Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2002
- Issue
- No. 73 (2002)
- Date
- 2002-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 1704)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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17 BRESLAU (Fortsetzung von Seite 14) kam herauf, deren Existenz unsolide und schwankend war. Viele von uns Jungen verließen die Stadt, fremde Elemente aus den ehemals deutschen Gebieten, aber auch von jenseits der Grenze zogen zu. Reichtum und Armut schieden sich schärfer. Schon 1919 begann auf kleinen anonymen Plakatzetteln eine gemeine antisemitische Hetze. 1920 kam es zu blutigen Straßenkämpfen zwischen Kappleuten und Unabhängigen. Der Führer der Unabhängigen Arbeiterpartei, der 22jährige Student Bernhard Schottländer, der Erbe eines Rittergutes, wurde das erste Opfer der Nazis, denn die Kappleute trugen schon das Hakenkreuz am Stahlhelm. Seine verstümmelte Leiche wurde später aus der Oder gefischt und auf dem alten jüdischen Friedhof neben Ferdinand Lasalle begraben. Zu diesen beiden Gräbern wallfahrteten an jedem ersten Mai die Breslauer Arbeiter. Die Naziherrschaft habe ich selbst nicht mehr miterlebt, nur gehört, dass Juden wegen sogenannter Rassenschande an die alte Staubsäule auf dem Ring angekettet wurden. An der gleichen Staubsäule wurde vor ein paar Wochen der Vizebürgermeister auf Befehl seines persönlichen Feindes, des Gauleiters, eines Kaschammenbesitzers, erschossen. Wenn morgen die Kosaken leibhaftig über den Ring reiten werden, so geht das keinen Juden mehr etwas an, die Breslauer Juden sind in alle Welt zerstreut, ein guter Teil aber ist nach Erez-Israel gekommen. Wenn wir an Breslau denken, dann nicht mehr an das Breslau, das noch da ist, sondern an unser Breslau, das einst war und nun dort ist, wo Sura und Pumpedita, Toledo und Cordova, Worms, Wilna und viele andere Centren jüdischen Lebens sind: in unserer Galuthgeschichte. (Mit der frdl. Erlaubnis des Leo Baeck Instituts, Jerusalem) (Fortsetzung von Seite 13) -Auch der Widerstand einer polnischen Frau - Regina Zielinski - über Auschwitz durch verschiedene Arbeitslager in das Vernichtungslager Sobibor, wo sie sich an einer Lagerrevolte beteiligte und in die Wälder floh ... bis sie nach der Befreiung in Australien eine neue Heimat fand. - Eine andere Shmuel Krakowski hat bei der Herstellung von Munition als KZ- Zwangsarbeiterin immer wieder den Widerstand im Lager mit Sprengstoff und Munition versorgt, schreckliche Hinrichtungen erleben müssen, dann aber über Buchenwald nach Theresienstadt transportiert, wo sie befreit wird. Inzwischen ist sie Leiterin des Archivs der Gedenkstätte Yad Vashem. - Über Täterinnen wird aus dem Frauen KZ-Ravensbrück berichtet. Über 90% der Häftlinge dort waren inzwischen aus den annektierten und besetzten Gebieten, alles Frauen. Männer hatten die Gesamtleitung, aber immer mehr Frauen wurden angeworben, ließen sich begeistern für diese schändliche Aufgabe als hartherzige Bewacherin. Über die "Rückkehr einer Kind-Greisin aus Auschwitz" berichtet Halina Birenbaum, die aus dem Warschauer Ghetto über Majdanek, Auschwitz den "Todesmarsch" nach Ravensbrück überlebte. Sie berichtet über die Rückkehr der "Kind-Greisin“: "Im Mai 1945 war ich fünfzehn Jahre alt". Ich wurde befreit. Ich konnte mich nicht einmal freuen. Als spürte ich plötzlich den gesamten Schmerz der erlebten Leiden. "Ich wußte nicht, wer ich eigentich bin, woher ich komme, zu wem ich gehöre.... Generationen hatte ich hinter mir gelassen, eine Ewigkeit an Zeit und Ereignissen". Sie kehrt zurück nach Warschau, aber zum Ziel wird ihr ein Kibbuz in Palästina: "...Neugierde und Abenteuerlust gaben den Ausschlag". Ein aufregendes Buch mit vielen wertvollen Anmerkungen, das durch die Fülle der Berichte und Informationen uns ängstigt und bereichert. (Die Autorinnen und Autoren werden auf den Seiten 423 - 427 kurz beschrieben). Franz von Hammerstein ("Die Mahnung", 1.5.2002) * * * ... ich bin seit vielen Jahren Abonnent und Leser Ihrer Mitteilungen. Kenntnis von dieser sehr beachtlichen Zeitschrift habe ich durch ehemalige Mitschüler unserer Gerhart Hauptmann Oberrealschule in Breslau erhalten. Wir hatten in unserer Schule einen hohen Anteil jüdischer Mitschüler. Ich bin Leiter der Vereinigung ehemaliger Schüler dieser Schule und habe sehr guten Kontakt und freundschaftliche Verbindungen mit einigen ehemaligen jüdischen Schülern. Dr. Albrecht Zappel, Paul-Klee Straße 65 D-51375 Leverkusen ★ * ★ ...Sehr erfreut ist unsere Redaktion ("Die Mahnung") über die gute Zusammenarbeit, und wir wünschen weiterhin eine erfolgreiche Arbeit. Für Ihr Land aber erhoffen wir endlich den ersehnten Frieden in Sicherheit; Schalom Dr. Waltraud Rehfeld (Redaktion "Die Mahnung") * * * ... Habe die letzten "Mitteilungen" Nr. 72 dankend erhalten. Freue mich jedes Mal darauf. Wir alle im Ausland Lebenden hoffen und beten für unser schönes Ländchen Israel; wenn es kommt zu uns Juden, sind sie sich alle einig!... ...Man hat zuviel Rachmonis mit unseren Ssonim. Mit schwerem Herzen wünsche ich allen das Beste. Schalom Mrs. Annie Goldstein, geb. Jonas, Walnut Creek ★ * * Vielen, vielen Dank für die Zusendung der "Mitteilungen des Verbandes ehemaliger Breslauer"... wir alle sind sehr besorgt um Israel. Der Krieg ist schrecklich und gerade die ältere Generation leidet ganz besonders unter den antisemitischen Attentaten auf der ganzen Welt... Meine Mutter muß immer an die Jahre 1933-1936 in Berlin denken... Mit den Wünschen, daß es bald zum Frieden im Nahen Osten kommt und freundlichen Grüßen... Viele Grüße aus Breslau. Der Besuch in Breslau und Glogau war sehr interessant. Leider habe im Archiv keine Angaben über Raschkow gefunden. Der Rynek ist sehr schön, wieder aufgebaut. Mir ist aufgefallen, wie aufgeschlossen und freundlich die Breslauer gegenüber Touristen sind. Ich war auch in Krakau, und von dort bin ich nach Auschwitz/Birkenau gefahren. Ein paar Tage später habe das Ghetto und Museum in Theresienstadt besucht. Wir sind weiter sehr besorgt mit dem Krieg in Israel. Hoffentlich kommt es bald zu einer Verständigung. Alles Gute von Yvonne Stern, R. Joao Lira, 135, Ap. 804 22430 - 210 Rio de Janero - Brasil Frauen im Holocaust $ Unsere Leser schreiben * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * + * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *