Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1991
- Issue
- No. 55 (1991)
- Date
- 1991-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE SAGA DER HECHTFAMILIE Die die Unterstadt Haifas beherrschenden Anlagen des Getreidesilos erwecken Neugierde nach der Persönlichkeit, die den Betrieb geplant, aufgebaut und führt. Dem Aussenstehenden sagt der Name, Dr. Buben Hecht, wenig. Für ihn, der 1937 der Mandatregierung einen Plan vorlegte, und die ihn ablehnle, um den jüdischen Einfluss im Hafen nicht zu verstärken, beruht das Projekt auf Familientradition und Erfahrungen. Die fast hundertjährige Geschichte der Familie hat Zvi Herman angeregt, ihr eine Untersuchung zu widmen. Ihm wurden die Archive der Firma wie der Familie zur Verfügung gestellt. So ist ein Buch von fast 500 Seiten entstaden. Er bemüht sich, trotz gegensätzlicher politischer Einstellung, wie er in der Einleitung betont, dem Thema wie den „Helden", Vater und Sohn, gerecht zu werden. Das Buch „Der Strom und das Getreide“ — The River and the Grain — will mehr als ein Familienroman sein. Längere geschichtliche Betrachtungen sind der Entwicklung des Gebiets wie der Geschichte der Juden in dem Raum gewidmet; „Der Rhein ist der Fluss, der teilt, und einigt. ★ Ein Ahn der Familie, die 1812 den Namen Hecht annimmt, ist ein Laser aus dem Jahre 1653. Samson, 1340 in Werkheim geboren, besuchte die höhere Schule und das Lehrerseminar in Karlsruhe. Von seinen Söhnen wird einer Jurist, der andere Philolog, später Redakteur der „Frankfurter Zeitung“. Die Vorgeschichte wird ausführlich behandelt, wie die Schwierigkeiten der Flussschiffahrt im 19. Jahrhundert, bevor die Ströme reguliert werden. Zwei andere Söhne beginnen in jungen Jahren bei Transport- und Schifffahrtsfirmen zu arbeiten. Hermann, der Ältere, in Rotterdam beim Körnertransport, dem 19jährigen Bruder verschafft er einen Job in Antwerpen, Jakob, 1879—1963, gründet 1907 die „Belgische Flussschiffahrtsgesellschaft“. Die Banken vertrauen dem 28jährigen, geben Kredite, um das erste Schiff zu erwerben. Ein Jahr später, 1908, errichten beide Brüder die „Rhenania“, der Beginn des späteren wirtschaftlichen Imperiums. Jakob heiratet, lebt weiter in Antwerpen, wo 1909 Rudolf geboren wird. Für den Autor ist der jüngere das „Familienoberhaupt, seine Meinung war die Entscheidende“. Die Firma entwickelt sich. Bis zum ersten Weltkrieg sichern sie sich Lagerplätze wie Handelsrechte in den Rheinorten wie an den Nebenflüssen, gründen Tochtergesellschaften. Nach dem Krieg folgt 1920 die „Neptun“ in Basel, Jakob bringt die Familie in die Schweiz. ★ Wir wollen uns an den Familienroman halten, und nicht auf die statistischen, historischen, wirtschaftlichen Angaben eingehen. In Basel beendet Rüben, wie er sich als Zionist nennt, die Schule, wird Mitglied des „Blau-Weiss“. Es zeigen sich Anzeichen eines „Vater-Sohn-Konflikts“, der später manchmal dramatische Höhepunkte erreicht, aber schliesslich im Einvernehmen endet, ein Verhältnis geprägt von „Bewunderung, Hass und Liebe". Rüben studiert in München, Heidelberg und Berlin, wird 1931 Diplom Vilkswirt, 1933 Doktor für politische Wissenschaften. Das Thema der Dissertation „Die Frachtenbildung der Rheinschiffart“, für das er sich in der Firma wie auf den Schiffen vorbereitet hat. Zvi Herman: The River and the Grain Zmora-Bitan, Tel Aviv, Herzl Press, New York Der junge Doktor geht für einige Monate nach Paris, um mit Jabotinsky zu arbeiten, 1936 kommt er nach Palästina, von wo aus ihn David Raziel, der damalige Leiter der Untergrundgruppen, Ende 1938 nach Europa schickt, um die damals illegale Einwanderung zu organisieren. Januar 1939 wird ein „Auswanderungsbüro“ in Zürich eröffnet. Die britische Regierung protestierte in Bern, Juden seien keine politischen Flüchtlinge, „sie für die illegale Einwanderung nach Palästina zu organisieren, sei eine Beleidigung Grossbritanniens“. Die Berner Behörden verlangen, das Büro zu schliessen, aber die kantonalen, die die Entscheidung haben, sehen darüber hinweg. Als schweizer Bürger kann er herumfahren, Gruppen zusammenstellen, und auf den Weg bringen. Ostern 1941 wird er, jung verheiratet, in Belgrad durch die deutsche Invasion überrascht. Es gelingt den Paar, das Hotel, das Hauptquartier des deutschen Generals wurde, zu verlassen, und über Italien in die Schweiz zu kommen. Er gehört zu den wenigen, die auf den „Schwarzen Listen“ der Deutschen wir der Briten standen, In Zürich lernt er einen amerikanischen Konsul kennen, ein Freund des Präsidenten Roosevelt. Der Konsul, später in der amerikanischen Verwaltung in Deutschland, beschleunigt nach dem Krieg die Restitution, die schweizerische Neptun wird bald aus den schwarzen Listen gestrichen, die Rhenania 1948 wieder von der Familie übernommen. ★ Dr. Hecht kommt 1948 wieder nach Israel. Mit Billigung des Vaters verhandelt er mit der Regierung. Er überzeugt die Minister für Transport wie Handel das System der Entladung der Getreide- Am 20. Oktober 1990 trafen sich die Mitglieder des Vereins anlässlich der jährlichen Generalversammlung, im „Beth Schalom“, Tel-Aviv, Graetzstr. 