Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2002
- Issue
- No. 72 (2002)
- Date
- 2002-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Geraubt! Die Enteignung jüdischen Besitzes im Zweiten Welkrieg (Aus dem Niederländischen von Stefan Häring) Das Buch behandelt die Raubvorgänge in der Zeit der deutschen Besetzung der Niederlande 1940 bis 1945. Es gliedert sich in zwei große Teile, die sich mit den Raubmethoden und dem Diebstahl von Kulturgütern allgemein und dem Raub des jüdischen Besitzes im Besonderen beschäftigen. Während sich in Deutschland das Reichsfinanzministerium das konfiszierte Bargeld, Wertpapiere, Kunstgegenstände und Liegenschaften unter den Nagel riß, fungierte in den okkupierten Niederlanden die "Liro-Bank" als Sammelstelle. Diese Pseudo- Bank leitete ihren Namen von der tatsächlich bestehenden Bankgesellschaft von Lippmann, Rosenthal & Co. ab, die Vertrauen und Integrität ausstrahlte. Als deren fiktive Filiale wickelte die Liro- Bank die Raubzüge ab und tarnte ihre "Geschäfte" mit Quittungen und Kontoauszügen. Insgesamt lieferten die niederländischen Jüdinnen und Juden einen Betrag in Höhe von 325 bis 455 Millionen Gulden bei der Raubbank ab. Die Londoner Exilregierung erließ zahlreiche Notstandsverordnungen, um die individuellen Interessen der Bevölkerung zu schützen, und übernahm für die Dauer des Krieges deren Eigentumsrechte. Aber trotz des Verbots des Handels mit geraubten Gütern konnten viele der Versuchung nicht widerstehen, wenn ein "Schnäppchen" in Aussicht stand. Der scheinlegalen Ummantelung der Plünderungen wurde vom "Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete" Seyss-Inquart und von den ihm untergeordneten Behörden "Generalkommissar für Finanzen und Wirtschaft" sowie deren "Abteilung Generalreferat'' und anderen Verwaltungen großer Wert beigemessen: "Gerade ihr nicht nachlassender Eifer, die Diebstähle zu rechtfertigen und juristisch zu legitimieren, war auffallend." Als zentrale Raubsammelkasse wurde die "Stiftung Vermögensverwaltungs- und Rentenanstalt" gebildet, über deren Gelder der Reichskommissar frei verfügen konnte. Die Verwaltung der eingezogenen Vermögen oblag der Deutschen Revisions¬ und Treuhand AG, bei der beispielsweise die Namen der Bürger, die Mobiliar und andere Güter in Lagerhäusern untergebracht hatten, zu melden waren. Die Erlöse aus dem Verkauf der Hausgeräte usw. gingen an die Treuhand-Anstalt, die einen Teil davon an den Oberfinanzpräsidenten Mannheim transferierte. Diese Gelder gingen in den Reichshaushalt ein. Detailliert beschreibt Aalders - Mitarbeiter des Niederländischen Instituts für Kriegsdokumentation - die ananonyme, bürokratische und administrative Durchführung der Raubzüge, an denen Hitler, Göring, Rosenberg und andere NS-Größen profitierten. Aber auch die normale Bevölkerung hatte großen Nutzen durch den günstigen Erwerb von Möbeln und Hausrat aus jüdischem Besitz. "Die Mahnung", 1.8. / 1.9. 2001 Ausstellung von liturgischen Gegenständen in Breslau 1929 Vv!* IHi f TV;' f *:+• VOI, w$m