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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1991-01-01 · No. 55 (1991) · p. Seite 14

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1991
Issue
No. 55 (1991)
Date
1991-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Das waren die Juden in Berlin (EIN JUEDISCHES ADRESSBUCH, 193tj32) Von HEINZWERNER GOLDSTEIN In Bibliotheken fanden sich oft Bücher, die nostalgische Gedanken wachrufen. Das „Jüdische Adressbuch für Gross Berlin“ ist ein stattlicher Band, 108 Seiten, Einleitung, 448 Seiten vierspaltig Namen- und Adressenangaben, ein 38 seifiger Inseratenteil. Neugierig durchblättert man das im Goedega Verlag herausgegebene Adressbuch. Die letzte Bestandsaufnahme des berliner Judentums vor 1933. Die vergilbten Blätter sind übriggeblieben. Zuerst sucht man die Namen der Familie, dann wird weiter geblättert Bekannte Namen stehen da, andere vermissen wir unter den ungefähr 70,000 Eintragungen. Es fehlt ein Hinweis, wie die Listen zusammengestellt wurden. Aus der Einleitung, in der Synagogengemeinden und Verbände aufgezählt werden, ist zu schliessen, dass diese die Listen beigesteuert haben. Neben dem Namen des Familienvorstandes erscheinen ältere Kinder manchmal gsondert in den Listen, unter der gleichen Adresse. Wieviele Skizzen könnten und müssten geschrieben werden, um die Schicksale zu beschreiben, die alle die betreffen, deren Namen und Anschriften noch im Jahre 1931 registriert werden. •k Im Vorwort weisen die Herausgeber auf die Notwendigkeit eines jüdischen Adressbuches hin, durch das, wie die Gegner sagen, die Assimilation gehemmt werde. „Das deutsche Judentum hat eine schwere Zeit durchzumachen Politische und wirtschaftliche Sorgen bewölken den Horizont. Immer mehr wird die Judenfeindschaft eine Waffe, die rücksichtslos geschwungen wird. Der Kampf richtet sich gegen den jüdischen Menschen schlechthin“. Diese mutigen Worte werden sofort eingeschränkt.wir sind deutsch, weil es unsere Vorfahren waren, ...wie sehr die Judenfeinde unser Deutschtum auch leugnen wollen, es ist da, wir leben es jeden Tag, und keine Macht der Welt wird unsere Verbundenheit mit dem deutschen Volke zerreissen können“. Man verteidigt sich gegen den Vorwurf, der gegen Jüdische Verbände, jüdische Zeitungen, aber auch gegen ein jüdisches Adressbuch erhoben wird, „Unser Werk hat mit Irgendwelchen allgemein politischen oder selbst religiös politischen Erwägungen nichts zu tun“. Der „Jüdischen Gemeinde zu Berlin 1930“ wird ein langer Artikel gewidmet. „Für das deutsche Judentum war das Jahr 1930 ein Jahr voller Entbehrungen und Enttäuschungen“. Die „ökonomische Revolution“ belastet die Menschen, die im Handel und Gewerbe tätig sind. Die Reichstagswahlen am 14. September 1930 brachten mehr als sechs Millionen antisemitische Stimmen. Bei dem jüdischen Arbeitsamt sind 7000 Arbeitslose registriert, und man nimmt an, dass viele sich dort nicht gemeldet haben. In die Repräsentantenversammlung zieht am 30. November 1930 eine liberale Mehrheit ein. Es werden die Listen der Funktionäre angeführt; die der Gemeinderabbiner mit Dr. Leo Baeck an der Spitze, während Wilhelm Levi und Joachim Prinz als Prediger erscheinen. In den Volksschulen ist die Zahl der Schüler gestiegen, die Anmeldungen für die bei den Mittelschulen sind zurückgegangen. Die neue Mehrheit zeige t4 keine Neigung, den Vorschlag der Volkspartei, ein höheres Schulwerk zu errichten, durchzuführen, der damit auf mindestens vier Jahre zurückgestellt sei, ...Eine Prophezeihung, die die politischen Ereignisse zunichte machten. Ein Artikel wird der Synagogengemeinde Adass Jisroel gewidmet, einer dem Preussischen Landesverband, den jüdischen Organisationen, der Centralverein wird mit mehr als fünf Spalten gewürdigt, die zionistische Vereinigung erhält sechs Zeilen, der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“ sechzehn, die Jüdische Volkspartei vier. Das Kapitel „Hervorrangende Jüdische Persönlichkeiten in Berlin“ wird mit einem Aufsatz über James Simon eingeleitte, es folgen 127 Namen, „Nach Ermessen der Redaktion“. In dem Berlin von 1930 bestanden viele jüdische Vereinigungen, deren Vorstandsmitglieder und Sekretäre namentlich aufgeführt werden. Die Liste bringt acht Gruppen zur Förderung allgemeiner sozialer Zwecke, wie Ort und Ose, 27 Wohltätigkeitsvereine, von der Volksküche bis zur Ahava, und den zur