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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1994-01-01 · No. 58 (1994) · p. Seite 3

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1994
Issue
No. 58 (1994)
Date
1994-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Das Kreuz und das Hakenkreuz GEDANKEN ZU DEM ABKOMMEN ZWISCHEN ISRAEL UND DEM VATIKAN Als vor neunzig Jahren, im Jahre 1903, Theodor Herzl, von dem ehemaligen Papst in Audienz emfangen wurde, und ihm sein Programm, die Gründung eines Judenstaates, unterbreitete, drohte der Vertreter „der Religion der Liebe“, seine Missionäre nach Palästina zu schicken, um diesen Plan zu vereiteln und die Juden dem Glauben ihrer Väter abtrünnig zu machen. Denn eines der Dogmen der 'Kirche (von Augustinus im 5. Jahrhundert deklariert) ist, dass die Juden unterdrückt und gedemütigt sein müssen, „weil sie sich weigerten, den christlichen Glauben anzunehmen“. Die Folge davon waren die entsetzlichen Morde von Juden und Zerstörung von .jüdischen Gemeinden in der Rheingegend (die „Schum“ Gemeinden — Speier, Worms und Mainz), von denen viele „Kinnot“ — Trauergesänge — am Tisch'a B'Aw zeugen (so z,B. der Trauergesang von Rabenu Klonimus Ben Rabenu Jehuda: „O Haus Israels, Volk G"ttes durch das Schwert gefallen! Tränen entströmen meinen Augen und bitter beklage ich die Ermordeten Speiers. Am achten Tage des zweiten Monats am feierlichen Ruhetag traf sie das Ungemach . .. Hoffnungsvolle Jünglinge und ehrwürdige Greise wurden erschlagen, ehrfurchtsvoll den Ewigen verehrend und seinen einzigen Namen heiligend, gaben sie willig ihr Leben hin als standhafte Beobachter des G”ttlichen Wortes... Die bewährte und auser lesene Gemeinde Worms nebst ihren ausgezeichneten Gelehrten, musste zweimal sich für die Heiligung des G"ttlichen Namens opfern... Auch über die Edlen der trefflichen Gemeinde Mainz, die glaubensstark ohne Zögern ihr Leben hingaben für den einzigen' Namen des Ehrfurchbaren, über sie erhebe ich Klagegeschrei aus tiefbewegter Seele). Die Pogrome, welche die Kreuzritter veranstalteten, die furchtbaren Leiden,welche die spanische Inquisition über die Juden der pyrinäischen Halbinsel brachte, die Ritualmordbeschuldigungen und anderes mehr, entfachten immer von neuem den Hass gegen die Juden. Der nach der Französischen Revolution und Aufklärungsepoche sich ausbreitende sekuläre nationale und rassische Antisemitismus hatte seine Wurzeln in dem von der Kirche entfachten Judenhass. Ohne diesen wäre die Naziepoche und der damit verbundene Holocaust nicht möglich gewesen. Das Schauspiel von Rolf Hochhut „Der Stellvertreter“ legt davon Zeugnis ab. Ohne das Kreuz gäbe es auch kein Hakenkreuz! Das grösste Teil der Kirche schwieg in den furchtbaren Zeiten der Vernichtung. Und nach dem Sieg der Alliierten und den darauf folgenden Prozessen gegen die Nazis und ihre Helfer, hatten die Institutionen der katholischen Kirche Anteil an dem Untertauchen vieler Naziiverbrecher, wie .Bormann, Eichmann und Mengele, in den katholischen Staaten Südamerikas. Trotzdem muss darauf hingewiesen werden, Von M. E. JEHUDA! dass 2 Staaten mit katholischer 'Bevölkerung vielen Juden halfen. In den Gebieten, welche im 2. Weltkrieg vom italienischen Militär besetzt waren und dort kein deutsches Militär war, hatten die dort lebenden Juden eine gewisse Sicherheit. Das Franco-Spanien rettete ca, 40,000 Juden und gab vielen davon Asyl im 2 Weltkrieg. Allerdings sorgte der Joint 'in Amerika für diese jüdischen Flüchtlinge und die Dollars, welche nach Spanien kamen, füllten die leere Kasse Francos auf; aber die Tatsache, dass so viele Juden gerettet werden konnten, ist beachtenswert. Im krassen Gegensatz zu dem nahm die katholische Bevölkerung unter dem Einfluss der Kirche der osteuropäischen Staaten, wie Polen, Litauen u.a.m. Anteil an den grausamen Taten der Deutschen. Nicht umsonst wurde ein grosserTeil der Vernichtungslager in Polen errichtet und ein grosserTeil der Mannschaften dieser Lager waren Polen, Litauer, Ukrainer u.s.w. Der antisemitische Ministerpräsident und Komplize der Nazis der unter deutschem Protektorat stehenden Slowakai, war der Pfarrer Dr. Josef Tisso. Als er von den Nazis zu diesem Amt ernannt wurde, erhielt er von dem Papst Pius 12 ein Glückwunschschreiben, welches mit den Worten „Mein teurer Sohn“ begann. Das Abkommen zwischen dem Vatikan und dem Staat Israel ist keine Begleichung der Schuld der Kirche dem jüdischen Volk gegenüber; es Ist auch keine theologische Auseinandersetzung zwischen dem Judentum und dem Christentum. Es Ist ein Abkommen zwischen zwei gleichberechtigten Partnern zur Wahrung ihrer diversen Interesesn. Die Kirche kann sicher sein, dass die Interessen der der heiligen Stätten des Christentums im jüdischen Staat besser gewahrt sind, als die des Judentums in den verschiedenen Epochen in den christlichen Staaten. Das Abkommen mit dem Staat Israel bedeutet ein Sieg des Judentums über das christliche Dogma des Augustinus. Und um mit dem Psalmisten zu sprechen: „Sie sinken hin und fallen, wir aber stehen aufrecht und halten uns“. (Psalmen, 20,9). in ■■■■■■■■■ &*/>■ \\ M2S88SL mmm Thara-Schrein-Vorhang. In der Mitte cfie heilige Lade mit dam Cherubim. Inschriften: Spende des Koppel, Sohn des Chajim aus Tworog und seiner Frau Chaja, Tochter des Abraham aus Proskau, 1783 3

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