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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1999-01-01 · No. 67 (1999) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1999
Issue
No. 67 (1999)
Date
1999-01-01
Page
Seite 17 (sequence 1565)
Language
German
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■ ■ ■ ■ und rufen Sie mul an! Das waren noch Zeiten, wer auf einem Spaziergang Lust verspürte, klopfte an die Tür eines Bekannten oder Verwandten, im Wohnzimmer oder auf der Terrasse plauderte man. Niemand nahm Anstoß, wenn man an heißen Tagen leger angezogen erschien. Nicht nur wir haben uns verändert, sind älter geworden. Die heutige Jugend kennt keine 'Wohnzimmer' mehr. Moderne Wohnungen haben einen 'Salon', oft eine große Halle, in die man direkt vom Treppenhaus aus kommt, und wie geschaffen ist, Parties zu geben. Es fehlt auch der Flur oder Korridor, wo die Gäste die Garderobe ablegen können, aber auch andere Familienmitglieder ungestört ihre Besucher empfangen können, ohne die Gäste zu stören.- Eine entscheidende Rolle spielt das Telefon. Man muß lange vorher wissen, wer kömmt, um das Treffen, die Party, vorzubereiten, schon um die anderen übertrumpfen zu können. Niemand soll sagen, daß die Vorbereitungen nicht exklusiv waren. Speisen und Getränke müssen vorbereitet werden. Was die Jungen machen, UDernenmen aie Alleren,... was au ererasi von Deinen Kindern". Nur keine unangemeldeten Besuche, keine Überraschungen, keine lockeren Treffen. Man könnte ja nicht gedreßt sein, oder nichts in der Bar haben,... Und trifft man einen Bekannten oder Verwandten zufällig auf der Straße oder im Einkaufszentrum, wird kein Plauderstündchen mit ihm verabredet. Man verabschiedet sich lächelnd, "...und rufen Sie - oder Du - mal an", wobei man oft hofft, daß das Telefongespräch niemals kommt, oder daß der Gesprächspartner längst vergessen hat, daß man sich zu einem Plauderstündchen verabreden wollte. * In der Umgebung, vielleicht sogar im gleichen Haus leben Mitbürger, die nicht zu Parties geladen werden, vielleicht nur, wiel sie keinen 'Salon' haben, in dem sie sich revanchieren können. Auch sie treffen Menschen unterwegs, von denen man sich mit einem hingeworfenen "...rufen Sie mal an" verabschieden. Damit werden ihre gesellschaftlichen Kontakte beendet. Selten klopft jemand an ihre Türen und klingelt ihr Telefon. Sie sind von der ungezwungenen riauaerei, von aer Unterhaltung abgeschnitten. ★ Man ist stolz auf die sozialen Dienste. Es hungert kaum noch ein Mitbürger. Aber ein Mensch lebt nicht nur vom Brot allein. Viele, vielleicht mehr als man weiß, leiden unter der gesellschaftlichen Vereinsamung. Sie sind ausgehungert nach Kontakten, und da muß das Fernsehen die Aufgabe des gesellschaftlichen Partners übernehmen, gleichsam ein Gesicht, eine Stimme... Die "sozialen Dienste" sollten sich nicht nur auf jene beschränken, die finanzielle Zuschüsse fordern, sondern auch die aufsuchen, die unter Einsamkeit und Mangel an Gesellschaft leiden, denn ihr Bekanntenkreis hat sich eingeschränkt. * Es ist leicht, eine zufällige Begegnung zu beenden mit dem hingeworfenen Satz "...und rufen Sie mal an". Ein schönes Wort, das man lächelnd und freundlich sagen kann, das zu Nichts verpflichtet,. Übrigens, "....rufen Sie doch mal an!".... Heinzwerner Goldstein Suche für Dissertation Tagebücher, die von Häftlingen in Konzentrationslagern geschrieben wurden Meine Dissertation ist eine sprachwissenschaftliche Arbeit über kommunikative Bedingungen in Konzentrationslagern, über die Bedeutung und die Funktionen, welche