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Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel · 1999-01-01 · No. 66 (1999) · p. Seite 10

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Journal
Yediʿot shel Irgun ʿOle Breslau be-Yiśraʾel
Volume
1999
Issue
No. 66 (1999)
Date
1999-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Die Deportation and Vernichtung der Schlesischen Juden (Fortsetzung von Seite 9) (Wojewodzki Archivum Panstwowe we Wroclawiu [WAP], Bestand 9978: Akta dot zydowskich miezkau, Blatt 31 a-32) Sofort nach der Ankunft in Kowno (Kaunas) wurden sämtliche Breslauer Juden vom Sonderkommando Dr. Jäger erschossen. Der zweite, rund 1 000 Breslauer Juden umfassende Transport ging am 13. April 1942 in den Distrikt Lublin (Generalgouvernement), wohin vorher bereits polnische Juden aus den Städtchen Izbica, Kazimierz, Opole Lubelskie usw. "ausgesiedelt" worden waren. Nur ein Teil der "ausgesonderten" arbeitsfähigen Juden kam zum Arbeitseinsatz, der größte Teil jedoch in die Vernichtungslager Belzec und Sobibor. Ein weiteres von der Gestapo ebenfalls im April zusammengestelltes Kontingent umfaßte Juden aus mehreren niederschlesischen Städten. Dieser Transport ging am 3. Mai 1942 "nach dem Osten" (d.h. in unbekannte Richtung) ab. Zweifelsohne wurden unter den Bezeichnung "nach dem Osten" einige Transporte schlesischer Juden ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau geleitet. In den Sommermonaten 1942 begannen im KL Auschwitz die Massenvernichtungen mit Gas, die am 18. Juli der Reichsführer SS Himmler in Begleitung des oberschlesischen Gauleiters Bracht und des Obergruppenführers Schmauser besichtigte. Ab Ende Juli 1942 erfolgten ebenfalls Deportationen schlesischer Juden nach Theresienstadt. Erhaltene Namenslisten Deportierter ermöglichten es, folgende Daten und Zahlen festzustellen: am 27. Juli 1942 am 31. August 1942 am 24. Februar 1943 am 2. April 1943 am 11. Juni 1943 am 16. Juni 1943 am 23. Oktober 1943 am 9. Januar 1944 am 11. Januar 1944 am 25. April 1944 am 8. November 1944 1 100 Personen 1 065 Personen 102 Personen 277 Personen 161 Personen 18 Personen - 1 Person 73 Personen - 3 Personen 17 Personen 1 Person Arbeitsentlassungen, Verhaftungen und Vermögenseinziehungen kündigten Ende Februar 1943 in Breslau die größte Deportationswelle an. Eine Vorahnung löste der Abtransport von 102 Personen nach Theresienstadt am 24. Februar aus. Am 27. Februar begann die Vertreibung von Hunderten Breslauer Juden aus ihren Ghettowohnungen und ihre Zusammenpferchung auf dem Hof der Storchsynagoge in der Breslauer Wallstraße. Ein Teil der Verhafteten wählte den Freitod. Der am 5. März 1943 nach Auschwitz abgegangene Transport umfaßte 1 405 Personen. Sofort nach ihrer Ankunft wurden 809 Breslauer Juden in die Gaskammern und 596 zu schweren Arbeiten "ausgesondert". Karla Wolff, Augenzeugin des Zusammentreibens auf dem Synagogenhof in der Wallstraße, bezeichnete den 5. März 1943 als den schwarzen Tag der "vollkomenen Liquidierung der jüdischen Gemeinde". Zurück blieben einige hundert privilegierte Familien, ehemalige Kriegsverletzte aus dem Ersten Weltkrieg, einige Ärzte und "Prominente“, die jedoch in den folgenden Monaten zum größten Teil das Schicksal ereilte. Der letzte von der Breslauer Gestapo verordnete Fußmarsch einer Gruppe Juden in Richtung KL Groß- Rosen fiel in die kalten Januartage des Jahres 1945. Nur eine geringe Anzahl in Mischehen lebender Juden überlebte die Belagerung der "Festung Breslau" (15. Februar bis 6. Mai 1945). In Etappen verliefen die Deportationen oberschlesischer Juden im Regierungsbezirk Oppeln. Aus Gleiwitz (Gliwice) wurden sie "abgeschoben" am 11., 20. und 28. Mai 1942 und dann am 8., 