Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Journal
- Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
- Volume
- 1999
- Issue
- No. 66 (1999)
- Date
- 1999-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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11 Die Deportation and Vernichtang der Schlesischen Jaden (Fortsetzung von Seite 10) mich an jede Einzelheit der Reise mit Fey erinnern, insbesondere da ich nicht wußte, ob ich von dieser Reise zurückkehren würde. Wir fuhren ca. 10 Stunden; ich sah, daß wir an dem Bahnhof Kattowitz hielten und wußte damit, daß wir nach Polen fuhren. Ungefähr zwischen 10 und 11 Uhr vormittags hielten wir an einem kleinen Bahnhof mit dem Namen Szczakowa (im Original Chackowa - K.J.). Dort befahl Fey, die Kranken auszuladen und in die Station zu bringen. Dort wurden die Kranken von der SS übernommen, das war das Letzte, was ich von den Leuten sah. Frau Bial und ich mußten den nächsten Zug nach Breslau zurück nehmen. Fey verblieb in Szczakowa und wird selbst am besten wissen, was aus den Geisteskranken geworden ist. Ende Februar 1943 wurde ich mit meiner Frau Susanne Abraham, geb. Reiter, 6 U.hr morgens von der Gestapo abgeholt und in die "Gesellschaft der Freunde" gebracht. Hampel war eine Charge in meinem Transport. Er erkannte mich von unserem früheren Zusammentreffen und hat Dr. Heidenfeld und mich zu Transportleitern ernannt. Durch Zufall habe ich ein Telefongspäch überhört, in dem Hampel in Zusammenhang mit der Zusammenstellung der Waggons sich unterhielt und dabei die Bemerkung machte, "es wäre besser, wenn eine Bombe auf den Zug fällen würde, dann würden wir alle los werden und uns würde die Arbeit erspart bleiben". Jeder in meinem Transport wußte, daß wir in ein KZ kommen sollten, und viele Leute begingen Selbstmord, so wie in vorhergehenden Transporten. Meine Frau ind ich wurden nach Auschwitz verbracht, wo meine Frau umgekommen ist. Nach meiner Erfahrung waren Hampel und Fey sich genau bewußt, wo die Transporte hingingen, da sie an verantwortlicher Stelle für Breslau und Umgebung waren." 2) Ismar Pick, geb. am 26 April 1918 in Breslau, wohnhaft in Providence (USA), gab am 20. August 1962 folgende eidesstattliche Erklärung ab: ...."Es ist mir genau in Erinnerung, als die ersten Deportationstransporte von Breslau erfolgten. Der erste wurde aus 1000 Frauen, Männern und Kindern im November 1941 zusammengestellt. Diese Menschen wurden von der Polizei (in Uniform) gegen 6 Uhr morgens aus den Wohnungen geholt und durften nur die notwendigsten Habseligkeiten mitnehmen. Sie wurden in Lastkraftwagen nach dem sogenannten Sammellager Schießwerder gebracht. Da sich diese Aktion wie ein Lauffeuer unter uns, d.h. den Juden, schnell verbreitet hatte, ging ein großer Teil unserer Leute nach dem Schießwerder. Wir fanden sofort heraus, daß die uniformierte Polizei nur den Auftrag hatte, die verhafteten Menschen nach dem Schießwerder zu bringen. Von diesem Punkt an führten Hampel und Fey das Kommando. Hampel, ein kleiner rundlicher Mann, trug mit Vorliebe einen Lodenhut und Joppe mit schwarzen Stiefeln, zum Gegensatz zu Fey, der ungefähr 1,80 m ist und immer einen Anzug trug. Wir gingen deshalb nach dem Schießwerder, da fast jeder von uns Verwandte und Freunde hatte, aber leider hatte man uns beim Eingang den Eintritt verweigert, obwohl wir unseren Lieben nur auf Wiedersehen sagen wollten. Im übrigen wurden die Wohnungen von den Deportierten sofort von der Gestapo versiegelt. Die Wohnungen waren nach ein paar Tagen vollkommen leer und wurden wieder bezogen. Die Gestapo benutzte die Synagoge auf der Wallstraße als Lagerhaus, welches mit Möbeln und Haushaltsgegenständen gefüllt war. Mir sind diese Einzelheiten sehr gut in Erinnerung, weil