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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2001-01-01 · No. 71 (2001) · p. Seite 3

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2001
Issue
No. 71 (2001)
Date
2001-01-01
Page
Seite 3 (sequence 1644)
Language
German
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3 Für Walter Laquer DAS ENDE DER BELLE EPOQUE IN WROCLAW (Fortsetzung von Seite 2) "Arisierungsmaßnahmen" wurde den Juden jeglicher Besitz von Industriebetrieben, Wald- und Landwirtschaften einfach "legal" geraubt. Die Ausübung von Handwerksberufen, öffentlichen Diensten und Kleinhandel wurden untersagt. Eine Fülle von Erlassen nach der "Kristallnacht" führte zur völligen Entrechtung. Mit der Kennzeichnung der Juden mit dem "Davidstern" laut Reinhard Heydrichs Erlass vom 1. September 1941 begann die letzte Etappe der Judenverfolgung - die Vertreibung und totale Ausmerzung jüdischen Lebens. "Judenwohnungsaktionen" gingen ihr im Sommer 1941 voraus, das heißt, Juden mussten ihre Wohnungen aufgeben und in Gemeinschaftswohnungen umsiedeln. Viele Familien deportierte man in das Kloster Grüssau, nach Tormersdorf und Riebnig bei Brieg (Brzeg). Patienten des Beate-Guttmann- Altersheims und des jüdischen Kindergartens wurden im Juni 1941 nach Tormersdorf "abgeschoben" (Gestapo-Jargon). Von 700 "Abgeschobenen" kamen in kurzer Zeit 24 Personen ums Leben. Am 15. November 1941 notierte Willy Cohn in seinem Tagebuch: "Wir müssen voraussichtlich am 30. November die Wohnung räumen und werden voraussichtlich verschickt werden". Willy Cohn schrieb die traurige Wahrheit. Am 21. November startete eine "Großaktion" in Breslau. 1000" Nichtarier" wurden festgenommen und am 25. November vom Odertorbahnhof im Bahntransport nach Kowno/Kaunas in Litauen "abgeschoben". Sofort nach ihrer Ankunft wurden sämtliche Breslauer Juden vom "Sonderkommando Jaeger" erschossen. Unter den Ermordeten waren Walter Tausk und Willy Cohn mit seiner Frau und ihren Kindern. Die "Endlösung der Judenfrage" begann also noch vor der berüchtigten Wannseekonferenz, die über das Schicksal aller Juden in Deutschland und in allen von Deutschen besetzten Ländern bestimmte. Der ersten Breslauer Deportation vom November 1941 folgten Massendeportationen "nach dem Osten". Am 13. April wurden etwa 1000 Breslauer Juden in den Distrikt Lublin, nach Izbica (Generalgouvernement) versandt, wo vorher bereits die Bevölkerung aus den Städtchen Izbica, Kazimierz, Opole Lubuskie ausgesiedelt wurde. Ihre nächste Etappe waren die Vernichtungslager Belzec und Sobibor. Dem zweiten Breslauer Transport folgte bereits am! | 3. Mai 1942 ein weiterer Massentransport "nach! ’ dem Osten". Unter den "Abgeschobenen" befanden sich die Eltern von Anita Lasker- Wallfisch und unter den aus anderen Städten Schlesiens Erfassten und Deportierten Erna S.! | Laqueur - die Tante Walter Laqueurs aus dem ] | niederschlesischen Schweidnitz (Swidnica). \\ Aus zufällig erhalten gebliebenen Akten geht hervor, dass Erna Laqueur am 22. April 1942 die Vermögenserklärung Unterzeichnete, bevor J ‘ ihre Wohnungsausstattung beschlagnahmt und jj sie "abgeschoben" wurde. Im Juli und am 30. August 1942 gingen Deportationstransporte ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ab. Am 27. Juli 1942 ging ein Transport mit ** 1.100 Personen und am 31. August 1942 ein weiterer Transport mit 1.065 Personen ins Konzentrationslager Theresienstadt in Nordböhmen. Insgesamt deportierte die Breslauer Gestapo im Einvernehmen mit der Gauleitung der NSDAP elf Transporte Breslauer n und niederschlesischer "Nichtarier" ins j Theresienstädter Konzentrationslager. Der 5. März 1943 war der schwarze Tag der i vollkommenen Liquidierung der jüdischen <> Gemeinde von Breslau. 