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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2003-01-01 · No. 75 (2003) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2003
Issue
No. 75 (2003)
Date
2003-01-01
Page
Seite 10 (sequence 1743)
Language
German
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10 Helmut G. Asper: "Etwas Besseres als den Tod..." Filmexil in Hollywood Porträts, Filme, Dokumente, Schüren-Verlag 2002, Edition Film-Dienst In Zusammenarbeit mit ARTE Deutschland TV GmbH, 679 Seiten Dieses Buch handelt von einer großen Gruppe von Flüchtlingen, die das nationalsozialistische Deutschland aus politischen, vor allem aber aus rassischen Gründen verlassen mussten, über die jedoch in dieser umfassenden Weise bisher noch nicht geschrieben wurde. Einzelschicksale waren bisher behandelt worden, bestimmte Themen erforscht worden; aber ein solch eingehender, umfangreicher Überblick über die vielen Filmschaffenden, die aus Deutschland vertrieben wurden, liegt bisher noch nicht vor. Etwa 2000 Beschäftigte aus allen Gebieten der Filmkunst verließen nach 1933 das Land, ungefähr 800 von ihnen erreichten schließlich Flollywood. Der Autor Helmut G. Asper berichtet in den Einleitungskapiteln auch kurz über das Leben der Filmeschaffenden, die - vorübergehend oder endgültig - in andere Exilländer flüchteten; aber das eigentliche Thema ist doch das "Filmexil in Hollywood". Es waren auch nicht nur Emigranten aus Deutschland und später aus Österreich, die Hollywood erreichten, sondern nach Besetzung und Kriegsbeginn auch Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei, Polen, Ungarn und Westeuropa. Kamen in den ersten Jahren nur diejenigen Filmschaffenden, die bereits einen Vertrag hatten, so trafen ab Frühjahr1938 sehr viele Emigranten ein, die auf eine Betätigung in der großen Filmindustrie von Hollywood hofften. Die Schicksale und Karrieren der Einzelnen in den verschiedenen Filmbranchen verliefen sehr unterschiedlich; berühmte Namen fanden schneller eine Arbeitsmöglichkeit, unbekante Filmleute hatten es weit schwerer. Die Integration, die Anpassung an die amerikanische Mentalität fiel besonders älteren Menschen schwerer als jüngeren Exilanten. Ein Haupthindernis, besonders für die Schauspieler, war die Sprachbarriere. H.G. A-sper schreibt deshalb: "Wegen dieser außerordentlichen Vielfalt unterschiedlichster Schicksale ist es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, eine Gesamtdarstellung des Filmexils in Hollyood zu geben. Dieses Buch strebt keine Vollständigkeit an, und es ist auch nicht als Lexikon des Filmexils in Hollywood gedacht, vielmehr sollen exemplarisch Karrieren von Filmexilanten in den wichtigsten Filmberufen nachgezeichnet werden, wobei der Akzent auf ihrer beruflichen Laufbahn liegt und darauf, was sie mit ihrer Arbeit zum Exilfilm und zum amerikanischen Kino beigetragen haben." (S. 28 f) So unterteilt der Autor die ungeheure Fülle der stofflichen Gegebenheiten in Sachgebiete auf und berichtet in den einzelnen Abschnitten über exemplarische Karrieren von Regisseuren, Produzenten und Agenten, Schauspielerinnen und Schauspielern, Filmtechnikern, Kameraleuten, Cuttern, Filmarchitekten, Drehbuchautoren, Filmkritikern, Choreographen und Komponisten, sogar über die Arbeit im Disney-Studio. An viele berühmte und weniger bekannte Vertreter ihres Faches wird dabei erinnert; besonders aufschlussreich ist die Beschäftigung von deutschen Exilschriftstellern als Filmschreiber für Hollywood. Die Namen der Filme, ihrer Künstler und Techniker auch nur auszugsweise zu nennen, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen; es sind ihrer allzu zahlreiche. Für seine Untersuchung und Darstellung benutzt H.G. Asper u.a. biographische und autobiographische Berichte, Interviews, Kritiken, Briefe, D r e h b u c h a u s z ü g e und viel Dokumentationsmaterial. Hinzu kommen unendlich viele Fotos von Einzelpersonen und Filmszenen, die die Berichte sehr anschaulich machen. Von besonderem Interesse ist das Kapitel über Exilfilme; denn bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war es in vielen Studios durchaus nicht einfach, ja sogar unmöglich, kritische Filme gegen den Nationalsozialismus herzustellen und damit Widerstandsarbeit aus dem Exil zu leisten. Erst spät, fast zu spät wurde die Gefahr, die vom Nationalsozialismus ausging, erkannt; aber Themen wie Deportation oder Ermordung der Juden bekamen keine Resonanz in Filmen; nur Einzelschicksale fanden Erwähnung. Hierbei ist aber an die persönliche Hilfe besser gestellter Emigranten für ihre Schicksalsgenossen, die keinen Erfolg hatten, zu erinnern, z.B. durch die Gründung des European Film Fund. Auch die Zeit nach 1945 wird im Abschlusskapitel kritisch betrachtet, und zwar beispielhaft anhand der Remigration von Fritz Kortner und der Aufnahme seines Films "Der Ruf" im Nachkriegsdeutschland. Es ist so ein sehr wichtiges Buch entstanden, das das Schicksal einer höchst vielseitigen Exilgruppe intensiv und umfassend untersucht und darstellt. Vom Thema her schon recht interessant, bietet es doch in seiner Darstellungsweise Vielfalt und einprägsame Lesbarkeit; denn - so schreibt der Autor: "Dieses Buch wendet sich an ein breites Lesepublikum, an alle diejendigen, die sich für Film, Geschichte und Filmgeschichte interessieren, und ist nicht nur für den kleinen Kreis von Filmhistorikern und -Wissenschaftlern geschrieben. Es ist mein ausdrückliches Anliegen, Schicksal und Leistung der Filmemigration einem möglichst großen Publikum zu vermitteln" (S. 658). Dabei ist nicht auf einen überschaubaren wissenschaftlichen Apparat verzichtet worden. Es ist ein Werk entstanden, das zeigt, wie viel Deutschland durch die Vertreibung schöpferischer Kräfte verloren und Hollywood durch die Aufnahme dieses künstlerischen Angebots gewonnen hat. Waltraud Reh feld "Die Mahnung", 1.7.2003

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