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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2001-01-01 · No. 71 (2001) · p. Seite 7

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2001
Issue
No. 71 (2001)
Date
2001-01-01
Page
Seite 7 (sequence 1648)
Language
German
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7 EXIL SHANGHA11938-1947 Georg Armbrüster / Michael Kohlstruck/ Sonja Mühlberger (Hrg.) JÜDISCHES LEBEN IN DER EMIGRATION MIT BEILIEGENDER CD-ROM TEETZ: HENRICH & HENRICH 2000 ISBN 3-933471-19-2 DM 88,- Information über dieses Projekt auch im Internet unter: www.exil-shanghai.de Das vorliegende Buch, das sein Entstehen unter anderem einer Tagung im August 1997 in der Gedenk- und Bildungsstätte "Haus der Wannsee-Konferenz" zum Thema "Exil Shanghai" verdankt, enthält siebzehn Beiträge unterschiedlichster Qualität, die zum Teil nur am Rande mit dem Untertitel "Jüdisches Leben in der Emigration" zu tun haben - etwa einen Diskurs über in Deutschland lebende Chinesen, der versucht, mit der Bemerkung "vielleicht emigrierten sie nach Shanghai" einen Bogen zu schlagen, oder die ebenfalls interessanten und wissenschaftlich fundierten Beiträge über die NS-Parteizeitschrift "Der Ostasiatische Beobachter" sowie die vom Auswärtigen Amt herausgegebene englischsprachige "XXth Century" - eine wunderbare Ergänzung zur politischen Situation der Auslandsbeziehungen mit den asiatischen Staaten während des Nationalsozialismus. Einen verbindenden Bogen gibt es leider nicht, so dass die Beiträge in ihrer Individualität als eigenständige Dokumente gesehen und gelesen werden müssen, so dass teilweise inhaltliche Doppelungen Vorkommen. Erschwerend beim Lesen kommen auch Druckfehler hinzu, die besonders in dem englischsprachigen Artikel den Eindruck hinterlassen, dass die Druckvorlage nicht von einer der Sprache mächtigen Person lektoriert wurde; auch Jahreszahlen sind offensichtlich verdreht - schade bei einem Buch, das von seiner Aufmachung her ansonsten qualitativ hochwertig erscheint und ja auc inhaltlich exzellente Beiträge enthält. So erfahren wir Grundlegendes und wirklich Wissenswertes über die Situation der im Ausland lebenden Juden aus persönlicher Perspektive (Sonja Mühlberger); über die Probleme der Emigration (Steve Hochstadt, David Kranzier); über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Shanghai und die bagdadischen Juden, die hier bereits im frühren 19. Jahrhundert Fuß gefasst hatten (Barbara Geldermann); über Antisemitismus und Judenpolitik der Japaner, die intensive und beiden Seiten zugute kommende, von keinerlei rassistischen Vorbehalten geprägte Geschäftsbeziehungen mit Juden pflegten (Gerhard Krebs); über das Verhältnis zwischen den jüdischen Flüchtlingen und den Chinesen in Shanghai (Pan Guang); und über das Verhältnis zwischen alteingesessenen und vertriebenen jüdischen Deutschen in Shanghai (Astrid Freyeisen). Es folgt ein abenteuerlicher Versuch statistischer Interpretation unter dem Titel "Abenteurer. Wer waren die Shanghai- Flüchtlinge aus Mitteleuropa?" (Christiane Hoss), der den Eindruck hinterlässt, dass es sich um eine Auslegung von statistischen Daten mit persönlichen Spekulationen handelt, die als solche zwar kenntlich sind, bei mir allerdings trotzdem Verwirrung hinterließen - zu was sollen sie Nutze sein? Der Frauenforschung wird Genüge getan mit der Untersuchung der "Geschlechterbeziehungen in Extremsituationen: Oesterreichische und deutsche Frauen in Shanghai der dreißiger und vierziger Jahre" (Helga Embacher/Margit Reiter), die durchaus schlüssig zeigt, dass Frauen angesichts der neuen Situation ungeahnte Stärken entwickelten, die teilweise zu einem "Rollentausch im Exil" führten - die Frau als Ernährerin der Familie; allderdings handelte es sich doch um eine temporäre Notsituation: Eine der pekunär einträglichsten Tätigkeiten war der Beruf der Bardame. Nicht nur gründlich recherchiert, sondern auch einsichtig dargestellt unter dem Titel "Identität und Selbstbehauptung" ist das kulturelle Leben im Shanghaier Exil 1939-1947 (Michael Philipp). Interessant sind die Ausführungen über die "Ausbürgerungen der Emigrantinnen und Emigranten in Shanghai", unter dem Titel "Der lange Arm des Deutschen Reiches" (Christiane Hoss), dem offensichtlich eine umfangreiche Recherche in Archiven zugrunde liegt. Und natürlich "last but not least" das Ende des Exils in Shanghai- Rück- und Weiterwanderung nach 1945 (Georg Armbrüster), das einen nur auf ersten Blick unvermuteten Aspekt aufwirft: Die lange Zeit der "Stunde Null", die persönliche Lebensplanung der ehemals deutschen Flüchtlinge nach dem Zusammenbruch des deutschen Reiches, aus dem sie ja zwangsweise ausgeschlossen worden waren, erforderte - die Entwicklung von Perspektiven die unter anderem auch zu der Rückkehr von 295 Personen nach Deutschland am 21. August 1947 führte, aber eben bevorzugt zu einer Weiterwanderung nach Amerika. Die letzten drei Beiträge von Dagmar Yü-Dembski, Christian Taaks und Michael Kohlstruck, die das Thema generell ergänzen, hatte ich bereits eingangs erwähnt. Ein Abkürzungsverzeichnis und Index erleichtern das Arbeiten mit dem Buch, und der einzige Wunsch, der in dieser Hinsicht offen bleibt, wäre eine Zusammenfassung der verwendeten Literatur, die sich in den Fußnoten der einzelnen Beiträge versteckt. Was die beiliegende CD betrifft, die laut Herausgeber "neben den gewohnten Suchmöglichkeiten nach Wörtern und Zeichenketten weitere Bearbeitungsmöglichkeiten (an)bietet", die allerdings nicht näher erläutert werden, verzichte ich auf die Rezension, da mir beim ersten Versuch der Nutzung das Betriebssystem (Mac OS 8.1) zusammenbrach und ich dies nach Rettung meiner Daten von der Festplatte komplett neu installieren musste - eine mir bis dato unbekannte Erfahrung, die ich freiwillig nicht noch einmal machen möchte. Daher zügele ich auch meine Neugier, was die weiteren Bearbeitungsmöglichkeiten betrifft und verlasse mich auf die Aussage, dass es sich um einzigartige, bisher unveröffentlichte Dokumente handelt. Nikoline Hansen Die Mahnung'" 1.4.2001

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