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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1992-01-01 · No. 56 (1992) · p. Seite 18

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1992
Issue
No. 56 (1992)
Date
1992-01-01
Page
Seite 18 (sequence 19)
Language
German
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Generalversammlung des Vereins Ehemaliger Breslauer Am 23.12.1991 Nachmittag fand im Saal des Ichud Schiwat Zion Center die Generalversammlung des Vereins ehemaliger Breslauer statt. Der Vorsitzende Herr Mosche Goldstein, eröffnete die Versammlung. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass dieses Mal verhältnismässig viel Mitglieder (ca. 45) anwesend waren. Er berichtete über die Tätigkeit des Vorstandes, welcher sich meistens einmal im Monat (ausser der Sommermonate) trifft; er bedauerte, dass Dr. Prager infolge einer Augenoperation nicht anwesend sein konnte, und die Versammlung sandte ihm die besten Wünsche für seine baldige Genesung. Dann berichtete er über die Herausgabe der „Mitteilungen“. Obwohl man sich des öfteren gefragt hat, ob es sich lohnt diese Zeitschrift weiter herauszugeben, da dies mit viel Mühe und Kosten verbunden ist, wurde beschlossen, dank der so positiven Reaktion, hier im Land und auf der ganzen Welt, die Mitteilungen einmal im Jahr weiter erscheinen zu lassen, denn sie ist ein wichtiges Bindeglied zwischen allen ehemaligen Breslauern. Bei dieser Gelegenheit sprach er den Dank des Vorstandes dem Redakteur, Herrn M. E. Hauschner, aus, welcher keine Mühe bei der Herausgabe der Zeitung scheut. Dann berichtete Herr Goldstein über die finanzielle Lage des Verbandes. Der Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, früheren Breslauern und ihren Kindern finanziell zu helfen, wenn es nötig ist. Es wurde beschlossen die Hilfe zu erweitern und auch Neueinwanderern in Notlagen beizustehen. Die Mitgliedsbeiträge und Spenden deckten im Jahre 1991 die Ausgaben nicht, aber es gab auch Kapitalseinnahmen, so dass ein formeller Überschuss vorhanden war. Jedenfalls war der Vorstand der Meinung, dass, wenn man für frühere Breslauer Gutes tun kann, das Geld gut angelegt ist. ln früheren Jahren hatte der Verband einen Saal im Beth Schalom und Herr Goldstein gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass vielleicht im Laufe der Zeit eine Möglichkeit bestehen wird, wieder dort oder anderswo ein Zentrum zu haben, wo auch das Goldene Buch ausgestellt werden kann. Es wurde über die Ausstellung von der jüdischen Gemeinde Breslau in verschiedenen Städten Deutschlands berichtet. Bemühungen diese Ausstellung auch nach Israel zu bringen, sind bis jetzt leider noch nicht gelungen. (Siene auch S. 22). Nachdem Herr Goldstein seine Worte beendigt hatte, entwickelte sich eine Diskussion über seinen Bericht. Die Versammlung dankte dem Vorstand für seine Arbeit und bat ihn seine Tätigkeit auch im kommenden Jahr fortzusetzen. Der finanzielle Bericht wurde bestätigt und beschlossen auch die Auditoren Danziger & Feldman weiter beizubehalten. Der Mitgliedsbeitrag wurde wieder auf 50.— NS festgesetzt und gebeten — wer finanziell in der Lage ist — mehr zu spenden. Frau Paula Lemberg, früher Uruguay, jetzt Israel, berichtete von ihrem Besuch in Breslau, um den Friedhof in Kosel zu besuchen. Sie ging zur Gemeinde neben der Storch Synagoge. Dort befindet sich in einem Schrank eine Reihe von Büchern mit Listen von ehemaligen Breslauern. Nach Angabe der Einzelheiten und Todestag erhielt sie innerhalb von Minuten alle Angaben einschl. Nummer des Grabes. Sie besuchte den Friedhof mit einem Beamten und fand dort auf der linken Seite die neuen Gräber, rechts Gräber von 1947—53, die in ziemlich schlechtem Zustnd waren, desgleichen auch die Gräber der Vorkriegsjahre. Es wurde auch der Wunsch ausgesprochen, dass die Mitglieder sich mehr betätigen sollen. Die Erweiterung der Hilfsarbeit zum Andenken an die Breslauer Gemeinde wurde einstimmig bestätigt. Nachdem der offizielle Teil der Sitzung beendet war, wurden noch zwei Referate gehalten. Dr. Benjamin Sklarz sprach über die japanische Sprache. Er widmete seinen Vortrag dem Andenken seines sei. Vaters Salo Alfred Sklarz, dem von uns allen verehrten Sprachlehrer an der jüdischen Schule Rhedigerplatz. Er führte aus, dass Japanisch aus zwei Elementen bestehe — das chinesische (ON) und das urjapanische (KUN). Die Schrift be- VotraQ Lieber die japanische Sprach» (23 Dezember 1991). von Benjamin Sklarz. gewidmet dem Andenken «eines sei. Vaters, Salo Alfred Sklarz, Sprachlehrer an der jued. Schule am Redigerplatz (1933-39). mina san tschitschi wa ei ga ya furansu go ya raten go nado o buresurau no W # b¥ 77^7. Ü ■^ 7 i-z/ II Ü t" \ -) <0 yudaya jin no gakkoo de oschiemaschita. 