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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2003-01-01 · No. 75 (2003) · p. Seite 8

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2003
Issue
No. 75 (2003)
Date
2003-01-01
Page
Seite 8 (sequence 1741)
Language
German
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8 Kooperation, Teamgeist und Humor Die VI. Internationale Konferenz zum Antisemitismus von Susanne Urban Ein "normaler" Konferenzbericht kann dies nicht werden. Jedenfalls nicht in dem Sinn - jener hat dies und dieser jenes referiert. Und dann wurden jene und diese Diskussionen geführt. Trotz der Situation in Israel und dem grassierenden Unverständnis in Europa für jüdische wie israelische Angelegenheiten, Befindlichkeiten und Realitäten ist es nicht wichtig, jedes einzelne Referat zu wiederholen. Der alle verbindende Geist und die Artikulation eines gemeinsamen Ziels waren es, die diese Konferenz zu etwas Besonderem machten. Sie unterschied sich von vielen Konferenzen ähnlichen Zuschnitts in Deutschland. Doch dazu später mehr. "Fakten" Die IV. Internationale Konferenz zum Antisemitismus, wie alle zuvor vom "Stephen- Roth-Institute for the Study of Contemporary Antisemitism and Racism" der Tel Aviv University unter der Leitung von Prof. Dina Porat einberufen, fand vom 30. September bis 3. Oktober in Mexico-City statt. Warum Mexico? Weil Renee Dayan-Shabot von der "Tribuna Israelita" von der ersten Konferenz an - seit 1992 - gesagt hatte: "Nächstes Mal in Mexico". Dem Engagement dieser kleinen zähen Frau war es dann auch, in "Tateinheit" mit Lilian Magidin, Vera Robbins und Silvia Turek, ebenfalls von der "Tribuna Israelita" zu verdanken, dass die Konferenz organisatorisch exzellent war. Unterkunft, Konferenzräume, Essen - alles war perfekt. Unterstützt wurde die Konferenz außerdem vom World Jewish Congress (WJC) der Anti-Defamation League (ADL), der World Jewish Agency (WJA) und dem Coordination Forum for Countering Antisemitism sowie der jüdischen Gemeinschaft in Mexico. Mehr als 40 Teilnehmende aus 19 Ländern machten die Konferenz zu einem internationalen Ereignis. Auf der auch von den Medien beachteten Eröffnung am Abend des 30. September im Hotel Marquis Reforma sprachen, neben anderen, Dina Porat, Jorge Salamonovitz, Präsident der "Tribuna Israelita", Alfredo Zonana vom "Central Committee of the Jewish Communty" in Mexico, außerdem Judit Liwerant, Professorin an der National University. Ein Empfang im Anschluss rundete den Abend ab, die Teilnehmer, sofern sie sich noch nicht kannten, wurden rasch und unkomplizert miteinander bekannt. Doch es wurden nicht sofort Visitenkarten ausgetauscht, das kam später, und das vor allem wegen E- Mail-Adressen, nicht um zu schauen, wer welchen Titel und welche Funktion in welcher Organisation inne hat. Im Gegensatz zu deutschen Konferenzen waren die Namensschilder nicht mit Titel und Anrede versehen. Der Vorname war groß gedruckt, darunter, kleiner, der Nachname und dann noch weiter darunter, das Land oder die Organisation. Für Eitelkeiten war da kein Platz auf den Namensschildchen. Prof. Dina Porat oder Dr. Laurence Weinbaum waren eben Dina und Laurence. Damit war auch schon das, was man im Englischen so schön "spirit" nennt, den alle vorantreibenden Willen, deutlich. Es geht um ein Miteinander. Darum, dass man gemeinsam Probleme erkennt und Strategien entwickelt. Mehr als 26 Vorträge in zweieinhalb Tagen, dazu Diskussionsrunden nach den Vorträgen und ein Nachmittag mit drei Workshops - das war, grob gesagt, das Programm, das auf uns alle wartete. Abgesehen von kulturellen Abendveranstaltungen, die ebenfalls von der "Tribuna Israelita" organisiert wurden. Unter den