Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1999
- Issue
- No. 67 (1999)
- Date
- 1999-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 1566)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18 Dr. Daniel Frankel - 99 Jahre alt Dr. Daniel Frankel, obwohl wie ich in Breslau beheimatet, lernte ich erst in Jerusalem kennen. Zwar gehörten unsere Familien derselben konservativen Richtung an, wohnten aber in verschiedenen Bezirken und waren auch standesmäßig voneinander geschieden. Sein Vater, Martin Mordechai Frankel (1863 - 1928) - u.a. Mitglied der Gemeinderepräsentanz - war selbständiger Kaufmann, mein Vater nur Angestellter. Er gehörte zur "Glogauer Schul"; wir beteten im "Storch". Seine Mutter wurde ein Opfer der Schoah. Als ich im Jahre 1958 nach Jerusalem übersiedelte, lernte ich ihn als Leiter der Bank Leumi, Snif KikarZion, kennen und erfuhr, daß er zuvor der "Kupat Milve Laoleh" vorgestanden hatte. Hier kam ihm seine juristische Vorbildung und seine kaufmännische Erfahrung in Breslau (bis zu seiner Alija im Jahre 1939) zugute. Nach seiner Pensionierung übernahm Dr. Fränkel die Buchführung des Leo Baeck Instituts, dessen Leitung ich innehatte. Erfand den nicht leichten Ausgleich zwischen der pedantischen Prüfung jenen Postens und der ihm - trotz des Altersunterschiedes - gebotenen Achtung vor dem jüngeren "Vorgesetzten". Die "Grenzen fielen" sobald wir uns als alte Breslauer in seinem gastlichen Haus trafen. Jedesmal stehe ich bis auf den heutigen Tag unter dem Eindruck seines phänomenalen Gedächtnisses. Die Geschichte der Breslauer Gemeinde und seiner Mitglieder ist bei ihm computergleich aufgespeichert und kann von ihm in wohlgeordneter Rede vorgelegt werden. Das erfuhr ich jedesmal von neuem in seinem gastlichen Haus, das auch nach dem Ableben seiner Frau vor wenigen Jahren - Breslauern jederzeit offensteht. Bis heute läßt es sich der Hausherr nicht nehmen, seine Gäste selbst zu bewirten. Doch der eigentliche Jüdische Mensch Daniel Fränkel wird nur dem zugänglich, der ihn als Vorbeter (besser: als "Schalich Zibbur") gehört hat. Die verhaltene, verinnerlichte Frömmigkeit des von ihm verkörperten Ideal "Thora im Derech Erez"findet in seinem Gebet ihren wahren Ausdruck. Dem 99jährigen gebührt mit vollem Recht der Wunsch "bis 120 - ad mea weesrim!" Jossel Walk Bresiatt Sy»«f;nrcn Die im November 1938 zerstörte Neue Synagoge am Anger;.-x '%)*:* Eine Gedenktafel an Stelle der 1938 zerstörten Neuen Synagoge am Anger