Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1991
- Issue
- No. 55 (1991)
- Date
- 1991-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Albert Lewkowitz >.a. Oberrabbiner Dr. Kurt Wilhelm s.A. schrieb in seinem Gedenkbuch für Dr. Paul Lazarus s.A. „Etwas vom jüdisch-theologischen Seminar in Breslau“ folgendes: „Jeder Absolvent des Breslauer Seminars bekennt sich zu dieser Alma Mater in Liebe und Dankbarkeit. Von Zacharias Frankel bis Isaak Heinemann haben hier bedeutende Männer der jüdischen Wissenschaft gewirkt: eine solche Fülle und Kontinuität jüdischer Gelehrsamkeit war in Europa kaum noch einmal anzutreffen“. Zu diesen Lehrern am Seminar gehörte auch Dr. Albert Lewkowitz s.A. Er wurde von seiner Schülern wegen seines Wissens und seiner grossen Rednergabe sehr verehrt. Sein Kollege Prof. Dr. Isaak Heinemann s.A. schrieb in dem Nachruf im „Mitteilungsblatt“ des Irgun Oie Merkas Europa: ,,1883 ist Dr. Lewkowitz geboren in Georgienberg/Oberschlesien. Er war der Sohn eines streng religiösen und talmudkundigen Vaters. Am Beuthener Gymnasium erwarb er das Zeugnis der Reife. In Breslau studierte er am jüdisch-theologischen Seminar. Aus den Händen des Seminarrabbiners Israel Lewi s.A. erhielt er das Rabbinatsdiplom. An der Universität in Breslau studierte er Philosophie. 1914 wurde ihm ein Lehrauftrag am Seminar für neuere und systematische Philosophie Übetragen. Durch seine tiefe und umfassende Kenntnis sowohl der jüdischen Quellen wie auch der Religionswissenschaften konnte er auf seine Hörer vor allem in Fragen der Weltanschauung einen bedeutenden Einfluss ausüben. 1914—1939 lehrte er am Seminar Philosophie, Pädagogik, Religionswissenschaft und Religionsphilosophie. Von 1914—16 war er Militärrabbiner in der deutschen Armee. Der neubestellte Dozent wurde bereits am ersten Mobilmachungstag zum Waffendienst einberufen. So mussten seine Vorlesungen über moderne Religionsphilosophie ausgesetzt werden. In der langen Zeit, die er am Seminar unterrichtete, erzog er eine grosse Anzahl seiner Schüler im Geist des Jüdisch-theologischen Seminars, das seine Aufgabe darin sah, im Geist des „positiv-historischen“ Judentums, den Weg zu finden, durch den das Judentum erhalten werden kann“. Für Dr. Lewkowitz waren Erhalt und Fortschritt des Judentums die Aufgabe, die wir in der Gegenwart zu lösen haben. Weder starres Festhalten am Althergebrachten noch unhistorische Reform können das Judentum in der Gegenwart und Zukunft er- Neben seiner Tätigkeit am Seminar, übernahm er eine Stelle als Religionslehrer bei der jüdischen Gemeinde in Breslau. Als Nachfolger des bedeutenden Historikers Markus Brann s.A. übernahm er einen Lehrauftrag für Pädagogik des Religionsunterrichts. Charakteristisch für ihn war der gute Besuch den seine Vorlesungen sowohl im Seminar wie auch in der Volkshochschule hatten. Darüberhinaus erschienen seine Arbeiten in einer grossen Reihe von Veröffentlichungen. In den wissenschaftlichen Beilagen zu den Jahresberichten des Seminars behandelt er die philosophischen und pädagogischen Themen. In der „Monatsschrift für die Geschichte und Wissenschaft des Judentums“ setzte er sicht mit den philosophischen Neuerscheinungen auseinander. Ausserdem veröffentlichte er im Aufträge der „Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums im Rahmen des Grundrisses der Gesamtwissenschaft des Judentums“ sein grosses Werk „Das Judentum und die geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts“ (1935). In diesem Buch schrieb mir mein verehrter Lehrer Dr. Lewkowitz folgende Worte: „Möge Reinheit des Herzens und Wahrheit des Denkens uns immer vereinigen in der Liebe zum Judentum“, Ihr Lewkowitz. Lewkowitz hielt seinem Seminar die Treue bis zur Schliessung durch die Nationalsozialisten Ende 1938. Es gelang ihm nach Holland zu fliehen zusammen mit seiner geliebten und verehrten Gattin Hildegard, geb. Bloch und seinen Söhnen. Dort erhielt er einige Lehraufträge in seinen Fächern. Dr. Lewkowitz lehrte ein Jahr am Jewish Theological Seminary/Amsierdam in seinen Fächern. 1943 kam das Ehepaar in das Konzentrationslager Westerborg und später nach Bergen-Belsen. 