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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1999-01-01 · No. 67 (1999) · p. Seite 16

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1999
Issue
No. 67 (1999)
Date
1999-01-01
Page
Seite 16 (sequence 1564)
Language
German
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Hitlers Geheime Bankiers (Wie die Schweiz vom Holocaust der Nazis profitierte - von Adam Lebor) Nach über 50 Jahren, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, und nachdem die Verbrechen und Greueltaten der Nazis ans Licht kamen, erfahren wir auch Einzelheiten über den großen Raub des Jahrhunderts: Einerseits der Raub des jüdischen Vermögens, Immobilien, Kunstwerke, Edelmetalle u.a.m.; andererseits Aneignung seitens der Banken in den sogenannten "neutralen" Ländern (besonders die Schweiz) von Geldern, welche von Juden vor und während des Krieges dort deponiert wurden, um so wenigstens etwas von ihrem Vermögen zu retten. Adam Lebor gibt uns in seinem Buch ein lebendiges Bild von der Verhelung des jüdischen Vermögens und den Transaktionen zwischen Deutschland und der Schweiz. Eine damals übliche Redewendung sagte: "6 Tage arbeitet die Schweiz für Nazi-Deutschland und am 7. Tag betet sie für den Sieg der Alliierten". Im 1. Kapitel berichtet der Verfasser an den Beispielen von zwei Familien - eine aus Ungarn und eine aus Lodz (Polen) -, welche Gelder bei Schweizer Banken deponiert hatten, - wie diese Banken, alle Anstrengungen machten und unmögliche Forderungen stellten, um den rechtmäßigen Erben ihr Vermögen nicht zurückzuerstatten. In dem Kapitel, das die Überschrift "Ein Erdteil wird geplündert" trägt, beschreibt der Verfasser wie Europa von den Nazis ausgeraubt wurde: von Ungarn bis Holland und von Frankreich bis Polen. Im Jahre 1944 schätzte der damalige Finanzminister der Nazis, Schwerin von Krossik, die Summe des Geldes von den besetzten Ländern, welches nach dem Reich gebracht wurde, auf ca. 48 Billion Reichsmark. Aufgrund von Forschungen einer amerikanischen Komission, brachten die Nazis 104 Billion Reichsmark aus okkupierten Ländern nach Deutschland. Dazu kommt das Gold und andere Edelmetalle, welche nach Deutschland geschickt wurden, einschließlich der Goldzähne und - brücken der jüdischen Opfer in den Todeslagern. Goering und Alfred Rosenberg (mit seiner besonderen Formation "Einsatzstab Rosenberg") waren verantwortlich für den Raub der Kunstschätze aus Museen und Privatsammlungen. Im Laufe des Krieges brachte die deutsche Reichsbank Gold im Wert von ca. 398 Millionen Dollar in die Schweiz. In dieser Zeitspanne plünderten die Nazis in den von ihnen eroberten Ländern Goldschätze im Wert von ca. 648 Millionen Dollar. Gold und Geld wurden von den Nazis auch nach Spanien, Portugal, Schweden und anderen neutralen Staaten transferiert. Als ein Journalist einen Beamten der Bank von Portugal fragte, "ob er wisse, daß es sich hier um geraubtes Vermögen von Juden handelt", antwortete der Beamte lakonisch: "Ich weiß es nicht. Gold hat keine Rasse." Ein ganzes Kapitel ist den Manipulationen und der Verschleierung der zweifelhaften Transaktionen der Nazis gewidmet. Strohmänner und -gesellschaften entstanden in den verschiedensten Orten der Schweiz (Basel, Zürich, Davos u.s.w.), deren Aufgabe es war, die Kriegsverbrechen der Nazis zu finanzieren. Auch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges plünderten und raubten die Deutschen in den von ihnen annektierten Gebieten. Ein Beispiel: Als die Deutschen 1938 in Prag einmarschierten, verlangten sie von den Direktoren der Tschechischen Nationalbank, den Deutschen die gesamten Goldreserven zu übergeben. Als die Direktoren antworteten, daß das Gold über die Schweiz nach England geschickt