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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2004-01-01 · No. 76 (2004) · p. Seite 11

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2004
Issue
No. 76 (2004)
Date
2004-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 Der dritte Sehritt Der Vatikan und seine Arcfiivpolitik Der 15. Februar 2002 wird vielleicht in die Geschichte eingehen. An jenem Tag kündigte der Vatikan an, in einem Jahr werde er seine Archive über das Pontifikat Pius XI. (1922-1939) öffnen. Es ist nicht bei der Ankündigung geblieben. Mitte Februar wurde aus der Ankündigung Wirklichkeit. Seitdem stehen etwa 100 bis 150 Schachteln mit jeweils 200 bis 300 Blättern der Forschung offen. Vor großen Ploffnungen, nun endlich die Vatikan-Politik während der Nazizeit erforschen zu können, sei allerdings gewarnt. Obwohl die Akten Protokollnummern haben, kann es Lücken geben. Aus dem Vatikan verlautete vorsorglich, in der Berliner Nuntiatur sei während des Krieges vieles bei Bombenangriffen verbrannt. Das kann zutreffen. Schließlich hatte Nuntius Eugenio Pacelli - der spätere Papst Pius XII. seinen Amtssitz mitten in Berlin. Hier wäre, wie der katholische Theologe an der Universität Münster, Prof. Hubert Wolf, einer Zeitung sagte, interessant zu erfahren, was Pacelli dem Papst z.B. über die Reichspogromnacht vom November 1938 gemeldet und wie dieser reagiert hat. Außerdem, so Wolf, handle es sich jetzt nur um die politischen Akten des deutschen Bereichs. "Wie es zum lehramtlichen Verbot von Rosenbergs 'Mythos des 20. Jahrhunderts1 kam, können Sie aus den jetzt zugänglichen Akten erheben." Der Zeithistoriker Prof. Wolfgang Schieder stellte fest: "Sein Schweigen gegenüber dem Holocaust braucht nicht mehr nachgewiesen zu werden. Auch die Gründe dafür, so unverständlich sie uns heute sein mögen, sind bekannt. Und die Hoffnung, bei Pius XII. etwa doch noch eine antisemitische Äußerung zu finden, ist abwegig. Dieser eigenartige Papst war gewiss nicht judenfeindlich eingestellt, im Unterschied zu Pius XL übrigens, der 'Juden' und 'Bolschewisten' schon einmal gern in einem Atemzug nannte." Außerdem öffnet der Vatikan nicht zum ersten Mal seine Dokumente über jene Zeit. Nachdem Rolf Hochhuth 1963 mit seinem Theaterstück 'Der Stellvertreter' die Diskussion über die Rolle der katholischen Kirche während des Holocaust eröffnet hatte, geriet Rom unter so starken Druck, dass kurz darauf vier Jesuiten mit dem Studium der Akten begannen. Sie veröffentlichten zwischen 1965 und 1981 elf Bände Akten. Diese Publikation war freilich völlig einseitig und unvollständig. So fehlte der Wortlaut des berühmten Memorandums vom 18. März 1942 von Gerhart M. Riegner, dem Vertreter des Jüdischen Weltkongresses in Genf, an den Nuntius in Bern mit Berichten über den Beginn des Völkermordes in Polen. Etwa zehn Jahre später durften katholische und jüdische Fachleute Dokumente studieren. Da ihnen vieles verschlossen blieb, brachen sie nach kurzer Zeit ihre Arbeit ab. Nun handelt es sich also um den dritten Schritt. Dabei ist zu bedenken, dass Deutschland keineswegs der Brennpunkt vatikanischer Politik war - leider. Der Papast interessierte sich mehr für seine unmittelbare Umgebung und katholische Staaten: Der Faschismus in Italien, in Spanien, in