, besuchte diese auch Breslau. Er berichtete über die Verwahrlosung des Friedhofs Cosel, auf welchem auch sein Bruder bestattet wurde. Herr Mosche Goldstein erwähnte im Zusammenhang damit die Errichlung eines Zaunes im Coseler Friedhof und die Restaurationsarbeiten in der Storchsyr/agoge. Herr Goldstein beendete den offiziellen Teil, auf den noch ein gemütliches Zusammensein bei Kaffee und Kuchen folgte. D. R. Druck „Daf-Ratz“, Tel-Aviv, Wolfson 48