Sprache im Konzentrationslager für die Häftlinge einnahm sowie über die sprachlichen Reaktionen von Häftlingen auf die Lagersituation. Ich möchte damit auf ein Forschungsdesiderat innerhalb der Sprachwissenschaft aufmerksam machen, die in unzähligen Forschungsarbeiten zur Sprachgeschichte der Jahre von 1933 bis 1945 fast ausschließlich die Perspektive der Täter nachzeichnet und auf diese Weise einmal mehr die Verfolgten und Ausgegrenzten, die Opfer in den Vernichtungslagern und die Widerstandskämpfer und - kämpferinnen achtlos aus der Geschichte streicht. Gleichzeitig möchte ich mit der Auswahl der Quellen eine viel zu oft unbeachtete Leistung vieler Opfer in den Vernichtungslagern würdigen: Tagebücher aus Konzentrationslagern sind auch und vor allem Zeugnisse eines ungebrochenen Lebensmutes und eines bewundernswerten Willens, späteren Generationen Zeugnis zu geben von einem in der Geschichte beispiellosen Verbrechen - aber auch von Menschen, die noch in dieser aussichtslosen Situation im Angesicht tausendfachen Todes Unvorstellbares leisteten und Menschlichkeit über Inhumanität siegen ließen. Ich bin mir'bewußt, daß Tagebücher sehr private Zeugnisse sind und versichere, im Bewußtsein dieser Problematik mit diesen umzugehen und sie nur im Interesse ihrer Verfasser/innen zu verwenden. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Sie erreichen mich unter folgender Adresse: Nicole Warmbold Kalandstr.7 38118 Braunschweig. ("Die Mahnung", Nr. 7, 1.7.1999) Ich habe mich sehr mit der Zeitung gefreut, und lese sie von Anfang bis zum Ende.... Alice Kicksmann, geb. Matzdorff, 533 Harvard Ave. E. Apt., Seattle, WA 98102, U.S.A. ★ ....Ich freue mich jedes Mal die Zeitung zu lesen...Ihnen und allen anderen ehemiigen Breslauern alles Gute.... früher Suse Hecker, Gartenstr. 51, Mitglied im Habonim und Schülerin der Rhedigerschule... Susan CotteriII, geb. Hecker, Kirkby Drive, Sheffields 12 2LX, England. * Vielen Dank für meine Lieblingszeitung Nr. 66. Wir hatten in Breslau ein Briefmarkengeschäft und viele jüdische Kunden. Die letzten Juden, denen mein Vater half, kamen nach Bulgarien... Auch Herr Lewin war mit meinen Eltern gut bekannt.... Unsere Leser schreiben Eva Kilian, Am Rödelstein-5, 56119 Bad Ems 1205, Deutschland. ★ ....Die Mitteilungen Nr. 66 waren besonders interessant! Es war für mich eine große Freude den Brief von Marianne und Walter Adler zu lesen. Walter Adler ist mein Cousin. Ich werde mich sofort in Verbindung setzen. Ich bin ganz begeistert, die Familie wieder gefunden zu haben dank Ihrer wundervollen Idee.... Nochmals 1000 Dank für die Veröffentlichung. Rudolf Hurtig, 1328 40th Ave., San Francisco, CA 94122-1203, U.S.A.. * Ich danke vielmals für Nr. 66. Gerade diese Nummer hat mich tief erschüttert. Der 6 Seitenbericht über die Vernichtung der schlesischen Juden, die erschreckenden Einzelheiten - Du lieber Gott, was ist uns erspart geblieben. Aber ich habe mich auch gefreut, daß ich wieder die Adresse von Ilse Naumann (USA), durch Ihre Nr. 66 wiederfand. Wir waren ehemalige Groß- Strelitzer und kamen Anfang 38 her, um Sdeh Warburg gründen zu dürfen. Heinz-Max Pese, KKL-Str. 21,49372 Petach- Tikwa. * ~ Haben Sie vielen Dank für die Übersendung der Mitteilungen Nr. 66. Ich möchte sagen, daß diese Nummer besonders interessant ausgefallen ist. Leider haben einige Artikel viele traurige, persönliche Erinnerungen in mir wachgerufen, was ja unvermeidlich ist. Erwin Fuss, 570 Fort Washington Ave, Apt. 55 B, New York, NY 10033.

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