Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2003
- Issue
- No. 74 (2003)
- Date
- 2003-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Aus den Studien über die Judenvernichtung in der Zeit der "Endlösung der Judenfrage" (1941-1944) Mord an den deutschen Juden in Breslau Zusammenfassung Die Judenvernichtung in der Zeit der "Endlösung der Judenfrage" war das letzte Stadium der R as s e n p o I i t i k der Nationalsozialisten. Es ging ihr eine langjährige Periode antijüdischer Handlungen der NS-Macht voraus, die ihren Ausdruck in der ausgebauten Gesetzgebung und zahlreicher Handlungen praktischen Charakters fand. Unter den letzten, zu den spektakulärsten mit einer Zäsur-Bedeutung können die Bojkottaktion deutscher Juden (Anfang 1933), Aussiedlung aus dem Reichtsgebiet von Dutzendtausenden polnischen Juden (27.-29.10.1938) und die Ereignisse der "Kristallnacht" (9.-10.11.1938), gezählt werden. ★ * * Die massenhafte physische Extermination in der Zeit der "Endlösung" erforderte eine einwandfreie Organisierung des Vernichtungsapparates. Ihr Anfangsstadium war die Deportation von Hunderttausenden Juden in die Vernichtungs- und Konzentrationslager. In den Deportationstransporten befanden sich 134.000 deutsche Juden. Die Deportationsaktionen haben das ganze Reichsgebiet umfasst. In Breslau, in den Jahren 1941-1944 haben die NS-Behörden 12 Massentransporte jüdischer Bevölkerung aus Niederschlesien organisiert. Ziel der Rassenpolitik der Nationalsozialisten war die absolute Liquidation des jüdischen Elements in der deutschen Gesellschaft und in den besetzten Teilen Europas. Bis zum Jahre 1941 hat die Mehrzahl der deutschen Juden aus dem Reichsgebiet emigriert (etwa 30 000 von 525 000 im Jahre 1933). Diejenigen, die geblieben sind, wurden zur Vernichtung verurteilt. Angesichts der Verbrechen und im Bewusstsein der Hilflosigkeit gegenüber der Grausamkeit, wählte ein großer Teil der deutschen Juden den Freitod. Die Untersuchungen des Verfassers und P. Gaglik auf der Grundlage der deutschen Totenbücher aus der Zeit des II. Weltkrieges, die im Archiv des Standesamtes in Wroclaw durchgeführt wurden, weisen darauf hin, daß in den Jahren 1940-1943 in Breslau Selbstmord mindestens 103 Juden verübten. Über die Hälfte der Fälle von dieser Zahl hat Zusammenhang mit den Deportationsaktionen aus Breslau und Niederschlesien. In der untersuchten Selbstmörder-Gruppe übenwogen besonders ältere Personen (über 50 Jahre) und Frauen. Berufsstruktur der untersuchten Personen weist auf ihre Herkunft aus dem deutschen Kleinbürgertum. Die häufigste Art der Durchführung der Selbstmorde war die Vergiftung mittels chemischer Mittel. Über die Hälfte der Selbstmörder starb im jüdischen Krankenhaus in der Wallstraße (ul. Wlodkowica) Nr. 9. Im Laufe der Erwägungen, lenkt der Verfasser seine Aufmerksamkeit auf ein abgesondertes Problem (das weitere Untersuchungen erfordert), daß die vier Zwangsarbeits-Lager bilden, die während der Zeit des II. Weltkrieges um Breslau lokalisiert wurden (Hundsfeld, Masselwitz, Breslau-Neukirch, Klettendorf). In der behandelten Periode, sind in diesem Lager 122 Juden gestorben (überwiegend im Jugendalter), die aus dem polnischen Teil Oberschlesiens stammten. Das Motivations-Problem, das der Selbstvernichtung der Juden zugrunde liegt, ist sehr komplexer Natur. Man kann es teilweise mit objektiven Determinanten gesellschaftlichen, ökonomischen oder politischen Charakters erklären. Es betrifft jedoch im großen Maße das Bereich der Psyche, die individualisiert auf der exempalrischen Ebene sich nicht einfach rationalisieren und verallgemeinern läßt. Prof. Alfred Konieczny Herr Prof. Konieczny hat uns seine Arbeit über die 9. Deportation avisiert sobald sie erscheinen wird. Ferner liegt bei uns eine Namenliste von 103 Personen vor, die in den Jahren 1940-43 in den Freitod gegangen sind (sowie eine deutsche Zusammenfassung dieser Umstände). Wir sind gern bereit, Anfragen bezüglich des Schicksals bestimmter Personen zu beantworten, indem wir diese Listen durchschauen. Wir bitten nur um ganz genaue Personalangaben, damit die Betreffenden identifiziert werden können. Diesr Dienst ist für unsere Mitglieder kostenlos. Weitere Informationen über das Schicksal der Deportierten kann hier in Israel an 2 Stellen erhalten werden: 1) Die Informations- und Beratungsabteilung des "Yad Vashem" Instituts in Jerusalem, P.O.B. 3477, Jerusalem 91034, Tel. 972-2- 6443680, Fax: 972-2-6443719, hat auch spezielle Listen der Opfer aus Breslau, die zur öffentlichen Einsicht bereit sind und persönlich kann das im Lesesaal von Sonntag - Donnerstag von 8.30 bis 17.00 Uhr geschehen. Zeugnisse aus dem Archiv werden jedoch nur bis 15.00 Uhr ausgegeben und da viele Recherchen Material aus dem Archiv erfordern, ist es gut, nicht später als 14.00 Uhr zu kommen. Recherchen können ganz unterschiedlich lange dauern. Anfragen können auch schriftlich gestellt werden (wichtig für unsere Mitglieder im Ausland). Wiederum wird um genaue persönliche Angaben der gesuchten Person gebeten und auch um, genaue Angabe und Adresse des Anfragenden (Telefon). Die Antwort wird meist innerhalb von zwei Wochen erteilt. Dieser Dienst kostet meist 30 Shekel oder 15$ für Auslandsanfragen. Der Preis kann aber auch höher sein und richtet sich nach dem Ausmaß der investierten Recherchenarbeit und der Genauigkeit der vorgelegten Angaben. Jede Anfrage wird beantwortet. 2) In der deutschen Botschaft in Tel Aviv. Daniel Frish Str. 3 existiert eine Sammlung aller Namen und Personen, die im Holocaust umgekommen sind. Die Sammlung beläuft sich auf 1300 Seiten und wurde 1986 zusammengestellt. Sie liegt zur Einsicht an Ort und Stelle vor und ist alphabetisch nach Namen geordnet (keine Ordnung nach Ortsnamen). Die Botschaft beantwortet auch schriftliche Anfragen.