Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2000
- Issue
- No. 68 (2000)
- Date
- 2000-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
- Hebron 1× ep/1047559
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19 Schimon von Geldern - „ . Räuberhauptmann vom Berge Ilona von Heinzwerner Goldstein In dem 1935 erschienenen Band des Schocken Verlages, der "Reiseberichten und Briefen aus Erez Israel" gewidmet ist, übersezt und herausgegeben von Rab. Kurt Wilhelm, befindet sich ein Brief, den Schimon van Geldern, der Bruder des Großvaters von Heinrich Heine, um 1766 aus Latakije an seinen Vater schreibt. In der Vorrede zu dem Brief wird aus den Memoiren Heines zitiert, daß "das Notizbuch von der Hand eines Bruders meines Großvaters, den man den Chevalier oder Morgenländer nannte" der kostbarste Band in der "bestaubten Kiste" ist. Dieser Großonkel sei ein "sonderbarer Heiliger" gewesen. "Er hatte ein Gesicht auf dem Berge Moria, das er nie offenbarte". "Ein unabhängiger Beduinenstamm erwählte ihn zu seinem Scheich,.... dieses kriegerische Völkchen lebte in Fehde mit allen Nachbarn, und war der Schrecken der Karawanen. Europäisch zu reden: mein seliger Großoheim, der fromme Visionär vom Heiligen Berge Moria, ward Räuberhauptmann". - Aus dem Brief, den Wilhelm aus "einem nicht klassisch zu nennenden Hebräisch" übersetzt, erfährt man, daß Schimon von Geldern Jerusalem bei Nacht und Nebel verlassen mußte. "Die Verfolgungen und Erpressungen nehmen täglich zu." Die Aschkenasim schulden mehr als 50 Reichstaler, die Sephardim an die 200.000 Gulden. Nach einer aufregenden Reise kommt er nach Hebron, wo ihn niemand für sechs bis sieben Monate beherbergen will, bis er Geld aus dem Ausland erhalte. Es lebten 20 bis 30 jüdische Familien in Hebron. Die Fahrt von Hebron bis Akko kostete 50 Gulden. Über Tripoli kommt er nach Latakije, und nach dem 9. Ab werde er nach Aleppo reisen, wo er Geld erwartet, dann nach Erez Israel zurückkehren, weder nach Hebron noch nach Jerusalem, sondern in ein Dorf ,"in dem sich zehn Leute befinden, um ganz der Lehre und der Arbeit zu leben".- "Auf meinen Reisen sah ich, wie mißachtet wir Aschkenasim in den Augen der Bewohner des Landes sind. Kommen die Leute zu uns, meiner wir, wir müßten sie reich machen. Ich sage Euch aber, in fünfzig Jahren wohnt kein Deutscher mehr im Lande. Hätte Gott nicht Zeichen und Wunder an mir getan, ich wäre hier verhungert". Zum Schluß des Briefes erfährt man kurz die Ursachen der Flucht aus Jerusalem. Unser Chevalier war auf Brautschau, die erste Auserwählte, eine "Jungfrau von 15 oder 16 Jahren", von der er hörte, daß sie schwermütig sei. Ein Rabbiner wollte ihn mit seiner Enkelin verheiraten, ein anderer Gelehrter trägt ihm seine Schwester an, eine Witwe von 25 Jahren, mit tausend Reichstalern, mit der er sich verlobt. Als er erfährt, daß sie geisteskrank sei "kamen mir doch Bedenken". Hier endet der Briefabschnitt. Leider. Es scheint Zusammenhänge zwischen der nächtlichen Flucht aus Jerusalem und der jungen Witwe zu geben, und dem Schwur, niemals nach Jesrusalem zurückzukehren. Schimon van Geldern, 1720 - 1774, der außer dem Nahen Osten auch Nordafrika bereiste, führte seine Tagebücher hebräisch. Er gehörte zu den wenigen Juden, die im achtzehnten Jahrhundert Erez Israel besuchten. Die Erlebnisse, die wirklichen wie die persönlichen, die er vermengt, weist auf die innere Unruhe hin, die ihn von Ort zu Ort wandern läßt, gleichen dem Schicksal Heines, der die Religion der Väter verläßt, weil es ihm nicht gestattet wurde, als armer Poet die Cousine zu heiraten. Er, der in der freiwilligen Verbannung lebte, ringt bis in die letzten Lebenstage mit dem Problem und mit sich. "Ja, ich bin zurückgekehrt zu Gott, wie der verlorene Sohn, nachdem ich lange Jahre bei den Hegelianern die Schweine gehütet" wie es im Nachwort des "Romanzero" (1851) heißt. Die Ungeduld des Herzens, die Wanderlust, - Heine gehörte zu den ersten, die die Reisereportage zur Dichtung erheben: das Verschmelzen von Berichten mit persönlichen Eindrücken, wie es bei ihm immer wieder zum Ausdruck kommt, vielleicht ein Erbe des "Chevaliers oder Morgenländers", des Großoheims. Mit ihm verbindet sich auch die ständige Geldnot, die großen Pläne wie die innere Unruhe.! Syrien-flsyl für Nqzwerbrecher I I [ in Damaskus lebt unbehelligt noch heute Alois J Brunner (81) jetzt unter dem Namen Georg j Fischer, ein berüchtigter Nazi. Fanzösische i Anwälte beabsichtigen gegen ihn Anklage zu I erheben, da er beschuldigt wird, für die! Deportation von 130.000 Juden in die { Todeslager verantwortlich zu sein. Die [ französische Regierung übt starken Druck auf j Syrien aus, Brunner auszuliefern - doch ohne i Erfolg. Deutschland hatte schon 1987 einen! Auslieferungsantrag gestellt, und 1991 { verurteilte das Europa-Parlament Syrien für { die Beherbergung dieses Mannes. Wie J verlautet wird der Prozeß gegen Brunner auch ■-! in dessen Abwesenheit eröffnet werden. Suchanzeigen: Frau Evelyn Pike Rubin (geb. Popielarz), ehemals wohnhaft Charlottenstraße 24. Der Mädchenname ihrer Mutter war Nelken! Ging drei Jahre in die Privatschule von Gertrud Wohl. Ausgewandert nach Shanghai. Sucht Bekannte, die mit ihr in die Wohlschule gegangen sind. Evelyn Pike Rubin, 22 Orange Drive, Jericho, N.Y. 11753-1530, U.S.A. ★ Frau Judith Whitelaw (geb. Schiftan) fragt: Wer weiß etwas über das Schicksal meines Onkels Herman Schiftan und seiner Frau Betty, geb. Wolf) aus Oppeln oder Groß-Strelitz. Herman Schiftan wurde zuletzt als Zwangsarbeiter bei der Eisenbahn gesehen. Seine Tochter Elli kam in Auschwitz um. Wer Auskunft geben kann, wende sich bitte an: Judith Whitelaw, 177 South Crescent Heights, Los Angeles, C.A. 90035, U.S.A.