Teilnehmenden war z.B. Jeremy Jones, Präsident des Councils of Australian Jewry - auch der "Dauerreisende" genannt, weil er dauernd im Flugzeug durch die Welt jettet und an Konferenzen, Hearings, Versammlungen und z.B. der Task Force for Holocaust Education teilnimmt. Jeremy ist ein bestechend kluger und witziger Mensch, dessen rhetorische Gabe mehr als einmal für ausgelassene Heiterkeit sorgte. Weitere Telnehmer - ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Gerson Kwasniewski aus Brasilien - weder verwandt noch verschwägert mit dem polnischen Staatspräsidenten -, Karen Mock (Canadian Race Relations Foundation), Steve Scheinberg (B'nai B'rith Kanada), Julio Kierszenson (Centro Israelita Zionista de Costa Rica), Mark Gardner und Mike Whine (Community Security Trust, England), Jean- Yves Camus (European Jewish Congress, Paris). Aus Israel vom Stephen-Roth-Institute und der Tel Aviv University: Graciela Ben- Dror, Nina Osin, Dina Porat, Roni Stäuber, Raphael Vago, Esther Webman. Des weiteren aus Israel Laurence Weinbaum vom WJC, aus Polen Rafal Pankowski (Never again Association), aus Spanien der reizende, liebenswürdige Alberto Benasuly, aus der Schweiz Josef Bollag (Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund), aus der Ukraine Leonid Mazikh (Inerntationale Salomon Universität); weiterhin Yehudit Barsky (American Jewish Committee) und Stacey Burdett (ADL) aus den USA. Aus mittelamerikanischen Staaten wie Argentinien, Venezuela und Brasilien waren ebenfalls Vertreter jüdischer Organisationen angereist. Aus Deutschland war nur die Autorin anwesend. Die Konferenz Nahezu alle Teilnehmer waren mit jeweils 20minütigen Referaten aktiv. Verbindender Aspekt war die Aktualität - es ging um die vergangenen 24 Monate seit Ausbruch der zweiten Intifada und deren Auswirkungen auf das Bild Israels, den anwachsenden Antisemitismus sowie Antizionismus. Beleuchtet wurde dieser Zusammenhang entweder aus der Sicht der allgemeinen Antisemitismus-Forschung - z.B. Dina Porat und Roni Stäuber - oder aber in Zusammenhang mit Abwehrstrategien - u.s. Stacey Burdett, Rafal Pankowski und Jeremy Jones - sowie in Analysen der Entwicklungen des aktuellen Antisemitismus/Antizionismus in einzelnen Staaten(u.a. Laurence Weinbaum/Polen und die katholische Kirche, Rafael Vago/Rumänien). Hinzu kamen Referate zur Frage nach der gesetzlichen Eindämmung antisemitischer Aktivitäten oder der Leugnung des Holocaust in verschiedenen Staaten - Nina Osin für Israel, Alberto Benasuly für Spanien und Mario Feferbaum für Argentinien (wo die jüdische Gemeinschaft noch immer unter dem verheerenden Anschlag auf das Gemeindezentrum vor wenigen Jahren leidet). Auch wurde über die Zusammenarbeit zwischen den jüdischen Gemeinden und den staatlichen Organen gesprochen, z.B. in Italien (Adriana Goldstaub). Wichtiges Thema angesichts der antisemitischen Entwicklungen und Attentate in Europa war auch die Frage nach der Verbindung zwischen islamistischen Organisationen und Rechtsradikalen sowie der antizionistischen Anschläge. Experten hierfür waren u.a.: Michael Whine, Esther Webman und Yehudit Barsky. Was in Deutschland auf Skepsis stößt oder aber als "Kritik an Israel darf ja wohl noch erlaubt sein!" abgewiegelt wird, war in Mexico- City keine Frage: Der vielfach praktizierte Antizionismus ist ganz klar eine weitere Spielart des Antisemitismus, sozusagen die neueste Form des alten traditionellen Judenhasses. Er ist quasi die dritte Stufe des Judenhases. Nach dem religiösen Antijudaismus und dessen Weiterentwicklung zum “modernen” Antisemitismus, der schließlich die Schoah nach sich zog, hat sich (Fortsetzung auf Seite 9)

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