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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2001-01-01 · No. 71 (2001) · p. Seite 11

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2001
Issue
No. 71 (2001)
Date
2001-01-01
Page
Seite 11 (sequence 1652)
Language
German
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11 Heinz Werner Goldstein s.A. Am 10. Mai d.J. ist unser verehrter Mitarbeiter an unserer Zeitung, Herr Heinz Werner Goldstein im Alter von 88 Jahren in die Ewigkeit abberufen worden. Als Hitler im Jahre 1933 zur Macht kam, mußte er sein Studium aufgeben. Er ging auf Hachschara und kam 1936 mit seiner Frau nach Erez-Israel. Er ließ sich in Haifa nieder, und hatte wie viele der Neueinwanderer mit den Schwierigkeiten zu kämpfen, welche die Einordnung in die neuen Lebensverhältnisse mit sich brachten. Bis zu seiner Pensionierung war Herr Goldstein beim Gesundheitsministerium tätig. Nach seiner Pensionierung betätigte er sich an verschiedenen Zeitungen. Er hatte einen Unbesungene Helden Deutschland und die Judenretter besonderen Sinn für bestimmte Themen, die Eigenschaft eines guten Journalisten. Seine Artikel in unserer Zeitung erfreuten sich immer einer guten Resonanz unserer Leser. Wir werden sein Andenken stets in Ehren bewahren. D. R. Spende für den Sozialfond des "Verbandes ehemaliger Breslauer in Israel" aus dem Nachlaß von Dr. Daniel Frankel s.A. Wie wir in unseren letzten "Mitteilungen'1 berichteten, hat unser verehrtes Mitglied Dr. Daniel Fränkel s.A. im Alter von über 100 Jahren das Zeitliche gesegnet. Der Verstorbene hat den Sozialfond unseres Verbandes mit einer großzügigen Spende aus seinem Nachlaß bedacht. Wir werden Dr. Fränkel s.A. stets ein ehrendes Andenken bewahren. 1957 erschien im Berliner arani Verlag das Buch "Unbesungene Helden", das damals einige Aufmerksamkeit erregte. Kurt Grossmann, der Autor, 1897 in Berlin geboren, 1972 in Florida gestorben, hatte etliche Menschen gefunden, die in der NS-Zeit unter Lebensgefahr Juden versteckt und so gerettet hatten - in Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, Italien, Griechenland, Jugoslawien, Polen, Ungarn, Norwegen, Dänemark und der Tschechoslowakei. Der Berliner Jurist war seit 1926 Generalsekretär der "Deutschen Liga für Menschenrechte" und hatte schon vor der Machtübergabe an die Nazis vor Hitler und seinen Leuten gewarnt. Sofort nach dem 30. Januar 1933 floh er in die Tschechoslowakei, später in die U.S.A., wo ihn der "Jüdische Weltkongress" mit der europäischen Flüchtlingsfrage betraute. Nach der Befreiung reiste er immer wieder nach Europa und stieß dabei auf jene Menschen, die Verfolgten geholfen hatten. So entstand der eingangs erwähnte Titel. Danach kümmerte sich in Europa kaum jemand um diese tapferen Menschen. In der zentralen israelischen Holocaust-Forschungs- und Gedenkstätte "Yad Vashem" in Jerusalem hingegen entstand bald nach der Gründung im August 1953 eine Allee, an deren Rändern für jeden nichtjüdischen Retter ein Baum gepflanzt wurde. Die meisten Bäume ehren inzwischen polnische Retter, an deutsche "Helden" erinnern immerhin 336. Es könnten bald mehr werden, weil nach ersten Versuchen des Kölner Journalisten Günther B. Ginzel nun gleich zwei Initiativen auf den Plan getreten sind: Bundespräsident Johannes Rau und Wolfgang Benz. Benz, Direktor des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung, hat vor einiger Zeit eine Datenbank eingerichtet, in der er die Namen dieser “stillen Helden" sammelt. Obwohl er wie die meisten geisteswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen ständig um Geld betteln muß, ist er immerhin auf 2000 Eintragungen gekommen. Vielleicht wird sich die finanzielle Lage seines Instituts bald bessern. Eine der Geretteten ist die aus Berlin stammende Schriftstellerin Inge Deutschkron. Ihr bekanntes Buch heißt "Auch ich trug den gelben Stern". Später folgte das Bühnenstück "Ab heute heißt Du Sarah". In beiden Veröffentlichungen erzählt die Berliner Jüdin, wie sie von "stillen Helden" gerettet worden ist. Reste ihres ersten Unterschlupfes in der Rosenthaler Straße in Berlin sind erhalten. Studenten hatten dort eine kleine Gedenkstätte eingerichtet, auf die Walter Homolka aufmerksam geworden ist. Homolka, laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) ein "findiger Kopf", ist hauptberuflich Leiter der Kulturstiftung der Deutschen Bank. Er engagiert sich seit langem für die NS-Opfer. Nun hatte er zu einer öffentlichen Diskussion über die Helfer in die Berliner Schaubühne eingeladen. Daß Inge Deutschkron zugesagt hat, nimmt nicht Wunder. Aber Homolka aus der Chefetage einer der größten Banken der Welt wollte auch hier zu Lande an die Spitze des politischen Establishments und fragte im Bundespräsidialamt an. Reaktion: Das Staatsoberhaupt sagte sein Kommen zu. Nun weiß man aus Raus jahrelanger politischer Tätigkeit, daß er sich stets für die Opfer eingesetzt und für die Retter interessiert hat. Am 11. März hat er das in der Berliner Schaubühne öffentlich getan und damit u.U. dem Projekt der Helfer die Dynamik gegeben, die nötig ist, um der Forschung das nötige Geld zu verschaffen. Die SZ, die kürzlich über die geplante Begegnung Rau/Deutschkron berichtet hat, zitierte den Bundespräsidenten mit den Sätzen: "Wir haben viel zu lange die "stillen Helden" nicht wahrgenommen. Es wird Zeit, daß wir uns an sie erinnern und daß wir sie so würdigen, wie sie es verdienen." Daß Benz in seinem Berliner Institut mit der Erforschung der Helfer beginnen konnte, ist im wesentlichen dem Mann zu verdanken, der in diesem Jahr den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland erhält: Hans-Jochen Vogel. Der Verein "Gegen das Vergessen", den er mit anderen gegründet hat und dem er bis vor wenigen Wochen Vorstand,hat schon viele Anstöße und Anregungen gegeben, ohne die Finanzierung zu garantieren. Roman Herzog hat damals als Bundespräsident Vogels Vorschlag übernommen und die Finanzierung auf den Weg gebracht. Die Geldquellen sind inzwischen versiegt, und nun richten sich die Hoffnungen vieler auf Herzogs Nachfolger im Amt, Johannes Rau. Wenn es um zeitgeschichtliche Forschung und um Augenzeugen geht, wird die Zeit immer knapper. Inge Deutschkron zählt zu den wenigen, die noch aus eigener Erinnerung berichten können. Deshalb ist dem Projekt von Wolfgang Benz Vorrang einzuräumen. Als Roman Herzog im Februar die Josef-Neuberger- Medaille der jüdischen Gemeinde Düsseldorf erhielt, bekannnte er, noch nicht zu wissen, ob wir bereits die angemessene Art der Erinnerung gefuden hätten. Das Projekt "Stille Helden" könnte ein Baustein werden. Heiner Lichtenstein "Die Mahnung" 1.4.2001

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