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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2003-01-01 · No. 74 (2003) · p. Seite 13

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2003
Issue
No. 74 (2003)
Date
2003-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 Eine wesentliche Mitteilung an unsere Mitglieder Bekannterweise bemüht sich unser Vorstand schon geraume Zeit, namentliche Listen der in den Jahren 1941-43 deportierten Juden aus Breslau (und Schlesien) zu bekommen. Dies ist uns jetzt teilweise gelungen, und wir wollen unseren Mitgliedern berichten was bei uns vorliegt. Wir verdanken Herrn Prof. Konieczny aus Wroclaw das von ihm herausgegebene Buch über die Durchgangslager der Juden Niederschlesiens in den Jahren 1941-43 mit 519 Namen für das Lager Tomersdorf und einer deutschen zusammenfassenden Beschreibung wie folgt: TORMERSDORF - GRÜSSAU - RIEBNIG Durchgangslager der Juden Niederschlesiens in den Jahren 1941-1943 Zusammenfassung Nachdem durch Gesetz vom 30. April 1939 der Mieterschutz der Juden im Dritten Reich aufgehoben wurde, begann in ganz Deutschland eine eigenartige Ghettoisierung der jüdischen Bevölkerung. Im Herbst 1940 erstreckte sich diese Maßnahme auch auf Niederschlesien und hier vor allem auf die P r o v i n z h a u p t s t a d t Breslau. Die Synagogengemeinde Breslau, die zu dieser Zeit noch ca. 10 tausend Mitglieder zählte, wurde durch die NS-Behörden zunächst zur Umquartierung zahlreicher Familien in sogenannte Judenhäuser gezwungen, um diese aus dem Stadtzentrum zu entfernen und zugleich Wohnungen für deutsche Bürger freizumachen. Diese Lösung fanden NSDAP- Gauleitung, Gestapo und Grundstücksverwaltung der Stadt Breslau schon nach wenigen Monaten als unzureichend. Im Mai/Juni 1941 verfügte die Verwaltung die Beschlagnahme zahlreicher jüdischer Grundstücke; eingereichte Beschwerden der Synagogengemeinde wurden vom Regierungspräsidium abgelehnt. Die NSDAP-Gauleitung ging nun im Zusammenwirken mit der Gestapo zu einer breit angelegten Ausweisungsaktion vieler jüdischer Familien aus Breslau und anderer Städte Niederschlesions über. Für die Betroffenen bedeutete dies eine Zwangsumsiedlung in sogenannte jüdische Wohngemeinschaften, die als zeitweilige Aufenthaltslager vor der baldigen Abschiebung in die Vermichtungslager anzusehen sind. In Niederschlesien wurden drei derartige Lager errichtet und zwar in der durch die Gestapo beschlagnahmten Brüdergemeinde Zoar in Tormersdorf in der Oberlausitz, im ebenfalls beschlagnahmten Zisterzienserkloster Grüssau bei Landeshut und im ehemaligen RAD-Lager in Riebnig bei Brieg. Nach Tormersdorf wurden Anfang Juli 1941 zunächst die Insassen des Breslauer Beate- Guttmann-Heimes überführt. Ihnen folgten nach drei Juden-Wohnungsaktionen in Breslau vom 31. Juli, 16. August und 6. September 1941 zahglreiche Familien aus Schlesiens Hauptstadt, später auch aus anderen Städten, wie Glogau, Görlitz, Lauban. Insgesamt wurden nach Tomersdorf ca. 550-600 Personen umgesiedelt, von denen 527 dem Namen nach ermittelt werden konnten. Nach Grüssau gelangten die ersten Breslauer Juden am 5. Oktober 1941. Weitere Transporte trafen hier bis zumindest November 1942 ein. Die Gesamtzahl der Lagerinsassen kann mit ca. 960 angenommen werden; Personalien konnten lediglich von 796 festgestellt werden. Das Lager Riebnig wurde Anfang November 1941 in Betrieb genommen. Bis März 1943 wurden hier zumindest 517 Personen eingewiesen. Insgesamt fanden ca. 2000 niederschlesische Juden in den W o h n u n g s g e m e i n s c h a f t e n eine vorübergehende zwangsweise Unterbringung. Die Wohnungsgemeinschaften wurden als Zweigstellen der Breslauer Synagogengemeinde angesehen, an deren Spitze ein unter ständiger Kontrolle der Gestapo stehender Lagerleiter stand. Diesem wurden Verwaltungskräfte, Lagerärzte, Pfleger u.