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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2001-01-01 · No. 70 (2001) · p. Seite 17

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2001
Issue
No. 70 (2001)
Date
2001-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 Judentum in Ostpreußen (Fortsetzung von Seite 16) eine zeitgenössische Quelle aus dem 14. Jahrhundert, die von dem Chronisten Peter von Dusburg verfaßt wurde. Dusburg berichtet, daß zur Zeit des Hochmeisters Siegfried von Feuchtwangen (1303-1311) ein Mitglied des Deutschen Ordens, Heinrich von Kunzen, eine Auseinandersetzung mit einem Juden führte, der ihn zur Konversion zwingen wollte: "Als er (sc. Heinrich von Kunzen) einmal schwer erkrankt war, erblickte er einen Juden und einen Christen im Gewandt der Begarden, einen zu seiner Rechten, den anderen zu seiner Linken stehen und ein Streitgespräch über Glaubensfragen führen, als der Jude jenen besiegt hatte, sprach er: 'Heinrich, nun hast du gehört, daß dein Glauben dich nicht selig machen kann, vertraue also dem Judenglauben'. Bruder Heinrich erwiderte: 'Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, und an das, was im apostolischen Glaubensbekenntnis enthalten ist.'" Auch im Ordensland gab es, wie im Westen Deutschlands, um 1348 Judenverfolgungen. In alten ostpreußischen Quellen finden sich darüber Nachrichten. So wird berichtet, daß der getaufte Jude Rumpold in Elbing, Marienburg und Königsberg zahlreiche Menschen tötete. Im übrigen waren getaufte Juden in Preußen keine Seltenheit. Neben Ablässen für milde Gaben zum Christentum übergetretener jüdischer Familien sind im 15. Jahrhundert auch Geldspenden des Hochmeisters Ulrich von Jungingen (1407- 1410) für getaufte Juden bekannt. Im Jahre 1435 wurde allerdings von den preußischen Ständen beschlossen, daß "keyn Jude in das landt czu Preuszen kome, koufmanschacz doselbist zu treiben noch alder gewonheit". Dieser Beschluß verhinderte nicht, daß auch in den nächsten Jahrzehnten von Juden zahlreiche Handelsreisen durch Preußen unternommen wurden. Hierbei kam es, wie die Akten z. B . für Lyck belegen, häufig zu Streitfällen mit den Einheimischen. So wurden dort im Jahre 1447 die Tuche eines Grodkoer Juden beschlagnahmt. III. Die Juden in Ostpreußen von 1525 bis 1812 Unter Herzog Albrecht von Preußen (1490- 1568) wurde es für Juden leichter, sich in Ostpreußen anzusiedeln. Hierzu trug die liberale Einstellung des Herzogs bei. Er stellte jüdischen Ärzten herzogliche Zulassungsurkunden aus, aufgrund derer sie ihren Beruf ohne größere Behinderung ausüben durften. Anders als den jüdischen Ärzten konnte Albrecht den jüdischen Kaufleuten keine größeren Zugeständnisse machen, da sich in den Städten die einheimischen Kaufleute gegen die jüdische Konkurrenz stellten. Sie setzten durch, daß die Stände am 14. Juli 1567 eine Landesordnung beschlossen, nach der der Aufenthalt von Juden in Preußen verboten war und die sie zwang, innerhalb von vier Wochen das Land zu verlassen. In einem energischen Protest erinnerte der polnische König Sigismund II. August (1520-1572) an die alten Verträge zwischen Preußen und Polen, die den Juden, vornehmlich aus dem polnischen Bereich, freien Zugang nach Preußen und freien Handelsverkehr zugesichert hatten. In einem Brief an Herzog Albrecht vom 18. Oktober 1567 äußerte der polnische König unter Hinweis auf die tolerante polnische Religionspolitik den Wunsch, daß der Herzog in Preußen ebenso verfahren möge. Dies führte dazu, daß Juden nach einem Landtagsrezeß vom 19. April 1569 die Erlaubnis zum freien Durchzug, nicht aber zum freien Handel in Preußen erhielten. Während sich für Preußen bis ins frühe 17. Jahrhundert nur sehr spärliche Nachrichten über Juden in den Akten finden, wird die Überlieferung danach breiter und zuverlässiger. Unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620-1688) wurde eine veränderte Haltung den Juden gegenüber spürbar. Als absolutistischer Herrscher beschnitt er die Rechte der Stände und sorgte dafür, daß jüdische Kaufleute und Händler ins Land kamen. Die Juden, die nach Ostpreußen zogen, erhielten einen Schutzbrief und standen, nachdem sie eine beträchtliche Summe gezahlt hatten, unter dem Schutz des Landesherrn. Im Jahre 1680 erhielten die Juden in Königsberg die Erlaubnis, eine Synagoge im Eulenburgschen Haus in der Kehrwiedergasse einzurichten. Trotz dieser Zugeständnisse änderte sich in anderen Regionen wie beispielsweise dem Ermland nichts an der restriktiven Politik gegenüber den Juden. Hier setzen die Nachrichten über die jüdische Bevölkerung erst mit dem Jahre 1727 ein, als Bischof Jan Szembek (1724-1740) dem konvertierten Juden Franz Arendt in Heilsberg eine Baustelle für ein Haus übertrug; mit der Baugenehmigung war zugleich das Recht des freien Handels auf Jahrmärkten und an Markttagen verbunden. Nach Anneliese Triller sind in den ältesten ermländischen Kirchenbüchern keine Hinweise auf Judentaufen oder Konversionen von Juden vor 1727 zu finden. Die erste gründliche Aufstellung über Vermögen und Personen des Ermlandes erfolgte nach Übernahme des Landes durch Friedrich den Großen (1712- 1786) im Jahre 1772. Zu dieser Zeit lebten im Ermland zwei jüdische Händler, die Gebrüder Hirsch, die von Heilsberg aus im Lande umherzogen und Handel trieben. Neben diesen beiden Schutzjuden gab es noch eine kleinere Anzahl unvermögender Juden, die durch Hausieren und Betteln ihren Lebensunterhalt bestritten. Der preußische Staat erließ daher bald nach der Übernahme des Ermlandes eine Verordnung, nach der "alle übrigen Juden, welche sich nicht durch ein Vermögen von 1000 Reichstalern zum Schutzbrief qualifizieren, ohne ferneren Aufschub aus dem Culmschen, Marienburgschen, Ermländischen und Pommerellischen Distrikten" ausgewiesen werden sollten. Für die christlichen Kaufleute waren die wohlhabenden Handelsjuden eine große Konkurrenz; wie gespannt das Verhältnis von christlichen und jüdischen Händlern war, zeigt ein Schreiben der Guttstadter Händler aus dem Jahre 1748 an den Bischof des Ermlandes, Stanislaus Grabwoski (1741-1766): "Nichtsdestoweniger müssen etliche Kaufleute und Krämer des hohen Stifts Ermland schmerzlich konstatieren, daß die landverderblichen jüdischen Heuschrecken viele Tausende im Lande entreißen, indem sie ihre abgelagerten Waren feilbieten..., da es keinen Jahrmarkt gibt, auf dem nicht hundert Juden zu zählen sind. Sie reißen den getreuen Ermländern den ganzen Handel aus den Händen und rücken bei Kriegsausbruch mit den gefüllten Beuteln rasch aus und überlassen uns getreuen all das Elend und all die Lasten des Krieges. "Der Bischof nahm die Juden in (Fortsetzung auf Seite 18)

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