15., 20., 23. und 29. Juni 1942. Aus den umliegenden Ortschaften, am Rande des Industriegebietes, erfolgten die Deportationen am 8. Juni 1942, aus Leobschütz (Glubczyce) am 14. Juli und im Dezember 1942 nach Theresienstadt, aus Tost-Peiskretscham (Toszek-Pyskowice) am 8. und 23. Juni 1942, aus Ratibor am 13. Juli 1942. Der wohl letzte Transport verließ Gleiwitz (Gliwice) am 28. Februar 1943, aus Oppeln (Opole) Anfang März 1943 und am 20. April 1943. Im letzten Kriegsjahr galt das jüdische Leben in der Provinz Schlesien als total ausgelöscht. Die Massendeportation schlesischer Juden in die Vernichtungslager und die Frage nach den Verantwortlichen für diese Deportationen wurde zum Gegenstand umfangreicher Voruntersuchungen und Ermittlungsverfahren in der Bundesrepublik Deutschland, Israel und Polen. Die dramatischen Vorgänge bei den "Abschiebungen nach dem Osten", besonders aus Breslau und Oppeln, fanden ihren Niederschlag in Zeugenaussagen überlebender jüdischer Bürger. Namen und Taten einiger an den Deportationen beteiligter Gestapobeamten und Mitarbeiter der Gauleitung der NSDAP in Breslau konnten zwar festgestellt werden, jedoch führten die Verfahren nicht zu ihrer Verurteilung. Einige im Institute of Documentation in Israel for the Investigation of War Crimes aufbewahrte Zeugenaussagen aus den frühen sechziger Jahren verdienen besondere Aufmerksamkeit. 1) Hans Werner Abraham, geb. am 24. Juli 1912 in Breslau, staatlich geprüfter Krankenpfleger im Jüdischen Krankenhaus (Breslau, Hohenzollernstraße 96) und Wohlfahrtspfleger für die jüdische Gemeinde, sagte am 5. März 1962 folgendes aus:" ....In den Monaten April-August 1942 wurden von der Gestapo Breslau Transporte zusammengestellt, die sich aus Frauen, Männern und Kindern aus Breslau und Umgebung zusammensetzten. Diese Leute wurden zuerst in den Sammellagern Schießwerder und "Gesellschaft der Freunde" untergebracht. Es handelte sich jeweils um 1000 Menschen. Da ein großer Teil dieser Menschen alt und krank war, erhielt die jüdische Gemeinde die Erlaubnis von der Gestapo, Krankenschwestern und mich als einziger Krankenpfleger in diese Sammellager zu bringen, wo wir bis zum Abtransport, der sich ca. 4-5 Tage hinzog, die Menschen betreuten. Durch diese Arbeit bin ich mit den beiden Hauptgestapobeamten "Hampel und Fey" in Kontakt gekommen. Diese sogenannten Lager waren große Hallen mit jeweils drei Bettgestellen übereinander, wo Frauen, Männer und Kinder zusammen untergebracht waren. Die Wasch- und Toilettenverhältnisse waren völlig unzureichend, Medikamente waren ganz beschränkt, da wir nicht in der Lage waren, das Lager zu verlassen, bevor die Transporte abgingen. Ich hab mit eigenen Augen gesehen, daß Fey persönlich mit zwei Unterbeamten die Koffer der Leute untersucht hat und aus dem Wenigen, was man mitnehmen durfte, noch Dinge, die für ihn Wert gehabt haben, an sich genommen hat. Im August 1942 wurde ich von dem damaligen Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Breslau benachrichtigt, daß ich mich mit einer Krankenschwester, Frau Bial, in der Wallstraße, Sitz der Jüdischen Gemeinde, melden soll. In diesen Baulichkeiten waren zu dieser Zeit Kranke und auch eine Anzahl von Geisteskranken untergebracht. Es wurde uns dort mitgeteilt, daß wir uns bereithalten sollten, die Geisteskranken mit dem Gestapobeamten Fey zum Hauptbahnhof zu bringen. Es war an einem Spätsonntagabend, an dem wir zu Fuß die Kranken zum Bahnhof brachten. Wir warteten am Bahnhof bis nach Mitternacht und wurden dann in zwei 3.-Klasse-Abteile eines Zuges verbracht, und Fey war mit mir in einem Abteil und Frau Bial in dem nächsten. Ich kann (Fortsetzung auf Seite 11)

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