Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2000
- Issue
- No. 68 (2000)
- Date
- 2000-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 Vom Beten and Benschen von Heinzwerner Goldstein Lange Zeit waren in den jüdischen Familien wie Gemeinden Ausdrücke und Bezeichnungen gebräuchlich, die zur "Gebetssprache" gehörten und als "jüdisch" bezeichnet wurden so selbstverständlich wie die hebräischen Gebete und Segenssprüche. Man ging "dawnen" in die Synagoge, wie die der Hausfrau, die die Schabbatkerzen "gebenscht" hat. Nachdem die jüdische Bevölkerung sich während des abgelaufenen Jahrhunderts über alle Erdteile verstreut hat, aus den Notgebieten Europas wie durch die Verfolgungen, sind die Ausdrücke einer Jugend vieler Länder fremd und inhaltslos, und wo sie in einigen Kreisen noch verwendet werden, macht man sich kaum Gedanken über ihre Herkunft. Die knappe Aufstellung soll helfen, den Ursprung einiger Bezeichnungen zu erklären, den Sinn. Sie wurzeln nicht im Hebräischen, sie sind sozusagen Lehnworte, die heimisch wurden, die Begriffe wurden irgendwann und irgendwo im Mittelalter oder später in den jüdischen Gemeinden verwendet, ein Vorgang den alle Gruppen durchmachen, - und wer jetzt eine "ungläubige Fratze" aufsetzt, benutzt unbewußt einen hebräischen Wortstamm, ein "Parzuv", ein Gesicht. In den Gemeinden östlich der Elbe ging man "dawnen", in Süddeutschland und bis Schleswig Holstein "oren", ein Wort, das am leichtesten zu erklären ist, deshalb soll damit begonnen werden, wo der lateinische Stamm "orare" (beten) leicht zu erkennen ist. Sicherlich aus dem Ritus der Kirche übernommen. Über das "Dawnen" bestehen mehrere Deutungen, alle interessant genug, um erwähnt zu werden, ohne daß die eine oder andere richtiger und beweisbarer ist. Die Verbindung mit dem lateinischen Wort "devore" (Andacht üben) klingt wahrscheinlich, aber auch der Stamm "devinus" (das Göttliche) ist nicht abzulehnen. Auch andere Sprachen beanspruchen das Urheberrecht: im Arabischen bedeutet "da'a" soviel wie beten, "dawa" das Gebet. Andere weisen auf den Diwan hin, der Sammlung von Erzählungen, aus der vorgelesen wird, zwei Bezeichnungen, so sagen die Verfechter der Theorie, sind über türkische Juden nach Europa gekommen. Eine Deutung, nur im "jüdischen Lexikon" (1928) erwähnt, verbindet "dawnen" mit "dawn", der Morgenröte, der Zeit des Morgengebets. “Dawnen" wurde und wird noch immer in aschkenasischen Kreisen verwendet. Segenssprüche werden "gebenscht". Wir haben schon die Hausfrau erwähnt, die am Vorabend eines Festes wie des Schabbats die Kerzen benscht, wie das "Gomel benschen", der Segensspruch, der nach einer überstandenen Gefahr gesprochen wird. Im "Benschen" finden wir das lateinische "benedicere" (das Segnen), das über das Altfranzösiche in die Sprache der Juden des Mittelalters kam, bei den sephardischervGruppen zu "bencao" wurde. Am Schabbat und den Feiertagen "leint" man in der Synagoge, man liest den Abschnitt aus der Thora. Fromme Juden sagen das "Naehtleinen", das Nachtgebet. Der Ausdruck kommt aus dem Mittelhochdeutschen "leienen", das wieder im lateinischen "legere" (Lesen, vorlesen) wurzelt. In der deutschen Sprache ist der Begriff verschwunden, nur in der Umgangssprache der jüdischen Gemeinden wird er noch immer verwendet. In vielen der aschkenasischen Gemeinden überall in der Welt gibt es noch Kreise, die "dawnen" gehen, oder "oren", wer in der Familie "benscht“, in der Synagoge das "Leinen" hört, weiß wenigstens, woher die Ausdrücke kommen, wo sie wurzeln, wenn man auch nicht weiß, warum sie sich in die jüdische Umgangssprache der Gemeinden einschleichen und erhalten konnten. Yad Vashem errichtet Lehranstalt zum Studium und Unterricht der Zeit des Holocaust Yad Vashem ist das größte Institut für die Erinnerung an den Holocaust und die Ermordung von 6 Millionen Juden durch die Nazis und ihre Helfer von anderen europäischen Nationen. In Yad Vashem gibt es verschiedene Abteilungen, wie das historische Museum, das Museum für Kunst, das Archiv, welches die größte Dokumentensammlung hat, und das internationale Institut für die Erforschung des Holocaust. Jetzt errichtete Yad Vashem eine Lehranstalt zum Studium und Unterricht der Zeit des Holocaust. Diese Lehranstalt ist ein sehr wichtiger Faktor in der heutigen Zeit. 55 Jahre nach dem Zusammenbruch des Nazisystems in Deutschland erheben sich Stimmen, welche den Holocaust leugnen. Die Zahl der wenigen Überlebenden vermindert sich stets, und so ist es jetzt die Aufgabe von Yad Vashem, das Andenken der Umgekommenen zu bewahren und für die Nachwelt die historischen Tatsachen festzuhalten. "Die Lehranstalt zum Studium und Unterricht der Zeit des Holocaust" hat es sich zur Aufgabe gemacht, Studenten und Lehrern die Mittel zu geben, um diese historischen Tatsachen in den Schulen, Universitäten u.s.w. zu lehren. Die Forschung der Zeit des Holocaust ist nicht nur das Gebiet der Historiker, sondern umfaßt auch Soziologen, Psychologen, Theologen u.a.m.. Die Aufgabe dieser Lehranstalt ist es die Kenntnisse auf dem Gebiet der Holocaustforschung zu bereichern und zu vertiefen. Viele Gruppen von Lehrern aus der ganzen Welt wollen an diesem Lehrprogramm teilnehmen. Es gibt auch besondere Programme für arabische Lehrer in Israel, so wie auch für Soldaten der israelischen Armee. Es ist das große Verdienst von Yad Vashem, das Andenken an die 6 Millionen von den Nazis umgebrachten Juden wachzuhalten. Und ganz besonders in einer Zeit, in der die Leugner des Holocaust und Neonazis ihre Verleumdungen verbreiten. M.E.H. Unser lieben Edith Benda Zu ihrem 90. Geburtstag die herzlichsten Glueckwuensche von ihren Kindern und deren Ehegatten, Enkeln, Urenkeln, Verwandten, Freunden und Bekannten, und Mitgliedern und Vorstand des Verbandes ehemaliger Breslauer in Israel Mazal-Tov - bis 120! äJÄBsassssimÄ^iWKaismiaÄiiss^ssÄKa«^