Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1999
- Issue
- No. 66 (1999)
- Date
- 1999-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22 Das Vor-Bild Es gehört zu den Gewohnheiten unserer Tage mindestens einmal am Tage eine Nachrichtensendung im T.V. zu sehen, viele begnügen sich nicht damit und suchen neben den lokalen Stationen andere, um fast stündlich mit Nachrichten versorgt zu.werden, sie sind sozusagen "televisionssüchtig". Der ältere Bruder und elektronische Vorläufer, das Radio, ist ins Hintertreffen geraten. Auf den Straßen begegnet man immer weniger Menschen mit transportablen Empfängern oder den Walkman an den Ohren,... die Erfahrung lehrt, daß ein Bild besser und tiefer in die Gehirne des Massemenschen eindringt. Das Wort wurde nach dem 2. Weltkrieg in der Bundesrepublik zum Titel einer Tageszeitung und bewährt sich mindestens wirtschaftlich immer noch. Im Lande haben einige Tageszeitungen zwar nicht den Titel übernommen aber ihr äußeres Bild. Es gehört zu den Eigenheiten des Landes - vielleicht ein Erbe der Vergangenheit, daß man den Begriff "Propaganda" verdrängt. Man ist überzeugt, daß ihr Standpunkt der "richtige" sei, der "logische", der keiner Aufklärung und Propaganda bedarf, und man sich auf persönliche Angriffe konzentriert und beschränkt. * Immer wieder zeigen die Nachrichtenbilder wie bestimmte Gruppen, insbesondere die der arabischen Bevölkerung außerhalb der Grenzen Israels, steinwerfende Jugendliche und Kinder auf die Straßen schicken und die Hintermänner, die Drahtzieher - um einen Begriff aus dem Marionettentheater zu verwenden - Photographen aus aller Welt auf den "Schauplatz " rufen, die auf den Ablauf der "Schau" warten, Bilder, die ihnen dann gern abgekauft werden. Für die "protestierenden" Kinder spielt es keine Rolle, für oder gegen wen oder was protestiert wird. Schulfreie Kinder sind immer tatendurstig, und gern bereit, sich zu Gruppenaktionen auf den Straßen zu treffen, ob man es “Räuber und Gendarm" nennt, oder einfach Fußball, durch den man den fließenden Verkehr in den Wohnstraßen behindert. * Es gibt wenig Neues auf dieser Welt. Vielleicht war es Zufall, daß wir in der Autobiographie Carl Zuckmayers blättern, "Als wärs ein Stück von mir". Er wurde Zeitzeuge der hektischen Tage vordem "Anschluß", dem 13. März 1938, denen er einige Zeilen widmete und über Ereignisse berichtete, die andere Beobachter von H. W. Goldstein scheinbar übersehen oder ihnen keine Bedeutung zugemessen haben. "Die Atmosphäre (in Wien) war sehr merkwürdig in diesen Vorfrühlingstagen," und weiter:" Die Leitung der Nazipartei hatte von Deutschland aus einen unerhört raffinierten Befehl erhalten: Kinder auf die Straße! Erwachsene bleiben daheim.... So füllten sich in diesen letzten Tagen die Straßen Wiens mit immer größeren Scharen von Jugendlichen aller Altersstufen, die Hakenkreuzfähnchen trugen und in dichten Gruppen die Hauptstraßen der Stadt blockierten. Die Polizei war hilflos.... sie stand mit scharfer Waffe da und durfte sie nicht gebrauchen", und "man wußte sehr wohl: ein toter Zwölfjähriger auf einer Wiener Straße wäre ein willkommener Anlaß für Berlin, um "Ruhe und Ordnung“ zu schaffen". Zuckmayer berichtet weiter, daß Bettler, die von der seinerzeit - vor dem Anschluß - noch illegalen Partei-Tagegelder erhielten, und in die Innenstadt beordert wurden, um Besuchern die Not vorzuführen. "Offenbar hatten die Nazis etwas aus der Dreigroschenoper gelernt". * Hier sind alle Elemente vorweggenommen, die seit Jahren den israelischen Sicherheitsorganen zu schaffen machen und den Bürger beunruhigen: Kinder und Jugendliche auf die Straße, wie die gut inszenierte wirtschaftliche Not der Bevölkerung, um den ausländischen Besuchern wie den Hilfsorganisationen, auf die Leiden der Bevölkerung aufmerksam zu machen, obwohl die arabischen Ölländer reicher sind als viele der europäischen "Industrieländer". Ihre Politiker haben ihre Aufgaben gut gelernt, die waren und sind gelehrige Schüler, sie agieren nach dem Vor-Bild, das vor sechzig Jahren zum Anschluß geführt hat und die die damaligen Politiker übermütig werden ließ.... Das Spiel ist nicht ein Einfall unserer Tage, es ist eine Erfindung aus dem Jahre 1938. Das Spiel von damals wird wiederholt, und gierige Paparazi können ihre Bilder schießen und finden gut zahlende Abnehmer - auch in Israel, wo sich die Kommunikationsmittel eifrig bemühen, die Nachrichtensendungen und Presseorgane mit den aufregenden Bildern zu füllen, und wenn sie glauben, daß die Wunden in Vergessenheit geraten sind, werden sie in den Wochenendausgaben wiederholt. * Aber, wie gesagt, gute Propaganda stellt oft für israelische Politiker ein Buch mit sieben Siegeln dar. Sie wissen zwar, daß ein Waschpulver erst dann gekauft wird, wenn es oft genug in der Propaganda erscheint, und der Name - oder im politischen Leben: die Tat - bekannt wird. (Das ist einer der Gründe, warum die britische Armee, die die Falkland Inseln zurückerobern wollte, weder Pressevertretern noch Photographen erlaubt hat, den Feldzug zu begleiten.) Im Lande begnügt man sich, nach einem Zwischenfall eine Untersuchungskomission aufzustellen, die eifrig sucht, den oder die Verantwortlichen als schuldig zu erklären. Unsere Leser schreiben .mit Dank und Freude erhielt ich, übrigens genau zu Sukkot, die Ausgabe No. 65 der MITTEILUNGEN. Ich habe die darin enthaltenen Berichte und Aufsätze mit großem Interesse und großer Anteilnahme gelesen. Von ganz besonderem Interesse für mich war der ausführliche Bericht "Jüdisches Leben in Breslau 1938-1941". Bernhard Staudacher Burckhardtstraße 65 D-70374 Stuttgart Eine Marmortafel in der Synagoge in meinem Dorf Gan Ha'Shomron. 7 ui T J [• / —* 4 > \ 1 \ X -4 —* m ' am4 „ , , I « FRÜHLING GOLDSCHMIEDEN 33-3 Gh-;. In Goldschmieden leitete vor ungefähr 70 Jahren Prof. Dr. Joseph Walk, damals "Jossele" mit seiner schönen Stimme, an den Feiertagen den Gottesdienst für die kleinen jüdischen Gemeinden aus Dörfern in unserer Umgebung. Elieser Frühling, Gan Ha'Shomron