Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1999
- Issue
- No. 66 (1999)
- Date
- 1999-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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I 19 DIE WALLFAHRT NACH MERON (Fortsetzung von Seite 18) kennt", das gleiche kann man nach mehr als 400 Jahren noch immer sagen. Viele der Pilger, insbesonders die, die mit eigenen Transportmitteln anreisen, kommen schon einen Tag früher, vielleicht auch nur um sich einen guten Rastplatz auf dem Hügel zu sichern, wo sie ihre Decken und Schlafsäcke ausbreiten können, oder einen Ferientag im Freundeskreis verbringen, verbunden mit mitgebrachten Speisen und Getränken, wobei die Gräber der Heiligen nicht stören. Die "Hillula", Festfreude und Feststimmung, wird zu einer Art religiösen Brauches, sicherlich eine alte Tradition. Für viele Besucherstellt der jährliche Besuch eine Art religiöser Handlung dar, sie hoffen, etwas von ihrem Wissen, ihrer Religiosität zu übernehmen. Sie bleiben nicht Zuschauer, sondern Teilnehmer. So muss man sich die geforderten Wallfahrten nach Jerusalem vorstellen, die alleine schon eine religiöse Handlung darstellten, ohne starre Formen, ohne Gebetbuch, die auch irgendwie auf die übergeht, die das erste Mal aus Neugierde gekommen sind und dann oft wiederkommen, auch wenn sie nur einige Stunden den Ort besuchen, zwischen dem Ruinenhügel mit den Resten der Synagoge aus den ersten Jahrhunderten nach der Zerstörung des Heiligtums in Jerusalem, und den gemauerten Grabbauten, die jüngeren Datums sind. Für die öffentlichen Dienste, den Sicherheitsbehörden, wie den medizinischen Rettungsdiensten, stellt der Tag eine Heraustorderung dar, Aufgaben, die sie seit Jahren zur Zufriedenheit gelöst haben. An den Berghängen gegenüber der Hauptstrasse werden weite Parkflächen vorbereitet; die Autobuskooperative hat einen Sonderdienst organisiert, fast die ganze Nacht durch und am folgenden Tage, um die "Kurzbesucher" zu befördern, Ambulanzen des Magen Dawid Adom sind mit genügend Hilfskräften Tag und Nacht bereit, - die Stimmung bringen die Wallfahrer mit, zusammen mit dem Essen und Getränken,... Ordentliche Generalversammlung des V.E.B. ••i i Am 16.11.1998 fand die Generalversammlung des "Verbandes ehemaliger Breslauer E.V." statt. Herr Mosche Goldstein eröffnete die Versammlung und berichtete über die Tätigkeiten des Vorstands. Er betonte die Wichtigkeit des Erscheinens der "Mitteilungen", welches das Bindeglied zwischen allen Juden : aus dem ehemaligen Breslau ist. Daher bemüht '■ sich der Verband, das Erscheinen der , “Mitteilungen" zweimal im Jahr zu ermöglichen,; trotz der damit verbundenen Kosten. Herr! Goldstein dankte dem Redakteur, Herrn I j Hauschner, für seine großen Bemühungen, die | Zeitung pünktlich zweimal im Jahr erscheinen i zu lassen. Danach berichtete Herr Goldstein über die finanzielle Lage des Verbandes. Herr Goldstein betonte die Notwendigkeit nur ehemaligen Breslauern oder ihren Nachkommen finanzielle Unterstützung oder Darlehen zukommen zu lassen. Die Versammlung bestätigte die Bilanz für das Jahr 1997 wie auch die Wiederwahl des Auditors des Verbandes. Der Vorstand:! Mosche Goldstein (Vorsitzender), Dr. Elijahu Hoffmann, Gabriel Holzer, Lotte Lewald, Rachel Pri-Chen wurde für das Jahr 1999 einstimmig wiedergewählt. i Danach sprach Herr Goldstein über die! besonderen Probleme der Breslauer Gemeinde: ■ 1) Trotz großer Bemühungen von Seiten j unseres Verbandes und vieler j Hinwendungen an die verschiedenen ' Instanzen der deutschen Regierung, gibt i es in der Angelegenheit der Restauration des Friedhofs Cosel nichts Neues. 2) "Storchsynagoge" wurde der jüdischen Gemeinde in Breslau zurückerstattet und wird restauriert. 3) Laut der neuen polnischen Gesetzgebung in Bezug auf die Rückerstattung jüdischen Vermögens, muß geklärt werden, wer die rechtlichen Erben des Besitzes der jüdischen Gemeinde, jüdischer Verbände, Logen u.a.m. sind. Unser Verband steht mit einem Rechtsanwalt in Berlin in Verbindung, welcher die Registrierung sowohl des jüdischen Pr i vatvermögens als auch des Ailgemeinbesitzes bearbeitet. Herr Hauschner wies auf die Wichtigkeit hin, die Konten derjenigen jüdischen Kontoinhaber ausfindig zu machen, welche ihr Geld auf Banken deponierten (wie z.B. die Deutsche - oder Dresdner Bank), welche ihre Filialen in Breslau schließen mußten als es polnisch wurde. Danach referierte Prof. Dr. Joseph Walk über das Thema: "50 Jahre mit jüdischer Jugend". Prof. Walk - Lehrer und Pädagoge einerseits und Leiter in der Jugendbewegung andererseits - fesselte die Hörer mit seinen Ausführungen. Er erklärte, wie er schon als Gymnasiast in Breslau den "Brit Hanoar schel Zeire Misrachi" gründete, welcher sich durch seine betont zionistische Einstellung vom “Ezra" unterschied. Nach der Beendigung des Gymnasiums in Breslau, ging er an das jüdische Lehrerseminar in Köln. Nach dessen Absolvierung kehrte er nach Breslau zurück, um dort als Lehrer an der jüdischen Schule "Rhedigerplatz" zu wirken. Er erzählte sehr humorvoll über den Zwiespalt, zwischen seinen zwei Aufgaben: Am Morgen war er der respektierte "Herr Lehrer" in der Schule, während er nachmittags und abends der "Chaver Jossel" im Jugendbund wäre. Bald nachdem die Nazis an die Regierung kamen, und die Jugendaliya gegründet wurde, ging er als Leiter einer religiösen Jugendaliyagruppe nach Erez-Israel. Dort leitete er solche Gruppen in Haifa und Sde Ja'akow. Prof. Walk erzählte dann über seine Erlebnisse mit Kindern und Eltern in allen Phasen seiner pädagogischen Tätigkeit - in der Jugendaliya (z.B. Sorge für ein Elternpaar, welches vollkommen mittellos aus Europa kam und so die Gefahr bestand, daß ihre zwei Söhne die Jugendaliyagruppe hätten verlassen müssen, um für die Eltern zu sorgen), als Lehrer, Schulinspektor und Dozent an der Universität. Er gab eine lebhafte Darstellung davon, untermalt mit Beispielen, welche auch öfters die Lehrer in Verlegenheit brachten. Ein besonders interessantes Kapitel seines Wirkens war seine Tätigkeit in Belgien nach dem Krieg, als Kinder aus Klöstern und anderen Verstecken auftauchten und sie zum Judentum zurückgeführt werden mußten. Prof. Walk gedachte besonders zweier Menschen, welche einen besonderen Einfluß auf ihn hatten: Sein verehrter Lehrer Dr. Klibanski, vormals Lehrer an der Rhedigerschule und dann Direktor an dem Yavne-Gymnasium in Köln, und Prof. Ernst Simon. Alle Anwesenden dankten Prof. Walk für seinen außergewöhnlich interessanten Vortrag. D.R. I