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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2002-01-01 · No. 72 (2002) · p. Seite 7

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2002
Issue
No. 72 (2002)
Date
2002-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Feierliche Eröffnung des Jüdischen Museum in Berlin "Jungen Menschen Chance der Begegnung mit dem Judentum eröffnen" Am Sonntag, dem 9. September 2001, fand die feierliche Eröffnung des Jüdischen Museums Berlin statt. Das Museum präsentiert in einer Dauerausstellung "Zwei Jahrtausende Deutsch-Jüdische Geschichte". Für die Stifterinnen, Stifter und Leihgeber von Ausstellungsstücken für das neue Jüdische Museum in Berlin gab der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Montag, dem 10. September, im Berliner Rathaus einen Empfang. Dabei erklärte Wowereit unter anderem: "Das Jüdische Museum ist eröffnet. Im Mittelpunkt des heutigen Tages der Erinnerung stehen diejenigen, ohne deren tätige Mithilfe das Museum heute nicht bestehen würde. Ich freue mich sehr, Sie - die Stifter - hier im Roten Rathaus begrüßen zu dürfen. Sie haben Berlin ein Geschenk von unschätzbarem Wert gemacht. Mit vielen Einzel-Objekten aus Ihren eigenen Beständen, persönlichen Aufzeichnungen, kleinen Privatarchiven und Sammlungen haben Sie zu einem einzigartigen Repertoire an Gegenständen für das neue Museum beigetragen. Ich möchte Ihnen im Namen der Berlinerinnen und Berliner meinen hohen Respekt und meine tief empfundene Dankbarkeit ausdrücken - für dieses große Geschenk, das Sie uns allen gemacht haben. Um was geht es, wenn wir nach der Bedeutung des Jüdischen Museums für die heute - zu Beginn des 21. Jahrhunderts - lebenden Generationen fragen? Es geht, wie ich meine, darum, gerade jungen Menschen die Chance der Begegnung mit dem Judentum zu eröffnen. Es geht, wie Michael Blumenthal schreibt, darum, zu vermitteln, daß Juden durch Jahrhunderte hindurch tief verwurzelte Deutsche waren und Unentbehrliches zum intellektuellen Leben des Landes und zur Entwicklung Deutschlands zu einer modernen Nation beitrugen. Das in der Geschichte einzigartige Verbrechen - der Völkermord an den Juden in Europa - prägt das Verhältnis zwischen Juden und Nicht-Juden in Deutschland bis heute. Das wird auch in Zukunft so sein. Niemals dürfen wir vergessen, was in Auschwitz und in den vielen anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern geschehen ist. Die Frage ist, ob es uns gelingt, aus der Geschichte zu lernen und in einer Weise Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen, daß solche Verbrechen nie wieder geschehen werden. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kann uns helfen, das Bewußtsein für den Wert der Freiheit und der Menschenrechte zu schärfen. Die Erinnerung an dieses Kapitel der Geschichte zu bewahren, ist eine; notwendige Voraussetzung für die i Gestaltung des künftigen Zusammenlebens : von Juden und Nicht-Juden in Deutschland, i Wir alle müssen dazu beitragen, daß Juden : sich als akzeptierte und gleichberechtigte : Mitglieder unserer Gesellschaft fühlen : können - und daß sie umgekehrt von den : Nicht-Juden auch so gesehen werden.; Dazu gehört ein sorgsamer Umgang mit : der Sprache. Solange immer noch von; "Deutschen und Juden gesprochen wird j und die deutschen Juden damit sprachlich [ aus der Zugehörigkeit zu unserer [ Gesellschaft herausdefiniert werden, bleibt I; noch viel Bewußtseinsarbeit zu leisten. I Unsere Schulen tragen dabei eine große [ Verantwortung. Denn schon in jungen l Jahren werden grundlegende Ansichten I geprägt. Vielleicht ist es aber noch j wichtiger, daß es gelingt, mehr persönliche jj Begegnungen von Juden und Nicht-Juden ji zu ermöglichen. Denn viele Angehörige jj der Nachkriegsgeneration kennen oft nur F wenige Juden persönlich - und im \ Rückblick sehen sie in den Juden meist \ nur Opfer des Nationalsozialismus. \ Ich bin sicher: Das Jüdische Museum kann sich auch zu einem Ort der Begegnung entwickeln. Schon vor der Eröffnung der [ Ausstellung hat der beeindruckende Bau [ von Daniel Libeskind unzählige Menschen angezogen. Ich wünsche dem Museum [ jedenfalls einen starken Zuspruch von [ Gästen, die nicht nur an jüdischer j Geschichte, sondern auch an der Begegnung zwischen Juden und Nicht- Juden Interesse finden. Das Jüdische Museum nimmt schon heute einen festen Platz in der Berliner Museumslandschaft ein. Ich möchte es nicht versäumen, Ihnen - den Stiftern - noch einmal meinen aufrichtigen Dank j auszusprechen. Ich möchte aber in meinen i Dank auch all diejenigen einschließen, die : in verschiedenen Funktionen und Rollen zum Gelingen dieses außergewöhnlichen Projekts beigetragen haben. Ich nenne stellvertretend für die vielen Beteiligten j. Michael Blumenthal. Mit Ihrem Einstieg in j. das Projekt haben Sie dem Jüdischen j Museum in einer schwierigen und teilweise i quälenden Phase zum Durchbruch j verholten. Sie haben ein überzeugendes [i Konzept entwickelt, das viel Zustimmung l erfuhr. Und ich bin sicher: Manche j Skeptiker werden nun auch noch j überzeugt, wenn sie sehen, welche I Schätze Sie - mit Hilfe der vielen Stifter - I für das Museum nach Berlin holen j konnten... | Berlin sagt danke!" j Aus dem Landespressedienst \ "Die Mahnung", 1.10.2001 [ Aberkennung von Pensionen für Nazis Vom Simon-Wiesenthal-Zentrum erfahren wir, daß die besonderen Pensionen von 72 Nazi-Kriegsverbrechern annulliert wurden. Die Auffindung dieser Nazis und die Annullierung ihrer Pensionen ist das Ergebnis einer israelisch-deutschen Nachforschung, in einer Zeitspanne von drei Jahren. Der Leiter des Wiesenthal- Zentrums in Israel, Dr. Ephraim Zurof, welcher an der Spitze dieses Forschungsprojekts stand, forderte von dem deutschen Arbeitsministerium, dieses Projekt noch um einige Zeit zu verlängern. Vor einigen Jahren entdeckte man, daß Kriegsverbrecher, welche im 2. Weltkrieg im deutschen Militär dienten, eine Pension von der deutschen Regierung erhielten. Auf Grund dessen erließ der Bundestag 1998 ein Gesetz, nach welchem Soldaten, welche unmenschliche Verbrechen begangen hatten, ihre Pension verlieren. Im Augenblick werden noch 250 weitere Fälle behandelt. Außerdem sollen in der weiteren Zukunft noch hunderte von Fällen untersucht werden. Sag "Nein" zur Gewalt Selbst bei allem Vorwärtsstreben darf es kein Vergessen geben. Alte Schuld noch ohne Sühne, steh'n die Erben auf der Bühne, strecken drohend ihre Hände, schänden Gräber, legen Brände. Massengräber mahnend beben, Opferseelen sich erheben, fordern laut ein klares "Nein", Holocaust darf nie mehr sein! Deshalb sind wir aufgerufen, wir, die diese Erben schufen, ohne Haß, doch mit Elan "zu stoppen den Verfolgungswahn". Erna Stemmer "Die Mahnung", 1.7.2001

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