ä. beigegeben. Den Aufenthalt der Insassen und deren Versorgung regelten besondere Lagerordnungen, die u.a. auch ein striktes Ausgehverbot vorsahen. Bei der Zwangsumquartierung wurde in gewissem Maße die Mitnahme von Möbelstücken, Einrichtungsgegenständen, Betten und Kleidung erlaubt. Die Transport- und Aufenthaltskosten fielen dabei den Betroffenen zur Last; zusätzlich zahlte die Synagogengemeinde der Breslauer Grundstücksverwaltung eine monatliche Entschädigung in Höhe von 10 RM pro Person. Die Insassen waren vorwiegend ältere Personen (ca. 63% von ihnen hatte bereits das 60. Lebensjahr überschritten), die für einen Arbeitseinsatz nicht mehr in Frage kamen und somit als Belastung der Sozialfürsorge und Grundstücksverwaltung angesehen wurden. Die festgestellte Alterstruktur der Insassen ließ eine organisierte Beschäftigung außerhalb der Lager nur in begrenztem Ausmaß zu; die erarbeiteten Löhne wurden dabei den Zweigstellen und nicht den Arbeitern übermittelt. Die Lebensbedingungen waren in allen drei Lagern äußerst schlecht - die Wohnungen überfüllt und in den Wintermonaten nicht beheizt, die Versorgung unzureichend, dazu kamen psychische Belastungen. Dies führte zu vielen Erkrankungen und auch Todesfällen. Allmählich wurden auch die niederschlesischen Wohngemeinschaften in die "Endlösung der Judenfrage" einbezogen, was die Abschiebung der Insassen in die Vernichtungslager bedeutete. Bei fast 1700 Personen gelang es das jeweilige Deportationsziel festzustellen - 1050 wurden nach Theresienstadt, 546 "nach dem Osten" und 98 nach Auschwitz evakuiert. Die Befreiung bei Kriegsende erlebten lediglich 24 der nach Theresienstadt überstellten Juden. Im zweiten Teil der Ausarbeitung werden mühsam zusammengestellte Verzeichnisse der Lagerinsassen in Tormersdorf, Grüssau und Riebnig vorgestellt. Diese umfassen einerseits ca. 92% aller in den Wohngemeinschaften untergebrachten Juden und andererseits ca. 20% der Gesamtzahl der damaligen Mitglieder der niederschlesischen Besirksstelle der Reichsvereinigung der Juden Deutschlands. Die Verzeichnisse enthalten die Personalien von 1840 niederschlesischen, vorwiegend Breslauer Juden, mit Hinweisen betr. ihren letzten Wohnsitz und die einzelnen Deportationsaktionen. Grundlage der Verzeichnisse waren Akten des Oberfinanzpräsidenten Niederschlesiens sowie die Transportlisten des Lagers Theresienstadt. Der dritte Teil der Ausarbeitung bringt eine Auswahl der wichtigsten bekannt gewordenen Dokumente zur Geschichte der einzelnen Lager. Tormersdorf und Grüssau sind dabei mit je 17, Riebnig mit 23 Dokumenten vertreten. Es handelt sich hier vor allem um Schreiben und Verfügungen der Staatspolizeileitstelie Breslau sowie der Breslauer Synagogengemeinde, aber auch verschiedener Verwaltungsbehörden. Hervorzuheben wären hier die Verfügungen des Breslauer Polizeipräsidenten über die ersten drei Juden-Wohnungsaktionen, der Schriftwechsel über die Errichtung des Lagers Riebnig und dessen Lagerordnung, Meldungen der Gestapo über Todesfälle usw. Die Dokumente ergänzen sich gegenseitig und geben eine verhältnismäßig gute Übersicht über die Errichtung, das Bestehen und Charakter der Lager, sowie das Schicksal ihrer Insassen. ★ ★ ★ Ferner verdanken wir ihm eine Kopie seiner Arbeit über die 8. Breslauer Judendeportation vom 31.3. - 1.4.43 mit vollständigem Namensverzeichnis und einer ebenfalls kurzen deutschen Zusammenfassung, wie folgt: Die V1U. Breslauer Judendeportationsaktion vom 31. März / 1. April 1943 Zusammenfassung ln den letzten Märztagen 1943 verfügte die Breslauer Staatspolizeileitstelie die "Evakuierung" von ca. 350 Personen der örtlichen jüdischen Restgemeinde in die Vernichtungslager. Die Mehrzahl der Betroffenen (277) wurde am 31. März in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Am gleichen Tage gelangte eine weitere Gruppe von 35 Personen zum sogenannten "Osteinsatz" mit unbekanntem Ziel und am nächsten Tage die restlichen 32 Personen in das KZ Auschwitz- Birkenau. Der Autor erörtert die Vorbereitungen zur VIII. Aktion, analysiert das Alter der Deportierten sowie ihr weiteres Schicksal. Der Ausarbeitung sind u.a. die kompletten Deportationslisten mit Personalien und Angaben über das Schicksal beigefügt.

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