wurde, verlangten die Deutschen das Gold von England zurück. Der Direktor der "Bank of England", der wie viele der damaligen Finanzkoryphäen dem Kreise Chamberlains angehörten, schickten das tschechische Gold den Deutschen über die Schweiz zurück. Aber so ein Skandal konnte nicht lange verschwiegen werden, und der Labour-Abgeordnete Strauss brachte diese Angelegenheit im Parlament an die Tagesordnung. Auch Winston Churchill reagierte sehr scharf gegen dieses beschämende Verhalten Englands den Nazis gegenüber. Adam Lebor widmet ein ganzes Kapitel seines Buches den Tarnungsmanövern der deutschen Bankiers und Großindustrie in der Schweiz. Außer in den Finanz- und Wirtschaftszentren wie Zürich, Basel und Bern, in denen Schweizer Bankiers mit ihren deutschen Kollegen Geschäfte machten, faßten die Nazis auch in kleinen Orten in der Schweiz Fuß. Als Beispile sei hier der Kurort für Lungenkranke, Davos, angeführt. Schon bevor Hitler in Deutschland an die Macht kam, war Davos (ein bevölkerungsmäßig kleiner Ort), Zentrum der Machenschaften der Nazis. Dort war der Wohnsitz des Naziagenten in der Schweiz, Wilhelm Gustloff, der später beim Anschlag von David Frankfurter ums Leben kam. Die Nazis waren die alleinigen Besitzer oder auch Teilhaber an mehr als ein Dutzend Sanatorien. Außerdem hatten sie 59 Geschäfte. Wie auch in Spanien und in Portugal, transferierten die Nazis in Davos Gelder und Kapital von einer Institution zur anderen, mit der Absicht, so die Quelle des Geldes zu tarnen. Der zweite Teil des Buches behandelt das skandalöse Verhalten der Schweizer Behörden den Flüchtlingen aus Deutschland, Österreich und aus den von den Deutschen besetzten Gebieten gegenüber. Die Schweizer Banken nahmen gern die Gelder dieser Flüchtlinge, aber den Besitzern derselben wurde in den meisten Fällen der Aufenthalt in der Schweiz verweigert. Das Interesse der Schweizer Banken und Industrie, die mit Deutschland in engem Kontakt standen, war den Schweizer Behörden wichtiger, als die Aufnahme der von den Nazis verfolgten Juden. Die Industrie, die unter anderem auch mechanische Uhren wie Bomben und andere Waffen für das deutsche Militär produzierte, und Banken, die mit den Deutschen Geschäfte machten, standen unter dem Einfluß der Deutschen. Lebor schreibt, daß einige "Minister (der Schweiz) der Meinung waren, daß die Einwanderung vieler Juden in die Schweiz den finanziellen Beziehungen zu Deutschland störend sein kann". Ein Licht in dieser dunklen Zeit war der Polizeikommandant von St.Gallen, Paul Gruninger. St.Gallen grenzte mit Deutschland und Gruninger erlaubte vielen Flüchtlingen die Einreise in die Schweiz, entgegen den Befehlen der Schweizer Behörden. Allein in den Monaten von August bis Dezember 1938 erlaubte er die Einreise von 3.600 jüdischen Flüchtlingen in die Schweiz. Dieser eine Gerechte wurde fristlos entlassen und hatte bis zu seinem Lebensende schwer um seine Existenz zu kämpfen. Das war in einer Zeit, in der die Schweiz eine "zweifelhafte Neutralität" (so Adam Lebor) an den Tag legte. In dem Kapitel "Das Nest der Spione" betitelt, beschreibt der Verfasser die Zusammenarbeit der Schweizer Intelligence mit der deutschen Spionageabteilung. Das Schlußkapitel "Zurück in die Zukunft" behandelt die Bemühungen der jüdischen Organisationen, die Schweiz zur Rückerstattung des Eigentums, das von den Opfern der Nazis in den Schweizer Banken deponiert wurde, zu veranlassen. Der Druck, der von jüdischer und auch amerikanischer Seite ausgeübt wurde, hatte, wie wir wissen, teilweisen Erfolg. Aber für das Verbrechen der Schweiz, verfolgten Juden, die hätten gerettet werden können, die Aufnahme in ihr Land zu verwehren, gibt es keine Sühne. M. E. Awi -Achija

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