Unterstützung jüdischer Blinder sowie „Hachnassat Kallah“, einer Hilfe für Bräute aus unbemittelten Familien. Mit Kultus- und Gemeindeangelegenheiten befassen sich 38 Gruppen, es bestehen 10 Jugend- und 7 Sportorganisationen, vom Makkabi bis zum Ruderclub Ivria, 8 kulturelle Vereinigungen, 8 akademische Verbindungen, 3 Gruppen „ehemaliger Zöglinge“, 11 Berufsorganisationen, 12 Frauenvereine, 5 zur Förderung des Palästina Aufbaus und 28 Heimatvereine. ★ Im Inseratenteil dominieren die Handwerker, Maler, Tischler, Tapezierer, Parkettverleger, Autolackierer, Bauhandwerker, Gas- und Wasserinstallateure, Glaser, Desinfektanten und Gravieranstalten, orthopädische Schuhmacher und Buchdrucker. Das waren die Juden von Berlin. Ende 1930! ★ Namen, Bilder, Schemen, die vor uns flimmern, wenn wir im jüdischen Adressbuch blättern, von dessen Vorhandensein die meisten von uns keine Ahnung hatten. Die Listen und die Adressen gehören einer endgültigen Vergangenheit an, die keine Fortsetzung kennt. Und wenn heute ein Jüdisches Adressbuch in Berlin erscheinen würde, fände sich keiner der angegebenen Namen unter der gleichen Anschrift wieder. Das „Jüdische Adressbuch Grossberlin, 1931. Gültig bis Mitte 1932“ stellt die Inventur des damaligen berliner Judentums dar. So ist es gewesen... Die Anzeichen des Zusammenbruchs hat man zwar damals schon erkannt, aber bewusst heruntergespielt. Man wollte die Gefahr nicht erkennen, sie passte nicht In die Vorstellungswelt der damaligen leitenden Persönlichkeiten, die nicht immer mit dem Geschehen konform ging. Ein gutgläubiger, aber tragischer Irrtum, der den Juden Berlins, denen Deutschlands und vieler anderer Länder Europas, für die scheinbar gelungene Assimilation ein Symbol darstellte, erschwerte die Entscheidung zur Auswanderung rechtzeitig zu treffen. MIRJAM (MARIECHEN) PERLE“ MAZAL TOV ZUM 100. GEBURTSTAG Frau Mirjam (Mariechen) Perle, geb. Guttmann, kam 1890 in Kempen, Posen, zur Welt. Im Jahre 1915 zog die Familie nach Breslau. Sie heiratete 1920 den Kaufmann S. Perle, einen Witwer mit fünf Kindern, an denen sie liebevoll Mutterstelle vertrat. Nach der Machtübernahme der Nazis 1933 wanderte die Familie in Palästina ein. In Tel Aviv wurde ihr Heim Mittelpunkt für Kinder und Enkel. Nach dem Ableben ihres Mannes siedelte sie in das städtische Elternheim in Ramat- Gan über, wo ihr Sohn Manfred (Mosche) in nächster Nähe wohnt. Im Laufe der 25 Jahre ihres dortigen Aufenthaltes erfreut sie sich allgemeiner Beliebtheit. Trotz ihres hohen Alters nimmt sie regen Anteil an allem, was im Heim, der Familie und in der Welt geschieht. Ihr 100ster Geburtstag wurde von der Heimleitung und sämtlichen Mitbewohnern gebührend gefeiert. An dem festlichen Ereignis nahmen ausser Kindern, Enkel und Urenkel auch Vertreter der Stadt Ramat-Gan Anteil. FRAU JETTY SILBERBERG MAZAL TOV ZUM 90. GEBURTSTAG Frau Jetty Silberberg feierte Schabat Vajigasch ihren 90. Geburtstag (bis 120) im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel — insgesamt um 110 Personen. Diese ganze Familie verbrachten diesen Schabbat in „Ramot-Shapira“. Das schönste Geburtstagsgeschenk war ihr Urenkel, der gerade in dieser Woche geboren wurde. SPENDE Chava Zuriel, Alisa Wagschal, Ahuva Rosenfeld, spendeten 150.— skl. zum Andenken und für die Jahrzeiten ihrer Eltern. i. I tfHWli Misracfil*dugendgruppe,_Breslau Programm zur Chanukahfeier im Ktslow.6682.jf . Begrüßung der* Qtst© R.-A. Dr. ßrzeblnasch v UchtzUnden Joeei Walk \ - Y,' Vortrag von 5 Jungen (als ChamikahHohte)*^^ : , Scbammes teö Kdnlg*ho*fer > ' ■ Y i'Ucht:.; Erich Könfghoefer; -..Jy '■ "• -Z.'" Erich FrtedlÄnder 3» ' •' Heinz Hartmann , 4. : Walter Bpdzariawskl Sohtetertanz £lli Rzczewaki \ . .*; ^Chanukahgodioh^arond^Aut' Di wstfartig. Meissner Porzelten Margot LOwohbefg \ ^!l^1 'Rezitationen Judith Cctm a hm*Singer, MärebeO^'ü«** -Y „ J. L .Paraa, Chamikah*t3aechtehtan Vlolinvortrag Frl/PioL Eizal-e*r<y artphityK- JdrgonliederSamualLachmanni,0»rFttHrm«nn?.Of»aM*K«i KUviatt>«8l«IUi*a *»«« in .fnfL-W*»se Herr Hen« Y ■- - - ■ •'t«# ’; ' JudttJCCphrrRyS’ Z«<*.nr.ann SjhM»cM ■ r' "• FrivProl. Emi-Bprfjr Sriphäxyj Vtoiinwrtf«8 V '. fiftouiftt Laohmana 1. ABdavaleder Warnen ' -£?».* 8, Ja ehrt U «,• jwamatl ooooooooaooo '* ’■■*}< * ‘AnacfcheGand geaeltlgM Beisammensein z . Mt I. a.|yo,raieigerOQg;eme». eh»0«rt«* Frachtkwba»

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