Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2000
- Issue
- No. 68 (2000)
- Date
- 2000-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
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8 Auszug aus dem Testamente des Samuel Isaac aus Tost! Provinz-Blätter Nov. 1789, Breslau S. 403 - 411) (Aus: "Schlesische Merkwürdig ist dieses Testament wegen der rechtschaffenen und frommen Gesinnungen, welche in demselben der Testater äußert. Wir theilen, gewohnt das Gute zu schätzen, wo wir es finden, einige Stellen aus diesem Testament mit und hoffen, daß sowohl bey redlichen Israeliten, welche das Provinzblatt lesen, als auch bey christlichen Lesern allerhand gute Bemerkungen und Eindrücke dadurch veranlaßt werden können. Der Verfasser dieses Auszuges hält seine eigenen Bemerkungen zurück, um keinem Leser vorzugreifen. Das Testament ist an Söhne und Töchter gerichtet und hebt also an; "Ekabia, der Sohn Mahalels, sagte: betrachtet drey Dinge; so fällst du nicht in Sünden - Erstens: woher du kommst; zweitens: wohin du gehst; und drittens: vor wem du dereinst wirst müssen Rechenschaft geben. Diese lehrreichen drey Dinge waren mir alle gleich wehrt, waren mir beständig vor Augen und waren jederzeit meine Wegweiser auf meinem Pilgerwandel hienieden, die mich zum Guten führten und vom Bösen abführten. Aber mein jetziges Alter erinnert mich mehr an das Wohin ich gehe, als an das Woher ich kam. ich sehe diese Erinnerung an mein Alter als einen Wink Gottes an, meine Handlungen genauer und aufmerksamer zu untersuchen und was zu ihrer Rechenschaft gehört, in Ordnung zu bringen." "Alles, was ich nach meinem Tode zurücklasse ist ein Rest jener Güter, die mir der Ewige hier anvertraut hatte. Auch dieses muß ich in Ordnung bringen, um zu nichts Bösem Anlaß zu geben, wenn ich anders einen ganzen Zusammenhang von guten Handlungen dem Ewigen darlegen will. Denn jede Sache, jede That und Handlung ist eine Folge der vorhergehenden und zugleich eine Ursache der folgenden. So entstehet die ganze Kette unsrer Handlungen, die uns entweder mit dem göttlichen Wesen verbindet oder uns von ihm entfernt."' "Was ich nach dem Tode hiernieden zurück lasse, ist: 1) die irdische Hülle, welche meine . Seele ablegen wird; 2) Ihr, meine geliebten Kinder und 3) meine zeitlichen Güter. Der letztem werde ich nicht zuerst erwähnen; denn ich weiß, daß Ihr keine verschwenderischen Kinder eines Geizhalses seyd, die sehnsuchtsvoll auf den Tod Ihres Vaters warten. Auch vom ersten werde ich nicht zuerst reden; denn wenn meine Seele ihre irdische Hülle, diesen Körper verläßt: ist er, dann noch sehr wichtig? Das Wichtigste, wo von ich am ersten reden will, seyd Ihr, Ihr meine lieben getreuen Kinder." Nun folgt eine sehr herzliche Ermahnung an sie, den guten Lehren und Unterweisungen, die er stehts ihnen gegeben hat, treu zu bleiben. Wie wahr und herzlich sind folgende Gedanken! "Ich werde Euch gewiß nicht zu früh entrissen, gewiß nicht vor der Zeit entnommen. Mich dürft Ihr wahrlich nicht beklagen, daß ich das zeitliche Schlechte mit dem ewigen Guten verwechsle. Denn seht Kinder! Kein Blatt welkt vor seiner bestimmten Zeit: und auch ein höheres Geschöpf in Gottes Welt, sollte vor meiner bestimmten Zeit, hinwelken? sollte zu Eurem und meinem Schaden vom Tode Euch können entrissen werden. Nein! gewiß nicht! Meine Zeit ist aus. Der Tod ist Bote Gottes, er bringt des Ewigen Willen, und der ist gewiß gut. Begnügsamkeit, Eintracht, Menschenliebe und Wohltuhn - macht Euch diese Tugenden eigen! die werden täglich Euer Leben hiernieden versüßen, werden es täglich angenehmer machen, und Ihr werdet schon hier einen Vorgeschmack jener ewigen Seligkeit und himmlischen Wonne genüßen. Pfleget daher die Tugend in Eurem Herzen, beschleunigt ihr