Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2002
- Issue
- No. 72 (2002)
- Date
- 2002-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/7506414-7412010-7491857--465-7412026- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
16 Ausstellung über die Blindenwerkstatt von Otto Weidt in Berlin Unter den Erinnerungen Verfolgter der NS-Zeit ragen Bücher von Inge Deutschkron heraus. "Ich trug den gelben Stern" erlebte zahlreiche Auflagen und Übersetzungen. Sein Inhalt wird als Theaterstück mit Musikeinlagen vom Grips-Theater in Berlin seit Jahren aufgeführt und auch in mehreren europäischen Ländern gespielt. Die Memoiren sowie das 1996 erschienene Buch "Sie blieben im Schatten - ein Denkmal für stille Helden" enthalten nicht nur die Geschichte der Autorin, sondern sind auch ein Ausdruck ihrer Dankbarkeit und Verehrung für die Menschen in Deutschland, die sie und ihre Mutter vor der Deportation in ein Vernichtungslager bewahrten. Einen besonderen Platz in der Reihe stiller Helden nimmt Otto Weidt ein, ein deutscher Nichtjude und erblindeter, der eine Werkstatt für die Herstellung von Bürsten und Besen eingerichtet hatte, in der von 1941-43 hauptsächlich blinde und taubstumme Juden beschättigt wurden. Es gelang Weidt, seinen kleinen Betrieb als kriegswichtig anerkennen zu lassen und damit Arbeitserlaubnis für Juden zu erhalten. Zu seinen Angestellten zählte auch Inge Deutschkron. Um Nahrungsmittel beschaffen zu können, verkaufte er Produkte seiner Werkstatt auf dem schwarzen Markt. Unglücklicherweise brach Weidts Rettungsaktion 1943 zusammen, weil sie an die Gestapo verraten wurde. Als Inge Deutschkron die wie durch ein Wunder erhalten gebliebene Blindenwerkstatt in der Rosenthaler Straße 39 nahe den Hackeschen Höten wieder entdeckte, sorgte sie 1994 zunächst dafür, dass eine Gedenktafel mit den entsprechenden Hinweisen angebracht wurde. Dann interessierten sich Studentinnen und Studenten einer Fachhochschule für dieses authentische Zeugnis von Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit. Sie richteten in den Räumen der ehemaligen Blindenwerkstatt eine Ausstellung ein und berichteten Besuchern über die Geschichte, deren Zeugnis sie ist. Seit Januar des Jahres 2001 bildet die Blindenwerkstatt Otto Weidts einen Teil des jüdischen Museums. Sie enthält eine Ausstellung, die den Titel trägt: "Blindes Vertrauen. Versteckt am Hackeschen Markt. 1941-1943". Sie zeigt Briefe, Gedichte, Bilder, Fotografien und Dias und wird von engagierten Menschen betreut. Im Geleitwort des Kataloges zu dieser Ausstellung schreibt Inge Deutschkron: "Ich bin dankbar. Seit Jahren versuche ich, die Öffentlichkeit auf Otto Weidt aufmerksam zu machen. Den Mann, der versucht hat, Juden zu retten. ... Die Geschichte des Otto Weidt beweist (der jungen Generation), dass ihre Vorfahren nicht alle schlechte Menschen waren, sondern dass einige, wie dieser blinde Mann, bereit waren, sich dem Unrecht entgegenzustellen, ohne Rücksicht auf ihr eigenes Risiko." Prof. Dr. Susanne Miller, Bonn (AVS-lnformationsdienst, Nr. 2/3 Dezember 2001) UMS Eine Gruppe von Mädchen der Blun-Weiss Bewegung in Breslau,