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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 2000-01-01 · No. 68 (2000) · p. Seite 18

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
2000
Issue
No. 68 (2000)
Date
2000-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 Das Erbe des Ü.S.CC5.C Eagle wom Horst Wessel zum Eagle von Judith Whitelaw geh. Schiftan Da ich in Breslau, Deutschland (jetzt Wroclaw, Polen) geboren wurde und eine der schlimmsten Perioden der Unmenschlichkeit durchlebt habe, die von Hitler und seinen Nazi Henkern heraufbeschworen wurde, so war mein Besuch auf dem "U.S.C.G.C. Eagle" für mich ein traumatisches Erlebnis, da ich die düstere Geschichte des Schiffes kannte. Der Name "Horst Wessel" wird für mich immer in meinem Gedächtnis eingraviert sein, solange ich lebe. Was bedeutet wirklich "der Name, der sich hinter dem Schiff verbirgt?" Wer war Horst Wessel? Er wurde 1907 in Bielefeld, Deutschland, geboren und trat 1926 in Hitlers Nazi Partei ein und gehörte so schon früh zur innersten Führungsgruppe der Nazis. Er war ein fanatischer Anhänger des Führers und im Grunde genommen nichts mehr als ein billiger KuDDler. der im Streit mit seinen eiaenen Leuten schmählich umgebracht wurde. Hitler und seine Kumpane beschlossen, einen Märtyrer für das Vaterland aus ihm zu machen, indem sie ein Schiff nach ihm benannten und ihm den Status eines Helden verschafften. Dieser Trick diente als ein Propagandainstrument für die Verbreitung der Nazi Mythologie, wo immer das Schiff anlief. Goebbels, der Nazi Minister für Propaganda und seine Nazi "Geschichten Spinner" verwandelten einen "Rowdy" in einen "Helden". So ist das frühere Nazi-Deutsche Schiff "Horst Wessel" jetzt als "Kriegsbeute" in den Besitz der U.S.-Regierung als das "U.S.C.G.C. Eagle" gekommen. Aber das ist nicht das Ende meiner Geschichte, sondern gerade erst der Anfang. Wir wohnten in einem Mietshaus, das meinen Eltern in Breslau gehörte. Wir waren so eine nette jüdische Familie mit zwei liebenden Eltern und einem Sohn und einer Tochter. Da war aber auch noch eine andere nette Familie in unserem Haus, die uns ähnlich war, mit einem Sohn, den ich nie vergessen werde; sein Name war Günther Lauffer. Er war ein sehr intelligenter Junge und immer stolz darauf, ein guter Schüler zu sein. Eines Tages beauftragte der Lehrer in der öffentlichen Schule seine Schüler, einen Aufsatz über einen führenden Nazi zu schreiben, der gerade "Horst Wessel" hieß. Günther war stolz auf seine akademische Ehrlichkeit und schrieb in seinem, von der Schule angeforderten Aufsatz die Wahrheit über Horst Wessel und was für ein gemeiner, brutaler Straßenrowdy er war. Jugend, Unschuld und moralische Redlichkeit sollten jedoch, in einer Zeit der Massentollwut die eigenen Feinde des armen Günthers sein. Seine Aufgabe war ja nicht, die Wahrheit zu schreiben. Dieser Stümper von einem Nazilehrer wollte ja nichts anderes als Lobhudeleien für diese Nazibestie, und so war diesem unglücklichen Kind die "Lektion seines Lebens" beschieden. Günthers Mutter bekam einen Telefonanruf von dem Nazischuldirektor, der durch den Lehrer informiert worden war, in dem er ihr mitteilte, daß ihr Sohn einen anstößigen und verleumdenden Aufsatz über einen "großen Helden der Nazi-Partei und des Vaterlandes" geschrieben habe, und das dies ein schweres Verbrechen sei und ernsthafte Konsequenzen zur Folge haben wird. Die Mutter war versteinert vor Entsetzen und flehte den Schuldirektor an, ihrem Sohn zu verzeihen und ihn nicht der Gestapo auszuliefern. Sie versprach, daß ihr Sohn Abbitte leisten würde für seinen "akademischen" Fehltritt. Als Günther nach Hause kam, fand er seine Mutter tot, erhängt an einem Strick im Wohnzimmer. Sie hinterließ eine Notiz, in der sie ausführte, was zwischen ihr und dem