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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2002-01-01 · No. 72 (2002) · p. Seite 9

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2002
Issue
No. 72 (2002)
Date
2002-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 Levertins Kalonymos Oskar Levertin (1862-1906) aus Norrköping war Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker in Upsala und Stockholm, der Literatur und Kunst des 18. Jhdts. besonders zugetan war. Nicht nur Wissenschaftler und Essayist, ist er in Schweden auch als Dichter und Erzähler nicht vergessen. Zu seinen "Rococo- Novellen" von 1898 zählt auch "Kalonymos". Die gefühlvolle Erzählung ist zu Pessach lesenswert. Sie beginnt mit zwei Träumen des Helden, die ihn in die Kindheit versetzen, die Mutter erinnern lassen, wie sie die Chanukkalichter entzündet. Judiths Flamme, bebend wie eine Blutträne, Deborahs, die gleich einem brennenden Herzen flammte, und Judas' Makkabäus Licht. . . und dann des Tags ihrer Beerdigung gedenkend - Träume, die den Leser mit der Herkunft Kalonymos' vertraut machen. Der Sohn des berühmten und gelehrten Baruch ben Esra und der Rahel Teura stammt aus Leeuwarden. Seine Mutter bewahrt den Stein, mit dem Baruch ben Esra erschlagen worden war, ja hat ihn stets geschärft und ritzt ihrem Sohn, so träumt es dem, die Hand blutig, das Messer als Mündigkeitsgabe. Doch auf den Rat seines Lehrers Abraham-ha- Kohen: Niemand soll für eines anderen Hasses leben, legt Kalonymos den Stein auf der Mutter Grab. Verwaist vom ermordeten Vater und der Bitterkeit der Mutter ledig, zieht er in die Welt, um Brüdern und Schwestern die Worte der Liebe zu verkündigen, die ihm selbst Frieden und Stolz geschenkt hatten, daß die Zeit des Hasses endlich vorbei und sie erst lernen müssen, alle wie Brüder zu lieben, ... um selbst frei zu werden. Stockholms scharfes Märzlicht nun ist es, das Kalonymos aus seinen Träumen weckt. Rüsttag des Pessach. Kalonymos ist Gast des Hofjuweliers Jair Henoch und Frau Rosalie Golda, mit Tochter Esther und den Söhnchen Ephraim und Michel. Zum Sederabend in der Oesterlanggasse werden sich auch einige, von Levertin sanftironisch gezeichnete "Ghettotypen'' einfinden, die unverheirateten Brüder der Mutter, Moritz und Martin, Schullehrer der eine, der alamodischste Hofschneider der andere; auch der Doppel-Jakob, der Trödler mit dem Stand gegenüber der deutschen Kirche. Kalonymos aber wird gleich nach dem Seder Weiterreisen, denn ein Schoner setzt Segel, um nach Polen abzulegen. Auch dort will Kalonymos, gegen alle Widerstände, seine Botschaft von der Zeit der Bruderliebe verbreiten. In ihm vereinigen sich ahasverische und missionarische Unrast, doch möchte er uns auch an den wandernden Künder Elijahu erinnern. Ist es nur Zufall, daß Kalonymos aus den Niederlanden stammt und sein Vater den Namen Baruch trägt?? Alle, Jair und Rosalie Golda Henoch, er vom Rhein, sie von der Donau stammend, auch Esther, Edelstein unter den Töchtern des schwedischen Zion, haben Kalonymos liebgewonnen, nach Norden geführter assyrischer Prinz, der den italienischen Süden seiner Vorväter in sich spürt. In der Dämmerung vor dem Mahl wechseln die Männer, der Sechziger und der Zwanzigjährige, wenige Worte. Jair warnt ihn vor falschen Hoffnungen auf den Messias und die Zeit der Bruderliebe, doch Kalonymos will nicht das Glück der engen Ufer. Es wird ihn nicht hindern. Und Esther? Kalonymos ist nicht der Rabbi von Bacherach, ist nicht Don Isaak, Esther nicht Sara, das Licht Stockholms nicht das des Rheins; und sind nicht auch die Zeiten ganz andere? Als Esther Kalonymos, wie die Schwester den Bruder, nächtens zum Hafen begleitet, treffen sie auf ihren nächsten Nachbarn, Kauffahrteikapitän Trana, eine hochgewachsene blonde Gestalt, ein glückliches Lächeln in den klaren, blauen Augen . . . und eine Bellmanmelodie summend, verschwand der Kapitän im Schnee, trotz der Dunkelheit... mit der Sicherheit eines Mannes weiterschreitend, der seiner selbst gewiß ist. Sagt Kalonymos: Schwarze Augen und blaue Augen, Augen, die verstehen und Augen,die noch nicht gelernt haben, einander zu verstehen. Aber überall auf Erden, wo es Menschenaugen gibt, gibt es auch die Liebe .. . Aber hat Kalonymos denn wirklich eine Antwort auf Esthers Frage: Glaubst du, daß es niemals anders werden wird, daß es stets so fortgehen soll, wie es gewesen . . . Der Stock auf die Katze und die Katze auf die Maus und die Maus auf den Strick - sollen die Schmähungen nie ein Ende nehmen und Gottes Gerechtigkeit in der Welt klar werden? m.b. ("Kalonymos", 4. Jahrgang 2001, Heft 1) Pessach für Kalonymos ben Baruch und Esther bat Jair (Fortsetzung von Seite 8) Aber Trauer ist unser beider Innerstes, und Heimlosigkeit unser beider Heimlichkeit. So, Schwester, tragen wir beide denselben Siegelring mit dem Bilde derselben zuckenden Flamme, und was sollen wir mit einem anderen Ringe?" Ein Zicklein hat mein Vater 'kauft Für rote Heller drei, Doch sieh, daher die Katze lauft Und reisst das Tier entzwei. Ein Zicklein, ein Zicklein. "Und nun lebe wohl, Kalonymos, wir wollen deiner an jedem Pessachfest gedenken, wenn wir das Brot der Wüstenwanderung brechen - und Friede über alle deine Lebenswege!" ... n n p k n n k rt k b b kt; eie k k k b e e k p n ci p k k k rt ri n e b b k vn Für eine historische Forschungsarbeit über jüdische Ärzte, welche in Erez-Israel vor der Gründung des Staates Israel tätig waren. Biographien zur Verewigung dieser Ärzte, sollen enthalten: Familienname des Arztes (auch der frühere Name), Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, Universitäten, an welchen er studierte, Jahr des Abschlußexamens, Jahr der Einwanderung nach Erez-Israel, Wohnort und Arbeitsplatz im Land, Spezialisierung, Todesjahr, Namen der Nachkommen und deren Wohnort, wie auch sonstige biographische Einzelheiten (besonders ehemaliger Ärzte aus Breslau und Umgebung): Zu wenden an: Prof. Nissim Levi, Hajasminstr. | 38a, Yokneam Elith 20692, Tel.: 04- 9891174. ifa H >3 >TiTTTT3 >3 >3 W3 «>3 «>3 >3 >3 3 « fl H « H « B « 3 B fl fl a MX

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