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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1991-01-01 · No. 55 (1991) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1991
Issue
No. 55 (1991)
Date
1991-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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GIDEON HAUSNER ur - IN ME MO RI AM Mit Hausners Heimang vor kurzer Zeit ist ein wichtiges Stück israelischer Zeitgeschichte zu Grabe ge'.ragen worden. Der 1915 in Lemberg (Lwow) geborene Sohn eines führenden Rabbiners der polnischen Mizrachi-Bewegung, kam er im Alter von 12 mit der Familie nach Erelz Jisrael. Später dann studierte er Jura und gab bald ein andauerndes Interesse am Studium der Geschichte kund, dem er an der Hebräischen Universität in Jerusalem viel Zeit und Arbeit widmete. Im Vaterhaus wurde schon frühzeitig sein Interesse an öffentlicher Tätigkeit geweckt. Als geachteter und erfolgreicher Anwalt in Jerusalem wurde er bald Mitglied der Exekutive der damals noch bedeutenden Unabhängigen Liberalen Partei. Das war der Ort, an dem viele der aus Deutschland eingewandertes Akademiker ihren natürlichen Tätigkeitsort fanden und ihm den besonderen Charakter dieser Partei sicherten. Das Justizministerium unter der 12jährigen Leitung unseres ersten Justizministers Pinchas Rosen (Rosenblüth) schuldet noch heute der deutschen Alijah einen wesentlichen Dank. Als dann Ende 1959 der damalige Generalstaatsanwalt Chaim Cohn zum Richteramt am Obersten Gericht berufen wurde, konnte Rosen seinen Freund Hausner zur Übernahme dieses so wichtigen und unglaublich verantwortlichen Amts bewegen. Dieses war, durch die Persönlichkeit Cohns geprägt, eine wenig beneidete, weil schwer auf der alten Höhe weiterzuführende Aufgabe geworden. Hausner hatte bei der Übernahme wohl keine Ahnung, welch unglaublich einmalige Leistung über kurz von ihm verlangt und durch ihn in so einmaliger Form zur Ausführung kommen würde. Die ersten 18 Monate seiner Amtsführung als Generalstaatsanwalt bis Mitte 1963 musste Gideon Hausner mit der schrecklichen Last des Eichmann- Prozesses leben. Sein historischer Sinn, aber wohl auch das Bewusstsein eines Verlustes, der ihn zunächst auch persönlich traf — nämlich der grauenhafte Verlust des beinahe gesamten Bestandes unsres Volks im polnischen Raum unter deutscher Nazi-Verwaltung während des Völkermords im 2. Weltkrieg, gab den Ton an in den Arbeitszimmern der ’SlaäTSatiwattschaft, -4ie—mit_der Vorbereitung des Eichmann-Prozesses einen ganzen Winter hindurch beschäftigt war. Als man dann sofort nach dem Pessach-Fest 1960 Gideon Hausner in dem eben eingeweihten Volksbildungssaal in Jerusalem vor den drei Richlern aufstehen sah, um die einleitenden Worte eines Scheliach-Zibur (Gemeindevorbeter) an sie und die Welt zu richten, zum ersten Mal vor den Linsen der Fernsehkameras in Israel — ganz wie ein Hohepriester im Allerheiligsten am Jom-Kippur — da wussten wir alle, dass d.eser Hausner das unglaubliche fertig brachte: den ehemaligen deutschen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann zur Verantwortung vor das Gericht der Geschichte, vor das Gericht des G'ttes der Geschichte zu laden. Hausners durch den ganzen Prozess laufende stille Diskussion mit seinen Richtern zur Frage der Relevanz eines grossen Teils der vielen Anklagezeugon zur eigentlichen Schuldfrage Eichmanns soll hier nicht beleuchtet werden. Es bleibt das his'.orische Verdienst des Heimgegangenen keinen Moment die historische Bedeutung des Rechtsganges aus dem Auge gelassen zu haben — eines Rechtsgangs, den die Menschheit mit G’ttes Hilfe nie wieder erleben soll. Ya'acov Baror (Breuer) Die Synagoge „Zum Weissen Storch"... (Fortsetzung von Seite 6) preussischen Emanzipationsediktes von 1812 wird i hier der Wunsch sichtbar, sich als selbständige Gruppe und Konfession darzustellen. Verbunden damit war aber auch eine Abgrenzung gegen überlieferte Formen des Gottesdienstes. Deutlich wird dies aus dem ursprünglichen Verzicht auf die Errichtung eines Almemors, von dem aus üblicher- ..weise die Thora verlesen .wird,..sowie andem-Fehlen eines Sichtgitters vor den Frauenemporen. Bis zur Eröffnung der Synagoge „Am Anger“ bildete der Weisse Storch so den sozialen und kulturellen Mittelpunkt des liberalen Breslauer Judentums. hends. Vor allem Beschädigungen im Dach beschleunigen den Verfall der Umfassungsmauern, besonders im nordwestlichen Teil des Gebäudes, und der Treppenhäuser in der Vorhalle. Die bisherigen konservatorischen Massnahmen beschränken sich lediglich auf die Stützung des vom Einsturz bedrohten Gewölbes. Auch die in Stuck ausgeführten Dekorationsmoiive an den beiden Hauptfassacjenjjef.ind^n?ichjp .einem ruinösen .Zustand. Eine grundsätzliche Instandsetzung dieses einzigartigen Denkmals jüdischer Kultur aus der frühen Emanzipationszeit, aber auch das Werk eines bedeutenden schlesischen Architekten, wäre dringend notwendig. Zur Eröffnung der Synagoge im Jahre 1829 hatte Joseph Holschau zum Gedenken an seine verstorbenen Eltern einen Thoravorhang gestiftet, auf dem in hebräischer Sprache zu lesen stand: „Denke doch daran, wer ist als Unschuldiger untergegangen, und wo wurden Redliche vernichtet? Im Staube stirbt nicht ihr Stamm. Es werden in der Stadt nicht vergessen werden, die also taten“. Der Vorhang ist heute verschwunden — die Möglichkeit aber, seine Mahnung ernst zu nehmen, besteht noch. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.2.1990) Der Au or lebt in Breslau. 1873 übernahm der konservative Teil der Gemeinde diese Synagoge, die bereits im gleichen Jahr erweitert wurde. 1905 wurden die von dem Maler Raphael Biow verfertigten Wandmalereien gründlich umgestaltet und durch romanisierende Formen ersetzt. 1929 schliesslich wurde der gesamte innenraum auf Wunsch der orthodoxen Gemeindemitglieder gemäss den Gesetzen der Tradition verändert und erstmals auch ein Almemor errichtet. Diese im Zusammenhang mit dem hundertsten Jahrestag der Synagoge vorgenommene Renovierung war die letzte grössere Bauarbeit an dem Gebäude. Ihrer Lage in einem Innehof, umgeben von zahlreichen Häusern, ist es zuzuschreiben, dass sie nicht in der Nacht des 9. November 1938 zerstört wurde. Bis Ende 1941 fanden hier noch Goitesdienste statt, danach diente die Storchsynagoge als vorübergehendes Samellager für die in die Vernichtungslager deportierten Breslauer und schlesischen Juden. In den Nachkriegsjahren wurde die Synagoge von der nunmehr polnischsprachigen jüdischen Gemeinde als Gotteshaus genutzt. 1969 wurde hier zum letzten Mal ein Gottesdienst abgehalten. Seitdem steht die Synagoge leer und zerfällt zuse- "¥t~ S-Ss? .i-ä-Sär':; Ansicht der Synagoge von heute 10

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