'j’fy -t“ k ii Tz„ konban wa tschitschi no ma’e no seeto no nannin ga koko m 'ffä I*. W *■> M n " fä A / suwatte imas ka. steht aus drei Symbolsystemen, u.zw. die chinesischen Kanja (Hieroglyphen mit Laut- und Sinnwert, 1945 offiziell anerkannte Zeichen) und zwei von ihnen abgeleiteten Silbenschriften, Hiragana u. Katana (je 46 Zeichen) jede mit ihrem Zweck. Die Problematik bei Lesen, Schreiben und Nachschlagen der Kanji wurde erörtert. Lichtbilder begleiteten dieses interessante Referat. Danach sprach Herr Breslauer über den jüdischen Friedhof in Kosel. im Gegensatz zu dem historisch interessanten Friedhof Lohestrasse, welcher heute gepflegt wird, befindet sich der Friedhof Kosel in einem vernachlässigten Zustand. Heute ist er Treffpunkt von Rauschgifthändlern und anderen lichtscheuen Elementen. Es wäre wünschenswert, auch diesen Friedhof in einen würdigen Zustand zu bringen. Dieses Zusammensein bei Kaffee/Tee und Kuchen war sehr gemütlich und Bekannte, welche sich lange Zeit nicht gesehen hatten, hatten die Möglichkeit Erinnerungen auszutauschen. D. R. DIE ZERBROCHENEN TAFELN ln Schüler- (aber auch in Lehrerkreisen) ist einmal, und sicherlich erzählt man es sich noch heute (wir haben ja den Kontakt mit den europäischen Schulen verloren), die Geschichte von dem Schulrat, herumgegangen, der während der Geographiestunde ein Klassenzimmer betritt. Er betrachtet den auf dem Lehrertisch aufgestellten Globus und wendet sich an einen Schüler mit der Frage, warum denn der Globus schief stehe? Der Angeredete stottert verlegen, er habe das nicht gemacht... Die gleichen Antworten geben zwei weitere Schüler. Da wird es dem Lehrer zuviel. Er unterbricht die für ihn lästige Fragerei, die das Konzept seines Lehrplans durcheinander bringt und wendet sich zu dem Schulrat, ihm laut und deutlich erklärend, dass man seine Schüler nicht beschuldigen dürfe, als er vor vierzig Jahren an die Schule gekommen sei, war der Globus schon schief und habe nicht grade gestanden.. ★ In Israel ist natürlich alles ganz anders. Aus der Plauderei wird eine „Blau-Weisse“, Tozeret Ha'arez. Und nachdem hier in vielen Schulen Geographie nicht zu den Hauptfächern gehört, verlegt man die Erzählung in den 'Bibelunterricht, in den ein Mefake'ach, ein Herr Schulrat, kommt. Wie das seine Aufgabe ist, unterbricht er den Lehrer, eine ernste und böse Mine aufsetzend, auch das gehört zu den Regieanweisungen eines Schulrats, in welchen Ländern sie auch immer auftreten, und fragt einen der Schüler, wer denn die steinernen Tafeln zerschlagen habe...? (Gemeint sind hier natürlich die zwei Bundestafeln, welche Mosche im Zorn über das goldene Kalb, am Berg Sinai zertrümmerte). Der Angesprochene setzt ein weinerliches Gesicht auf und beschwört, dass er das nicht getan habe. Fast wortgleiche Antworten geben der Zweite, der Dritte. Da wir des dem Lehrer zu bunt. Er (sie) unterbricht den Schulrat, dass er sich grade an die besten Schüler wende, er (sie) lege die Hand ins Feuer, dass die Drei keine Streiche spielen, und steinerne Tafeln zerbrechen, zerschlagen... Der Schulrat verlässt wortlos das Klassenzimmer, um direkt zum Schulleiter, zum Menahel, zu gehen, dem er den Fall vorträgt. Der Schuldirektor ist ein gemütlicher Typ, der nicht leicht aus der Ruhe zu bringen ist. Er will um jeden Preise vermeiden, dass der Fall in der Öffentlichkeit bekannt wird, dass sich Rowdies in seiner Schule befinden, die steinerne Tafeln zerschlagen.. Er beruhigt den Mefake’ach, er solle das Ganze nicht so tragisch nehmen. Er, der Direktor, werde das schon intern ausbügeln. Man solle ihm nur mitteilen, was die Reparatur kosten werde, es sind noch Gelder in der Kasse des „Mass Schichlul“, das für Verschönerungen und unvorhergesehene Reparaturen eingesammelt wird, mit dem er das bezahlen werde.. Jetzt wissen wir es, Eltern und Grosseltern, warum die Kinder Gelder für den Mass Schichlul zwangsweise-freiwillig in die Schule zu bringen haben... Das unterscheidet die israelische Geschichte von der, die in Europa erzählt wird, weil es dort keine Kassen für anfällige Reparaturen gibt. So wird der Globus weiter schief bleiben, das Fussgestell nie begradet. Es ist nur zu befürchten, dass auch die steinernen Tafeln, die der Schulrat bemängelt, nicht so schnell repariert werden... Heinzwerner Goldstein 18

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