Portugal. Darüber ist weniger bekannt als über die Politik gegenüber Nazideutschland. Schieder lenkt den Blick auf diesen Aspekt päpstlicher Politik. "Gern wüsste man auch, ob die vehemente Unterstützung des faschistischen Imperialismus durch die katholischen Bischöfe und Priester Italiens im Äthiopienkrieg von 1935/1936 und im spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 von der Kurie selbst inszeniert worden ist." Für die Politik der Päpste jener Zeit gegenüber dem "Dritten Reich" aufschlussreich ist es auch, wie Rom die katholischen Partner der Nazis beurteilt hat. Über den Austrofaschismus in Österreich, die Massenmörder im faschistischen Ustascha-Kroatien und ihre Kollegen Massenmörder in der Slowakei unter dem katholischen Priester Jozef Tiso ist wenig bekannt. Das gilt gleichermaßen für die Zeit danach. Hat der Vatikan sich um die Mörder gekümmert, ihnen zur Flucht verholten wie Bischof Alois Hudal im Vatikan Deutschen wie Eichmann, Mengele, Stangl und vielen anderen die Flucht in ferne Kontinente möglich gemacht hat? In Yad Vashem in Jerusalem, dem Ort des Gedächtnisses und der Forschung in Israel, gibt es zwar viele Berichte über die Morde an Juden in diesen Staaten. Was fehlt, das sind offizielle Dokumente des Vatikans. Im Gespräch mit der "Jüdischen Allgemeinen" wies derVorsitzende des Direktoriums von Yad Vashem, Avner Shalew, auf kaum bekannte Einschränkungen hin. Er habe einen "Vorbehalt, denn der Vatikan macht nicht die Originalakten zugänglich, sondern das, was von seinen Archivaren bereits überarbeitet wurde. Das gibt natürlich Anlass zu der Vermutung, dass vielleicht einige der Briefe oder Dokumente der Akten entfernt wurden." Heiner Lichtenstein "Die Mahnung", 1.5.2003 Ich suche ... Zwecks Erforschung der Geschichte der Groß-Strehlitzer Juden suche ich nach Publikationen (Zeitungsartikel, Gedenkschriften, Jubileumsschriften, Gemeindeblätter, usw.) und Fotos, die zum Beispiel die Synagoge, das Gemeindehaus, den Friedhof, jüdische Feiern oder Persönlichkeiten der Gemeinde zeigen. Darüber hinaus bin ich an Kontakten mit Zeitzeugen aus Groß-Strehlitz interessiert. Außerdem hoffe ich, durch Angehörige und Nachkommen jüdischer Familien aus Groß- Strehlitz etwa über die Familiengeschichte erfahren zu können, die oft genug mit der Gemeindegeschichte und mit der allgemeinen Geschichte verknüpft war. Ich suche zum Beispiel nach Angehörigen der Familie Freund (Arzt Dr. Louis Freund), der Familie König (Arzt Dr. König), der Familie Schöngut (Kaufmann Abraham Schöngut), der Familien Nothmann (Kaufleute Albert und Fritz Nothmann, Destillerie Willy Nothmann), der Familien Naumann (Rechtsanwalt) bzw. Sternberger/Naumann, der Familien Jacob (Kantor), Graetzer, Steinitz, Perl, Wachsner, Wohlauer. Für diese und weitere Informationen und Kontakte wäre ich dankbar. Adresse: Dr. Horst Sassin, Wildbahn 18, D-42651 Solingen. Unsere Leser schreiben . . . alles Gute! Die "Ehemaligen Breslauer" können nicht mehr sehr jung sein? Ich danke für die "Mitteilungen" Nr. 75. Shalom, Inge Heilborn, 1006 Bodmin Avenue, San Leandro, CA 94579. •X"X>X‘:WX*X‘X,XVX‘X-X-X-X\-X-X-X-X*X,X-X"X*X"X,X"X>X'X •X‘.vxx-:-:-x-xx-:-x •XwX*XwivX,X*X‘i,X‘X,X,X,X,X,X,X,X,X,X,XlX,XwX‘X,i,X,X‘X,X‘X,XlX,X-X-X»i,X‘I*X-X-:,I,XyX

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