Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 2000
- Issue
- No. 68 (2000)
- Date
- 2000-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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7 Die Ordentliche Generalversammlung des Verbandes ehemaliger Breslauer in Israel e.V. Am 18. Oktober 1999 fand die ordentliche Generalversammlung des V.E.B. statt. Der Vorsitzende, Herr Mosche Goldstein, begrüßte alle Anwesenden. Er berichtete über die Tätigkeit des Vorstandes, welcher im vergangenen Jahr 9 Sitzungen abhielt. Er teilte den Anwesenden mit, daß Frau Pri-Chen, infolge ihrer Übersiedlung nach Jerusalem aus dem Vorstand ausschied und würdigte mit warmen Worten ihre Tätigkeit in unserem Verband. Herr Goldstein erwähnte die Tatsache, daß der Sozialfond des Verbandes sehr eingeschrumpft ist, aber dennoch werden weiterhin Darlehen für ehemalige Breslauer oder deren Familien, welche dieser bedürfen, zur Verfügung gestellt. Herr Goldstein stellte mit Befriedigung fest, daß es dem Verband gelang, auch im Jahre 1999 unsere Zeitung zweimal erscheinen zu lassen. Und das, dank der großen Bemühungen von Herrn Hauschner. sowohl als Redakteur wie auch als Verbindungsmann mit der Druckerei. Die besonders gute Resonanz der Zeitung kommt nicht nur aus den Reihen unser Leser und Mitglieder, aber auch akademische Institute, wie Universitäten, sind an unserer Zeitung sehr interessiert. Herr Goldstein wendete sich an alle Mitglieder, den Beitrag für den Verband pünktlich zu zahlen, um das Erscheinen der Zeitung zu ermöglichen. Danach berichtete Herr Goldstein über die Verbindung des Verbandes mit Rechtsanwalt Mel Urbach in den Vereinigten Staaten von Amerika, welcher sich mit der Rückerstattung des jüdischen Vermögens in Polen befaßt. Unsere daran interessierten Mitglieder können sich mit Mr. Mel Urbach in Verbindung setzen (siehe nachfolgende Anzeige). Die Behandlung dieser Fälle ist auf Basis von Erfolgshonorar. Danach unterbreitete Dr. Elijahu Hoffmann die Bilanz des Jahres 1998 zusammen mit dem Bericht der Kontrollkommission. Die Versammlung bestätigte den Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes sowie auch die finanzielle Bilanz. Danach wurde der neue Vorstand gewählt: Mosche Goldstein (Vorsitzender), Dr. Elijahu Hoffmann. Gabriel Holzer. Lotte Lewald. Dr. Awraham Schalew; sowie die Kontrollkommission: Herr Militscher und Dr. Sklarz. Beide Institutionen wurden einstimmig gewählt. Darauf folgte ein sehr interessanter Vortrag von Dr. Yehuda Ben-Avner über das Thema "Die Leugnung des Holocaust". Neonazis und antisemitische "Historiker" aus vielen Ländern Europas und Amerika, Südamerika und Canada verbreiten eine antisemitische Propaganda mit der Absicht, den Holocaust als "nicht geschehen" darzustellen, sondern es sei eine "jüdische Propaganda" Dr. Ben-Avner brachte viele Beweise, in denen ehemalige prominente Nazis wie Speer und Baldur von Schirach den Massenmord von Juden bestätigen. Himmler berichtete schon 1943 in einer Ansprache in Posen über Greueltaten der Nazis. Es gibt auch Berichte von Offizieren, welche an der Front waren, über die Beteiligung der Reichswehr an Morden und anderen Untaten an der jüdischen Bevölkerung in den von Deutschen besetzten Gebieten. Wir sehen das auch aus dem Bericht von Schindler, welcher sich bemühte, soviele Juden wie möglich in seinen Betrieben zu beschäftiaen. und sie auf diese Weise vor dem sicheren Tode zu retten. Alle Anwesenden dankten dem Referenten für seinen so interessanten Vortrag. Die Versammlung schloß mit gemütlichem Zusammensein bei Kaffee, Tee und Kuchen. **********************************************************************************************************************************************************************************************************************************^ Ein Stadthauptmann und ein Schreiber von Heinzwerner Goldstein Die Zeitungen drucken gerne Aufsätze nach, von denen sie annehmen, daß sie noch heute die Leser interessieren, Probleme, die vor Jahren Schlagzeilen machten. Wir gehen nicht nur zehn oder hundert Jahre zurück, sondern stützen uns auf ältere Nachrichten, eine Sammlung von Leitartikeln, Berichten, Betrachtungen. Da wird von einem Politiker berichtet, der zum Stadthauptmann gewählt wurde. Das Manuskript versucht die vorhergegangene Diskussion zu übermitteln aus der Vergangenheit, - vielleicht nicht nur aus der Vergangenheit.... Der Schreiber gehörte scheinbar zu der Opposition. Er kann sich nicht frei zu dem Tagesgeschehen äußern, über dessen journalistische Vergangenheit weiß man wenig, er zeichnet mit Jotam Richter. Die Zensur kontrolliert die Presse, insbesondere nachdem die Wahl des Stadtkommandanten durch Listund Gewalt durchgesetzt wurde. Unser Schreiber greift zu einem Mittel, in jenen Tagen unerhört, erstmalig, das Eindruck hinterläßt, und noch immer angewendet wird, die "verschlüsselte Erzählung", Namen und Ortsangaben sind zufällig und beziehen sich auf,keine lebenden Personen. In der Skizze wird von den Pflanzen erzählt, den Bäumen und Sträuchern, die beschließen, sich einen Herrscher zu wählen, einen König, der sie führen sole. Das "Wahlkommitee" wendet sich an den Ölbaum, der erschreckt ablehnt, soll er denn seine Ölproduktion einstellen, die alle erfreue, nur um Politiker zu werden? Die Feigenbäume und die Weinstöcke geben ähnliche abweisende Antworten. Sie sind zufrieden mit ihrer Arbeit, ausgefüllt mit ihren Aufgaben. Ihr Leben ist voller Inhalte und sie lehnen Posten politischer Funktionäre entschieden ab. In ihrer Ausweglosigkeit wenden sich die Pflanzen an den dornigen Strauch, der keine Früchte trägt und mit seinen Stacheln alle verärgert, die sich ihm achtlos nähern. Die Dornen sind gerne bereit, die Stellung des Herrschers in der Pflanzenwelt zu übernehmen. Sie erweisen sich als gute Demagogen, versprechen ihren Anhängern und Mitläufern, für sie zu sorgen, ihnen Schatten zu spenden, und den Gegner drohen sie und warnen, falls man sie nicht wähle, werden sie ein Tohuwabohu schaffen, ein alles zerstörendes Feuer werde aus ihren Dornen springen... Die weiteren Einzelheiten des Aufsatzes sind heute nicht mehr interessant. Der Herrscher verstand den Inhalt der Fabel. Jotam Richter mußte seine Heimatstadt verlassen, emigrieren, ein Schicksal, das er mit vielen seiner Nachfahren teilen mußte. Auch dem Stadthauptmann war kein Glück beschieden, er verunglückte drei Jahre nach diesem Ereignis tödlich. - Soweit die alte Geschichte. Alleine die Tatsache, daß der Bericht überdauern konnte und oft nachgedruckt wurde, ist bedeutsam. Jotam Richter war der erste, der eine verschlüsselte Erzählung benutzte, die Fabel, aber bestimmt nicht der letzte....