1.405 Personen + deportierten die Nazis an diesem Tage nach Auschwitz, wo sie 809 in die Gaskammern und $ 596 zu schweren Arbeiten "aussonderten". Der letzte von der Breslauer Gestapo verordnete Fußmarsch einer Gruppe "Nichtarier" in Richtung Konzentrationslager Gross Rosen fiel in die kalten Januartage 1945. Nur wenige in Mischehen lebende Juden überlebten die Belagerung der "Festung Breslau", die sich nach fast drei Monaten am 6. Mai 1945 den Sowjets übergab. Der Leiter der Staatspolizeileitstelle Breslau, Dr. jur. Ernst Gerke, Gestapobeamte, sowie Beamte der NSDAP-Gauleitung, die die Deportationen Breslauer Juden organisierten, bestritten in richterlichen Voruntersuchungen nach dem Krieg ihren Anteil an der völligen Liquidierung der Breslauer jüdischen Gemeinde. Die Verfahren wurden eingestellt. ("Aufbau" Nr. 11,24. Mai 2001) ♦ Karol Jonca ist Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Wroclaw am Lehrstuhl für politische Wissenschaften und * Rechtsphilosophie, korrespondierendes Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften 4 in Krakau und Herausgeben der Serie "Studien l ‘ zu Faschismus und Naziverbrechen\ ‘ Aus der Tagespresse Das Art Löss Register (ALR) besitzt eine Datenbank von über 100.000 Kunstgegenständen, von denen viele in den Jahren 1933-1945 beschlagnahmt oder gestohlen wurden. Das ALR liefert Informationen, die wesentlich zur Identifikation und Rückführung gestohlener und verschwundener Kunstgegenstände beitragen. Das ALR ist unter folgender Anschrift zu erreichen: The Art Löss Register c/o Bundesverband Deutscher Galerien, St. Apern-Straße 17-2 , D-50667 Köln. Mehr als 5000 Namen und Adressen von Wiener Juden, deren Kunstbesitz zu Objekten der nationalsozialistischen Enteignung wurden, finden sich in Rechnungsbüchern der "Vugesta" (Arisierungsspedition "Verwaltungsstelle für Umzugsgüter jüdischer Emigranten bei der Gestapo Wien"), die vor kurzem von einer Historikerin der Anlaufstelle für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus im österreichischen Staatsarchiv gefunden wurden. Diese Listen ermöglichen die Zuordnung von Inventarnummern auf den Kunstwerken zu den ehemaligen rechtmäßigen Eigentümern. Ein Holocaust-Fonds für sefardische Juden erhält von Spanien einen Beitrag von 1,5 Millionen Dollar. Die spanische Regierung bat in einem Brief an den Jüdischen Weltkongreß insbesondere Holocaust-Überlebende zu unterstützen, die aus der griechischen Stadt Thessaloniki stammen, ebenso sefardische Überlebende aus Bulgarien, Ex-Jugoslawien und Tunesien. Sie stammen von Juden ab, die 1492 aus Spanien vertrieben wurden und sich in jenen Ländern niederließen. Der Jüdische Weltkongreß verwaltet den Fonds für sefardische Schoah-Überlebende. Spanien begründete seinen Beitrag mit seiner Verantwortung für die Rolle während des Zweiten Weltkriegs, als den Nazis wichtige Rüstungsgüter geliefert wurden, bezahlt mit dem Gold, das jüdischen Opfern und europäischen Zentralbanken geraubt worden war. -Id

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