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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2002-01-01 · No. 72 (2002) · p. Seite 17

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2002
Issue
No. 72 (2002)
Date
2002-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Werner Barasch:Entronnen - Survivor Autobiographische Skizze der Jahre 1938 bis 1946 Namen von Menschen aus Breslau welche von Versicherungen r veroeffentlicht wurden, welche eine | Versicherungspolice hatten. Die] Interessenten werden gebeten sich an Rechtsanwalt Kertesz, Uri Str. 4, Tel-Aviv, Tel. 03-5231154 zu wenden. Alexander, Fritz [Breslau] j Adam, Alfred [Breslau] ] Bernstein, Leo [Breslau] < Cohn, Eugen [Breslau] j Elias, Arthur [Breslau] 1 Faerber, Adolf [Breslau] ] Fink, Heinrich [Breslau] 3 Herrmann, Arthur [Breslau] Hoffmann, Gustav [Breslau] . i Hoffmann, Käte [Breslau] 1 Hoffmann, M. [Breslau] i Kalisch, Salomon [Breslau] ] Kaliski, Martin [Breslau] Lehmann, Richard [Breslau] r Levi, Anna [Breslau] jj Breslau (plus) jj Jacobsohn Max Abraham Philipp Adler Paul Ansorge Olga Apt Paul Aron, Dr. Rudolf Aufrichtig Ernst Austerlitz Frieda Birnbaum Martin Borchert, Dr. Klara Breitbarth Hermann Bry, Dr. Martin Erich Centawer Hilde Cohn Gerhard Cohn Maria Cohn Stephan Simon David Walter Ehrenhaus Dagobert Eisner Ludwig Fa. F. Reichelt A.-G. Freund, Dr. Josef Friedlaender Eduard Friedlaender Erich Friedlaender Gertrud Glaser Robert Gründler Johanna Hamburger Ernst Hergold Baruch Kallmann Marie Kantorowicz Josefine Karfunkel Hedwig Kohn Caecilie Kroch Ludwig Lane Eva Loebel Hans Marcus Benno Margoninski Siegfried Markiewitz, Dr. Lothar Meidner, Dr Siegfried Melchior, Prof. Dr Eduard Morawski Fritz Heinrich Nathan Gertrud Paula Nathansohn Leon Noether, Dr. Fritz Nothmann Hans Leopold Israel N rnberger Ernst Oelsner Eugen Israel Perlhöfter Wilhelm Paul Pollack Lilly Rosam Ernst Rosenthal Julian Salomon Gertrud Salzmann Adolf Israel Schaeffer Egon Heinrich Israel Schreuer Martin Israel Schueftan Hugo Israel Silberberg Max Spitz Erich Israel Stern Irma Weiss Rosalia Es hat zweifelsfrei schon seltsame Wege gegeben, dem nationalsozialistischen Terrorregime zu entkommen, und oft sind die Autobiographien der Überlebenden geprägt von Zufällen oder unwahrscheinlich anmutenden Geschichten, die das Überleben möglich gemacht haben. Und sie sind vielfältiger, als auch nach über fünfzig Jahren noch gemeinhin angenommen oder vorstellbar. Eine ganz besondere Geschichte hat Werner Barasch zu erzählen, dessen Leben ganz offensichtlich bereits früh von einem einzigen Ziel geprägt wurde: Nazideutschland zu entkommen, zu überleben. Die Verfolgung dieses Ziels, überaus rational angegangen, hat den Einsatz wohl geplanter Strategien erforderlich gemacht, die Baraschs autobiographische Skizzen aufzeigen und von denen eine an erste Stelle rückte: der Einsatz der Sprache - oder genauer gesagt: der Sprachen; denn der Weg, den Barasch aus Deutschland nehmen musste, führte . durch mehrere Länder: Italien, Schweiz, ] Frankreich, Spanien - und schließlich ] Amerika. ] Dabei beeindruckt neben der Zielstrebigkeit j des Autors die Distanz, mit der er sein ] eigenes Leben schildert - wie er selbst j schreibt: "Im Gegensatz zu anderen ] Verfolgten, die den fürchterlichen Wahnsinn, ] der sich wie die Pest in Mitteleuorpa j verbreitete, vergessen wollen, habe ich ] nichts gegen die Erinnerung, wie ich ] entkommen bin. Ich lernte, dass eine | Bedingung dafür, am Leben zu bleiben, die ] Handhabung von Streitigkeiten ist: Gegen j eine Übermacht, das heisst ohne wirkliche ] Chance, muss man verhandeln oder sich } zurückziehen. Die Erfahrungen