Schuldirektor vorgegangen war, und daß sie es nicht ertragen könne, daß ihrem geliebten Sohn etwas geschehen sollte. Sie fügte hinzu, daß vielleicht, wenn sie ihr eigenes Leben anstelle dessen ihres Sohnes aufgäbe, es möglich wäre, daß in einem seltenen Augenblick der Gnade der verräterische Schuldirektor ihr Kind schonen würde. Was für eine Tragödie für diese unglückliche Familie und dieses Kind! Inzwischen wurde das Leben immer schlimmer und die Gefahr wuchs mit jedem Tag. Es war einfach die Frage, ob zu bleiben und zu sterben, oder auszuwandern und irgendwie zu überleben. Und es war jetzt oder nie! Jetzt war die Zeit zum Verlassen, alles zurückzulassen, was wir kannten und schätzten, all unseren Besitz, alles, was mal unsere Welt war. Wir warteten ängstlich auf unsere begehrten Visa nach Honduras oder Guatemala, Zentral Amerika. Wir waren bereit, überall hinzugehen, irgendwohin, wo wir die Luft der Freiheit einatmen konnten und nicht eingesammelt wurden, um einen schrecklichen Tod in einem elenden Lager zu sterben. Günther konnte den grausamen Klauen der Kriegsmaschinerie entgehen, indem er mit einem Kindertransport nach England floh. Wir versprachen einander in unserer letzten tränenreichen Umarmung, daß wir immer untereinander Kontakt behalten wollten, schließlich sind wir ja beide unter demselben Dach aufgewachsen. Günther schwor wiederholt und leidenschaftlich, daß er den Tod seiner Mutter rächen werde. Sein Interesse konzentrierte sich ausschließlich auf die Nazis, und wie er Rache nehmen würde im Namen seiner armen Mutter und dem des jüdischen Volkes. Und eines Tages kam tatsächlich die Gelegenheit. Günther war immer als Kind freiwillig engagiert und als junger Mensch veranlaßte ihn dieser Hang zum Voluntieren, in die Reihen der Britischen Armee einzutreten. Das war die Chance, die ausgenutzt werden sollte, das war die Gelegenheit, dem frühzeitigen Opfertod seiner geliebten Mutter irgend einen Sinn zu geben. Dieser Traum wurde nun für Günther Wirklichkeit, und ich wußte es nur zu gut. Es war schon Mitte 1939 als mein letzter Brief an ihn an mich zurückgesandt wurde mit dem Stempel der "Royal british mail Service" - "Keine Adresse vorhanden, zum Sender zurück schicken". Zu auter Letzt, nachdem unsere Freundschaft über Jahre gedauert hatte, gab es keine Briefe mehr. Ungefähr zwei Jahre später kam ein Brief vom Internationalen Roten Kreuz; "Günther Lauffer, im Kampf gefallen“. Sein Lebenszweck, sein Wille zum Kampf, selbst seine Bereitschaft, wenn nötig zu fallen, waren dahin ausgerichtet, alle "Horst Wessels" dieser Welt zu bekämpfen. Sein Traum ging in Erfüllung und sein Leben war nicht umsonst. Ich kann diese höllischen Zeiten im Naziinferno nicht vergessen, und sicher nicht diesen Pöbel von einem Rowdy, Horst Wessel und seine unbeschreibbaren Verbrechen. Wie kann ich oder irgendein Jude aus Deutschland Horst Wessels frevliche Strophe vergessen: "Wenns Judenblut vom Messer spritzt, geht alles besser dann für uns." Ich frohlocke in der Tatsache, daß das "Horst Wessel" nicht mehr existiert, und das dieses Schiff in das "U.S.C.G.C. Eagle" umgewandelt worden ist. Meine Parole an Euch alle ist, das verehrte Symbol der Freiheit, die Fahne der Vereinigten Staaten von Amerika zu hissen, und es am Mast des "U.S.C.G.C. Eagle" wehen zu lassen, wenn es die Meere durchquert, um unsere künftigen Verteidiger auszubilden und als Gesandter des guten Willens in der Welt zu erscheinen.Und ihr, die prächtige Mannschaft des "U.S.C.G.C. Eagle", denkt daran in einem stillen Augenblick, daß irgendwo über euch und um euch ein junger Mann namens Günther Lauffer über euch wacht und mit ruhiger Genugtuung lächelt. (aus dem Englischen übersetzt von Dr. Eliahu Hoffmann) msmffl&msmsmmmimmMtimimsmfflssmmismsi

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