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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1999-01-01 · No. 66 (1999) · p. Seite 18

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1999
Issue
No. 66 (1999)
Date
1999-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 Das Schicksal dar jüdischen Kunstsammlung von Ismar Littmann aus Breslau (Fortsetzung von Seite 17) Vermögen, nämlich die Kunstsammlung, zum Schein auf mehrere Eigentümer verteilte, um den verschiedenen Entziehungsmaßnahmen der Finanzbehörden wie der Reichsfluchtsteuer zu entgehen. Dafür spricht auch die Tatsache, daß die Erben im selben Zeitraum zu emigrieren versuchten. Offiziell wurde die Sammlung als "Nachlaß L. in B." eingeliefert, gleichzeitig wurden von der Berliner Galerie Täubler unter dem Kürzel "J.S. in B." weitere Objekte der Sammlung eingereicht, insgesamt mindestens 140 Gemälde und Aquarelle. Eine gezielte Recherche nach dieser Sammlung ist seit kurzem möglich, weil im Nachlaß eines der Söhne Littmans überraschend zwei Inventare aufgetaucht sind, die zum erstenmal ein vollständiges Bild der Bestände ermöglichen. Der nach Texas emigrierte Sohn hatte offenbar mehrere hundert Zeichnungen in die USA mitnehmen können, ebenso die Inventarlisten. Die anderen Kinder Littmanns erfuhren von diesem Transfer erst nach dessen Tod, als sie zufällig auf Teile der Sammlung in einem texanischen Museum stießen. Einen Teil der geretteten Graphiken hatte der Sohn an dieses Museum verkauft, wo sie seither - unter Angabe der Provenienz Littmann - ausgestellt sind: Das erste Inventar verzeichnet ungefähr 350 Gemälde und Aquarelle. Es handelt sich um ein Typoskript, das wohl nur in einem Exemplar hergestellt wurde. Es wurde 1930 vermutlich von dem Breslauer Kunsthistoriker Bernhard Stephan (1890-1979) angelegt. Das zweite Inventar, von Littman selbst handschriftlich verfaßt, verzeichnet über 5700 Zeichnungen und Aquarelle, die er zwischen 1916 und 1930 erwarb. Die Geschichte der Sammlung Littmann ist nicht ohne Tragik. Nach den Restitutionsgesetzen können Kunstwerke aus jüdischem Eigentum, die zwischen 1933 und 1945 entzogen wurden und sich nach 1945 auf dem Gebiet der alten Bundesregierung befanden, nicht mehr zurückgefordert werden, da die Anmeldefristen seit Jahrzehnten verstrichen sind. Einen juristischen Weg, eventuell in Breslau verbliebene Kunstwerke von Polen zurückzufordern, gibt es ebenfalls nicht. Nur ein Verfahren nach dem Vermögensgesetz, das mit der deutschen Wiedervereinigung erlassen wurde, bietet den Erben eine geringe Chance. Das Vermögensgesetz findet aber nur dann Anwendung, wenn sich die fraglichen Kunstwerke in einem Museum der ehemaligen DDR befinden. Die Wahrscheinlichkeit, daß die als "entartet" geltenden Werke bereits vor 1945 den Weg ins Ausland gefunden haben, ist jedoch wesentlich größer. In jedem Fall ist die These, daß von der "Aktion Entartete Kunst" ausschließlich öffentliches Eigentum betroffen war, nun nicht mehr haltbar. (Neue Züricher Zeitung, 17.8. 1998) DIE WALLFAHRT NACH ME RON Wir leben in einer Zeit der scheinbaren Widersprüche: die Technik, die alles ablehnt, was nicht rational zu erklären ist, anderseits versucht man, herauszuspringen, in mystischen Überlieferungen und Handlungen, den Alltag zu vergessen. Im Lande pilgern Tausende am Lag Be'omer, dem 33. Tag der Omerzeit, nach Meron, dem historischen Ort, der wenige Kilometer bei Safed liegt. Die Wochen zwischen Pessach und Schawuot brachten die Getreideernten. Nach dem Ende des Staates, im Jahre 70, wurden sie zur Zeit der Trauer. Die Legende verbindet es mit dem Sterben der Schüler Rabbi Akibas, die im Kampf mit der römischen Besatzung fielen, Opfer des Bar Kochba Kampfes, wobei es am 18. Ijar. dem 33. Tag des Omers, eine Ruhetag gegeben haben soll. Es gibt keine historischen Hinweise, die von einer Wallfahrt nach Meron sprechen, die man seit ungefähr 400 Jahren kennt, die "Hillula", Rabbi Schimon Bar Jochai gewidmet, die "Hochzeitsfeierlichkeiten", sicherlich beeinflusst durch Kabbalisten im nahen Safed, wo nicht nur ein Handelszentrum bestand, gegründet durch die Flüchtlinge aus Spanien nach 1492, von Heinzwerner Goldstein. auch ein geistiges, in dem Josef Karo. 1486- 1575, den Schulchan Aruch zusammenstellte, den bis heute gültigen Gesetzeskodex.Um 1473 berichtet ein Reisender von drei Wallfahrten zu den Gräbern der Weisen: In Meron wurde am letzten Tag des Sukkotfestes um Regen gebetet, im Jahre 1521 findet ein Pilger am 14. Ijar, dem Vorabend des "Pessach Hascheni", Besucher aus Damaskus, Safed und Peki'in in Meron. Vielleicht Beginn der Wallfahrten zu der Ruine einer Synagoge aus den ersten Jahrhunderten der Zeitrechnung. Aus der Nacht der 14. ist die des 18. Ijar geworden.Man blieb mindestens zwei Tage dort, um mit später Eintreffenden feiern zu können. Noch heute verbinden viele die Fahrt mit einem Besuch des Grabes von Rabbi Meir Ba'al Hanes, des Wundertäters, das bei Tiberias gezeigt wird. Die Verbindung der "Hillula". der Hochzeitsfierlichkeiten, folgt der kabbalistischen Auffassung, daß beim Tod eines gelehrten die Seele eine mystische Verbindung, gleichsam eine Hochzeit, mit Gott vollzieht. Eine Sitte, die sephardische Kreise insofern übernommen haben, die bei Grabbesuchen die Teilnehmer bewirten. Ein Brauch, den auch andere im Lande übernommen haben, die in Meron ein Picknick veranstalten. Chajim Vital, 1543-1620, ein Schüler Jizhak Luria, der der Kabbala die letzte Form gab, berichtet "von der bekannten Sitte" am Lag Be'omer nach Meron zu pilgern. Sein Lehrer soll, trotzdem er gegen die Hillula war, zu den Gräbern gepilgert sein, dort seinem Sohn die Haare geschnitten haben, die "Chalakka", ein arabisches Wort,die heute von Chassidischen Kreisen durchgeführt wird, und die Haare in den auf den Grabgebäuden entzündeten Feuern verbrennen. Bei Vital wird schon die Hillula erwähnt, am Grabe Schimon Bar Jochai, und dessen Todestag auf Lag Be'omer gelegt. Nach der türkischen Besetzung des Landes besuchte man Meron zehn Tage vor Schawuot wie zehn Tage vor Rosch Haschana. Nach einer Ansicht sollte die Wallfahrt die nach Rama ersetzen, dem Grab des Propheten Samuel, am 25.Ijar welche die Türken 1565 verboten hatten. Ein Bericht aus dem Jahre 1570 spricht von einer "Tradition, deren Anfänge man nicht (Fortsetzung auf Seite 19)

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