1944 wurden sie aus dem Lager befreit im Austausch gegen Deutsche, die in Palästina lebten. Nach den schweren Jahren im Konzentrationslager kam er am Ende des Krieges nach Haifa. Dort amtierte er als Prediger an einer Synagoge für Einwanderer aus Mitteleuropa. Ausserdem war er Lehrer für erwachsene Schüler. Er Wusste sie mit gleichem Erfolg wie in Breslau in Philosophie und Pädagogik einzuführen. Gleichzeitig Schrieb er in der Hebräischen Encyklopädie (Massada) eine Anzahl Artikel zur griechischen Philosophie. Lewkowitz, der sein ganzes Leben der Wissenschaft widmete, war trotzdem eine gesellige Natur. Er nahm am Leben und am Studium seiner Schüler mit Interesse teil. Er war Mitglied der Breslauer Lessing-Loge im U.O.B.B. und darüber hinaus auch Vize-Grosspräsident des Ordens. Nach dem 1. Weltkrieg machten sich die Forderungen einer neuen Zeit stürmisch geltend. Die Unruhe in der jüdischen Welt wuchs. Man suchte Stellung zu nehmen zu den grossen Problemen, die damals die Judenheit bewegten. In dieser Zeit wurden „Freie jüdische Volkshochschulen gegründet (die ihre Gründung einer Initiative von Franz Rosenzweig verdankten). Am 9. November 1919 wurde die „Freie jüdische Volkshochschule“ in Breslau gegründet, die jüdisches Wissen in weiteste Kreise tragen sollte. Von Beginn an war Dr. Lewkowitz Vorsitzender der Lehrhaus-Institution. Teilnahme am Leben der wissenschaftlichen Institutionen war ihm Bedürfnis. Uns, seinen Schülern war er nicht nur Lehrer und Vorbild, sondern auch väterlicher Freund. Im Haus von Dr. Albert und seiner Frau Hildegard haben wir viele schöne Stunden verlebt. Darum Messen wir — meine Frau Käthe und ich — uns am 7. Mai in Breslau von Rabb. Dr. Lewkowitz trauen. Nach der Rettung aus dem Konzentrationslager und der Befreiung von Leiden und Qualen, konnten wir mit dem Ehepaar Lewkowitz in Haifa unsere Korrespondenz wieder aufnehmen. Aus der Korrespondenz will ich nur die Auffassungen mitteilen, die für Dr. Lewkowitz charakteristisch sind. Am 23, Januar 1951, schrieb er mir nach Santiago de Chile. Sein Arbeitsplan war: „Jede Woche Unterricht an einem Lehrerseminar, Predigten und Vorträge in meiner Gemeinde und Vorlesungen in der Volkshochschule“. Eine Tätigkeit, die ihn sehr befriedigte. An seinen Vorlesungen nahmen über 100 Hörer teil. Darin sah er einen Beweis für das Interesse, das an allem Geistigen herrscht, trotz ihrer beruflichen Inanspruchnahme. „Schwierig ist es die Jugend zur Teilnahme am religiösen Leben zu gewinnen. Die schweren Verfolgungen, die wir erlebt haben, haben das religiöse Vertrauen stark erschüttert. Politische und wirtschaftliche Ideologien herrschen vor, wie das beim Aufbau des eigenen Staates verständlich ist“. In seinem letzten Brief an mich schrieb Dr. Lewkowitz: „Sie haben Recht, dass die hiesigen Probleme für die Gola unwesentlich sind. Besonders schwer ist es, die indifferente Masse der Liberalen für einen religiösen Aufbau des Landes zu aktivieren. Alles wird davon abhängen, ob es gelingt in der Jugend religiöse Energien zu wecken. Hier ist die grosse Aufgabe, die durch geeignete Lehrer zu lösen ist. Daran fehlt es noch sehr!“ Alle, die Dr. Lewkowitz als Schüler oder Freunde nahe standen, werden ihm ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren. Egon Israel Loewenstein, Jerusalem. DEUTSCHE NACHT Wer klopft? Warum klopft es in der Nacht? ich weiss schon wer es ist, darum — nicht aufgemacht! Ich habe Angst. Mein Mutter steht Auf aus dem Bett. Bis hin zur Türe geht Sie wie ein Blindes. Sie will den Vater schützen. Aufs Türholz wird gehaut. Drei Mann mit Mützen, Der Schirm verwegen auf den Nasenrücken. Stürmen herein. Ich will mich bücken Um nicht gesehen zu sein, da hör ich meine Mutter schreln, Ich fass den einen Mann am Bein — Seither hab ich die Schramme im Gesicht. Aus: Stella Rotenberg „GEDICHTE“, Edition Olamenu, Tel-Aviv SAGA DER HECHTFAMILIE. (Fortset. von S. 9) preis, 1988, für „Dienste für uas Land und der Gesellschaft“, erwähnt werden. Seit 1970 Ehrenbürger der Stadt Haifa. Die europäischen Unternehmungen der Familie sind aufgegeben. Die Hechts waren nicht die einzigen Juden in Deutschland, die sich in dieser Periode mit der Schiffahrt befasst haben, wie der Verfasser glaubt. Wir wollen nur zwei erwähnen, die auch zur Geschichte des Landes gehören. In Hamburg begann Richard Borchard 1905 mit einer Schlepperreederei, „Fairplay“, die später auch Handelsschiffe bereederte, von der Witwe, Lucy, übernommen und weitergeführt. Einer der Söhne gründete 1934 die „Atid“, die bis 1968 bestand und auf deren Schiffen viele der späteren Seeleute des Staates ihre erste Ausbildung begonnen haben .Der andere ist Arnold Bernstein, der In Hamburg die Red Star Line bereederte, der 1936 einen Passagierdienst im Mittelmeer einführte, mit der „Tel Aviv", was ihm in Deutschland Haftwie Geldstrafe einbrachte, die zum Verlust der Reederei führte. ★ Das Buch bringt den Lebenslauf zweier Generationen für die das Getreide, die Körnerfrucht, Verschiffung, Behandlung, Verteilung, zur Lebensaufgabe wurde. Rüben Hecht konnte sein Ziel verwirklichen, das ihn mehr als 50 Jahre beherrscht, Getreidesilos in Israel aufzubauent und sie zu den modernsten der Welt zu machen, deren Umschlag wie Arbeitsweise immer wieder internationle Anerkennung findet. Heinzwerner Goldstein 13