ich sehr nahe an der Jüdischen Gemeinde gewohnt habe, und ich mit anderen jüdischen Nachbarn die Gegenstände von den Deportierten nach der Wallstraße im Handwagen bringen mußte. Unter anderen befanden sich Hampel und Fey beim Auflösen der Wohnungen, auch Wagner, der der sogenannte Wohnungskommissar war und immer einen Ledermantel und Stiefel trug. Desgleichen Müller, der dunkle Haare hatte und später in der "Gesellschaft der Freunde" bei den Transporten 42 und 43 anwesend war. Wie mir mein Freund Hans Abraham häufig sagte, mußte er mit einigen Krankenschwestern nach dem Schießwerder im Mai 42 und im Sommer 42 gehen, um für die älteren Leidenden zu sorgen. Leider hatte man den zum Transport Ausgewählten die Medikamente weggenommen und das Krankenpersonal hatte nur beschränkte Hilfsmittel. Wie mir mein Freund Abraham schilderte, waren die Verhältnisse im Schießwerder unmenschlich, es wurden nicht nur die letzten persönlichen Habseligkeiten der Leute weggenommen, sondern sie wurden auch trotz Protest derselben von Hampel und Fey in brutaler Weise geschlagen und, was Abraham immer betonte, obwohl es sich um alte Leute handelte. Pfleger Abraham und die Krankenschwestern durften den Schießwerder (Sammellager) nicht vor dem Abtransport verlassen und waren immer Zeuge der grauenhaften Behandlung von Hampel und Fey. Abraham sah seine eigenen Eltern im Mai und im Juni 42 seine Schwiegereltern nach dem Sammellager bringen und konnte nichts unternehmen, ihnen zu helfen, obwohl Hampel ihn als leitenden Pfleger eingesetzt hatte. Im Jahre 43, 26. Februar 43, wurden wir, und ich kann mich ganz genau erinnern, von der Gestapo frühzeitig am Morgen verhaftet. Ich wohnte mit meinen Eltern zu dieser Zeit in der Sonnenstraße 21, und mein Freund Hans Abraham in der Sonnenstraße 19 mit seiner Frau Susanne. Obwohl es nicht sehr weit war, hatte man uns in Lastkraftwagen verbracht und transportierte uns in das Sammellager der "Gesellschaft der Freunde" in der Graupenstraße. Da wir auf diesem Transport 1000 Menschen waren, wurde ein Teil in der Jüdischen Gemeinde in der Wallstraße untergebracht. Hampel und Fey waren die Leiter dieser ganzen Aktion, und wer Hampel nicht mit Herrn Oberkommissar anredete, wurde von ihm geschlagen. Jeder von uns Erwachsenen wurde in einem extra Raum in den beiden Sammellagern vernommen, und wer irgend noch über ein Bankkonto verfügte, mußte sich schriftlich bereit erklären, zu Gunsten des Deutschen Reiches, als Staatsfeind, auf all sein Vermögen zu verzichten. Durch eine große Anzahl von Selbstmorden ging es ganz deutlich hervor, daß unser Transport nach Auschwitz gehen würde, was sich auch dann bewiesen hatte. Da wir in diesen Sammellagern ungefähr 5 Tage verblieben, wurden wir nicht nur mehr als unzureichend verpflegt, sondern den kleinen Kindern Milch und andere notwendigste Lebensmittel verweigert." 3) Im Ermittlungsverfahren gegen die beschuldigten ehemaligen Beamten der Staatspolizeileistelle Breslau Dr. Gerke, Hampel, Fey u. a. wurden in Israel in den Jahren 1963- 1964 u. a. folgende Zeugen vernommen: Erna Prinz (geb. am 12. Septemer 1898 in Breslau), Jehuda Edgar Prinz (geb. am 20. September 1927 in Breslau), Mordechai Masur (geb. am 17. August 1918), Erich K e m p n e r (geb. am 12. Januar 1924 in Neiße), Gertrud Breslauer (geb. am 25. August 1902 in Breslau) und Karla W o I ff (geb. am 22. November 1928). Am 5. Dezember 1963 sagte Mordechai Masur in der Polizeidienststelle in Ramat-Gan folgendes aus:".... Am 28. Februar 1943 wohnte ich mit meiner Frau und einem inzwischen geborenen Sohn in einem Hause in der Wallstraße in Breslau. Das Haus war nur von jüdischen Familien bewohnt. An diesem Tage wollte ich in den frühen Morgenstunden das (Fortsetzung auf Seite 12)