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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2002-01-01 · No. 72 (2002) · p. Seite 19

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2002
Issue
No. 72 (2002)
Date
2002-01-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Rettung von Juden verweigert - Tausende Juden nicht gewarnt Nachdem in den USA im Jahre 1979 haarscharfe Luftaufnahmen der Air Force von Auschwitz und Birkenau der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden waren, wurde in etlichen Staaten gefragt, warum die USA die Vernichtungsanlagen nicht bombardiert haben. Eugen Kogon stellte kurz darauf im Vorwort eines Buches zu dieser Frage fest: "Das Problem von Schuld und Mitschuld an der Vernichtung von annähernd sechs Millionen Männern, Frauen und Kindern verschiedener europäischer Nationalität, aber jüdischer Volkszugehörigkeit oder jüdischer Teilherkunft, ist das moralisch bedrückendste Kapitel der NS-Jahre. Der Rassenwahn in seiner umfassendsten und fürchterlichsten Form ist da zutage getreten. In die vormals nicht ausdenkbare Untat verstrickten sich viele mit - nicht nur Deutsche, auch Niederländer, Belgier, Franzosen, Österreicher, Tschechen, Ungarn, Rumänen, Polen, die Aufzählung ist nicht vollständig. Doch bleibt 'Holocaust', das über die Maßen grauenhafte Massenbrandopfer, das von Deutschland zu verantwortende Faktum." Als Kogon das schrieb, kannten wir noch nicht die kriegsverlängernden Geschäfte der Schweiz, Spaniens, Schwedens und anderer Staaten mit den Nazis, wussten fast nichts über die in London und Washington vorliegenden Informationen über den Holocaust und werden auch in Zukunft weitere Einzelheiten erfahren. Von einem Schlussstrich kann folglich keine Rede sein. Die Forschung geht weiter. So erfahren wir erst jetzt, dass vermutlich fast 8.000 italienische und viele tausend südamerikanische Juden gerettet worden wären, wenn die USA und vor allem Großbritannien geholfen hätten. Nach dem Sturz der faschistischen Regierung von Benito Mussolini im Juli 1943 hat das Berliner Reichssicherheits-Hauptamt der SS (RSHA) seine Außenstelle in Rom angewiesen, die italienischen Juden zusammenzutreiben und in die Vernichtungslager zu deportieren. Nachdem es dem britischen Geheimdienst gelungen war. entsprechende Funksprüche zwischen Berlin und Rom zu entschlüsseln, unterrichtete erden US-Geheimdienst. Dennoch wurden die Juden nicht gewarnt, was etwa über den Radiosender BBC möglich gewesen wäre. Der US-Historiker Timothy Naftali von der University of Virginia sagte jetzt nach Veröffentlichung der Dokumente, nun ergäben sich schwerwiegende moralische Fragen. Sowohl London als auch Washington hätten Möglichkeiten und Zeit gehabt, die jüdische Gemeinschaft oder die Regierung von Marschall Pietro Badoglio zu informieren, ohne ihre Quelle preiszugeben. So wurden mindestens 7.860 italienische Juden ermordet, die anderenfalls eine Überlebenschance gehabt hätten. Noch gravierender sind die Vorwürfe, die nach soeben freigegebenen Dokumenten dem britischen Außenministerium gemacht werden. Im Sommer 1944 wollten die USA Berlin anbieten, in KZs gepferchte Juden mit südamerikanischen Pässen gegen in südamerkanischen Staaten internierte Deutsche auszutauschen. London lehnte dies jedoch mit Entschiedenheit ab. Der britische Außenminister Anthony Eden ließ seinen Kollegen in Washington wissen, einerseits könnten freigelassene Juden nach Palästina emigrieren und dort die britische Nahostpolitik stören. Andererseits seien freigelassene Deutsche in der Läge, die Nazi- Streitkräfte zu stärken. In den USA hielt die Erbitterung über die Reaktion aus London monatelang an, weil man wusste, wie elend es den KZ- Häftlingen ging. Immerhin waren Mitte 1944 einige Bergen-Belsen- Gefangene über die Schweiz freigelassen worden. Das State Departement telegraphierte im Februar 1945 