haben ] meine Lebenseinstellung positiv verändert, j Sie haben mir klar gemacht, dass ich nun ] gegen alles, was mir je passieren könnte, ] gewappnet bin" (S. 108). ] Nicht, dass das so unproblematisch abgelaufen wäre, wie das in der Zusammenfassung klingt. Barasch schreibt ] selbst, dass er jahrelang an bösen Träumen ] litt - bis er eines Tages durch einen ] speziellen Traum geheilt, wurde. Nicht, dass | seine Geschichte einfach, schmerzlos oder 3 der Zielstrebigkeit angemessen gradlinig ] verlaufen wäre - aber immer steht eine j Rationalität im Vordergrund, die fast 1 erschreckend anmutet: etwa bei der j Schilderung des Verhaltens deutscher j Gefangener im französischen Lager I Argeies, die, nachdem die Franzosen das! Lager wegen der fortschreitenden Front j aufgegeben hatten, "wie Verrückte im Lager } herumliefen, bis die Deutschen kamen" - ] eine Situation, die Barasch so kommentiert: j "Ein vollkommenes Versagen von jj logischem Denken, der ersten jj Notwendigkeit zum Überleben" (S. 92). | Unnötig zu erwähnen, dass die mangelnde Initiative den Tod im Vernichtungslager bedeutete - aber haben die Betroffenen das wirklich glauben können? Barasch entstammte einer wohlhabenden, gut bürgerlichen Familie: die Mutter promovierte Sprachwissenschaftlerin, der Vater ein erfolgreicher Kaufmann. Man lebte in einer Villa im Grunewald. Und: "Dass wir Juden waren, war in Deutschland vor Hitler Nebensache" (S. 20). 1933 gewann diese Tatsache jedoch so an Bedeutung, dass sie das Leben der Familie entscheidend beeinflusste und zu grundlegenden strategischen Entscheidungen führte: "Vati war ein treuer Deutscher und achtete das Gesetz vor allem... Er sah ein, dass die Zukunft der Familie bedroht war, und daraufhin schickte er Mutti ins Ausland, um die Erziehung der Kinder sicherzustellen" (S. 20). Der Vater allerdings bleibt - und wird nach der Beschlagnahme seines gesamten Vermögens 1942 im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet. Werner folgt seiner Mutter nach Italien, wo er als "verstörter Vierzehnjähriger" in einem sehr guten Internat eingeschult wird und italienisch lernt - die erste Grundlage seines Sprachschatzes, der später mit dazu beitrug, sein Leben zu retten - und der ihm vielleicht auch half, logisch zu denken und die eigene Rettung derart als strategisches Unternehmen anzugehen. Sonst gibt es nicht viel mehr zu sagen - die Geschichte ist interessant und lesenswert; der Autor belegt sie durch Dokumente, und das ist wohl besser so, um die Glaubhaftigkeit seiner Odyssee zu untermauern, die ihn schließlich nach Amerika brachte, wo seine Mutter und ein Teil der Familie bereis lebten - er selbst hate 1938 den ersten Visumsantrag erfolglos eingereicht. Ein kleines ironisches Bonmot noch: Unter der Überschrift "Woran hakte es?" ("What was the Problem?") schildert Barasch den Grund für die Verzögerung der Erteilung eines Visums für ihn noch nach 1945: die amerikanischen Behörden bezweifelten schlichtweg die Glaubwürdigkeit seiner Schilderungen, wie es ihm gelungen war, der Reihe der Lager und Gefängnisse zu entkommen, in denen er von 1939 bis 1945 interniert war und deren Insassen die Haft zumeist nicht überlebt hatten - eine Geschichte, die mit seiner Auslieferung an Frankreich durch die Schweiz begann: Erst die Bestätigung dieser ersten Verhaftung durch die Schweizer Grenzpolizei führte schließlich zur Erteilung des lange ersehnten Visums und damit der Zusammenführung mit dem verbliebenen Rest der Familie, Schwester, Vetter und Mutter, der er bis zu ihrem Tod sehr nah verbunden war. Nikoline Hansen "Die Mahnung" 1.1.2002

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