Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1993
- Issue
- No. 57 (1993)
- Date
- 1993-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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TREFFEN Das Treffen des V.E.B., welches am 24.6.92 im Saal der „Ichud Schiwat Zion“ stattfand, war dem Andenken der jüdischen Schulen am Rhedigerplatz und ihren Lehrern gewidmet. Herr Mosche Goldstein hiess die zahlreichen Gäste, die aus vielen Teilen des Landes zu diesem Treffen kamen, herzlichst willkommen. Er bat die Lehrer der ehemaligen Rhediger Schulen zu ehien und meinte, dass dieses Treffen auch ehemaligen Schülern Gelegenheit gibt, sich wiederzusehen. Herr Goldstein bat diejenigen, die nicht in der Mitgliederliste erscheinen und die Zeitung nicht eri halten, sich zu melden. Ein besonderer Dank wurde Herrn Hauschner für die schöne Ausführung der Zeitung ausgesprochen. Frau Lewald und Frau Baror nahmen Mitgliedsbeiträge in Empfang. Die Tätigkeit des Vereins besteht in der Herausgabe der Zeitung, die einmal pro Jahr erscheint, sowie ein gesellschaftliches Treffen wie heute, das 1—2 Mal pro Jahr stattfindet. Der Sozialfond des Vereines für ehemaligen Breslauer und die jüngere Generation im Bedarfsfälle, wurde gleichfalls erwähnt und interessierte Personen werden gebeten, sich schriftlich an den Verein zu wenden. Das Treffen wurde dieses Mal hauptsächlich arrangiert, um ehemalige Lehrer und Schüler der Rhediger Schulen zusammen zu bringen. Herr Goldstein selbst war zu jung, um die Schule besucht zu haben, da seine Eltern schon 1933 Breslau verliessen. Herr Gradenwitz übernahm nun das Wort und hiess die anwesenden Lehrer herzlichst willkommen. Alsdann übernahm Frau Baror das Wort und gab der Freude Ausdruck, die anwesenden Lehrer begrüssen zu können, und jeder erhielt ein kleines Andenken. Sie erwähnte u.a. Herrn E. Meyer, Lehrer der beiden ersten Klassen. Weiterhin begrüsste sie Herrn A. M. Feuchtwanger, der ihre Klasse — eine Aufbauklasse — übernahm sowie Frau H. Heckscher-Weingarten und bedauerte die Abwesenheit von Herrn Golinski- Golan, der aus Gesundheitsgründen nicht kommen konnte, jedoch bat, alle Anwesenden zu grüssen. Auch Prof. J. Walk war leider abwesend. Ebenfalls wurden erwähnt Herr Waschal, Lehrer für Werkunterricht, Dr. Daniel und Frau Martha Lange-Pollak. Herr Gradenwitz sprach alsdann über Herrn Meyer, der ihn in der ersten Klasse unterrichtete und Frau Heckscher, die seine Klasse — die schwerste Klasse — in der Sexta mit Erfolg übernahm. Abschliessend bemerkte er, dass die Schule für die Jugend in diesen schweren Jahren eine grosse Hilfe war. Es wurde noch erwähnt, dass die letzte Zeitung Artikel über die Schule und Gemeinde enthalten hat sowie über Menschen, die leider nicht mehr unter uns sind. Herr Hauschner sprach alsdann über die Integrierung der Schüler in den Jahren ab 1933, die von anderen Schulen kamen — diese kamen zusammen mit jüdischen Lehrern, welche aus dem Staatsdienst entlassen wurden. Die Gruppe war nicht homogen, sie kamen von diversen Schulen und Jugendgruppen. Für diejenigen, die in Juger.'dgruppen waren, war der Übergang leichter, aber die Lehrer unter der Leitung von Herrn Feuchtwanger, halfen sehr dabei. Herr Hauschner sprach auch ausgiebig über das Schul-curriculum, das anders war als in nichtjüdischen Schulen. Er erwähnte insbesondere die be- DES V.E.B. AM 24.6.92 liebte Lehrerin Frl. Betty Förder, welche es verstand diesen neuen Schülern den Übergang in dieses neue Milieu zu erleichtern, und Dr. Daniel, welcher die neuen Schüler in Talmud unterrichtete. Abschliessend bat er, das Andenken derjenigen, die nicht mehr unter uns sind, zu ehren und im Namen der anwesenden Schüler den Lehrern zu danken. Herr Gradenwitz übernahm wieder das Wort, und sprach über Rabbiner Simonsohn „Ohne den Rav“ und über den Simonsohn-Fond zur Ausbildung von angemessenen Fällen. Nun übernahm Prof. Sh. Talmon, früher Sam Selmonowitz, das Wort und erzählte, dass er vor 10 Monaten auf den Stufen der ehemaligen Rhediger Schule stand, wo Herr