von Washington nach London: "Das Departement hat äußerst besorgniserregende Berichte über die physische Kondition der unglücklichen Personen erhalten, die im Rahmen des letzten zivilen Austauschs aus Bergen-Belsen befreit worden sind. Fünf von ihnen starben kurz nach ihrer Ankunft in der Schweiz an Unterernährung. Es ist daher eine Angelegenheit von dringendster humanitärer Natur, daß bereinigte Namenslisten von Deutschen in diesem Teil der Welt für einen Austausch zusammengestellt werden" London ließ Washington lapidar mitteilen, angesichts des Fortschritts des Krieges sei der Plan nur noch von "akademischem Interesse". Auch in diesen beiden Fällen wäre es jedenfalls in der Bundesrepublik unangebracht, England oder den USA Vorwürfe zu machen. In beiden Staaten stand selbstverständlich vor allem eine Frage im Mittelpunkt der Kriegsführung: Wie kann Nazideutschland am schnellsten besiegt werden. In Washington kam die Sorge hinzu, die Mehrheit der Bevölkerung könne kein Verständnis dafür haben, wenn bei Sonderaktionen zu Gunsten von Juden amerikanische Soldaten geopfert würden. Dies war im Übrigen einer der Gründe, warum die Gaskammern und Krematorien nicht zerbombt worden sind. Die Möglichkeiten dazu bestanden nämlich, wie seit der Veröffentlichung der Fotos feststeht. Es gibt noch mehr weiße Flecken im Zusammenhang mit der NS-Zeit. So haben kürzlich russische und schwedische Forscher verschiedene Berichte über das Schicksal des schwedischen Judenretters Raoul Wallenberg vorgelegt, die keineswegs überzeugend beweisen, dass er 1947 ermordet worden ist. Ins Zwielicht ist dabei nicht zuletzt die damalige Stockholmer Regierung geraten. Heiner Lichtenstein "Die Mahnung" 1.05.2001 So ist das Leben ... Reime und Übersetzung: Gabriel Holzer Der Herr erschuf den Esel und so sprach er: "Du sollst Lasten schleppen, arbeiten schwer, von Morgengrauen bis nachts spät Grass selbst fressen, das ist Deine Diät. Dumm sollst bleiben und 50 Jahre leben." Da sprach der Esel, ganz ergeben: "Gnädiger, ich bin bereit, Esel zu sein, aber 50 Jahre ist zu viel Zeit. Zwanzig Jahre sind genug für mich" Und so der Herr erbarmte sich. Der Herr erschuf den Hund danach, "Hüte der Menschen Häuser" - so er sprach. "Sollst Dich als bester Freund erweisen, von ihren Resten sollst Du speisen. 25 Jahre sollst Du leben." "Gnädiger, ich bin bereit, Affe zu sein, doch 20 Jahre ist zu viel Zeit, ein Jahrzehnt ist genug für mich" Und so der Herr erbarmte sich. Der Herr erschuf den Mensch danach: "Sei der Schöpfungs Krone", so er sprach. "Sei ein Mensch und Herrscher werde mit Deinem Verstand über die ganze Erde. 20 Jahre sollst Du leben." Da sprach der Mensch, ganz ergeben: "20 Jahre sind nicht genug für mich, Gnädiger, gib mehr, erbarme Dich. Des Esels 30 Jahre mir gewähre und 15 des Hundes mir auch beschere. Wenn 10 Jahre dem Affen keine Rolle spielen, gib sie mir, ich werd' mich glücklich fühlen." Seufzte der Hund und sprach ergeben: “Gnädiger, ich bin bereit, Hund zu sein, doch 25 Jahre ist zu viel Zeit. Ein Jahrzehnt ist genug für mich". Und so der Herr erbarmte sich. Der Herr wollte noch ein Tier erschaffen, also erschuf er einen Affen. "Sei ein Affe, springe von Zweig zu Zweig, allen Leuten Deine Künste zeig. 20 Jahre sollst Du leben." Der Affe üeberlegte und er sprach, ergeben: So lebt der Mensch 20 Jahre sein Leben, Frau und Kinder kommen, doch wozu das Streben? Er ist ja nur ein dummer Arbeiter, wie ein Esel schuftet er dann 20 Jahre weiter. Und wenn die Kinder das Haus verlassen, ist es leer, wie ein Hund allein, 15 Jahre, so lebt er; und ist nun endlich die Pension erreicht,, zehn Jahre lebt er noch vielleicht. Zu seinen Kindern springt er, wie 'n Affe, von Haus zu Haus, die Enkel lachen ihn tüchtig aus. Die Spässe, die er für sie erdacht, sie haben ihm nur Spott gebracht.

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