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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2002-01-01 · No. 72 (2002) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2002
Issue
No. 72 (2002)
Date
2002-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Die finanzielle Vernichtung der Juden im Dritten Reich, von Siegfried Wurm Wie vollzog sich der Griff der Nationalsozialisten nach dem jüdischen Vermögen? (Eine dokumentarische Skizze) Siegfried Wurm hat eine informative Überblickdarstellung über die fiskalische Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung in der NS-Zeit zusammengestellt. Der zu einem sehr hohen Preis angebotene Reader setzt einiges Vorwissen über die Thematik voraus. Er enthält aussagekräftige Dokumente sowie regionale Beispiele, mit welchen die allgemeinen Ausführungen unterlegt werden. Nach knappen einführenden Bemerkungen zur Bedeutung jüdischer Männer für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland (Wertheim, Tietz, Schocken, Salamander, Tack) wird auf die "Arisierung" eingegangen. Etwas Unbehagen bereitet die quellenorientierte Sprache: Es ist - ohne Anführungszeichen! - von der "Machtergreifung" ebenso die Rede wie von der Stadt Leipzig als Schwerpunkt "jüdischer Handelsaktivitäten". Ebenfalls ohne Distanzierung wird von der "jüdischen Hysterie" und den Zwangsvornamen "Israel" und "Sara" gesprochen. Beim Thema "Arisierungen" werden beispielsweise die (faksimilierte) Anprangerung von Kundinnen eines "jüdischen Modesalons" in Dresden oder ein Plakat "Anerkannt deutsch-christliches Unternehmen" wiedergegeben. Diese Darstellungsweise wird bei der stufenweisen Verdrängung des "Judentums" und der "Judenausschaltung" sowie der Vermögensverwertung durch die Reichsfinanzverwaltung fortgesetzt. Die Dokumente belegen die enge Zusammenarbeit zwischen den Finanzverwaltungen mit der Geheimen Staatspolizei oder der Vermögensverwertungsstelle mit den Banken beim Raub der Sparguthaben von "Ausgebürgerten". Abgesehen von den häufig anklagenden Formulierungen und vereinzelten Fehlern zeichnet die weitgehend auf publizierten Studien zurückgehende "dokumentarisch belegte Untersuchung" eine hohe Anschaulichkeit aus. In diesem Zusammenhang ist auf die abschließenden vier Anlagen über die Ablieferung von Schmuck, Dokumente des Reichswirtschaftsministeriums und der Reichswirtschaftskammer sowie ein Verzeichnis "arisierter" Unternehmen in Hamburg hinzuweisen. Kurt Schilde "Die Mahnung", 1.7.2001 Suchanzeigen Familienrecherche: Friedeberg, Annemarie geb. Riesenfeld gesch. Beutler Auf diesem Wege wende ich mich an Sie in der Hoffnung, evt. von Ihnen Informationen oder weiterführende Hinweise zum Schicksal meiner Mutter zu erhalten. Annemarie Riesenfeld wurde am 31.7.1911 in Breslau als Tochter des Kaufmannes Alfred R. und seiner Ehefrau Betty geboren. Im Januar 1934 heiratete sie den Tabak- Kaufmann Gustav Beutler und wohnte mit ihm in Merseburg. Im November 1934 wurde ich geboren. Nach KZ-Aufenthalt und Gestapo-Gefängnis wurde mein Vater mit seiner Familie aus Deutschland im April 1939 ausgewiesen. Wir flohen nach Shanghai/China. Dort trennten sich meine Eltern im Frühjahr 1940. Bei der Scheidung wurde meinem Vater das alleinige Sorgerecht für mich ausgesprochen... Mein Vater kehrte mit mir im Juli 1947 nach Deutschland zurück. Meine Mutter emigrierte Ende der 40iger Jahre mit ihrem Ehemann Friedeberg, Alfred, geboren in Breslau, weiter, nach Israel. Bis Anfang der 50iger Jahre hatte ich brieflichen Kontakt mit ihr: Haifa, Hermonstr. 19. Ist es Ihnen möglich, mir weiterführende Hinweise zur Erforschung ihres Schicksals (Erben, Nachkommen, letzte Ruhestätte, usw.) zu übermitteln? Vielen Dank im voraus für Ihre Bemühungen. Martin Beutler, Vesaliusstr. 6,13187 Berlin Tel./ Fax 030/4745 0789 Martin.Beutler@t-online.de ★ ★ ★ Ich wende mich an Sie mit einer für mich außerordentlich wichtigen Bitte und hoffe sehr, daß Sie mir helfen können. Es ist jetzt, da ich selbst, da wir fast alle an das Ende unseres Lebens gelangt sind, wichtiger als je zu erfahren, wo unsere Lieben umgekommen sind, das betrifft in meinem Fall vor allem meine Eltern. Es hat wohl wenig Sinn, wenn ich wie vor einigen Jahren nochmals erwähne, daß meine Eltern Alfred Tichauer und Johanna Tichauer, geb. Jacob, waren, daß sie ein Damenmodengeschäft in Breslau, Schmiedebrücke 42 hatten und in den letzten Jahren im eigenen Haus Nicolai- Stadtgraben 19 wohnten und ganz zuletzt im Krieg bei meiner Großmutter Tichauer, Schmiedebrücke 60. Ich denke, daß es noch wichtiger für Sie ist, daß die Eltern in einem großen Transport Ende Mai, wohl am 30. Mai 1942 deportiert wurden. Sie waren im Saal der Freunde untergebracht und dann im Schiesswerder. Weiter hörten meine Schwester und ich nichts von ihnen. Man sollte doch denken, daß nach den vielen Jahren man durch Nachforschungen und Bücher, auch vielleicht einzelne Polen erfahren konnte, wohin man diesen großen Transport hingebracht hat und wo sie umgekommen sind. Hat man da genug ernste Nachforschungen in Polen, Isbicza oder Lublin, betrieben? Sollten alle Spuren von diesen Todesopfern verwischt sein? An Arolsen und Jad Waschern habe ich mich auch ohne Erfolg gewandt. Alice Perez, geb. Tichauer, P.O.B. 231 27101 Kiryat Bialik ★ ★ ★ Wer weiß etwas über Ilse Gappe, geboren am 26.9.1924 in Breslau? Ihre Eltern waren Max Gappe und Adelle Hoffnung. Sie hatte eine jüngere Schwester Ruth (geboren 4.10.1928 in Breslau). Zwischen den Jahren 1928 und 1941 siedelte die Familie nach Berlin, Braunerweg 41, über. 1941 wurde die Mutter mit ihrer jüngeren Tochter nach Minsk deportiert, wo beide umkamen. Ilse flüchtete nach Holland, von wo sie nach Auschwitz deportiert wurde. Der Vater flüchtete nach Shanghai, wo er den Krieg überlebte. 1949 kam er nach Israel, wo er nochmals heiratete. Er starb 1969 in Kiryat Bialik. Alle diese Forschungen sind für mein Buch über Jüdische Kinder, welche in Holland lebten und in den Jahren 1940- 1945 deportiert wurden. Antworten - in Englisch, Holländisch oder Deutsch - an: Aline Penneward, Regentendam 20, 9906 AS Oesterhout nb, Netherlands, Europe.

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