Direktor Feuchtwanger immer morgens stand, um zu sehen, welche Schüler zu spät kamen. Er erwähnte, dass er und noch eine Schülerin die einzigen waren, die die Schule von der ersten Klasse bis zum Abitur besuchten. Bei seinem Besuch nach mehr als 50 Jahren fand er die Schule wie er sie in Erinnerung hatte, obwohl rennoviert, und konnte in der Klasse sitzen, wo er als Unterprimaner lernte. Es ist heute eine katholische Schule und die Strasse heisst jetzt ,,J. L. Peretz“. Er bereitete sich mit 18—19 Schülern im März- April 1938 zum Abitur vor, und seine Klasse erhielt die besten Noten zum Abitur für ganz Schlesien. Der letzte Direktor war Harry Abt, den er 1971 zufällig in Johannesburg traf, wo er als Professor der Hebr. Universität einen Vortrag hielt. Abschliessend sprach er seine Anerkennung für die Schule und Lehrer aus, die ihm viel für sein weiteres Leben gegeben hatten. Dieses sehr gut besuchte Treffen wurde musikalisch umrahmt und endete mit einem gemütlichen Zusammensein bei Kaffee und Kuchen, von Schülern und Lehrern, welche sich lange Zeit nicht mehr gesehen hatten. p. r. GEDANKEN EINES EHEMALIGEN LEHRER DER R H EDI GE RSC H U LE nw vT wx w rpb onniö nx □■’öys1? D’n Dn'aVnn .dptd n'D'px Dn^ D’jm: □,n»n dx -msr : oTTBpn nnma rix D’n an nmn na?! .rnsnm nmrpn an» .njn1? inan an n^xn m-r^nn marv> dx omm rix du rar *p*? in? a” :iyo nnar! ouf imx zD1? .mriEpn n.Ywn rirmn arpma^n r;x mn nman ■>3 n’öss1? avianai ,nmananm miia^a /ixa nvp xviu .nnaannrr on amma^n rp1? D’ays1? nn’T’öpn nx mn nman nm naan’ ornzp rpxrr mma^nn .nmn rapan D’rasa an jmraa nnmaa na1? ^aa na1?1? i^m x?w .nn’a^nn ib’sxi; oy. .riDia1? nnswa ia’pn dr /jana jarnu? mmo .aw ep wx ‘td1? nvi ix^onna Rhedigerplatz nsan rin1? 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Die Juden waren den Franzosen dankbar, dass sie ihnen die Gleichberechtigung gebracht haben. ¥ Die Legende erzählt, dass Ludwig XVI, der König, der in der Revolution hingerichtet wurde, beim Ausritt in der Nähe von Versailles einem Leichenzug begegnete, bei dem die begleitenden Männer Schwarz gekleidet waren. Auf seine neugierigen Fragen sagte man ihm, dass es Juden seien. Der Monarch, der angeblich nicht wusste, dass in seinem Bereich Juden leben, ordnete am 10. Juli 1764 eine Zählung der Juden im Eisass an, der Provinz, in der seinerzeit die meisten Juden wohnten, während in Paris und in einigen anderen Orten Südfrankreichs nur wenige ansässig waren. Im gleicher: Jahr hob ier den Leibzoll für — oder gegen — die Juden im Eisass auf. Das Reglement, die Zählung, stellte die einzige Zählung einer grösseren jüdischen Gemeinschaft dar. Sie umfasste 181 Gemeinden und enthält 19264 Namen, die detailliert aufgeführt wurden. Die Aufzeichnungen stellen nicht nur eine Fundgrube für den Historiker dar. Es liegt die Liste einer Gruppe vor, die Jahrhunderte unter verschiedener Oberhoheit pendelten, aber ihr eigenständiges jüdisches Leben geführt haben. + Die Folianten, die vor etwas mehr als zehn Jahren veröffentlicht wurden, befinden sich in den Archiven der Provinzverwaltung Bas Rhin. Ein Strassburger Verleger, Willy Fischer, übernahm die dankbare Aufgabe, die Listen zu reproduzieren. Das Werk wird durch Pierre Dreyfus, Strassburg, vertrieben. * Um ein Bild zu geben, nehmen wir von den 181 Ortschaften zwei, eine mit einer grösseren wie eine mit einer sehr kleinen jüdischen Bevölkerung. Bouxviller, Buxweiler, zählte bis 1940 um 40 jüdische Familien, hatte einen amtierenden Rabbiner wie einen Kantor. Der Rabbiner, Dr. Guggenheim, war der Vater des im Jahre 1977 in Paris verstorbenen Grand Rabin Ernest Guggenheim. Die Söhne des Kantors lebten in Paris als Anwälte, der Älteste lange Jahre Sekretär der PICA, Palestine Jewish Colonization Association. Im Kriege wurden die Juden nach Burgund abgeschoben, das 1940 noch zum unbesetzten Frankreich gehörte. Die grosse Synagoge wurde zerstört, und an ihrer Stelle eine Papierfabrik errichtet. Nach dem Kriege amtierte Dr. Guggenheim einige Jahre im nahen Savern, Zabern. (Fortsetzung auf Sejte 12) 11