Wachsthum, daß ihr Stamm hoch und stark werde. Wie schön wird sie dann dastehn, wie ein Baum vom Ewigen gepflanzt, schön mit ihren ausgebreiteten Zweigen, schön mit ihren segensvollen Früchten." "Wer das Geld liebt, sagt Salomo: der hat dessen niemals zu viel. Und ich setze hinzu; wer das Geld zu sehr liebt: der liebt sich selbst nicht. Je mehr Hang und Neigung zum Gelde, desto weniger zu seiner eigenen Seele und noch weniger zu seiner künftigen Seligkeit." Selbst die Engel, sagt Hiob: sind nicht rein vor dem Ewigen, geschweige denn der Erdensohn. Ich werde mich nicht erdreisten, dem zu widersprechen; werde mich nicht erkühnen, zu sagen, daß ich rein und lauter von Sünden bin. Aber vorsätzlich, mit Absicht und Plan, durch Ränke, das weiß der Allwissende, habe ich nicht gesündiget, habe mich nicht auf Unkosten und zum Schaden meiner Nächsten und Mitmenschen bereichert. Dies alles, m.l.K. sage ich nicht mir zum Ruhm und Lobe. Fern sey es von mir, izt wieder eine Sünde zu begehen. Ich sage es nur, um Euch, weil Ihr mir ergebn und folgsam seyd, ein kleines Muster zu seyn." Nach den Ermahnungen, den Nächsten, wenn er herunterkommt, zu unterstützen; nicht zweyerley Maß und Gewicht zu halten; alle Abgaben pünktlich und richtig abzüführen; keinen Schleichhandel zu treiben und desgl. folgt nun die Disposition über sein zeitliches Vermögen, aus welcher ebenfalls einige Punkte das Abschreiben verdienen. Zum ersten und vorzüglichsten Hauptvormunde ist nemlich der eine Sohn vom Testator bestimmt. Das seinen anderen Söhnen bestimmte Geld soll ausgethan werden und die Dokumente sollen in Verwahrung bleiben, bis jeder fähig und bey vollem reifen Verstände ist, sich allein zu ernähren und guten Gebrauch davon zu machen. Auch den Enkeln soll das Erbtheil nicht eher in die Hände gegeben werden, bis zu ihrer Hochzeit. "Sobald mein Sohn N.N. fähig ist, eine Frau zu ernähren, soil er nicht verabsäumen, zu heiraten und bloß auf Tugend und Abkunft von guter Familie Rücksicht nehmen, nicht aber auf Schönheit und Reichthum allein - Möchte mein anderer Sohn N.N., dem ich ebenso viel Geld festsetze, unsre Anverwandte, die Jungfer N.N., die bey mir in Diensten war, heiraten wollen, und meines Sohnes, des ersten Vormundes, Einwilligung haben: so wäre dies mein völliger Wille gewesen - Dieser Person bleiben alle ihre Kleider, die sie bey mir bekommen hat, geschenkt; ich bitte sogar, sie noch reichlichzu beschenken, denn sie war aufrichtig, getreu und sehr ehrlich in allem ihren Thun." "Dem N. dieses Ortes, sollen die zwey Schuldposten, die er ohne Wechsel mir schuldig ist, ganz, von der Wechselschuld aber nur die Interessen seit der Zeit des Darlehens bis zu meinem Sterbetage erlassen seyn. Die Hälfte dieser p.C. Interessen sollen dem löbl. Magistrat als ein Beitrag zur Ausbesserung der Wege und Wasserbehältnisse mitgetheilt werden - Ins christliche Hospital sollen Rtlr. - geschenkt und während meinem Leichenbegängnis an jüdische Arme Rtlr. - ausgezahlet werden." "Auf meinem Leichsteine soll alles Gepränge von Lobsprüchen weggelassen werden. Bloß folgendes soll man darauf setzen: "Hier liegt Samuel Isaac aus Tost, geboren - gestorben -. Seine Seele sey unter der Zahl der ewig lebenden Seelen." "Es befremde Euch ja nicht, I. K. daß Ihr kein löbl. Vermächtnis zum Besten der Armen von mir hinterlassen findet. Ich habe leider durch Erfahrung gesehen, wieviel Mißbrauch, Unordnung, Verwirrung u. dergl. mehr zu entstehen pfleget; habe mir also Vorbehalten, selbst mit meinen eigenen Händen, nach meiner Einsicht, bey meinem Leben, so viel als mir möglich war, Gutes zu thun. Und ich hoffe, nicht unrecht gethan zu haben. Gott vergebe mir, was ich unrecht that. Icn habe es nicTit aus Vorsatz begangen." (Fortsetzung auf Seite 9)