15. Es wurde über die Arbeit des Vereins im vergangenen Jahr berichtet und auch über die Pläne in der Zukunft. Zu unserer Freude trafen sich 23 ehemaliger Breslauer, im Gegensatz zu einer Zusammenkunft vor etwa einem Jahr, die eine sehr schwache Beteiligung aufwies. Bei einer Tasse Kaffee/Tee unterhielt man sich über alte Zeiten und über die diversen Berichte über die Reste der jüdischen Gemeinde im heutigen Breslau, über den Zustand der zwei Friedhöfe (Cosel und Lohestrasse) und der einzigen überlebenden Synagoge, der „Storch“ auf der Wallstrasse. Die Teilnehmer wurden gebeten sich vorzustellen und erzählten über ihre Schulzeit und welche Schule sie besuchten, über ihre Alija nach Erez-Israel, ihren Beruf, und persönliche Interessen. Man erzählte Erlebnisse als Soldaten in damaligen Armeen und später in der israelischen Armee. Einige Teilnehmer erklärten sich bereit, der Leitung die ohne jedes Büro, oder Angestellte die Vereinsarbeit leistet, zur Seite zu stehen. Man setzte ein zweites Treffen an, welches am 3.12.90 stattfand und wieder als sehr geglückt bezeichnet werden darf. Frau Mirjam Ben-Zwi, geb. schiffe zu modernisieren, aber nicht die Bürokratie, die in ihm einen „Fremden“ sieht, der über ihre Köpfe mit Ministern verhandelt. Die Diskussion verärgert den Vater, der sich von dem Projekt zurückzieht. Der Vertrag, der zustande kommt, die erste Konzession Israels, wird erst im August 1950 unterzeichnet, „Dagon“ 1951 gegründet, ein Jahr später mit dem Bau begonnen, 1955 mit der Arbeit. Dr. Hecht, nun ohne die Neptun, kämpft um die Kapitalaufbringüng, aber auch gegen bürokratische Schikanen. Er ruft Pressekonferenzen ein. Ein nicht sympathisches Kapitel der israelischen Wirtschaftsgeschichte. Der Vater, jetzt stolz auf den Sohn, der die Prüfung bestanden hat, beteiligt sich doch, schickt Techniker, die den Bau der Anlagen überwachen. „Die Geschichte wiederholt sich“, nennt der Verfasser das Kapitel, das die Diskussion über die Konzession in Aschdod, dreissig Jahre später, beschreibt. Der Vertrag wird 1981 unterzeichnet. ★ Zu den „hobbies“ Dr. Hechts gehören neben politischen Aktivitälen künstlerische wie geistige Beschäftigung. Als Student hat er „nebenbei“ Archäologie, Kunstgeschichte, Naturwissenschaften, belegt gehabt, im Untergeschoss des Bürogebäudes wird 1956 ein „Getreidemuseum“ eingerichtet, das dem Thema gewidmet ist. antike Funde, Münzen, Ackergeräte, Figurinen der Fruchtbarkeitsgötter, Im Jahre 1984 folgt eine Stiftung, das „Rüben- und Edith-Hecht Museum“ in den Räumen der Universität, dem „Volk von Israel in Erez Israel“ gewidms', das archäologische Sammlungen zeigt wie ein Kunstmuseum aus privaten Befänden. Aus der Liste der Auszeichnungen soll die erste, 1960, der Kaplanpreis für „Arbeitsleistungen“ wie der Israel- (Fortsetzung auf Seite 13) Freund, ehemals Gutenbergstr. 47, erzählte von ihrer Reise, im Juli, nach Breslau. Nach den sehr interessanten Ausführungen der Referentin, las eine weitere Breslauerin einen Bericht vor, der das Leben ihrer Mutter und Schwester in Berlin im Jahre 1941 beschrieb; erschreckend in seiner Tragik und bewundernswert in dem hartnäckigen Festhalten am Leben und an der Hoffnung auf eine normale Zukunft. Die Vorträge wurden auf Kassette aufgenommen und probeweise ins Ausland an alte Breslauer zur evtl. Weiterleitung geschickt. Wir erwarten Reaktionen. Dasselbe gillt für Dokumente, die gefragt sind und von uns vielleicht beschafft werden können. Diesmal stellten sich aus den Teilnehmern — über 25 Menschen — einige als Mitarbeiter zur Verfügung, eine wesentliche Entlastung für die „alte Garde“. Es wurde wieder gebeten Empfänger für eine gern zur Verfügung stehende geldliche Hilfe ausfindig zu machen, die gesundheitliche Probleme haben, welche damit erleichtert werden können. Erste Hilfe bei Einzahlung in ein Altersheim oder für Hilfskräfte, die jedenfalls vorübergehend zugezogen werden können. Im ganzen waren diese Treffen sehr freundschaftlich. Wir sehen der Erweiterung dieses Kreises mit Vergnügen entgegen. Aus der Vereinsarbeit —Fortschritte 9